Der Standort als Erfolgsfaktor

aktualisiert am 9. April 2019 23 Minuten zu lesen
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Der Standort kann bei einer Gründung über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Hier erfahren Sie, worauf Sie bei der Standortwahl achten müssen und wie Sie die perfekte Entscheidung für Ihr Unternehmen treffen können.

 

Die Gründe, weshalb ein Startup scheitert oder eben nicht, sind vielfältig. Oftmals ist die Geschäftsidee schlecht und es gibt schlichtweg keinen Bedarf am Markt. Manchmal hapert es aber auch an der Umsetzung, es gibt Konflikte im Team, die Finanzen reichen nicht aus oder eben der Standort wird falsch gewählt.

Tatsächlich hat der Standort einen größeren Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg einer Gründung, als viele Entrepreneure wahrhaben wollen. Sie bleiben dann häufig in ihrer altbekannten Heimat oder denken, der Standort sei für ein Online-Startup irrelevant, anstatt den besten Platz dafür zu suchen und so die Weichen ihres noch jungen Unternehmens auf Erfolg zu stellen.

Rund neun Prozent der Startups scheitern an ihrem schlechten Standort. Und selbst, wenn es dadurch nicht zum vollständigen Scheitern kommt, könnten die Startups an einem besseren Standort oftmals schnellere sowie größere Erfolge erzielen.

Sie als Gründer sollten deshalb der Standortwahl Priorität einräumen. Denn diese ist zwar nicht der einzige Erfolgsfaktor, aber dennoch ein wichtiger Bestandteil für den Unternehmenserfolg.

 

Standortwahl ernst nehmen

Wie bereits angedeutet, nehmen einige Gründer die Frage des Standorts auf die leichte Schulter. Hier gilt es, wirtschaftliche und persönliche Gründe gut abzuwägen und sich selbst einige Fragen zu beantworten:

  • Wo möchte ich leben und arbeiten?
  • Wo wohnt meine Familie?
  • Wo sind die Mieten günstig?
  • Welcher Standort hat welche Marketing-Vorteile?
  • In welchem Ausmaß bin ich dazu bereit, private Abstriche für einen wirtschaftlich attraktiven Standort zu machen?

Gründer sollten sich unbedingt darüber im Klaren sein, welche privaten Auswirkungen die Wahl eines wirtschaftlich attraktiven Standortes hat und umgekehrt.

Es ist durchaus möglich, die Entscheidung auch in umgekehrter Reihenfolge zu treffen, sprich: Hier möchte ich gründen, also welche Geschäftsidee eignet sich dafür? In der Regel ist aber die Geschäftsidee das Fundament des Startups und dementsprechend ist die Standortwahl eine logische Folgeentscheidung.

 

Es muss nicht immer Berlin sein

Viele Gründer gehen davon aus, dass Berlin als Standort immer eine gute Wahl ist. Berlin war schließlich lange Zeit die Hauptstadt deutscher Startups und gilt als Kreativwerkstatt sowie exzellenter Wirtschaftsstandort.

Für Unternehmen aus der Kreativbranche wie dieses sowie junge Modelabels mag das auch tatsächlich stimmen. Denn die kreative Szene in Berlin ist nach wie vor einzigartig und es findet sich vor allem für gewagte Unternehmungen die geeignete Zielgruppe. Dort sind auch ungewöhnlichere Wege möglich, für die sich etwa das Label „The Dudes“ entschieden hat. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern entstanden begehrte Styles. Mit einem eigenen Restaurant, das den Geist des Labels nach außen trägt, wird erfolgreich das Marketing angeschoben.

Das Beispiel zeigt, dass hier bei der Standortwahl bereits an die unterschiedlichsten Anforderungen gedacht wurde. Dennoch ist Berlin nicht zwangsläufig das Nonplusultra, wenn es um die Standortsuche für Ihre eigene Gründung geht.

Tatsächlich musste die deutsche Hauptstadt mittlerweile ihre Spitzenposition abtreten – und das nicht ohne Grund: Immer mehr Gründer entscheiden sich für Nordrhein-Westfalen (NRW) als Standort, denn das Bundesland hat in den vergangenen Jahren gezielt die Gründerszene gefördert und inzwischen zeigen die Maßnahmen erste Erfolge. Erstmalig stellte NRW mit 19 Prozent an Startups mehr Gründungen als Berlin mit 15,8 Prozent. Somit kommen die meisten jungen Unternehmen aktuell aus Nordrhein-Westfalen und die Zahlen machen deutlich, dass es eben nicht immer Berlin sein muss.

