Die Büroeinrichtung: Mit Ergonomie und Bewegung zum gesunden Arbeitsplatz

aktualisiert am 16. November 2020 10 Minuten zu lesen
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Für Selbständige und Gründer bildet ein professioneller Arbeitsplatz die tägliche Grundlage für produktives Arbeiten. Auch für Angestellte gewinnt der Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden mit der stärkeren Verbreitung des Home-Office an Bedeutung. Die Erstausstattung eines Büroarbeitsplatzes wirft jedoch Fragen auf. Neben geeigneten Räumlichkeiten und den benötigten Arbeitsutensilien rücken auch Themen wie Ergonomie und Bewegungsfreiheit zunehmend in den Fokus.

 

Ein gesunder Arbeitsalltag benötigt ein Umfeld, das verschiedene gesundheitsrelevante Aspekte berücksichtig. Zentrale Themen sind Ergonomie für langfristige Rückengesundheit, günstige Lichtverhältnisse, ein gesundes Raumklima und Bewegung als Ausgleich zu einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit. Das Bundesministerium für Gesundheit hat dem Thema die Initiative „Unternehmen unternehmen Gesundheit“ gewidmet und damit den Fokus von Betrieben im Hinblick auf die physische und psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter verstärkt. Auch Selbständige und Gründer sollten einem gesunden Arbeitsumfeld die nötige Aufmerksamkeit widmen. Mit diesen Einrichtungstipps machen Sie Ihr Büro von Anfang an zur gesunden Kreativzone.

 

Welche Räumlichkeiten eignen sich als Büro?

Ein Tisch für den Laptop, ein Stuhl und eine Tür, die sich schließen lässt – das scheint auf den ersten Blick alles zu sein, was für eine Bürotätigkeit erforderlich ist. Wer regelmäßig über einen längeren Zeitraum im eigenen Büro tätig ist, sollte allerdings höhere Ansprüche an seinen Arbeitsplatz stellen.

Nicht jeder Raum eignet sich als Büro. Ein ergonomischer Arbeitsplatz, der ausreichend Platz für eine produktive Ausstattung und genügend Bewegungsfreiheit bietet, sollte mindestens 10 Quadratmeter messen. Dieser Richtwert gilt nicht nur in separaten Büroräumen. Auch in Großraumbüros empfehlen Experten eine Fläche von mindestens 10 Quadratmetern pro Arbeitsplatz. Steht jedem Mitarbeiter weniger Platz zur Verfügung, können die beengten Verhältnisse sich im Arbeitsalltag negativ auf die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit auswirken.

Neben dem Platzangebot sollte auch mindestens ein großes Fenster vorhanden sein, das ausreichend Tageslicht spendet und die Möglichkeit bietet, das Büro jederzeit gut zu lüften. Die Tageslichtquelle sollte so positioniert sein, dass der gesamte Raum tagsüber mit natürlichem Licht gut ausgeleuchtet werden kann.

 

Äußere Einflüsse bestimmen die Qualität des Arbeitsplatzes

Nicht nur die Beschaffenheit der Büroräume an sich hat Einfluss auf das Arbeitsumfeld auch äußere Einflüsse können sich gravierend auf die tägliche Arbeitsatmosphäre auswirken. Hier kommt es vor allem auf störende Lärmquellen an. Liegt der Arbeitsplatz beispielsweise direkt an einer dicht befahrenen Straße, kann der Geräuschpegel vor allem bei geöffnetem Fenster störend werden. Auch Baustellenlärm oder die unmittelbare Nähe zu einem Spielplatz, einer Schule oder einer Kindertageseinrichtung kann sich negativ auf die Konzentrationsfähigkeit auswirken.

Starke Gerüche aus dem äußeren Umfeld gehören ebenfalls zu den klassischen Störfaktoren im Arbeitsalltag. Extremer Abgasgeruch oder die Nähe zu einer Fabrikanlage oder einer anderen Betriebsstätte mit starker Geruchsentwicklung kann bereits kurzfristig die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit einschränken und sich langfristig auch negativ auf die Gesundheit auswirken.

Die äußeren Einflüsse sollten bei der Wahl der passenden Büroräumlichkeiten nach Möglichkeit berücksichtigt werden.

 

Der Schreibtisch als Herzstück des Arbeitsplatzes

Der zentrale Einrichtungsgegenstand eines Büroarbeitsplatzes ist der Schreibtisch. Er ist für die meisten Tätigkeiten das Zentrum des Arbeitsalltages und sollte deshalb als Ausgangspunkt für die weitere Büroeinrichtung ausgewählt werden.

Mit diesen Eckpunkten wird der Schreibtisch zum gesunden Zentrum des Arbeitsplatzes:

  • Ausreichend Platz auf Arbeitsfläche (mind. 160 x 80 cm)
  • Stufenloses Einstellen der Höhe der Arbeitsplatte
  • Ausreichender Stellplatz für Monitore (ggf. Erhöhung zur Positionierung notwendig)
  • Ausrichtung der Oberkante des Bildschirms auf Augenhöhe des Betrachters
  • Mehr Arbeitsfläche und Minimierung des Sicherheitsrisikos durch Verlegung störender Kabel mittels Kabelschächten unter den Schreibtisch
  • Zusätzliche Sicherheit durch abgerundete Kanten der Arbeitsplatte
  • Augenschonung durch reflexionsarme Beschichtung der Arbeitsplatte

Für ergonomisches Arbeit und langfristige Rückengesundheit bietet ein höhenverstellbarer Schreibtisch, wie man ihn beispielsweise hier bestellen kann den größten Komfort. In der modernen Büroausstattung geht der Trend zunehmend zu Steh-Sitz-Tischen, die sich nicht nur optimal an die individuelle Sitzposition anpassen lassen, sondern auch ein regelmäßiges Arbeiten im Stehen ermöglichen.

