Geschäftsführergehalt 2026: Gehalt oder Ausschüttung?
Bist du sozialversicherungspflichtig, was bleibt dir von Gehalt und Ausschüttung, und bei welchem Gehalt bleibt am meisten? Der Rechner geht durch die Steuern der GmbH, die Sozialversicherung, deine Einkommensteuer und die Steuer auf die Ausschüttung und zeigt Hinweise zur Angemessenheit. Beschreib deine GmbH in einem Satz oder trag Gewinn und Gehalt ein: Jeder Schritt steht mit Rechtsgrundlage da.
Stand: · Nach EStG, KStG, GewStG und Sozialgesetzbuch, jeder Schritt mit Rechtsgrundlage, nachgerechnet an Beispielen von Hand
Geschäftsführergehalt berechnen
Mit KI ausfüllen
Zum Beispiel
Deine GmbH
Steuerjahr
Rechtsform
Gewinn der GmbH im Jahr vor deinem Gehalt und vor Körperschaft- und Gewerbesteuer; alle anderen Kosten sind schon abgezogen. Einen Verlust trägst du mit Minus ein.
Steht auf der Website der Gemeinde, in der die GmbH ihren Sitz hat.
Wie viel vom Jahresüberschuss nach Steuern an die Gesellschafter geht. Der Rest bleibt in der GmbH.
Du als Geschäftsführer
Festgehalt als Geschäftsführer im Jahr, ohne Tantieme und Sachbezüge. Mit 0 € geht alles über die Ausschüttung.
Krankenversicherung
Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen Beiträge auch auf Ausschüttungen. Unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze ist ein beschäftigter Geschäftsführer gesetzlich pflichtversichert.
Kranken- und Pflegeversicherung zusammen, gerechnet als Basisabsicherung.
Veranlagung
Dein Ergebnis
- Privat verfügbar
- 88.811€aus 60.000 € Gehalt und 63.158 € Ausschüttung, nach Steuern und Beiträgen
- Ohne Gehalt
- 85.375€nur über die Ausschüttung, 3.436 € weniger als mit deinem Gehalt
- Gesamtbelastung
- 40,8%Steuern und Beiträge auf 150.000 € Gewinn vor Gehalt
- Bleibt in der GmbH
- 0€nach Steuern, nicht ausgeschüttet
Sozialversicherung
Nach dieser Regel sozialversicherungsfrei
Mit mindestens 50 % Anteil kannst du jeden Gesellschafterbeschluss verhindern. Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts giltst du damit in der Regel als selbständig.
- Renten- und Arbeitslosenversicherung
- Keine Pflicht, keine Beiträge über die GmbH
- Kranken- und Pflegeversicherung
- Privat versichert
- Zuschuss der GmbH
- Kein Zuschuss der GmbH
Verbindlich entscheidet die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund: Meldet die GmbH dich als geschäftsführenden Gesellschafter an, prüft sie deinen Status von sich aus (Statusfeststellung).
Was dazu gilt
Mit mindestens 50 % Anteil kannst du jeden Gesellschafterbeschluss verhindern. Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts giltst du damit in der Regel als selbständig. Abreden außerhalb des Gesellschaftsvertrags, etwa eine Stimmbindung oder ein Veto im Anstellungsvertrag, zählen nicht (Bundessozialgericht, 14.03.2018, B 12 KR 13/17 R), ebenso wenig eine Treuhand mit Stimmrechtsvollmacht (Bundessozialgericht, 10.12.2019, B 12 KR 9/18 R). Meldet die GmbH dich als geschäftsführenden Gesellschafter an, prüft die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund deinen Status von sich aus; ihr Bescheid gilt auch für die Krankenkasse.
Ohne Versicherungspflicht wählst du: freiwillig gesetzlich, wenn du die Vorversicherungszeit erfüllst (§ 9 SGB V), oder privat; zurück in die gesetzliche Versicherung geht es danach nur eingeschränkt. Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen Kranken- und Pflegebeitrag auf alle Einnahmen, auch auf Ausschüttungen und einen steuerpflichtigen Zuschuss der GmbH, bis zur Beitragsbemessungsgrenze; auf die Ausschüttung gilt der ermäßigte Satz ohne Krankengeld. Gerechnet ist mit: Privat; auf die Ausschüttung fallen dabei 0 € im Jahr an.
Ohne Versicherungspflicht zahlst du nichts in die gesetzliche Rentenversicherung und erwirbst dort keine neuen Ansprüche. Für dein Alter sorgst du selbst vor, etwa freiwillig in der gesetzlichen Rente oder mit einer Basisrente; der Rechner enthält dafür nichts.
Gehalt oder Ausschüttung
- Dein Gehalt 60.000 €: 88.811 € privat verfügbar
- Rechnerisch am meisten bei ca. 148.500 € Gehalt: ca. 92.040 € privat verfügbar
- Grau: Der GmbH bliebe vor Steuern weniger Gewinn als das Gehalt. Zur Angemessenheit
Bruttojahresgehalt
Wo die Kurve knickt
- Ab 63.600 €: Abgeltungsteuer statt Teileinkünfteverfahren für die Ausschüttung, weil die Steuer damit niedriger ist.