Standortwahl bei Gründern

Schritt für Schritt zum optimalen Standort

Den einen richtigen Standort für ein Startup gibt es nicht. Stattdessen ist die Entscheidung deutlich komplexer und Sie müssen selbst herausfinden, wo Sie als Gründer Ihr Unternehmen am erfolgsversprechendsten aufziehen können. Das kommt auf verschiedene Faktoren an:

  • Branche
  • Geschäftsidee
  • Kontakte
  • Kostenunterschiede (beispielsweise für die Miete von Büroräumlichkeiten)
  • Infrastruktur

Wer viel international reisen muss, sollte in der Nähe eines Flughafens wohnen. Wer eine Dienstleistung speziell für München anbietet, ist natürlich in München am besten aufgehoben. Zumal kann es sinnvoll sein, bestehende Kontakte zu nutzen, anstatt in eine Großstadt voller Fremder zu ziehen. Diese Beispiele machen deutlich, wie komplex die Standortfrage für Gründer ist. Sie sollten daher in folgenden Schritten vorgehen:

1. Die Frage nach dem „Warum“ stellen

Wie Sie nun bereits wissen, stellen viele Gründer nicht einmal die Frage des Standortes. Sie gründen also selbstverständlich an ihrem aktuellen Wohnort oder ziehen dafür nach Berlin, weil sie die Stadt schon immer toll fanden.

Überhaupt eine bewusste Standortentscheidung zu treffen und sich Gedanken um das Thema zu machen, ist daher der erste wichtige Schritt in die richtige Richtung. Nehmen Sie sich die Zeit, einen Standort genau unter die Lupe zu nehmen und diesen mit dem Businessplan in Einklang zu bringen – denn der Standort beeinflusst auch die Geschäftsstrategie und umgekehrt.

2. Standortprofil erstellen

Die Geschäftsidee ist das Fundament des Unternehmens. Dementsprechend ist sie auch das Fundament der Standortanalyse. Anhand der Geschäftsidee können Sie wichtige Fragen stellen, wie:

  • Kommen die Kunden zu mir oder gehe ich zu ihnen?
  • Wo befinden sich meine Kunden und der Branchen-Kern?
  • Welche Lieferanten brauche ich?
  • Wer und vor allem wo ist meine Zielgruppe?

Sie können also wichtige Kriterien ausfindig machen, welche darüber entscheiden, ob ein Standort besser oder schlechter für die Umsetzung Ihrer Geschäftsidee geeignet ist. Erstellen Sie ein solches Profil Ihres Wunschstandortes. Dabei können Sie gewisse „Must-haves“ definieren – also Kriterien, welche der Standort unbedingt erfüllen muss – sowie zusätzliche Wünsche, auf welche Sie notfalls auch verzichten können.

3. Optionen suchen und auflisten

Anhand dieses Profils können nun verschiedene potenzielle Standorte gesucht werden. Dabei stehen Ihnen verschiedenen Möglichkeiten für die Recherche zur Verfügung:

  • Wo sitzt die Konkurrenz und warum?
  • Wo sind die Kosten niedrig?
  • Wo befinden sich meine Lieferanten?
  • Wo ist der Branchen-Kern angesiedelt?

Erstellen Sie eine Liste mit Orten, welche für Ihre Gründung in Frage kommen, und prüfen Sie diese anschließend darauf, ob sie die Kriterien des Standortprofils erfüllen. Wenn nicht, so müssen Sie weiter suchen oder das Profil noch einmal überarbeiten. In den meisten Fällen bleibt aber nicht nur eine Option übrig, sondern gleich mehrere.

4. Standortprognose vornehmen

Bleiben einer oder mehrere Standorte übrig, so nehmen Sie eine Standortprognose vor. Dass der potenzielle Standort momentan Ihre Bedingungen erfüllt, bedeutet nämlich keinesfalls, dass dies in Zukunft auch so wäre. Nachdem Sie den IST-Zustand überprüft haben, werfen Sie deshalb einen Blick auf den SOLL-Zustand:

  • Wie wird sich der potenzielle Standort voraussichtlich entwickeln?
  • Welche Vor- und Nachteile könnte diese Entwicklung für Ihre Gründung mit sich bringen?

