Stichtag 01.02.2014 – SEPA kommt

aktualisiert am 26. Januar 2018 5 Minuten zu lesen
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SEPA = Single Euro Payments Area (Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum). Daran nehmen alle Staaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR), die Schweiz und Monaco teil. Das Ziel ist die Vereinheitlichung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs in Europa.

Hierzu werden die derzeitigen Kontonummern und Bankleitzahlen durch die IBAN (International Bank Account Number) und den BIC (Bank Identifier Code) ersetzt. Die Währung ist ausschließlich der Euro. Stichtag zur Umsetzung ist der 01.02.2014.

 

Welche Vorteile bietet SEPA?

  • In allen angeschlossenen Ländern so bequem und sicher bezahlen, wie von der deutschen Lastschrift her bekannt
  • Keine Unterscheidung mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen
  • Die Überweisung wird innerhalb eines Tages durchgeführt
  • Der Zahlungsverkehr wird kostengünstiger
  • Separate EU-Konten können werden nicht mehr benötigt
  • Höhere Sicherheitsstandards gehen mit der Umstellung einher

 

Welche Besonderheiten gibt es / wird es geben?

Für Konsumenten:

  • Aus der Einzugsermächtigung wird die SEPA-Basis-Lastschrift
  • Rückgabe der Lastschrift bis zu 8 Wochen nach erfolgtem Einzug
  • Rückgabe der Lastschrift bis zu 13 Monate, wenn kein erteiltes SEPA-Lastschriftmandat vorlag oder dieses zum Zeitpunkt des Einzuges bereits gekündigt war

 

Für Unternehmer:

  • Gibt es künftig die SEPA-Firmen-Lastschrift
  • Nur bei Firmenkunden einsetzbar, nicht bei Privatpersonen
  • Keine Widerrufsmöglichkeit

Weitere Besonderheiten

  • Pre-Notification (Vorabankündigung) durch den Zahlungsempfänger, in welcher er den Zahler / Zahlungspflichtigen informiert, wann und in welcher Höhe der Einzug erfolgen wird
  • Dafür vorgesehen sind 14 Tage, kürzere Fristen können aber in den AGB oder Verträgen vereinbart werden
  • Die Pre-Notification kann auch Teil einer Rechnung oder eines Vertrages sein und sowohl einen, wie auch mehrere Einzüge ankündigen. Relevant z.B. bei Mietverträgen oder Ratenzahlungsplänen
  • Das Mandat verliert seine Gültigkeit und muss neu eingeholt werden, wenn 36 Monate lang kein Einzug vorgenommen wurde

 

Was sind Ihre nächsten Schritte als Unternehmer?

1.) Gläubiger-ID beantragen
Beantragen Sie Ihre Gläubiger-ID schnell und einfach auf www.glaeubiger-id.bundesbank.de. Diese benötigen Sie künftig als kontounabhängige Kennzeichnung des Zahlungsempfängers. Zusammen mit der Mandatsreferenz (von Ihnen individuell vergeben, z. B. Kundennummer) dient dies der eindeutigen Identifizierung.

2.) Vereinbarung mit Hausbank
Schließen Sie mit Ihrer Hausban, bzw. Ihrem eigenen kontoführenden Kreditinstitut eine Inkasso-Vereinbarung ab. Diese ist nötig, um künftig für dieses Verfahren zugelassen zu werden und Forderungen durch Lastschrift einziehen zu dürfen.

3.) IBAN und BIC
Diese befinden sich schon seit geraumer Zeit zusätzlich zu Ihrer Kontonummer auf Ihrem Kontoauszug und können beim Online-Banking angezeigt werden. Künftig werden nur noch diese beiden IBAN (International Bank Account Number) und BIC (Bank Identifier Code) für den bargeldlosen Zahlungsverkehr genutzt. Letztere entfällt ab 01.02.2016.
Die IBAN wird aus 22 Zeichen bestehen und neben dem Länderkürzel und zwei Prüfziffern die BLZ und Kontonummer enthalten. Z.B. DE12900800700087654321.

Die Zusammensetzung des BIC ist z.B. DEUTDEDB795. Hierbei stehen die ersten vier Stellen DEUT für den Bankcode, die folgenden zwei Stellen DE für den Ländercode, gefolgt von zwei Stellen für die Codierung des Ortes DB und drei Ziffern zur Kennzeichnung der Filiale 795. In diesem Beispiel steht der BIC für die Deutsche Bank, Filiale Aschaffenburg.

4.) Was muss ich anpassen?

  • Die Vorlagen für Ihre zukünftigen Einzugsermächtigungen
  • Die Kontodaten aller Geschäftspartner
  • Die Unternehmenssoftware auf das neue Datenformat ISO20022 XML
  • Der Verwendungszweck verkürzt sich zukünftig auf max. 140 Zeichen
  • Alle Geschäftspapiere, auf welchen Ihre Bankdaten enthalten sind

 

5.) Information Ihrer Kunden
Bestehende, schriftlich erteilte Einzugsermächtigungen können als SEPA-Lastschriftmandate weiter genutzt werden. Allerdings ist zu beachten, dass vor dem ersten SEPA-Lastschrifteneinzug Ihr Kunde über den Wechsel zum Einzug via SEPA-Basislastschrift informiert werden muss.

Folgende Informationen müssen enthalten sein

Von Ihnen als Zahlungsempfänger:

  • Name und Adresse des Zahlungsempfängers
  • Gläubiger-ID des Zahlungsempfängers
  • Mandatsreferenz (z.B. Kundennummer)
  • Kennzeichnung, ob das Mandat für einmalige oder regelmäßige Zahlungen gilt

Von Ihrem Kunden:

  • Name und Anschrift des Kontoinhabers
  • IBAN und BIC
  • Unterschrift und Datum

 

Meine Empfehlung

Was im ersten Moment einfach klingt und wirkt, kann sich im Detail als Zeitfresser erweisen. Beginnen Sie daher rechtzeitig, sich mit der Umstellung auseinander zu setzen. Nutzen Sie diese Vorlage als Checkliste und arbeiten Sie Punkt für Punkt durch. Bei Fragen wenden Sie sich an mich oder meine Kollegen von firma.de. Gerne helfen wir Ihnen weiter und unterstützen Sie bei der Umstellung.

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