UG-Gründung: Abweichendes oder normales Geschäftsjahr?

23. Oktober 2013 3 Minuten zu lesen
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Ein abweichendes Geschäftsjahr erlaubt dem Unternehmer, den Jahresabschluss seiner UG vom Kalenderjahr zu trennen, wodurch er sich voll und ganz auf die oft umsatzstärkste Zeit des Jahres konzentrieren kann. Auch kurz vor Jahresende gegründete Unternehmen können davon profitieren.

Grundlegendes: Was ist ein Geschäftsjahr?

Das Geschäftsjahr ist eine Begrifflichkeit aus dem Handelsgesetzbuch (HGB) und erstreckt sich im Normalfall über 12 Monate. Oft wird es auch als Wirtschaftsjahr oder Fiskaljahr bezeichnet. Das Geschäftsjahr wird durch eine Eröffnungsbilanz gestartet und mit der Jahresabschlussbilanz beendet. Regulär endet das Geschäftsjahr einer UG oder GmbH zum 31.12., zusammen mit dem Kalenderjahr.

Abweichungen sind möglich

Zwar ist das Ende des Geschäftsjahres einer Unternehmergesellschaft im Musterprotokoll grundsätzlich festgelegt, doch bieten individuelle Satzungen dem Existenzgründer die Möglichkeit eines abweichenden Geschäftsjahres, welches z.B. am 31.06. endet. Gerade bei einer UG-Gründung gegen Ende des Kalenderjahres kann dies eine enorme Entlastung für den frischgebackenen Unternehmer bedeuten, da er dann nicht in wenigen Wochen seinen ersten Jahresabschluss vorlegen muss. So schont er Nerven und spart Geld, welches er in seine neue UG investieren kann. Auch können saisonale Einflüsse für ein abweichendes Geschäftsjahr sprechen.

Ein Beispiel: Für eine Unternehmergesellschaft im Bereich Wintertourismus ist beispielsweise empfehlenswert, den Jahresabschluss in den Sommer zu legen. Zu beachten ist, dass bei einer individuellen Satzung höhere Notarkosten als bei einer Gründung mit Musterprotokoll anfallen. Im Gegenzug lässt sich jeder einzelne Punkt innerhalb der individuellen Satzung auf das geplante Unternehmen und die Gesellschafter anpassen, egal ob es sich dabei um Regelungen zum Stimmrecht, Gewinnausschüttung oder Anteilsverkäufe handelt.

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Vor- und Nachteile eines abweichenden Geschäftsjahres 

Vorteile

  • „Aufschub“ des Jahresabschlusses z. B. in den Sommer.
  • Geld für den Jahresabschluss kann vorerst in das Unternehmen fließen.
  • Die Bürokratie kann außerhalb der Hauptsaison erledigt werden.

Nachteil

  • Eine individuelle Satzung für die UG-Gründung ist nötig, wodurch höhere Notarkosten entstehen.

Wann macht ein abweichendes Geschäftsjahr Sinn?

Um zu ermitteln, ob ein abweichendes Geschäftsjahr für Ihre UG Sinn macht, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Wird die UG kurz vor Ende eines regulären Geschäftsjahres gegründet?
  • Handelt es sich um eine UG, die gegen Ende des Kalenderjahres besonders hohe Umsatzzahlen schreibt?
  • Wird ohnehin eine individuelle Satzung genutzt, da beispielsweise mehrere Geschäftsführer gewünscht sind?

 

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