 

5. Expertenrat einholen

Unerfahrene Gründer haben oft Schwierigkeiten damit, den richtigen Standort zu finden beziehungsweise eine Entscheidung zu treffen. Sie sind verunsichert, worauf sie achten müssen oder wie die Prognosen für die potenziellen Standorte aussehen.

Daher kann es sinnvoll sein, sich einen erfahrenen Experten als Berater für diese Entscheidung an die Seite zu holen. Das kann ein erfolgreicher Gründer sein, ein spezialisierter Steuerberater, die örtliche IHK oder wem auch immer Sie vertrauen. Eine zweite oder auch dritte und vierte Meinung ist bei solch wichtigen Fragen oft Gold wert. Dennoch müssen Sie als Gründer die endgültige Entscheidung alleine treffen.

 

Entscheidungskriterien bei der Standortanalyse

Nach diesen fünf Schritten haben Sie bestenfalls eine Liste mit mehreren Standorten, welche die Kriterien erfüllen und somit für Ihre Gründung die optimalen Rahmenbedingungen bieten – zumindest auf den ersten Blick. Bevor Sie sich nun entscheiden, sollten Sie dennoch eine detaillierte Standortanalyse vornehmen. Sie überprüfen also, ob die Optionen auch auf den zweiten Blick noch die richtige Wahl wären. Dabei berücksichtigen Sie viele verschiedene Faktoren und nehmen diese genauer unter die Lupe.

1. Infrastruktur

Wenn es um die Wahl des richtigen Standortes geht, spielt die Infrastruktur eine tragende Rolle. Je besser das Unternehmen angebunden und damit für Mitarbeiter, Lieferanten sowie Kunden erreichbar ist, umso schneller kann es in der Regel wachsen. Großstädte wie Berlin, Hamburg oder München sind daher oftmals eine gute Wahl, jedoch hängt das – wie bereits erwähnt – auch noch von weiteren Faktoren ab.

Wer beispielsweise als freiberuflicher Webdesigner im Homeoffice tätig ist, für den ist die Infrastruktur außer einem guten Internetanschluss meist weniger wichtig als für das neue Label mit eigener Verkaufsfläche mitten in der Berliner Fußgängerzone.

Sie sollten sich daher erst einmal Gedanken darüber machen, welche Infrastruktur Sie eigentlich brauchen (Flughafen, Parkplätze, Büroräumlichkeiten, öffentliche Verkehrsmittel, o. ä.) und anschließend, wo diese Infrastruktur geboten ist.

2. Mitarbeiter

Ein weiteres wichtiges Stichwort ist bereits gefallen – der Mitarbeiter. Wenn Sie ein Unternehmen gründen möchten, das Wachstumspotenzial hat und eines Tages zu einem etablierten KMU oder Großunternehmen werden soll, benötigen Sie die richtigen Mitarbeiter. Aufgrund des Fachkräftemangels, kann es in einigen Branchen sowie an vielen Standorten mittlerweile aber schwierig werden, entsprechend qualifiziertes Personal zu finden.

Startups bieten nämlich oftmals weniger attraktive Arbeitskonditionen als etablierte Unternehmen und viele Fachkräfte sind zudem nicht bereit, für einen Job irgendwo aufs Land zu ziehen.

Ein wichtiges Kriterium bei der Standortanalyse ist daher die Frage: Wo befinden sich Ihre potenziellen zukünftigen Mitarbeiter? Je kürzer deren Arbeitswege später sind beziehungsweise je attraktiver Ihr Standort für sie als Arbeitsplatz und Lebensmittelpunkt ist, desto höher stehen Ihre Erfolgschancen beim zukünftigen Recruiting.

3. Wettbewerb

Die Konkurrenten können Fluch und Segen zugleich sein. Befindet sich einer der größten Mitbewerber in unmittelbarer Nähe, macht Ihnen das einerseits die Kunden streitig. Andererseits werden Sie sichtbarer, erlangen mehr Bekanntheit und befinden sich in unmittelbarer Kundennähe, was Sie wiederum für Ihr Marketing nutzen können.