Alle anderen Angaben bleiben gleich. Das ist ein Rechenergebnis, keine Empfehlung: Das Finanzamt erkennt nur ein angemessenes Gehalt an, und ein Gehalt, nach dem der GmbH weniger Gewinn bleibt als das Gehalt, ist ein typischer Fall der verdeckten Gewinnausschüttung.
| Gehalt | Privat verfügbar | Steuern der GmbH | Deine Steuern | Sozialabgaben und Beiträge | Bleibt in der GmbH |
|---|---|---|---|---|---|
| 0 € | 85.375 € | 44.738 € | 12.688 € | 7.200 € | 0 € |
| 12.500 € | 86.810 € | 41.007 € | 14.983 € | 7.200 € | 0 € |
| 25.000 € | 87.605 € | 37.281 € | 17.914 € | 7.200 € | 0 € |
| 37.500 € | 88.224 € | 33.551 € | 21.025 € | 7.200 € | 0 € |
| 50.000 € | 88.550 € | 29.825 € | 24.425 € | 7.200 € | 0 € |
| 60.000 € | 88.811 € | 26.843 € | 27.147 € | 7.200 € | 0 € |
| 62.500 € | 88.878 € | 26.095 € | 27.827 € | 7.200 € | 0 € |
| 75.000 € | 89.987 € | 22.369 € | 30.445 € | 7.200 € | 0 € |
| 87.500 € | 90.595 € | 18.639 € | 33.566 € | 7.200 € | 0 € |
| 100.000 € | 90.761 € | 14.913 € | 37.127 € | 7.200 € | 0 € |
| 112.500 € | 90.929 € | 11.182 € | 40.688 € | 7.200 € | 0 € |
| 125.000 € | 91.095 € | 7.456 € | 44.249 € | 7.200 € | 0 € |
| 137.500 € | 91.597 € | 3.726 € | 47.477 € | 7.200 € | 0 € |
| 148.500 € | 92.040 € | 445 € | 50.315 € | 7.200 € | 0 € |
| 148.750 € | 92.024 € | 365 € | 50.411 € | 7.200 € | 0 € |
| 150.000 € | 91.835 € | 0 € | 50.965 € | 7.200 € | 0 € |
| Nur Ausschüttung | Dein Gehalt | Meistes Netto | |
|---|---|---|---|
| Gehalt | 0 € | 60.000 € | 148.500 € |
| Steuern der GmbH | 44.738 € | 26.843 € | 445 € |
| Deine Steuern | 12.688 € | 27.147 € | 50.315 € |
| Sozialabgaben und Beiträge | 7.200 € | 7.200 € | 7.200 € |
| Bleibt in der GmbH | 0 € | 0 € | 0 € |
| Privat verfügbar | 85.375 € | 88.811 € | 92.040 € |
Bei 148.500 € Gehalt bliebe der GmbH vor Steuern weniger Gewinn als das Gehalt. Ein solches Gehalt prüft das Finanzamt besonders auf eine verdeckte Gewinnausschüttung; mehr dazu unter Angemessenheit.
Steuer auf deine Ausschüttung
Von deiner Ausschüttung von 63.158 € behält die GmbH 16.658 € ein: Kapitalertragsteuer mit Soli. Mit der Steuererklärung wird daraus, zusammen mit deinem Gehalt:
Abgeltungsteuer
Mehrsteuer durch die Ausschüttung: 16.394 €
25 % pauschal, getrennt vom Gehalt
Gegenüber Einbehalt: 264 € zurückAlle Steuern im Jahr: 27.485 €Zu versteuerndes Einkommen: 51.534 €
Günstigerprüfung
Mehrsteuer durch die Ausschüttung: 27.458 €
ganze Ausschüttung zum persönlichen Satz, mit dem Gehalt, auf Antrag
Gegenüber Einbehalt: 10.801 € NachzahlungAlle Steuern im Jahr: 38.549 €Zu versteuerndes Einkommen: 113.691 €
Teileinkünfteverfahren
Mehrsteuer durch die Ausschüttung: 16.056 €
60 % zum persönlichen Satz, mit dem Gehalt, auf Antrag
Gegenüber Einbehalt: 602 € zurückAlle Steuern im Jahr: 27.147 €Zu versteuerndes Einkommen: 89.428 €
niedrigste Steuergerechnet
Die Mehrsteuer ist, was die Ausschüttung zu den Steuern auf dein Gehalt hinzufügt, mit der Entlastung durch Beiträge auf die Ausschüttung.
| GmbH | Du | |
|---|---|---|
| Private Krankenversicherung | 0,00 € | 7.200,00 € |
| Zusammen | 0,00 € | 7.200,00 € |
Ist dein Gehalt angemessen?
Das entscheidet der Fremdvergleich: Was hätte die GmbH einem fremden Geschäftsführer für dieselbe Arbeit gezahlt, mit allen Bezügen zusammen und zum Zeitpunkt der Vereinbarung? Der Rechner gibt dazu Hinweise, kein Urteil.
Mit Branche und Umsatz oder Mitarbeitern unter „Weitere Angaben“ zeigt der Rechner die Spanne der Karlsruher Tabelle als grobe Orientierung.
Hinweise zur Angemessenheit
Beherrschend bist du mit mehr als 50 % der Stimmen, mit 50 % oder weniger dann, wenn du mit anderen Gesellschaftern gleichgerichtete Interessen verfolgst. Bist du beherrschend, erkennt das Finanzamt dein Gehalt nur an, wenn es im Voraus klar vereinbart ist, am besten schriftlich, und so gezahlt wird: Anstellungsvertrag mit Gesellschafterbeschluss, Befreiung von § 181 BGB, keine rückwirkende Erhöhung, bei der Ein-Personen-GmbH eine Niederschrift. Fehlt das, wertet es die Zahlung schon dem Grunde nach als verdeckte Gewinnausschüttung.
