Gründung als Alternative zur klassischen Karriere – Christian Manthey im firma.de-Interview

aktualisiert am 24. Januar 2018 6 Minuten zu lesen
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Christian Manthey hat es geschafft, er lebt erfolgreich den Traum von der Selbstständigkeit. Jetzt begleitet er mit firma.de andere Gründer bei der Verwirklichung ihrer Träume und ist überzeugt noch viel zu wenige ergreifen ihre Chance und machen sich selbstständig. Das soll sich ändern. Ein Aufruf zum Mutigsein:

Was muss Deutschland tun, um mehr Gründungen zu fördern?

Christian Manthey: Eine eigene Firma zu gründen, sollte neben dem klassischen Ausbildungsweg eine klare Option sein. Man sollte sich schon frühzeitig damit beschäftigen. Leider wird in unserem Bildungssystem nicht früh genug auf die Potentiale der Selbstständigkeit hingewiesen, so dass der Weg in die Selbständigkeit vielen nicht aufgezeigt wird und damit verschlossen bleibt. In Deutschland sollte der Gründergeist schon in der Schule geweckt werden. Das Thema Wirtschaft im Allgemeinen wird angesprochen, aber Firmengründung im Speziellen ist im Schulsystem nur schwach bis gar nicht verankert.

Hat jeder das Zeug zum Unternehmer?

Christian Manthey: Jeder, der für eine Idee brennt, hat das Potential Unternehmer zu werden. Man muss die Initiative ergreifen, den Mut haben, die Zukunft selbst mitzugestalten und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.
Noch nie waren die Rahmenbedingungen so günstig wie heute für den Start in die Selbstständigkeit. Man muss kein Alleskönner mehr sein, denn einen Großteil der Unternehmensorganisation kann man outsourcen. Genau darauf hat sich firma.de spezialisiert. Wir bieten Kerndienstleistung wie Firmengründung, Bankkonto, Buchhaltung, Lohnabrechnung und Steuerberatung aus einer Hand an – ein One-Stop-Shop für Gründer. Das reduziert die Gründungskomplexität, der Gründer kann sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren und sein Produkt viel schneller auf den Markt bringen.

Was unterscheidet den Alltag eines Gründers von einem normalen Arbeitstag?

Christian Manthey: Kaum ein anderes Berufsfeld bietet so viele Möglichkeiten wie die Selbstständigkeit. Jeder Tag ist abwechslungsreich, denn als Gründer hat man viele unterschiedliche Aufgaben. Man kann den Arbeitsalltag selbst gestalten und im Idealfall verändert ein Gründer ganze Märkte mit seiner Arbeit.

Kann es wirklich jeder schaffen?

Christian Manthey: Wenn sie mit Herzblut dabei sind, bereit sind ein gewisses Risiko einzugehen und hart an ihrer Selbstständigkeit arbeiten, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie die Früchte des Erfolgs ernten können.
Gründen ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wer gründen will, braucht einen langen Atem, den unbedingten Willen, sich weiter zu entwickeln und eine extra Portion Fleiß. Man muss sich stetig mit relevanten Themen auseinandersetzen und sich weiterbilden.

Wann ist das beste Alter für eine Gründung?

Christian Manthey:  Grundsätzlich gibt es Gründer aus allen Altersschichten. Aber gerade in jungen Jahren, zwischen 25 und 35 Jahren, kann man Abenteuer wagen. Viele Menschen nehmen ein Auslandssemester oder gehen für ein Jahr aus anderen Gründen ins Ausland. Warum nicht stattdessen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen und sein Leben frei gestalten? Man kann Selbstständigkeit auch als Abenteuer sehen und, wenn es doch nicht klappt, kann man immer noch den klassischen Bildungsweg gehen. Immerhin arbeiten wir ja bis 65, da haben wir genug Zeit dafür.

Eine Firmengründung ist mit Unsicherheit verbunden. Warum sollte man trotzdem den Schritt in die Selbstständigkeit machen?

Christian Manthey: Natürlich hat Gründung mit Unsicherheit zu tun, aber sichere Jobs gibt es auch nicht mehr, wie wir wissen. Sogar eine Stelle als Führungskraft, Geschäftsführer oder Vorstand ist heute nicht mehr sicher. Warum also nicht seine Energie in die Verwirklichung des Traums von der Selbständigkeit stecken. Wenn es nicht klappen sollte, kann man sich immer noch am klassischen Karriereweg orientieren. Laut KfW-Studie ist auch bei Berufstätigen die Chance einer Einkommensverbesserung, im Vergleich zu vor der Gründung, 2,5 Mal größer als das Risiko einer Verschlechterung.

Was ist mit Menschen, die aufgrund einer strukturschwachen Region oder einem niedrigen Bildungstand benachteiligt sind?

Christian Manthey: Natürlich gibt es immer Menschen, die es etwas schwerer haben als andere, sei es weil es anderen leichter fällt zu lernen oder weil sie aus Familienverhältnissen kommen, die eine Selbstständigkeit nicht unterstützen. Jedoch hat jeder die Möglichkeit, sein Umfeld zu gestalten. Wenn man für sich beschlossen hat, Karriere als Selbstständiger zu machen, um am „Wirtschaftswunder Deutschland“ teilzunehmen, dann kann man das eigene Umfeld anpassen, z.B. über Interessensgruppen, Netzwerke, Foren und Verbände, wie die Jungen Unternehmer, oder auch einfach mit einem Ortswechsel. Wenn man Ziele hat, sollte man sich mit Menschen zusammen tun, die ähnliche Ziele haben oder idealerweise das Ziel schon erreicht haben.

Welche Eigenschaften muss ein Gründer mitbringen?

Christian Manthey:
A) Fleiß
B) Den Willen, sich selbständig weiterzuentwickeln. Die Bereitschaft, sich stetig in neue Themen einzuarbeiten.
C) Durchhaltevermögen
D) Mut

Wichtig ist eine Idee, an die man glaubt und für die man brennt. Diese Idee sollte man weiterentwickeln.

Haben Sie noch einen handfesten Tipp für alle Gründer?

Christian Manthey: Möglichst früh potentielle Kunden in die Produktentwicklung einbeziehen und Befragungen in der Zielgruppe machen.

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