Es ist also nicht per se zu vermeiden, denselben Standort wie die Konkurrenz zu wählen – schließlich hat diese ihn vermutlich nicht ohne Grund gewählt. Dennoch sollten Sie eine umfassende Wettbewerbsanalyse vornehmen und die jeweiligen Vor- sowie Nachteile gegeneinander abwägen.

4. Nachfrage

Damit Sie ein erfolgreiches Unternehmen gründen können, brauchen Sie nicht nur eine gute Geschäftsidee, sondern an Ihrem Standort muss auch eine entsprechende Nachfrage herrschen. Aus diesem Grund hängt dieser Punkt der Standortanalyse untrennbar mit jenem des Wettbewerbs zusammen.

Wo Ihre größten Konkurrenten angesiedelt sind, liegt die Vermutung nahe, dass hier ein entsprechender Markt existiert. Gleichzeitig könnte dieser aber bereits durch die Wettbewerber gesättigt sein. Auch hierbei handelt es sich also um ein zweischneidiges Schwert.

Es kann durchaus sinnvoll sein, sich bewusst nach einem anderen Markt umzusehen, welcher ebenfalls eine hohe Nachfrage bietet, wo aber noch keine Konkurrenten in der unmittelbaren Nähe zu finden sind. Ansonsten müssen Sie das Risiko abwägen, denn eine mangelnde Nachfrage ist der Hauptgrund für das Scheitern vieler deutscher Startups.

5. Finanzen

Natürlich spielen bei der Standortwahl auch die Finanzen eine Rolle. So sind die Mieten für Büroräume, Lagerhallen & Co beispielsweise in München oder Hamburg deutlich höher als irgendwo auf dem Brandenburgischen Land. Bei einer Gründung haben Sie in der Regel begrenzte finanzielle Mittel und dementsprechend müssen Sie auch bei der Wahl Ihres Standortes wirtschaftlich denken.

Dennoch kann ein ungünstiger Standort Folgekosten mit sich bringen – etwa zusätzliche Kosten für die weite Anreise zu Kunden, Lieferanten oder dem nächstgelegenen Flughafen. So kann es also sein, dass Berlin oder Hamburg alles in allem eben doch die kostengünstigere Wahl gewesen wäre als die ländliche Gegend in Brandenburg – um bei dem Beispiel zu bleiben.

Werfen Sie daher einen Blick auf die anfallenden Kosten für den potenziellen Standort:

  • Welche Mietausgaben kämen auf Sie zu?
  • Wie ist das örtliche Lohnniveau?
  • Welche Transportkosten würden anfallen?

Diese und viele weitere Fragen helfen Ihnen bei der Kalkulation. Unterm Strich ist der günstigste Standort nicht immer der Beste, aber ihre Wahl muss natürlich zumindest im Budget liegen. Sprengt der potenzielle Standort Ihre finanziellen Mittel, streichen Sie ihn hingegen von der Liste und suchen Sie nach Alternativen oder prüfen Sie, inwiefern Sie die Kosten noch drücken könnten.

6. Image

Wo die Firma angesiedelt ist, wird schlussendlich auch über ihr Image entscheiden. Wer sich also unter die bereits erwähnten „hippen und kreativen“ Startups im angesagten Berliner Stadtteil begibt, sollte anschließend nicht konservativ auftreten. Tatsächlich haben auch Standorte eine gewisse Ausstrahlung und somit sollten Sie das Image bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen.

Ob Ihre Kunden beim Besuch in Ihrem Büro einen Ausblick auf ein namhaftes Großunternehmen in der Nachbarschaft, auf die bunte Berliner Modeszene in einem belebten Viertel oder über einen malerischen Strand haben, werden sie unmittelbar mit Ihrem Unternehmen assoziieren. Ebenso, ob das Gebäude teuer oder heruntergekommen aussieht, welche Nachbarn Sie haben oder ob die U-Bahn direkt vor Ihrer Eingangstüre hält.

All diese Faktoren werfen ein bestimmtes Licht auf Ihr Unternehmen, welches Ihnen bei der Standortwahl bewusst sein sollte – sowohl im großen Rahmen, sprich bei der Wahl von Land und Stadt, als auch im kleineren bei der Anmietung eines Büros oder anderer Räumlichkeiten.