Wertet das Finanzamt einen Teil des Gehalts als verdeckte Gewinnausschüttung, zählt er wieder zum Gewinn der GmbH. Bei deinem Hebesatz von 400 % zahlt sie darauf 29,825 % Körperschaftsteuer, Soli und Gewerbesteuer. Bei dir wird der Teil vom Arbeitslohn zur Ausschüttung, dazu kommen Zinsen.
Der Rechner nimmt ein festes Jahresgehalt. Eine Tantieme gehört zu den Bezügen, die das Finanzamt zusammen prüft. Über die Hälfte des Jahresüberschusses vor Tantieme und Steuern wertet es sie in der Regel als verdeckte Gewinnausschüttung, eine Tantieme auf den Umsatz fast immer.
Hinweise zu deiner Rechnung
Gerechnet ist mit: Teileinkünfteverfahren. Das Teileinkünfteverfahren gilt nur, wenn du es spätestens mit der Einkommensteuererklärung beantragst; der Antrag gilt dann 5 Jahre für alle Ausschüttungen der GmbH. Viele Gesellschafter-Geschäftsführer stellen ihn vorsorglich, weil er sonst für eine später entdeckte verdeckte Gewinnausschüttung nicht gilt. In Jahren, in denen die Abgeltungsteuer günstiger wäre, kostet er dann mehr; mit „automatisch“ nimmt der Rechner für dieses Jahr das günstigere Verfahren, ohne die Bindung. Ob sich der Antrag für dich trägt, klärst du mit deinem Steuerberater.
Die GmbH behält jeden Monat Lohnsteuer ein; sie ist nur eine Vorauszahlung. Der Rechner zeigt die Einkommensteuer des Jahres aus der Veranlagung, in der Gehalt und Ausschüttung zusammenkommen. Den Unterschied zahlst du mit dem Bescheid nach oder bekommst ihn zurück.
Nicht gerechnet sind Tantieme, Pensionszusage und betriebliche Altersversorgung (die beim Geschäftsführer ohne Rentenversicherung auch den Abzug für eine Basisrente kürzt), Dienstwagen und Sachbezüge, die Umlagen U1 und U2, die Berufsgenossenschaft, Kinderfreibeträge und Kinderabschläge in der Pflegeversicherung, mehrere Geschäftsführer und eine Holding als Gesellschafterin. Gezahlte Kirchensteuer zieht der Rechner nicht als Sonderausgabe ab; er nimmt den Pauschbetrag.
Allgemeine Steuerinformation, keine Steuerberatung. Unverbindliche Schätzung, Stand .
Sozialversicherung nach SGB III, IV, V, VI und XI, Gehalt und Ausschüttung mit dem Einkommensteuertarif nach § 32a EStG, die GmbH nach KStG und GewStG; nachgerechnet an Beispielen von Hand.
Nicht enthalten: Tantieme, Pensionszusage und betriebliche Altersversorgung, Dienstwagen und Sachbezüge, die Umlagen U1 und U2, die Unfallversicherung, Kinderfreibeträge, die Kirchensteuer als Sonderausgabe, mehrere Geschäftsführer und die monatliche Lohnsteuer.
Privat verfügbar: ca. 88.811 €. Gesamtbelastung: 40,8 %
Kurz gesagt
Hältst du 100 % an einer GmbH mit 150.000 € Gewinn vor deinem Gehalt, bleiben dir 2026 mit 60.000 € Gehalt ca. 88.811 €, nach Körperschaft- und Gewerbesteuer, Einkommensteuer mit dem Teileinkünfteverfahren und 600 € privater Krankenversicherung im Monat; Steuern und Beiträge machen 40,8 % des Gewinns aus. Ohne Gehalt wären es ca. 85.375 €. Rechnerisch bliebe am meisten bei ca. 148.500 € Gehalt, ca. 92.040 €. Das Finanzamt erkennt aber nur ein angemessenes Gehalt an, und fast den ganzen Gewinn als Gehalt zu nehmen, ist ein typischer Fall der verdeckten Gewinnausschüttung. Mit mindestens 50 % bist du nach der Rechtsprechung in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig. Als Minderheits-Geschäftsführer mit 20 % und 80.000 € Gehalt kostet dein Gehalt die GmbH ca. 95.959 €. Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen Kranken- und Pflegeversicherung auch auf die Ausschüttung.
Sechs Regeln für dein Geschäftsführergehalt
- § 7 SGB IV
Ab 50 % in der Regel sozialversicherungsfrei
Mit mindestens 50 % der Anteile oder einer umfassenden Sperrminorität im Gesellschaftsvertrag bist du nach der Rechtsprechung des BSG in der Regel nicht abhängig beschäftigt: keine Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherungspflicht über die GmbH. Verbindlich entscheidet die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund.
- § 19 EStG
Gehalt mindert den Gewinn der GmbH
Dein Gehalt ist für die GmbH Betriebsausgabe und senkt Körperschaft- und Gewerbesteuer. Bei dir ist es Arbeitslohn mit deinem persönlichen Steuersatz, abzüglich 1.230 € Arbeitnehmer-Pauschbetrag und deiner Vorsorgeaufwendungen. Die Ausschüttung kommt aus dem versteuerten Gewinn.
