Gewinnverteilung bei der UG (haftungsbeschränkt): Risiken und Rücklagen

14. Juni 2016 5 Minuten zu lesen
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Sehen wir es mal ganz realistisch: Niemand gründet ein Unternehmen nur aus Spaß an der Sache. Jeder möchte aus seiner Idee natürlich auch möglichst viel Kapital schlagen. Deshalb ist es wichtig vorab zu klären, wie es sich bei der UG (haftungsbeschränkt) mit der Gewinnausschüttung verhält und welche Risiken hier lauern.

Gewinnverteilung, eine Frage von Anteilen

Mit der Gewinnverteilung der UG (haftungsbeschränkt) verhält es sich fast genauso, wie bei der GmbH. Es kommt hier immer darauf an, wie viele Gesellschafter bestellt sind. Der Gewinnverteilung ergibt sich nämlich unter den Gesellschaftern und zwar zu den Teilen der Stammeinlage. Bei der UG mit einem Gesellschafter behalten Sie den Gewinn. Allerdings gibt es hier eine Sonderregelung, die sogenannte Rücklage.

Bei der UG (haftungsbeschränkt) müssen 25% des erwirtschafteten Gewinns als Rücklage einbehalten werden und zwar so lange bis das Stammkapital für eine GmbH vorhanden ist. Bei der UG-Rücklagenbildung besteht keine zeitliche Begrenzung. Es kann also sein, dass jemand zwei Jahre braucht, um das Startkapital einer GmbH zu erreichen, oder aber zehn Jahre. Das Startkapital einer normalen GmbH beläuft sich auf 25.000 €. Wenn dieses Startkapital erreicht ist, kann die UG in eine GmbH umgewandelt werden, muss aber nicht. Erst nach Tätigung der Rücklage kann es zur Gewinnverteilung kommen.

Per Gesellschafterbeschluss wird normalerweise festgelegt, wie viel die Gewinnverteilung beträgt und wie viel in der Gesellschaft einbehalten wird. Die Verwendung des einbehaltenen Gewinns ist ebenfalls in den Gesellschafterbeschlüssen geregelt. Es dürfen natürlich auch in der GmbH Rücklagen gebildet werden, dies ist allerdings, anders als bei der UG (haftungsbeschränkt), keine Pflicht.

 

Was passiert bei Nicht-Bildung von Rücklagen? Ist die Gewinnausschüttung trotzdem möglich?

Wird nun entgegen der Verpflichtung und trotz Gewinn keine Rücklage gebildet, wird der Jahresabschluss nichtig. Der Geschäftsführer haftet dann persönlich und er und die Gesellschafter müssen den ausgeschütteten Gewinn zurückzahlen. Kommt es einmal vor, dass in einem Jahr kein Gewinn eingefahren wird, und somit keine Rücklage und keine Gewinnverteilung gebildet werden kann, können bereits getätigte Rücklagen als Verlustausgleich genutzt werden. Dadurch reduzieren sich zwar die Rücklagen und der Weg zum Stammkapital einer GmbH dauert länger, allerdings ist ja hier keine zeitliche Beschränkung vorgegeben und das Unternehmen kann eventuell eine drohende Insolvenz abwenden.

 

Verlust bereits im ersten Jahr

Da die UG (haftungsbeschränkt) bereits mit einem Mindestkapital von einem Euro gebildet werden kann, kann es passieren, dass das erbrachte Stammkapital der Gesellschafter meist ebenfalls sehr niedrig ausfällt. Somit ist das Verschuldungsrisiko bereits von Anfang an sehr hoch. Ein Beispiel: Bilden Sie Ihre UG (haftungsbeschränkt) mit nur einem Euro als Stammeinlage und kaufen dann für Ihre Firma Briefmarken für 1,45 €, sind Sie jetzt schon überschuldet. Sollte auch im ersten Jahr noch kein Gewinn erzielt werden und der Verlust mit einer genügend hohen Stammeinlage nicht getilgt werden, verschuldet sich das Unternehmen bereits am Anfang. Eine Gewinnverteilung und Rücklagenbildung ist daher auch nicht mehr möglich.

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Die auf unserer Seite veröffentlichten Informationen werden allesamt von Experten mit größter Sorgfalt verfasst und überprüft. Dennoch können wir nicht für die Richtigkeit garantieren, da Gesetze und Regelungen einem stetigen Wandel unterworfen sind. Ziehen Sie deshalb bei einem konkreten Fall immer einen Fachexperten hinzu – wir stellen gerne den Kontakt her.

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