Unternehmensnachfolge in Torgelow: Wie ein DJ ein Optiker-Familienunternehmen übernimmt und erfolgreich entwickelt

aktualisiert am 25. Januar 2018 4 Minuten zu lesen
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Das hatte Christoph Jänecke so nicht geplant. Er liebte die Musik – wie wohl sein Vater das 1962 gegründete Optiker-Geschäft in der Uckermark. Und plötzlich lag das Schicksal des Unternehmens in seinen Händen. Ohne tiefere Kenntnis von Fach und Geschäft, ohne Meisterbrief und nur mit Ausnahmegenehmigung sollte er durchstarten? Mit Dr. Thomas Schulze, firma.de-Berater aus Magdeburg, legte er den Grundstein für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge.

Wer und Was:

Christoph Jänecke hatte nicht erwartet, so schnell den Augenoptiker-Kleinbetrieb des Vaters zu übernehmen. Doch plötzlich lag das Schicksal des Familienunternehmens in seinen Händen. Zwar gab es eine Meisterin als langjährige Mitarbeiterin, doch diese lehnte die Übernahme ab.

Ohne tiefere Kenntnis von Fach und Geschäft, ohne Meisterbrief und nur mit Ausnahmegenehmigung bemühte er sich redlich, begann sogar eine Meisterausbildung, konnte jedoch den Umsatzrückgang nicht aufhalten.

 

Ausgangslage:

Hilfesuchend wandte er sich an die Handwerkskammer. Diese empfahl ihm ein von der KfW gefördertes Coaching und gab ihm unter anderem auch die Adresse des Coachs Dr. Thomas Schulze, firma.de-Experte aus Magdeburg.

Per E-Mail suchte er den Kontakt zu dem rund 400 km entfernt agierenden Coach. Knapp 4 Wochen später trafen sich beide an einem eisigen Winterwochenende in Torgelow, denn der Coach wollte sich vor Ort einen ersten Eindruck verschaffen, wie die Probleme gelöst werden könnten. Am Ende des Treffens kamen beide überein: wir versuchen es – die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos.

Die Entfernung sollte keine Hindernis sein, denn Christoph Jänecke fuhr auf dem Weg zu seiner Meisterausbildung fast jedes Wochenende an Magdeburg vorbei. Eine „kleine Pause“ für ein paar Stunden Coaching erschienen da nicht ganz unwillkommen.

 

Existenzgründungs-Beratungsprozess:

Schritt für Schritt prüften sie gemeinsam die wirtschaftlichen Kennziffern, arbeiteten daran, das Unternehmen neu zu positionieren und neue Möglichkeiten für die Kundengewinnung und Kundenbindung zu erschließen.

Das Warenwirtschaftssystem wurde unter die Lupe genommen, denn in der vorliegenden Form konnten daraus keine brauchbaren Daten für eine Umsatz- und Gewinnplanung gewonnen werden. Ein Sanierungskonzept diente Christoph Jänecke als Verhandlungsgrundlage mit der Bank, um aus der Liquiditätsfalle herauszukommen.

Schlussendlich schaffte er es, das Ruder herumzureißen und das Unternehmen zu konsolidieren.

 

Erreichte Ergebnisse:

Heute sieht Christoph Jänecke optimistisch in die Zukunft. Das Familienunternehmen hat er auch in der zweiten Generation weiter auf den Erfolgsweg geführt. Mit Spaß und Leidenschaft sind er und seine 4 Mitarbeiterinnen dabei, das Geschäft zu erweitern. Zu den Produkten und Dienstleistungen für Brillen- und Kontaktlinsenträger werden derzeit die Voraussetzungen geschaffen, um künftig auch Menschen mit Hörproblemen zu helfen.

Ende Januar 2014 haben Christoph Jänecke und sein Team ein neues Kapitel in der Geschichte des Familienunternehmens aufschlagen. Die Räumlichkeiten wurden komplett renoviert, erweitert und umgestaltet. Neben der Optik sind nun auch Hörgeräteakustik und Optometrie (Gesundheitsvorsorge für die Augen) in das Unternehmen integriert.

Das sagt Christoph Jänecke zur Zusammenarbeit mit firma.de-Berater Dr. Thomas Schulze:

„Dr. Schulze hat mir in seiner sachlichen und sympathischen Art geholfen, die ersten wichtigen Schritte zu erkennen und zu gehen. So hatten wir die Möglichkeit das Unternehmen nach und nach neu aufzustellen.“

 

Tipps von Christoph Jänecke für andere Existenzgründer:

  • Nach der Idee ist ein Konzept das Wichtigste. Dieses sollte immer wieder hinterfragt und bei Bedarf gegebenenfalls angepasst werden.
  • Eine Existenzgründung ist ein Dauerlauf und kein Sprint, man braucht einen langen Atem, Geduld und Zeit.
  • Selbstorganisation, Flexibilität und eine vernünftige Finanzplanung sind m. E. ebenso wichtig.

 

Autor: Dr. Thomas Schulze

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