- § 6 SGB V
Jahresarbeitsentgeltgrenze 77.400 €
Als sozialversicherungspflichtiger Geschäftsführer zahlst du Renten- und Arbeitslosenversicherung immer. In der Kranken- und Pflegeversicherung bist du 2026 erst über 77.400 € Gehalt versicherungsfrei; 2027 steigt die Grenze nach dem Entwurf der Rechengrößen auf 84.150 €.
- § 257 SGB V
Zuschuss nur bei Pflicht steuerfrei
Über der Grenze zahlt die GmbH einem sozialversicherungspflichtigen Geschäftsführer die Hälfte seiner Kranken- und Pflegeversicherung dazu, 2026 höchstens 613,22 € im Monat, steuerfrei. Einem nicht sozialversicherungspflichtigen Gesellschafter-Geschäftsführer zahlt sie einen Zuschuss nur nach Vertrag, als steuerpflichtigen Arbeitslohn.
- § 240 SGB V
Beiträge auch auf die Ausschüttung
Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen Kranken- und Pflegeversicherung auf alle Einnahmen, auch auf die Ausschüttung, bis 69.750 € im Jahr. Privat Versicherte zahlen ihren Tarif, Pflichtversicherte nur auf das Gehalt.
- § 8 Abs. 3 KStG
Verdeckte Gewinnausschüttung
Zahlt die GmbH dir mehr, als sie einem fremden Geschäftsführer zahlen würde, oder fehlt eine klare Vereinbarung im Voraus, wird der Teil zur verdeckten Gewinnausschüttung. Die GmbH versteuert ihn nach, bei 400 % Hebesatz mit 29,825 %.
Gehalt oder Ausschüttung: Was bleibt dir? Dieselbe GmbH, verschiedene Gehälter
Kurz: Ein Gehalt senkt den Gewinn der GmbH und damit Körperschaft- und Gewerbesteuer, bei dir kostet es Einkommensteuer und, wenn du sozialversicherungspflichtig bist, Beiträge. Eine Ausschüttung kommt aus dem versteuerten Gewinn und kostet bei dir Abgeltungsteuer oder Einkommensteuer im Teileinkünfteverfahren. Welche Mischung am meisten übrig lässt, hängt vom Gewinn, vom Hebesatz, deinem Steuersatz und deiner Krankenversicherung ab.
Beispiel: 150.000 € Gewinn vor Gehalt
| Gehalt | Steuern der GmbH | Deine Steuern | Beiträge | Privat verfügbar | Verfahren |
|---|---|---|---|---|---|
| 0 € | 44.737,50 € | 12.688,00 € | 7.200,00 € | 85.374,50 € | Teileinkünfteverfahren |
| 30.000 € | 35.790,00 € | 19.129,00 € | 7.200,00 € | 87.881,00 € | Teileinkünfteverfahren |
| 60.000 € | 26.842,50 € | 27.146,80 € | 7.200,00 € | 88.810,70 € | Teileinkünfteverfahren |
| 90.000 € | 17.895,00 € | 34.277,64 € | 7.200,00 € | 90.627,36 € | Abgeltungsteuer |
| 120.000 € | 8.947,50 € | 42.824,44 € | 7.200,00 € | 91.028,06 € | Abgeltungsteuer |
| 148.500 € | 445,37 € | 50.314,69 € | 7.200,00 € | 92.039,94 € | Abgeltungsteuer |
Ohne Gehalt bleiben dir ca. 85.375 €, mit 60.000 € ca. 88.811 €. Bis etwa 63.600 € Gehalt kostet die Ausschüttung im Teileinkünfteverfahren weniger, darüber mit der Abgeltungsteuer, weil dein Steuersatz mit dem Gehalt steigt. Rechnerisch bleibt bei diesen Angaben am meisten bei ca. 148.500 € Gehalt: ca. 92.040 €. Dann zahlt die GmbH fast ihren ganzen Gewinn als Gehalt aus, und das ist ein typischer Fall der verdeckten Gewinnausschüttung: Das Finanzamt erkennt nur ein angemessenes Gehalt an, und die Finanzverwaltung erwartet als Faustregel, dass der GmbH mindestens so viel Gewinn bleibt, wie du bekommst. Ein Gehalt in dieser Höhe muss dem Fremdvergleich standhalten.
Die Kurve verschiebt sich mit deinen Angaben: Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen Beiträge auch auf die Ausschüttung, Sozialversicherungspflichtige auf das Gehalt bis zur Beitragsbemessungsgrenze, und ein höherer Hebesatz macht den Gewinn in der GmbH teurer. Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer von 15 % jedes Jahr um einen Prozentpunkt bis 10 % ab 2032 (§ 23 Abs. 1 KStG); der ausgeschüttete Gewinn wird dann geringer belastet. Deine Kurve zeigt der Vergleich im Rechner.
