Der Geschäftsführer einer UG (haftungsbeschränkt) mit Nebenerwerb

aktualisiert am 13. August 2019 4 Minuten zu lesen
Teilen

Erfahren Sie auf firma.de Grundlegendes rund um den Nebenerwerb des Geschäftsführers einer UG (haftungsbeschränkt).

 

Festlegung des Geschäftsführergehalts im Allgemeinen

Das Geschäftsführergehalt in einer UG (haftungsbeschränkt) kann unterschiedlich ausfallen. Man kann entweder eine Gewinnbeteiligung festlegen oder ein monatliches Grundgehalt. Vom Geschäftsführer zu unterscheiden sind die Gesellschafter einer UG, deren Gehalt in Abhängigkeit zur Höhe ihrer erbrachten Stammeinlage berechnet wird. Bei einer Gewinnbeteiligung bekommen alle Gesellschafter, was nach Abzug der Kosten und Rücklagenbildung noch übrig ist, abhängig von ihren Stammeinlagen ausbezahlt. Sie können aber auch ein Festgehalt bekommen, welches zuvor im Gesellschaftsvertrag geregelt sein muss. Ein geschäftsführender Gesellschafter wird, was das Gehalt angeht, wie ein Gesellschafter behandelt.

 

Was ist zu beachten bei einer Nebenerwerbstätigkeit eines Geschäftsführers?

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie sind zusammen mit einem Kollegen Geschäftsführer einer UG (haftungsbeschränkt). Sie haben ein kleines Unternehmen und verkaufen Büromaterial aller Art. Dazu bieten Sie auch an, verschiedenste Druckaufträge auszuführen, inklusive Bildbearbeitung und Dokumentenumwandlung. Ihr Kollege ist gelernter Grafiker und möchte sich nun neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer noch ein zweites Standbein als Grafiker aufbauen und kleinere Aufträge selbst von zu Hause tätigen. Ist dies möglich, da er doch Geschäftsführer Ihres gemeinsamen Unternehmens ist? Im Voraus sollte in jedem Fall geklärt werden, in welchem Umfang die Selbständigkeit stattfinden soll. Und schafft Ihr Kollege es überhaupt noch, den Rechten und Pflichten eines Geschäftsführers nachzukommen? Hier kann mit einer Vertragsklausel im Geschäftsführervertrag des entsprechenden UG-Geschäftsführers Abhilfe geschaffen werden, in der festgelegt wird, dass die Nebentätigkeiten einen gewissen Umfang an Zeit nicht überschreiten dürfen. Des Weiteren kann man eine Auskunftspflicht vereinbaren, mit dem der Selbständige sich verpflichtet, seine Tätigkeiten offen zu legen. Zusätzlich können Vereinbarungen über Provisionen für seine Arbeit in der Gesellschaft getroffen werden, um eine Arbeit für das Unternehmen sicherzustellen und ihn dafür zu entlohnen.

 

Nebenerwerb und Wettbewerbstätigkeit: Ist beides miteinander zu vereinbaren?

Um eine Wettbewerbstätigkeit handelt es sich, wenn der nebenbei selbständige Kollege Tätigkeiten ausführt, die mit Ihrem Unternehmen in direkter Konkurrenz stehen. Im hier genannten Beispiel wären das beispielsweise Druck- und Bildbearbeitungsaufträge als Grafiker durchzuführen. Das Erstellen von Logos oder Websites fällt ja nicht unter Ihren Unternehmensgegenstand, daher würden diese Aufgaben nicht als Wettbewerbstätigkeit aufgefasst werden können. Hier sollten Sie ebenfalls klare Regelungen treffen. Man könnte im Gesellschaftsvertrag regeln, ob und welchen Wettbewerbstätigkeiten nachgegangen wird. Dazu gibt es die Möglichkeit, eine Befreiung vom Wettbewerbsverbot zu beantragen. Diese muss allerdings durch Beschluss aller Gesellschafter getroffen werden. Letztendlich sollte der Nebenerwerb eines Geschäftsführers grundsätzlich im Gesellschaftsvertrag geregelt werden.

Sie brauchen Unterstützung bei Ihrem Anliegen? Wir helfen gerne!
Unsere Gründungsexperten freuen sich auf Ihren Anruf unter +49 (0) 611 17207-0.

Die auf unserer Seite veröffentlichten Informationen werden allesamt von Experten mit größter Sorgfalt verfasst und überprüft. Dennoch können wir nicht für die Richtigkeit garantieren, da Gesetze und Regelungen einem stetigen Wandel unterworfen sind. Ziehen Sie deshalb bei einem konkreten Fall immer einen Fachexperten hinzu – wir stellen gerne den Kontakt her.

firma.de übernimmt keinerlei Haftung für durch Fehler in den Texten entstandene Schäden.

Jetzt weiterstöbern im Ratgeber!