Was Gründer von erfahrenen Unternehmern lernen können

aktualisiert am 31. August 2018 5 Minuten zu lesen
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Auf welchem Weg gelangt man am einfachsten und schnellsten zum Gipfel?

von Beraterin Dagmar Meinz

Wer sich selbstständig machen will, ist meist hochmotiviert, ehrgeizig und erfolgsorientiert. Gründer haben viele neue Ideen und wollen diese mit ihrem eigenen Unternehmen umsetzen. Wie ein Leistungssportler wollen sie bald auf dem höchsten Treppchen stehen. Und wenn es für den Weg dahin Abkürzungen gibt, warum sollte man diese nicht nutzen?

Spitzenleistungen sind Teamleistungen

Noch vor wenigen Jahrzehnten hatten Gipfelstürmer einen Bergführer, der mit seiner Erfahrung, Ortskunde und seiner speziellen Ausbildung anderen auf dem Weg zum Gipfel half. Leistungssportler hatten Trainer, die ihnen die notwendige Technik vermittelten und immer wieder mit ihnen einübten. Unter ihrer Anleitung lernten Spitzensportler die effektivsten Wege zum Erfolg und trainierten sie bis zur Perfektion.

Heute reicht das nicht mehr: Ganze Expertenteams stellen arbeitsteilig ihr Know-how in den Dienst des „Gipfelstürmers“, des Spitzenathleten. Haben Sie beispielsweise schon einmal hinter die Kulissen eines Formel-1 Rennens geschaut? Dann wissen Sie, wovon die Rede ist. Kein Spitzenathlet hat heute noch Chancen auf einen vorderen Platz ohne ein solches Team an seiner Seite.

Unternehmer sind oft einsame Helden

Und wie sehen das Unternehmer und Gründer, die ja auch an die Spitze streben? Oder Unternehmer, die jahrelang ihr Unternehmen erfolgreich führten und es demnächst übergeben wollen, damit es die nächste Generation an die Spitze führt?

Im IHK-Nachfolgereport hat die Befragung der Unternehmen ergeben, dass 53 Prozent der Unternehmer, die eine solche Nachfolgeregelung vor sich haben, ohne ein ähnliches Team wie Spitzensportler am Start sind. Nur jeder Fünfte holt zumindest Informationen bei der IHK ein, jeder zehnte bei seinem Branchen- oder Fachverband.


Abb.: IHK-Nachfolgereport 2013, IHK Halle-Dessau

Was spricht eigentlich dagegen, als Unternehmer von Spitzensportlern zu lernen? Könnte es nicht gerade für Seniorunternehmer bei so einem komplexen Prozess wie einer Unternehmensnachfolge geld-, zeit- und kraftsparend sein, auf Erfahrungen jener zurückzugreifen, die nicht erst eine erste – und oft einzige – Unternehmensnachfolge vor sich haben? Könnte es nicht auch für Jungunternehmer hilfreicher sein, ein Expertenteam hinter sich zu haben, um eben den effektiveren und schnelleren Weg zum Unternehmergipfel zu finden?

Thronfolge mit Spitzenteam – einfacher und schneller

Gerade aus diesen Erwägungen heraus haben sich Ende September in Magdeburg acht Unternehmerinnen und Unternehmer mit ganz unterschiedlicher Spezialisierung zu einem Verein zusammengeschlossen, um übergabewilligen und übernahmewilligen Unternehmern in diesem Prozess mit ihren Erfahrungen, ihrer Fachkunde und ihrem speziellen Know-how zu helfen.

Ein Steuerberater, ein Rechtsanwalt, eine Unternehmensberaterin, eine Personalberaterin, ein Finanzcoach, ein Spezialist für Weiterbildung, ein IT-Dienstleister und nicht zuletzt eine erfahrene Wirtschaftspolitikerin haben einen Verein gegründet: „Thronfolge – Verein zur Förderung der Unternehmensnachfolge“.

Ziele des Vereins sind: die Sensibilisierung und Gewinnung von potentiellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern für die Übernahme und Weiterführung bestehender Unternehmen, die Unterstützung und Begleitung der Unternehmensnachfolge und die Vermittlung eines positiven Unternehmerbildes zur Sicherung der Wirtschaftskraft im Bundesland.

Der Verein wird die Zusammenarbeit mit allen am Prozess der Unternehmensnachfolge beteiligten Partnern suchen. Dies sind Politik und Wirtschaft gleichermaßen, insbesondere Unternehmer- und Fachverbände, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Banken und Sparkassen und alle haupt- und ehrenamtlich Tätigen, die sich hierfür engagieren.

Die Vereinsmitglieder wollen sehr frühzeitig darauf aufmerksam machen, dass die Nachfolge in den Gedanken der Unternehmerinnen und Unternehmer eine existentielle Rolle spielt. Vor allem wollen sie ein vertrauensvoller Ansprechpartner in dieser Phase sein und allen, die an der Unternehmensnachfolge beteiligt sind, auch emotional helfen, in ihre neue Rolle hineinzuwachsen, denn sie haben selbst mehrfach Erfahrungen mit Nachfolgelösungen in Unternehmen.

Die Gründungsmitglieder werden auf eigene Initiative in den kommenden Monaten nicht nur das Gespräch suchen, sondern auch an Veranstaltungen teilnehmen und eigene initiieren. Sie stehen den Unternehmern als vertrauensvolle Ansprechpartner sowie auch als Vermittler gern zur Verfügung.

Autor: Dagmar Meinz

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