So rechnet der Rechner Von der GmbH bis zu deinem Konto
Kurz: Der Rechner geht in drei Schritten vor. Erst die GmbH: Gewinn vor Gehalt, minus Gehalt und Arbeitgeberkosten, darauf Körperschaft- und Gewerbesteuer, der Rest wird ausgeschüttet. Dann dein zu versteuerndes Einkommen aus Gehalt und Ausschüttung. Zuletzt, was dir nach Steuern und Beiträgen bleibt.
| Schritt | Rechtsgrundlage | Betrag |
|---|---|---|
| Gewinn vor deinem Gehalt | § 8 Abs. 1 KStG | 150.000,00 € |
| Dein Gehalt | § 4 Abs. 4 EStG | − 60.000,00 € |
| Gewinn der GmbH vor Steuern | § 8 Abs. 1 KStG | 90.000,00 € |
| Körperschaftsteuer | § 23 KStG | − 13.500,00 € |
| Solidaritätszuschlag der GmbH | § 4 SolZG | − 742,50 € |
| Gewerbesteuer | § 11 GewStG | − 12.600,00 € |
| Jahresüberschuss | § 10 Nr. 2 KStG | 63.157,50 € |
| Deine Ausschüttung | § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG | 63.157,50 € |
| Schritt | Rechtsgrundlage | Betrag |
|---|---|---|
| Arbeitslohn | § 19 EStG | 60.000,00 € |
| Arbeitnehmer-Pauschbetrag | § 9a EStG | − 1.230,00 € |
| Ausschüttung im Tarif | § 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG | + 37.894,50 € |
| Kranken- und Pflegeversicherung | § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG | − 7.200,00 € |
| Sonderausgaben-Pauschbetrag | § 10c EStG | − 36,00 € |
| Zu versteuerndes Einkommen | § 2 Abs. 5 EStG | 89.428,00 € |
| Schritt | Rechtsgrundlage | Betrag |
|---|---|---|
| Gehalt | § 19 EStG | 60.000,00 € |
| Ausschüttung | § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG | + 63.157,50 € |
| Einkommensteuer | § 32a EStG | − 26.424,00 € |
| Solidaritätszuschlag | § 4 SolZG | − 722,80 € |
| Deine Beiträge zu Kranken- und Sozialversicherung | § 28d SGB IV | − 7.200,00 € |
| Privat verfügbar | 88.810,70 € |
Steuern der GmbH, deine Steuern und deine Krankenversicherung machen hier 40,8 % des Gewinns vor Gehalt aus. Mit deinen eigenen Zahlen zeigt dir der Rechner denselben Rechenweg, Schritt für Schritt mit Rechtsgrundlage.
Bist du als Gesellschafter-Geschäftsführer sozialversicherungspflichtig? 50 % oder eine umfassende Sperrminorität in der Satzung
Kurz: Maßgeblich ist, ob du als Geschäftsführer Weisungen der Gesellschafterversammlung verhindern kannst (§ 7 Abs. 1 SGB IV). Das Bundessozialgericht schaut dafür allein auf Anteil und Gesellschaftsvertrag. Den Status für deine Angaben zeigt der Rechner unter Status.
- Mindestens 50 %: Du kannst jeden Beschluss der Gesellschafterversammlung verhindern, also dir keine Weisungen geben lassen. Nach dieser Regel bist du selbständig, nicht abhängig beschäftigt; auch genau 50 % reicht.
- Unter 50 % mit umfassender Sperrminorität: Nur wenn der Gesellschaftsvertrag dir für alle Beschlüsse eine Sperrminorität gibt, nicht nur für einzelne Gegenstände (BSG 01.02.2022, B 12 KR 37/19 R). Stimmbindungs- oder Vetoabreden außerhalb der Satzung, auch im Anstellungsvertrag, zählen nicht (BSG 11.11.2015, B 12 KR 13/14 R; BSG 14.03.2018, B 12 KR 13/17 R), ebenso wenig eine Treuhand mit Stimmrechtsvollmacht (BSG 10.12.2019, B 12 KR 9/18 R).
- Unter 50 % ohne Sperrminorität: Du bist in der Regel abhängig beschäftigt, auch wenn du die Firma faktisch führst; die frühere „Kopf und Seele“-Rechtsprechung gilt nicht mehr (BSG 29.08.2012, B 12 KR 25/10 R; BSG 14.03.2018, B 12 KR 13/17 R).
- Ohne Anteile: Ein Fremd-Geschäftsführer ist immer abhängig beschäftigt. Der Rechner rechnet nur mit einer Beteiligung, ab 1 %.
Statusfeststellung bei der Clearingstelle
Meldet die GmbH dich als geschäftsführenden Gesellschafter zur Sozialversicherung an, beantragt die Krankenkasse von sich aus eine Statusfeststellung bei der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund (§ 7a Abs. 1 S. 2 SGB IV). Deren Bescheid bindet die anderen Versicherungsträger. Ohne Bescheid ist dein Status in der Praxis regelmäßig Thema der Betriebsprüfung; falsch eingestufte Beiträge fordert die Rentenversicherung in der Regel für bis zu vier Jahre nach, bei Vorsatz länger (§ 25 SGB IV). Du kannst die Statusfeststellung auch selbst beantragen (§ 7a Abs. 1 S. 1 SGB IV). Ändert sich der Gesellschaftsvertrag oder deine Beteiligung, kann sich auch der Status ändern.
Bist du nach dieser Regel nicht sozialversicherungspflichtig, zahlt die GmbH keine Beiträge für dich. Du bist dann nicht gesetzlich rentenversichert und sorgst selbst vor, etwa mit freiwilligen Beiträgen zur Rentenversicherung oder einer Basisrente. Auch die gesetzliche Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaft gilt dann nur, wenn du dich freiwillig versicherst oder die Satzung der Berufsgenossenschaft es vorsieht.
