Gründer und Unternehmer: Sparen Sie Steuern für Gründung und Umweltschutz

aktualisiert am 26. Juli 2018 3 Minuten zu lesen
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Sie als Unternehmer wollen für das vergangene Jahr noch Steuern sparen für Gründung und Umweltschutz – das ist jetzt noch einfacher möglich. Doch wer kann solch einen Vorteil nutzen? Hier kommt die gute Botschaft für angehende Existenzgründer und umweltbewusste Investoren.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 20. Juni 2012 X R 42/11 die Nachweispflichten für Existenzgründer, die einen Investitionsabzugsbetrag geltend machen wollen, erleichtert. Dadurch können kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) die steuerliche Begünstigung gemäß § 7g des Einkommensteuergesetzes (EStG) für eine Investitionsförderung noch leichter nutzen.

Betriebsinhaber können bereits vor der Investition einen Teil der künftigen Abschreibungen für eine steuerliche Entlastung nutzen. Dazu wird ein Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht. Mit ihm soll die Investition beispielsweise in Computer, Büroausstattung, PKW und andere Wirtschaftsgüter erleichtert werden.

Nach dem BFH-Urteil muss nun für die Nutzung des Investitionsabzugsbetrages nicht mehr eine verbindliche Bestellung vorliegen. Es reicht, dass die Investitionsabsicht durch andere Indizien belegt wird – beispielsweise durch Kaufverhandlungen.

 

Existenzgründer sparen Einkommensteuer und gewinnen Geld für Investitionen

Von diesem Urteil zum Investitionsabzugsbetrag profitieren vor allem künftige Unternehmer und Selbständige, die demnächst einen Betrieb oder eine Praxis eröffnen. Gründer dürfen nämlich bis zu 40 Prozent der Investitionskosten – höchstens jedoch 200.000 Euro – als vorweggenommene Betriebsausgaben geltend machen. Damit senken sie ihr zu versteuerndes Einkommen und sparen Einkommensteuer.

Beispiel für ein Ehepaar: Ein Ehepaar hat 2012 ein zu versteuerndes Einkommen von 200.000 Euro – ein Partner will sich demnächst selbständig machen. Dafür sind Investitionen von 150.000 Euro geplant, für die der Investitionsabzugsbetrag in voller Höhe genutzt wird.

Ohne Nutzung des Investitionsabzugsbetrages hat das Ehepaar für 2012 nach dem Splittingtarif 71.377 Euro Einkommensteuer zu zahlen. Wird dagegen ein Investitionsabzugsbetrag genutzt, so sinkt die Steuerlast des Ehepaars auf 44.791 Euro. Somit stehen 26.586 Euro für die Investition in der Gründungsphase zur Verfügung.

 

Steuern sparen bei Abfindung und für den Umweltschutz

Wollen Gründer diesen Steuervorteil des Investitionsabzugsbetrages nutzen, nachdem sie zuvor die Kündigung und eine Abfindung erhalten haben, können sie teilweise noch mehr Steuern sparen. Denn durch den Investitionsabzugsbetrag wird das normale zu versteuernde Einkommen gesenkt. Damit sinkt auch die Steuerprogression auf die Abfindung. Unter den gleichen Voraussetzungen wie im Beispiel zuvor, würde das Ehepaar nunmehr unter Berücksichtigung der Abfindung sogar 34.670 Euro sparen.

Gern nutzen diese Chance auch Betreiber von Photovoltaikanlagen. Denn wenn sie den Strom aus einer solchen Anlage ins Netz einspeisen, werden sie zu Gewerbetreibenden. Sie können dann die Investitionsförderung beanspruchen, wenn sie die Anlage bis zum 31. Dezember 2012 zwar noch nicht verbindlich bestellt haben, jedoch die spätere Investition anhand von geeigneten Indizien belegen können.

Achtung: Diese steuerliche Gestaltung ist jedoch nur vorteilhaft, wenn in den nächsten 3 Jahren tatsächlich die geplanten Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge angeschafft werden.

 

Autor: Dr. Thomas Schulze

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