7. Sichtbarkeit

Vor allem im Einzelhandel oder bei anderen Unternehmen, in welche die Kunden bestenfalls „spontan“ hineinspazieren, ist Sichtbarkeit das A und O. Wer einen Standort in einer ruhigen Nebenstraße wählt, braucht ein sehr gutes Marketing, um diesen Nachteil auszugleichen. Demgegenüber kann das junge Label im Nu bekannt werden, wenn es sich einen Platz mitten auf der Haupteinkaufsstraße einer Großstadt sichert. Das macht allerdings auch deutlich, dass Sichtbarkeit eine finanzielle Frage sein kann.

8. Ausstattung

Sichtbarkeit ist also wichtig, jedoch nicht das einzige Kriterium für die Anmietung von Flächen. Sie müssen stattdessen auch die notwendige Ausstattung sowie Größe mit sich bringen, damit Ihr Unternehmen funktionieren und wachsen kann. Sind die Räumlichkeiten beispielsweise zu klein, dafür aber günstig, wird es schneller zu Konflikten zwischen den Mitarbeitern und somit kostspieligen Fehlern oder einer erhöhte Mitarbeiterfluktuation kommen – sprich Sie müssen anschließend wieder mehr Geld in die Mitarbeitergewinnung und -bindung investieren.

Sie dürfen daher nicht ausschließlich den finanziellen Aspekt berücksichtigen, sondern auch Ihre langfristigen Pläne und Ziele. Wer expandieren möchte, sollte von Beginn an ausreichend Platz zur Verfügung haben, um nicht in der kritischen Anfangsphase eines Startups umziehen zu müssen.

9. Netzwerk

Zuletzt kommen doch noch die persönlichen Faktoren ins Spiel. Wenn Sie aus persönlichen Gründen in Ihrer Heimat bleiben möchten, ist das zwar kein durchschlagendes Argument – dennoch sprechen vielleicht andere Vorteile für diese Standortwahl: Sie haben hier bereits ein Netzwerk, das Ihnen den Start erleichtern kann. Eventuell kennen Sie den heimischen Markt besser als jenen in einer anderen Stadt und sind sich sicher, dass hier eine ausreichende Nachfrage herrscht. Vielleicht zieht es Sie ja aber auch nach Berlin, weil Sie ein kreativer Kopf sind und Sie davon ausgehen, dass Sie sich in der bunten Kreativszene der Hauptstadt schneller etablieren können.

Wenn Sie also persönliche Präferenzen haben, können diese durchaus zum Wettbewerbsvorteil werden. Blenden Sie diese daher nicht vollständig aus, sondern prüfen Sie, ob sich diese umsetzen lassen und welche Vor- oder Nachteile sie mit sich bringen würden. Persönliche Faktoren sollten zwar nicht Ihr Entscheidungskriterium Nummer eins sein, sie dürfen aber durchaus mit in die Standortwahl einfließen.

Wichtige Standortfaktoren

Fazit

Als Gründer dürfen Sie keinesfalls den gängigen Fehler machen, die Bedeutung des richtigen Standortes für Ihr Unternehmen zu unterschätzen. Das bedeutet allerdings nicht, dass es nur den einen optimalen Standort gibt. Stattdessen können Sie im Rahmen einer Standortanalyse oft mehrere Möglichkeiten ausmachen, welche für Ihre Gründung in Frage kommen. Wichtig ist, dass Sie diese genauestens unter die Lupe nehmen, bevor Sie eine Entscheidung treffen – und dabei vor allem aus wirtschaftlicher Perspektive wählen, anstatt aus emotionaler.

Sinnvoll kann es zudem sein, einen Testlauf an dem betreffenden Standort zu starten, sich aber dennoch alle Optionen offen zu halten. Versuchen Sie also gerade in der Anfangszeit, bindende Verträge zu meiden. So können Sie noch rechtzeitig reagieren und umziehen, wenn sich der Standort doch als falsche Wahl herausstellt.

Immer mehr Gründer entscheiden sich zudem für ein ortsflexibles Reisegewerbe. Doch Vorsicht: Das löst zwar Ihre Standortproblematik, bringt dafür aber andere Herausforderungen mit sich.

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