Arbeitgeberanteil und Beiträge 2026 Wenn du sozialversicherungspflichtig bist
Kurz: Als sozialversicherungspflichtiger Geschäftsführer zahlst du Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung je zur Hälfte mit der GmbH, die GmbH dazu die Insolvenzgeldumlage. Über der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 77.400 € (2026) bist du in der Kranken- und Pflegeversicherung versicherungsfrei; die GmbH zahlt dann einen steuerfreien Zuschuss.
| Rechengröße | 2025 | 2026 | 2027 (Entwurf) |
|---|---|---|---|
| Beitragsbemessungsgrenze Renten- und Arbeitslosenversicherung | 96.600 € | 101.400 € | 106.200 € |
| Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung | 66.150 € | 69.750 € | 76.500 € |
| Beitragsbemessungsgrenze Pflegeversicherung | 66.150 € | 69.750 € | 72.900 € |
| Jahresarbeitsentgeltgrenze | 73.800 € | 77.400 € | 84.150 € |
| Rentenversicherung, je zur Hälfte | 18,6 % | 18,6 % | 18,6 % |
| Arbeitslosenversicherung, je zur Hälfte | 2,6 % | 2,6 % | 2,6 % |
| Krankenversicherung, je zur Hälfte | 14,6 % plus Zusatzbeitrag, im Schnitt 2,5 % | 14,6 % plus Zusatzbeitrag, im Schnitt 2,9 % | 14,6 % plus Zusatzbeitrag, im Schnitt 2,9 % |
| Pflegeversicherung, je zur Hälfte | 3,6 %, ohne Kinder 0,6 % mehr für dich | 3,6 %, ohne Kinder 0,6 % mehr für dich | 3,6 %, ohne Kinder 0,6 % mehr für dich |
| Insolvenzgeldumlage, nur die GmbH | 0,15 % | 0,15 % | 0,15 % |
| Zuschuss der GmbH zu Kranken- und Pflegeversicherung, höchstens im Monat | 570,55 € | 613,22 € | 667,16 € |
| Arbeitnehmer-Pauschbetrag | 1.230 € | 1.230 € | 1.430 € |
Beispiel: Minderheits-Geschäftsführer mit 20 %
| Gehalt | Arbeitgeberanteile und Umlage | Zuschuss der GmbH | Kosten der GmbH | Deine Beiträge |
|---|---|---|---|---|
| 60.000 €, pflichtversichert | 12.780,00 € | 0,00 € | 72.780,00 € | 13.050,00 € |
| 80.000 €, freiwillig versichert | 8.600,00 € | 7.358,64 € | 95.958,64 € | 16.257,11 € |
Mit 60.000 € bist du pflichtversichert, die GmbH zahlt die Hälfte aller Beiträge. Mit 80.000 € liegst du über der Grenze: Renten- und Arbeitslosenversicherung bleiben, die Krankenkasse wählst du freiwillig gesetzlich oder privat, und die GmbH zahlt 7.358,64 € Zuschuss im Jahr, höchstens die Hälfte deines Beitrags. In Sachsen trägt die GmbH in der Pflegeversicherung weniger als die Hälfte (§ 58 Abs. 3 SGB XI); der Rechner berücksichtigt das, wenn du Sachsen wählst. Die Umlagen U1 und U2 und die Berufsgenossenschaft rechnet er nicht.
Krankenversicherung als Gesellschafter-Geschäftsführer Freiwillig gesetzlich, privat oder pflichtversichert
Kurz: Als Gesellschafter-Geschäftsführer ohne Sozialversicherungspflicht wählst du: freiwillig gesetzlich, wenn du die Vorversicherungszeit erfüllst (§ 9 SGB V), oder privat; zurück in die gesetzliche Versicherung geht es danach nur eingeschränkt. Das ändert nicht nur deinen Beitrag, sondern auch, ob die Ausschüttung Beiträge kostet.
- Freiwillig gesetzlich: Beiträge auf alle Einnahmen, auch auf die Ausschüttung, bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 69.750 € im Jahr (§ 240 SGB V). Ohne Krankengeld gilt der ermäßigte Satz von 14 % statt 14,6 %, jeweils plus Zusatzbeitrag; auf die Ausschüttung gilt er immer, weil sie kein Krankengeld begründet.
- Privat: Dein Tarif, unabhängig von Gehalt und Ausschüttung. Der Rechner zählt den Beitrag, den du einträgst, ganz als Basisabsicherung bei den Sonderausgaben; Wahlleistungen wie Chefarzt oder Einbettzimmer zählen in Wirklichkeit nicht dazu.
- Pflichtversichert: Nur wenn du sozialversicherungspflichtig bist und höchstens 77.400 € verdienst. Dann zählt allein das Gehalt; die Ausschüttung bleibt beitragsfrei.
Ein Beispiel: Mit 100 %, 100.000 € Gewinn vor Gehalt und 40.000 € Gehalt, freiwillig gesetzlich versichert ohne Krankengeld, kostet die Ausschüttung von ca. 42.105 € 2026 ca. 6.277 € Kranken- und Pflegeversicherung; zusammen mit dem Gehalt ist die Grenze erreicht. Deine Beiträge setzt du als Sonderausgaben ab.
Zuschuss der GmbH
Einem sozialversicherungspflichtigen Geschäftsführer über der Grenze muss die GmbH die Hälfte des Beitrags zuschießen, 2026 höchstens 508,59 € für die Kranken- und 104,63 € für die Pflegeversicherung im Monat (§ 257 SGB V, § 61 SGB XI); das ist steuerfrei (§ 3 Nr. 62 EStG). Ohne Sozialversicherungspflicht gibt es diesen Anspruch nicht. Vereinbart ihr einen Zuschuss vorher im Anstellungsvertrag, ist er für die GmbH Betriebsausgabe und für dich steuerpflichtiger Arbeitslohn, bei freiwilliger gesetzlicher Versicherung auch beitragspflichtig; ohne Vereinbarung droht eine verdeckte Gewinnausschüttung.