Höhenverstellbare Schreibtische
Quelle: © bueromoebel-experte.de

 

Ein höhenverstellbarer Schreibtisch kann Folgeschäden durch die Dauerbelastung Sitzen und eine falsche Sitzhaltung vorbeugen und ein ergonomisches und bewegungsintensives Arbeitsumfeld schaffen. Außerdem fördert ein regelmäßiger Wechsel von einer sitzenden in eine stehende Arbeitsposition medizinischen Studien zufolge das Konzentrations- und Leistungsvermögen und kann Energietiefs vorbeugen. Ein höhenverstellbares Modell mit elektronischer Steuerung erleichtert den Positionswechsel und macht es leichter, in periodischen Abständen vom Sitzen zum Stehen zu wechseln.

Ein Schreibtisch in L- oder U-Form bietet zusätzliche Ablagefläche und macht es möglich, verschiedene Arbeitsbereiche einzuteilen oder sogar räumlich abzugrenzen.

 

Der Bürostuhl für einen gesunden Rücken

Die ideale Ergänzung zum ergonomischen Schreibtisch ist ein ergonomischer Bürostuhl. So sollte der gesundheitsfördernde Sitzplatz ausgestattet sein:

  •  Lordosenstütze: höhenverstellbare Unterstützung im Bereich der Lendenwirbel
  • Mindestens eine Wippmechanik/Synchronmechanik mit Gewichtseinstellung
  • Stufenlose Anpassung der Sitzhöhe an die Statur
  • Verstellbare Armlehnen (stufenlos oder mit mehreren Stufen)
  • Polsterung der Sitzfläche des Bürostuhls, möglichst ohne Einsinken nach langem Sitzen
  • Komfort für Gesäß und Oberschenkel durch Sitztiefe von mindestens 38-44 cm
  • Standfestigkeit durch fest verschraubte Rollen (harte Rollen auf Teppich, ansonsten weiche Rollen)

Das GS-Zeichen als Prüfsiegel nach Vorgaben § 21 des Produktsicherheitsgesetzes garantiert ein zertifiziertes Produkt nach höchsten ergonomischen Standards.

Unter der Arbeitsplatte sollte ausreichend Bewegungsfreiheit bleiben, um die Beine am Arbeitsplatz jederzeit ausstrecken zu können. Außerdem sollte der Schreibtisch so positioniert werden, dass der Bürostuhl jederzeit zurückgerollt werden kann, ohne gegen ein Hindernis zu stoßen.

 

Fenster, Bildschirm und künstliche Lichtquellen

Die Beleuchtung spielt eine große Rolle, wenn es um ergonomisches Arbeiten und Konzentrationsfähigkeit geht. Viel Tageslicht wirkt sich positiv auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit aus. Die beste Position des Schreibtisches ist rechts oder links neben dem Fenster. So kann das hereinfallende Tageslicht die Arbeitsfläche ausleuchten, ohne unerwünschte Reflexionen auf dem Bildschirm zu verursachen.

Auch künstliche Lichtquellen unterstützen am besten, wenn das Licht seitlich einfällt und nicht direkt auf den Monitor trifft. Eine reflexionsarme Beschichtung der Arbeitsplatte erhöht den Komfort sowohl bei Tageslicht als auch bei künstlichem Licht. Glastischplatten sehen edel aus, können aber unangenehm reflektieren und damit die Konzentrationsfähigkeit nachhaltig stören.

Sowohl der Bildschirm als auch künstliche Lichtquellen dürfen nicht, flimmern, flackern oder blenden. Die Einstellungen von Kontrast und Helligkeit sind auf die Bedürfnisse des Nutzers abzustimmen. Für künstliche Lichtquellen gibt es eine große Auswahl an Leuchtmitteln, die zusätzlich mit einer Dimmfunktion ausgestattet werden können. So lässt sich die Beleuchtung auf die Tageszeit und die allgemeinen Lichtverhältnisse abstimmen. Direkt hinter dem Bildschirm sollte sich keine natürliche Lichtquelle befinden. Ein zuverlässiger Sonnenschutz gehört an jedes Fenster im Arbeitsbereich.

 

Der ideale Stauraum

Stauraum gehört in jedes Büro. Materialien, die ständig benötigt werden, sollten in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz untergebracht werden, entweder in Staufächern am Tisch, oder in nahegelegenen Schänken.

Um eine ruhige Arbeitsatmosphäre zu schaffen, sollte zusätzlicher Stauraum optisch geschlossen sein. Offene Regale für Aktenordner oder Bücher schaffen ein unruhiges Gesamtbild und können leicht ablenken. Mehr Ordnung in größeren Schränken und Fächern schaffen Einsätze und Unterteilungen, durch die sich der Stauraum an ein individuelles Ablagesystem anpassen lässt.

Zusätzlich zu ergonomischen Aspekten können Grünpflanzen und eine harmonische Farbgestaltung ein angenehmes und produktives Arbeitsumfeld schaffen.

 

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