Tipps aus Magdeburg: Existenzgründung nach dem Job – Selbständigkeit als zweite Karriere

aktualisiert am 31. August 2018 6 Minuten zu lesen
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Warum lohnt es sich, nach Jahren im Angestelltenverhältnis in eine selbstständige oder unternehmerische Tätigkeit zu starten? Wie lassen sich die Chancen einer beruflichen Selbstständigkeit oder des Unternehmertums am besten nutzen, ohne die „Sicherheiten“ aus der Zeit des Angestellten-Lebens zu gefährden?

 

Existenzgründung nach dem Job – Tendenz stark steigend

In Deutschland verlieren jeden Tag fast 20.000 Menschen ihren Arbeitsplatz und suchen eine neue berufliche Alternative. Für rund drei Viertel der Betroffen kommt dabei in erster Linie ein neuer Arbeitsplatz im Angestelltenverhältnis infrage. Nur etwa sechs Prozent denken in dieser Situation an die Gründung einer eigenen Firma. Nicht selten ist diese Perspektive mit der Erfahrung verbunden, dass trotz des demographischen Wandels noch immer viele Unternehmen zögern, ältere Arbeitnehmer einzustellen.

Unter den Gründungswilligen hat jedoch der Trend zur Existenzgründung durch Ältere in den letzten 10 Jahren deutlich zugenommen. 73 % aller Gründer sind älter als 31 Jahre. Seit 2000 stieg der Anteil der Gründer, die älter als 41 Jahre sind, von 32 % auf 41 %. Im DIHK-Gründerreport 2013 wird belegt, dass der Anteil der IHK-Gründungsberatungen von Gründern mit mehr als 50 Lebensjahren von zwölf Prozent im Jahr 2003 über fünfzehn Prozent im Jahr 2008 auf zwanzig Prozent im Jahr 2012 anstieg.

 

Risiken und Chancen einer zweiten Karriere

Ältere Gründer sehen sich in den letzten Jahren immer weniger finanziell gefördert. Die Förderprogramme zur Ich-AG sind seit 2006 Geschichte. Ab 2012 besteht kein Rechtsanspruch mehr auf Gründungszuschuss. Ab 2014 gibt es keinen erhöhten Gründungszuschuss für Arbeitslose.

In ihrem Koalitionsvertrag der Bundesregierung sind aber die Bekenntnisse enthalten:

  • dass der Gründungszuschuss „mit auskömmlichen Mitteln unterlegt“ werden soll;
  • dass mit der „Gründungszeit“ sogar eine neue Förderung für Gründungen aus einer Anstellung heraus eingeführt werden soll – in Form eines bedingt rückzahlbaren Darlehens;
  • und dass auch das Gründercoaching für Arbeitslose wieder eingeführt werden soll.

Damit würden sich erneut die finanziellen Bedingungen für ältere Gründer verbessern, die aufgrund ihrer Lebens- und Berufserfahrung, ihrer persönlichen Reife und sozialen Netzwerke oft über eine Reihe günstiger Voraussetzungen für eine selbstständige oder unternehmerische Tätigkeit verfügen. Nach wie vor bilden nämlich Finanzierungsengpässe einen Hauptgrund für das Scheitern einer Existenzgründung.

 

Quelle: KfW-Gründungsmonitor

Abfindungen und soziale Fürsorgeleistungen – Finanzierungsalternativen für ältere Gründer

Gerade in größeren Unternehmen erhalten ältere Arbeitnehmer bei betriebsbedingtem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis häufiger eine Abfindung und „soziale Fürsorgeleistungen“ . Eher selten werden jedoch diese Ressourcen primär für eine zielstrebige Existenzgründung genutzt. Dabei lassen sich bei überlegter Planung hieraus mitunter sogar finanzielle Hebeleffekte für eine Existenzgründung und zugleich finanzielle Absicherungen erreichen.

Entscheidend ist jedoch, diesen Prozess als Gesamtheit systematisch zu gestalten. Ein solcher ganzheitlicher Ansatz liegt dem KAS3V-System zugrunde, das in Zusammenarbeit zwischen den firma.de-Beratern Dr. Thomas Schulze (abfindunginfo) und Dagmar Meinz (Institut für Alternative Betriebsführung – Dagmar Meinz + Partner GbR) entwickelt wurde.

KAS3V-System steht für den einheitlich geplanten und systematisch realisierten Prozess von

  • Kündigung – Abfindung – Steuern,
  • 3 alternativen Folgemöglichkeiten: Rente – Job – Gründung und
  • den 3 Folgeschritten Vermögensbildung – Vermögenssicherung – Vermögensübertragung.

 

Um auch nach dem Job die eigene finanzielle Sicherheit nicht aus dem Auge zu verlieren, sollten Betroffene von Anfang an den roten Faden im Blick behalten. Wer den roten Faden nicht kennt, nicht findet, oder nicht festhält, verspielt Chancen, Zeit (teilweise über ein Jahr) und Geld (leicht bis zu mehreren 10.000 Euro).

In der Praxis zeigt sich zudem häufig, dass mit der Abfindung zunächst private Anliegen und Wünsche erfüllt werden. Dadurch wird zunehmend das Geld verbraucht, das dann am Ende für die Gründung effektiver nutzbar wäre.

Um sich dies zu verdeutlichen, sei hier auf das Schicksal der meisten Lottomillionäre verwiesen: Von einem großen Gewinn ist nach einem Jahr kaum noch etwas über, weil das meiste Geld nicht investiert, sondern konsumiert wurde.

Wer dagegen von Anfang an die Prioritäten auf die Existenzgründung richtet und davon ausgehend Kündigung und Abfindung verhandelt sowie Chancen zur Steuer- und Vermögensgestaltung nutzt, kommt schneller, kostengünstiger und leichter zu einer neuen nachhaltigen beruflichen Existenz als Selbstständiger oder Unternehmer.

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Autor: Dr. Thomas Schulze

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