Aktien über die Firma kaufen: Was ist zu beachten?

aktualisiert am 11. November 2020 5 Minuten zu lesen
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Wertpapiere wie Aktien oder Fonds über die eigene Firma kaufen? Was im ersten Moment ungewöhnlich klingt, wird durchaus bereits praktiziert: Gerade wenn ein Unternehmen gut läuft und Gewinne erzielt, lohnt es sich mitunter auch für Selbständige oder kleine Unternehmen, Aktien zu kaufen. Erfahren Sie hier, worauf bei einem Kauf zu achten ist.

Börsengehandelte Wertpapiere werfen deutlich bessere Renditen ab als Tagesgeld, insofern sind Aktien eine willkommene Alternative. Beim Kauf sind jedoch einige Aspekte zu beachten. Auf der einen Seite geht es um steuerrechtliche Fragen. Gerade, wenn Wertpapiere außerhalb einer Gesellschaft wie der GmbH gehandelt werden, ist eine strikte Trennung zwischen Privat- und Firmenvermögen unbedingte Voraussetzung. Auf der anderen Seite muss es um eine objektive Bewertung der Rahmenbedingungen gehen.

 

Passendes Aktiendepot nutzen

Grundvoraussetzung für den Erwerb von Aktien über bzw. für die eigene Firma ist immer ein Wertpapierdepot. Entscheidend ist für viele Anleger – auch Unternehmen – ein niedriger Kostenfaktor. Diverse Broker bieten in diesem Zusammenhang spezielle Depots für Firmen, die sich hinsichtlich der Kosten von Wertpapierdepots für private Anleger deutlich unterscheiden.

Bei der Bewertung zu beachten sind:

  • Depotführungsgebühr
  • Ordergebühren

Achtung: Hinsichtlich der Frage, ob ein Firmen- oder Privatdepot geführt wird, muss auch bedacht werden, wie sich die Kosten als Betriebsausgabe verhalten. Dies bezieht sich auch auf das Thema Abgeltungssteuer.

Hinsichtlich der Depotgebühr sind die Unterschiede allgemein recht groß. Wertpapierdepots ohne entsprechende Entgelte müssen nicht zwingend besser sein. Gerade die Servicepauschalen für telefonische Order usw. können die Preise sehr stark in die Höhe treiben. Gerade Aktiendepots für Anfänger bieten jedoch den Vorteil, dass die Kosten wirklich niedrig ausfallen. Zusätzlich werden oft ansprechende Angebote zur Weiterbildung zur Verfügung gestellt und der jeweilige Broker ist besonders nutzerfreundlich.

Bei den Orderkosten haben sich zwei Modelle durchgesetzt. Auf der einen Seite steht die klassische Orderprovision. Hier arbeiten Broker im Regelfall mit einer festen Mindestprovision und Orderentgelten, deren Höhe sich nach der Positionsgröße richtet. Auf der anderen Seite sind Flatratemodelle verbreitet. Hier wird für jeden Trade eine Fixgebühr erhoben.

Die Kosten dürfen jedoch nicht allein den Ausschlag geben. Zu berücksichtigen ist, dass sich Assetportfolio sowie die verfügbaren Handelsarten bei einzelnen Brokern durchaus deutlich unterscheiden können.

 

Richtige Strategie wählen

Aktien als Unternehmen kaufen und ins Betriebsvermögen legen dient nicht dem Selbstzweck. Es geht natürlich darum, mit den Wertpapieren eine Rendite zu erzielen. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es eine angemessene Anlagestrategie.

Zuerst muss das Anlageziel definiert werden. Basierend auf der Zielsetzung lassen sich diese konkreten Strategien entwickeln:

  • Dividendenstrategie
  • Trendfolgestrategie
  • Wachstumsansatz

Bei der Dividendenstrategie geht es beispielsweise darum, auf Aktien mit einer hohen Dividendenrendite zu setzen – etwa aus dem DAX. Der Vorteil: Hier muss das Depot nur einmal im Jahr validiert und umgeschichtet werden.

Neben Aktien, die speziell für ein wachstumsorientiertes Depot geeignet sind, nutzen Firmen für ihre Anlagen auch ETFs. Einige der Indexfonds eignen sich sehr gut als wiederkehrende Anlage in Form von Sparplänen. Andere ETFs sind hingegen eher für Einmalanlagen interessant.

Was in die Bewertung der Anlagestrategie unbedingt einfließen muss, ist das Anlagerisiko. An dieser Stelle spielt die Volatilität beispielsweise bei den Fonds eine sehr große Rolle. Anleger sind gut beraten, die Risiken insgesamt breit zu streuen. Gerade bei einer Fokussierung auf ETFs besteht die Gefahr, durch Klumpenrisiken das Ganze zu unterlaufen. Ohne die nötige Erfahrung lassen sich kaum gute Anlageentscheidungen treffen.

 

Fazit: Als Firma mit Aktien Vermögen aufbauen

Egal, ob Gründer oder gestandener Unternehmer: Laufen die Geschäfte gut, ist Kapital übrig. Mit dessen Hilfe expandieren viele Firmen. Auf der anderen Seite wird ein Teil als „Puffer“ angelegt. Spareinlagen bringen heute keine Rendite mehr. Aus diesem Grund werden Aktien, Anleihen oder Fonds zunehmend beliebter. Bevor Wertpapiere gehandelt werden, braucht es natürlich ein Depot. Hier ist die Auswahl zwischen einem Privat- und Firmendepot klug zu treffen. Aber auch die eigentlichen Anlageentscheidungen sind keine Bauchentscheidung. Jeder Trader braucht Erfahrungen und Know-how, um basierend auf Fundamentaldaten und der technischen Analyse Entscheidungen zu treffen.

 

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