Betrug bei Lohnfortzahlung: Was kann der Arbeitgeber dagegen unternehmen?

aktualisiert am 3. Mai 2021 5 Minuten zu lesen
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Umgangssprachlich auch „Krankfeiern“ genannt und gerne auch mal belacht, bedeutet das Krankmelden von Mitarbeitern für Unternehmen und Institutionen einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden, der ernsthafte Konsequenzen für beide Seiten haben kann.

Auf der Arbeitgeberseite können es sich vor allen Dingen kleinere Betriebe nicht leisten, permanent einige Angestellte mehr „auf Reserve“ einzustellen, und ein fehlender Mitarbeiter bringt erhebliche Probleme in den Terminplan. Auf der Arbeitnehmerseite hat wiederholtes „Blaumachen“ ebenfalls ernsthafte Konsequenzen und führt im Allgemeinen zur fristlosen Kündigung.

Allerdings fällt es Arbeitgebern oft schwer, betrügerisches Krankmachen nachzuweisen. Denn ohne handfeste Beweise wird eine Firma vor dem Arbeitsgericht immer den Kürzeren ziehen. Daher beauftragen Unternehmen immer häufiger Detekteien zur Aufklärung von Lohnfortzahlungsbetrug wie diese internationale Agentur. Anders als der Firmenchef oder eine andere Person verfügen Detekteien über die notwendigen technischen Mittel und das Knowhow, um eine unauffällige, aber effektive Observation vorzunehmen.

 

Wie arbeiten Detekteien?

Detekteien kommen immer dann zum Einsatz, wenn ein konkreter Verdacht auf Betrug vorliegt. Dieser kann im privaten Bereich die Untreue eines Ehepartners sein, im halbprivaten Bereich zum Beispiel die Putzfrau, welche unter Diebstahlverdacht steht, und schließlich im gewerblichen Bereich Werks- und Produktspionage, Steuerunterschlagung, Wirtschaftskriminalität, Diebstähle und eben auch die vorgetäuschte Krankheit.

Daher muss eine professionelle Beobachtung erfolgen, um den Verdacht zu erhärten und mit Beweisen zu untermauern. Privatpersonen und auch Firmenpersonal fehlt die notwendige Erfahrung und auch die Kenntnis des gesetzlichen Rahmens, um eine verdächtige Person zu beobachten. Besonders in schweren Fällen kann die Observierung Wochen, in extremen Fällen Monate in Anspruch nehmen, insofern ist es wichtig, häufig die beschattende Person zu wechseln, damit der Beobachtete (im Fachjargon die Zielperson) keinen Verdacht schöpft. Dies kann nur eine professionelle Detektei gewährleisten.

Durch eine Mischung aus unauffälliger Beobachtung, Foto- und Videodokumentation und Gesprächen mit Personen des sozialen Umfelds sammeln Detektive genügend aussagekräftiges und beweisfähiges Material, um den Verdächtigen zu überführen. Anschließend können Sie den betrügerischen Mitarbeiter direkt fristlos kündigen oder die Beweise in schwierigen Fällen einem Rechtsanwalt übergeben. Oftmals wird es allerdings in leichteren Fällen ausreichend sein, Ihren Mitarbeiter mit Fotos oder Videoaufzeichnungen zu konfrontieren und ihn vor die Wahl zu stellen, freiwillig Ihre Firma zu verlassen, um ein Strafverfahren und eine fristlose Kündigung zu vermeiden.

 

Wichtig für Sie als Chef

Sie sollten beachten, dass ein bloßer Verdacht nicht ausreicht, um einen Arbeitnehmer zu kündigen. Im Gegenteil: Falls sich der Verdacht nicht beweisen lässt, kann der Mitarbeiter Sie sogar wegen Verleumdung anzeigen oder eine Kündigungsschutzklage einreichen. Daher gehen Sie auf Nummer sicher, bevor Sie den Mitarbeiter zur Rede stellen oder gar anzeigen. Sammeln Sie lieber einen Beweis zu viel als zu wenig. Gerade bei Grenzfällen in Zeiten von COVID müssen Sie sich gründlich über die rechtliche Lage informieren.

Außerdem ist es auch noch wichtig, zu überlegen, welchen fachlichen und praktischen Wert der Mitarbeiter für Sie hat. Hat er sich bereits über Jahre bewährt und handelt es sich lediglich um einige „Ausreißer“ in der letzten Zeit? Manchmal hilft es auch, ihn zur Rede zu stellen, und wenn er Interesse an seinem Job hat, wird er sich vorsehen, erneut „blau“ zu machen. In der Regel wird aber durch einen häufig krankfeiernden Mitarbeiter das Vertrauensverhältnis bereits soweit gestört sein, dass ein Beenden des Arbeitsverhältnisses unumgänglich ist.

Durch die gesetzliche Lohnfortzahlung sind Sie verpflichtet, im Krankheitsfall den Lohn mindestens sechs Wochen weiter zu bezahlen. Genau das verleitet natürlich einige Angestellte dazu, mit Hilfe von Manipulationen und fraglichen ärztlichen Attesten eine Krankheit vorzutäuschen. Dennoch liegt die Beweislast beim Arbeitgeber, weshalb eine professionelle Beweissicherung unbedingt notwendig ist, bevor Sie den Schritt zum Arbeitsgericht wagen.

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