Wie viel Gehalt ist angemessen? Fremdvergleich, Formalien und verdeckte Gewinnausschüttung
Kurz: Eine gesetzliche Obergrenze für dein Gehalt gibt es nicht. Das Finanzamt vergleicht es mit dem, was die GmbH einem fremden Geschäftsführer zahlen würde, und zwar die ganze Ausstattung: Festgehalt, Tantieme, Pensionszusage, Dienstwagen. Es zählt eine Bandbreite; was über ihrem oberen Rand liegt, wird zur verdeckten Gewinnausschüttung (BFH 04.06.2003, I R 24/02). Die Hinweise dazu zeigt der Rechner unter Angemessenheit, ein Urteil fällt er nicht.
Formale Voraussetzungen für beherrschende Gesellschafter
Beherrschend bist du mit mehr als 50 % der Stimmen, mit 50 % oder weniger dann, wenn du mit anderen Gesellschaftern gleichgerichtete Interessen verfolgst. Dann gilt zusätzlich:
- Im Voraus: Gehalt und jede Erhöhung gelten nur für die Zukunft. Rückwirkende Erhöhungen und Nachzahlungen wertet das Finanzamt als verdeckte Gewinnausschüttung.
- Klar, am besten schriftlich: Die Höhe muss sich ohne Ermessen aus der Vereinbarung ergeben, am besten mit festem Jahresbetrag. Die Schriftform verlangt das Finanzamt nicht als Bedingung, aber ohne sie lässt sich die Vereinbarung kaum nachweisen.
- Durch die Gesellschafterversammlung: Sie schließt und ändert den Anstellungsvertrag; schließt du ihn mit dir selbst ab, brauchst du die Befreiung von § 181 BGB. In der Ein-Personen-GmbH hältst du das Geschäft in einer Niederschrift fest (§ 35 Abs. 3 GmbHG).
- Tatsächlich durchgeführt: Das Gehalt fließt jeden Monat so, wie es vereinbart ist. Zahlt die GmbH es lange nicht aus, obwohl sie könnte, zweifelt das Finanzamt die Vereinbarung an.
- Verzicht nur im Voraus: Verzichtest du in einer Krise auf Gehalt, dann vorher für die kommenden Monate. Verzichtest du auf schon verdientes Gehalt, gilt es als zugeflossen: Du versteuerst es, soweit die GmbH es hätte zahlen können, und es wird zur verdeckten Einlage in die GmbH (BFH 09.06.1997, GrS 1/94).
Karlsruher Tabelle 2009
| Branche | bis 2,5 Mio. € Umsatz und 20 Mitarbeiter | bis 5 Mio. € Umsatz und 50 Mitarbeiter | bis 25 Mio. € Umsatz und 100 Mitarbeiter | bis 50 Mio. € Umsatz und 500 Mitarbeiter |
|---|---|---|---|---|
| Industrie | 140.000–180.000 € | 180.000–230.000 € | 230.000–260.000 € | 280.000–440.000 € |
| Großhandel | 160.000–200.000 € | 170.000–240.000 € | 200.000–260.000 € | 260.000–450.000 € |
| Einzelhandel | 120.000–150.000 € | 130.000–180.000 € | 180.000–210.000 € | 210.000–440.000 € |
| Freie Berufe | 160.000–230.000 € | 230.000–270.000 € | 270.000–320.000 € | 280.000–480.000 € |
| Sonstige Dienstleistung | 140.000–180.000 € | 190.000–230.000 € | 210.000–270.000 € | 240.000–460.000 € |
| Handwerk | 100.000–150.000 € | 140.000–190.000 € | 180.000–240.000 € | 200.000–360.000 € |
Gerichte messen die Angemessenheit vor allem an Gehaltsstudien und am Vergleich mit Angestellten der eigenen GmbH. Neben der Größe zählen Gewinn, Ertragsaussichten und Aufgaben. In der Aufbauphase sind niedrigere Gehälter üblich; ein sprunghaft verdoppeltes Gehalt kurz nach dem Start sieht das Finanzamt kritisch.
Tantieme und Gewinnabsaugung
Eine Gewinntantieme über die Hälfte des Jahresüberschusses vor Tantieme und Steuern ist in der Regel insoweit eine verdeckte Gewinnausschüttung (BFH 05.10.1994, I R 50/94), ebenso eine Tantieme auf den Umsatz. Das Verhältnis von 75 % Festgehalt zu 25 % Tantieme ist nur ein Richtwert. Die Tantieme rechnet der Rechner nicht; trag nur das Festgehalt ein.
Was eine verdeckte Gewinnausschüttung kostet
Die GmbH darf den beanstandeten Teil nicht vom Gewinn abziehen (§ 8 Abs. 3 KStG) und zahlt darauf Körperschaftsteuer, Soli und Gewerbesteuer nach, bei 400 % Hebesatz 29,825 %: bei 10.000 € sind das 2.982,50 €, dazu Zinsen. Bei dir wird aus dem Arbeitslohn eine Ausschüttung. Das Teileinkünfteverfahren gilt für sie nur, wenn du es spätestens mit der Steuererklärung beantragt hast (BFH 28.07.2015, VIII R 50/14).
