Shop Usability Award 2020: Die Online-Shops des Jahres

aktualisiert am 20. Oktober 2020 10 Minuten zu lesen
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Im Oktober ist es wieder soweit: Die Shop Usability Awards 2020 werden verliehen. Erfahrt hier alles zu den Auswahlkriterien und was ein Shop alles mitbringen muss, um nominiert zu werden.

Der Shop Usability Award ist eine der renommiertesten Auszeichnungen der Onlinehandels-Branche im deutschsprachigen Raum und würdigt die nutzerfreundlichsten Onlineshops in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bereits seit 2008 bewertet eine Jury aus den bekanntesten E-Commerce-Experten und Vertretern der wichtigsten Shopsysteme zahlreiche Online-Shops.

Der Award wird in verschiedenen Kategorien wie “Mode”, “Essen & Trinken”, “Wellness, Beauty & Gesundheit”, “B2B Shop” und vielen weiteren vergeben. Zudem wird in jedem Jahr auch die “Agentur des Jahres” gewählt. 2019 wurde die in München ansässige Full-Service-E-Commerce-Agentur norisk Group mit diesem Titel ausgezeichnet.

Wer auf die diesjährigen Gewinner gespannt ist, muss sich noch bis zur Siegerehrung am 23. Oktober 2020 gedulden. Dann findet zum 12. Mal die Gala des Shop Usability Award in Gmund am Tegernsee statt. Hierzu wird es auf der SUA-Seite einen Livestream geben. Für eine engere Vorauswahl der Teilnehmer sorgt bei dem Shop Usability Award die Community. Diese wählen die besten 5 Shops je Kategorie aus. Anschließend sind die 23 Juroren am Werk.

 

Kriterien des Shop Usability Awards

Ein sehr wichtiges Kriterium ist das Design des Online-Shops. Dabei werden sowohl Details als auch Effekte im Design und deren Zusammenspiel und der Gesamteindruck berüchtigt.

Da Nutzer auf unterschiedlichste Art und Weise durch den Shop navigieren, spielt es neben dem Design eine sehr große Rolle, dass zum einen die Produkte gut auffindbar sind und zum anderen, dass die Navigation verständlich aufgebaut ist. Außerdem ist es von Bedeutung, dass der Webseitenbesucher allgemein die Funktionen des Shops schnell und einfach durchschauen kann. Gerade bei größeren Online-Shops ist zudem die Zusammenstellung des Sortiments essentiell. Ist diese stimmig und nachvollziehbar? Findet der Nutzer alles für ihn Relevante?

Besonders bedeutsam ist natürlich auch das Zusammenspiel mit der konkreten Zielgruppe. Wird diese korrekt angesprochen und findet sich diese auch im Shop wieder? Strahlt der Shop dementsprechend auch Authentizität aus?

Für viele dieser Fragestellungen bedarf es einer gewissen Erfahrung im E-Commerce. Es gibt aber auch einige hilfreiche Tools auf dem Markt. Vor kurzem haben wir bereits eines davon vorgestellt. Und zwar die Google Search Console und ihre neuesten Updates. Ruft man in diesem Tool eine URL auf, so zeigt Google hier schon einige Probleme von selbst auf. Die meisten Bereiche der Usability Optimierung sind jedoch von qualitativer Natur. Sie lassen sich schwer automatisiert durch Tools aufdecken. Als Alternative dazu können hier Testgruppen gezielt genutzt werden, um Opportunitäten aufzudecken. Dabei bittet man unbeteiligte Personen im eigenen Online-Shop ein bestimmtes Produkt zu kaufen, zu retournieren oder zu vergleichen.

 

Best Practices der Online-Shop Usability

An dieser Stelle möchten wir kurz auf einige Best Practices in der Usability eingehen, die Preisträger des Awards gemeistert haben.

Bestmögliche Orientierung bieten

Seiten wie die Versandkosten-Seite erhalten oft zu wenig Aufmerksamkeit. Doch fast jeder Kunde ruft diese Seite auf. Die Höhe, vielleicht aber auch der Geltungszeitraum der angegebenen Versandkosten ist mitunter ausschlaggebend für eine Kaufentscheidung. Diese sowie andere wichtige Seiten mit Informationen zu beispielsweise den Versandbedingungen, den Öffnungszeiten oder ähnlichem sollten aus diesem Grund ebenso gut erreichbar sein.

Stimulanz gezielt einsetzen

Im E-Commerce Bereich ist die Bestellquote von Smartphone-Nutzern in der Regel größer als die der Desktop-Bestellungen. Auf einem Monitor zu navigieren ist jedoch etwas grundlegend Verschiedenes. Die Antwort auf die Frage nach Abständen und Größe eines Buttons ergibt sich daher zumeist immer aus einem Kompromiss von verschiedenen Stakeholder-Wünschen. So möchte man möglichst viele Elemente unterbringen und gleichzeitig schlank und modern erscheinen. Nichtsdestotrotz sollte darauf geachtet werden, dass die Button-Abstände sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem Desktop so groß sind, dass man nicht aus Versehen daneben tippt. Gleiches gilt für die Größe. Niemand sollte sich darauf konzentrieren müssen, den Button korrekt zu treffen.

Vertrauen schaffen

Durch die zunehmenden Veränderungen im europäischen Recht versenden immer mehr E-Commerce-Unternehmen auch ins Ausland. Dadurch ergibt sich eine gute Chance, das Vertrauen beim Kunden zu stärken. So sollte der Kunde immer die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, in welcher Sprache er den Shop nutzen möchte. Von daher sollte man große Pop-ups vermeiden, die seitenweit ein Navigieren unterbinden. Es reicht, dem Nutzer im Header die Möglichkeit zur Umstellung zu geben. Der Webseitenbesucher sollte nicht forciert werden, die Sprache umzustellen.

Sicherheitsgefühl erzeugen

Jeder hat sicherlich schon einmal Online-Shops entdeckt, die Markenartikel zu einem niedrigeren Preis anbieten und die Ware nach Bezahlung per Vorkasse nie versenden. Teilweise schalten diese Fake-Shops sogar Google Ads. Ein Kriterium, an dem man diese Shops erkennt, ist die ausschließliche Zahlart per Kreditkarte.

Auch um sich von solchen unseriösen Anbietern abzugrenzen, sollte dem Kunden eine Auswahl an Zahlungsoptionen angeboten werden. Davon abgesehen kann der Kunde die Bezahlvariante wählen, die ihm am meisten zusagt.

Es empfiehlt sich, hierbei genau zu analysieren, welche Zahlungsanbieter im jeweiligen E-Commerce Bereich sowie dem anvisierten Land als Standard gelten. Seit der Verbreitung von Online-Shops auf Shopify zeigt sich, dass selbst sehr kleine Online-Shops viele verschiedene Zahlungsanbieter präsentieren können. Dementsprechend sollte man sich hier keineswegs auf ein oder zwei Möglichkeiten beschränken.

Online Shopping komfortabel gestalten

Dem Nutzer soll ein möglichst einfacher und nutzerzentrierter Einkauf ermöglicht werden. Hier gibt es viele gängige Praktiken. Beispielsweise sollte man eine Gastbestellung per One-Click-Check-out tätigen können, ohne dass es einer langwierigen Registrierung bedarf. Aber auch sogenannte „Sticky Sessions“, also ein Warenkorb, der sich bis zum nächsten Login die eingefügten Produkte oder auch die eingegebene Adresse merkt, sorgen für einen äußerst komfortablen Einkauf.

Suche einbauen

Viele Studien zeigen regelmäßig auf, wie relevant die Suche für die Conversion ist. Nutzer, welche die Suche verwenden, sind bereits weiter in ihrer Customer Journey. Sie kennen bereits das Angebot ihrer Begierde und sind näher am Kaufabschluss als andere Nutzer. Gerade aus diesem Grund sollte man die Suche präsent einbinden. In immer mehr Online-Shops wird die Suche direkt als flexibles Element und nicht mehr als statischen Button angeboten. Weitere Tipps zur Conversion-Rate-Steigerung finden Sie in unserem Ratgeber.

Nutzerdaten erfassen

Die meisten Fragen zur Conversion-Optimierung können nur mit ausreichenden Daten beantwortet werden, beispielsweise durch Best Practices, denn diese berufen sich in der Regel auf ausgewertete Daten und Studien. Um solche Erhebungen selbständig mit eigenen Daten zu erstellen, lohnt sich die Investition in geeignete Tools. Google Analytics bietet die Grundlage für eine Vielzahl an Auswertungen. Die Kombination mit weiteren Tools wie dem Google Tag Manager ermöglicht es, das Tracking  auszuweiten, um individuelle Fragestellungen abzudecken. So kann man zum Beispiel analysieren, welche Filter in einem Shop am häufigsten genutzt werden oder ob ein Feature wie die Wunschliste vom Nutzer angenommen wird. Für eine weitere Performance-Optimierung durch Verarbeitung von Nutzerdaten kann man sich zudem auf Konferenzen wie der Data Driven Business weiterbilden.

 

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