Teileinkünfteverfahren oder Abgeltungsteuer Die Ausschüttung im selben Tarif wie dein Gehalt
Kurz: Als Geschäftsführer kannst du für die Ausschüttung ab 1 % Beteiligung das Teileinkünfteverfahren beantragen. Dann zählen 60 % der Ausschüttung mit deinem persönlichen Steuersatz, zusammen mit deinem Gehalt. Die Abgeltungsteuer kostet 25 % plus Soli, gleich wie hoch dein Gehalt ist.
| Verfahren | Zu versteuerndes Einkommen | Steuern im Jahr | Davon durch die Ausschüttung | Erstattung |
|---|---|---|---|---|
| Abgeltungsteuer | 51.534 € | 27.485,03 € | 16.394,03 € | + 263,75 € |
| Günstigerprüfung | 113.691 € | 38.549,41 € | 27.458,41 € | − 10.800,63 € |
| Teileinkünfteverfahren | 89.428 € | 27.146,80 € | 16.055,80 € | + 601,98 € |
Im Beispiel kostet das Teileinkünfteverfahren bis etwa 63.600 € Gehalt weniger, darüber die Abgeltungsteuer. Die Günstigerprüfung nimmt die ganze Ausschüttung in den Tarif und kommt bei einem Gehalt meist teurer. Den Antrag auf das Teileinkünfteverfahren stellst du spätestens mit der Steuererklärung; er gilt für dieses und die vier folgenden Jahre. Viele Gesellschafter-Geschäftsführer stellen ihn vorsorglich, weil er auch für eine später entdeckte verdeckte Gewinnausschüttung zählt.
Geschäftsführergehalt in der UG 25 % des Jahresüberschusses in die Rücklage
Kurz: Steuerlich ist die UG eine GmbH. Sie muss aber jedes Jahr 25 % ihres Jahresüberschusses in die gesetzliche Rücklage stellen (§ 5a Abs. 3 GmbHG), bis ihr Stammkapital 25.000 € erreicht. Ein Gehalt senkt den Jahresüberschuss und damit auch die Rücklage.
| Gehalt | Steuern der UG | Rücklage | Ausschüttung | Privat verfügbar |
|---|---|---|---|---|
| Ohne Gehalt | 17.895,00 € | 10.526,25 € | 31.578,75 € | 24.378,75 € |
| 30.000 € Gehalt | 8.947,50 € | 5.263,13 € | 15.789,37 € | 34.087,37 € |
Ohne Gehalt stellt die UG ca. 10.526 € zurück, mit 30.000 € Gehalt ca. 5.263 €. Die Rücklage bleibt in der UG und gehört dir als Gesellschafter weiter; privat verfügbar ist sie nicht. Wie die Gründung einer UG abläuft, steht unter UG gründen.
Lohnsteuer und Lohnabrechnung Vorauszahlung im Monat, Abrechnung im Jahr
Kurz: Auch ohne Sozialversicherung rechnet die GmbH dein Gehalt über die Lohnabrechnung ab und führt jeden Monat Lohnsteuer, Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer ans Finanzamt ab. Die Lohnsteuer ist nur eine Vorauszahlung; maßgeblich ist die Einkommensteuer für das ganze Jahr, die der Rechner zeigt.
Mit deiner Steuererklärung rechnet das Finanzamt Gehalt, Ausschüttung und Vorsorge zusammen ab. Zahlst du privat Krankenversicherung, meldet dein Versicherer die Beiträge für die Lohnsteuer elektronisch; fehlen sie, ist die Lohnsteuer im Jahr zu hoch, und du bekommst den Unterschied mit dem Bescheid zurück. Die Abrechnung selbst übernimmt die Lohnabrechnung.
Was sich 2027 ändert Neues Recht und Entwürfe, die der Rechner schon berücksichtigt
Kurz: Für 2027 stehen mehrere Werte erst im Entwurf. Der Rechner nimmt die Entwürfe und kennzeichnet das Jahr; nach dem Stand vom 3. November 2026 bleiben dir im Beispiel mit 150.000 € Gewinn und 60.000 € Gehalt 2027 ca. 89.023 €, 2026 ca. 88.811 €.
- Jahresarbeitsentgeltgrenze: Sie steigt nach dem Entwurf der Rechengrößen von 77.400 € auf 84.150 €; die einmalige Sonderanhebung darin ist schon Gesetz. Ein sozialversicherungspflichtiger Geschäftsführer mit 80.000 € ist dann wieder in der Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert. Wer am 31.12.2026 wegen der Grenze privat versichert war, bleibt mit mehr als 80.550 € versicherungsfrei (§ 6 Abs. 8 SGB V; der Betrag nach dem Entwurf).
- Beitragsbemessungsgrenzen: Rentenversicherung 106.200 €, Krankenversicherung 76.500 € nach dem Entwurf der Rechengrößen. Für die Pflegeversicherung rechnet der Rechner mit 72.900 € und 0,6 % Zuschlag für Kinderlose nach geltendem Recht; ein Gesetzentwurf würde beides anheben.
- Einkommensteuer: Tarif und Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.430 € folgen dem Regierungsentwurf für 2027.
- Gewerbesteuer: Der Mindesthebesatz steigt auf 280 %; das ist schon Gesetz.
Quellen und Stand Gesetze und Rechtsprechung
Stand: 3. November 2026. Nach EStG, KStG, GewStG und Sozialgesetzbuch, jeder Schritt mit Rechtsgrundlage, nachgerechnet an Beispielen von Hand. 2027 rechnet der Rechner mit dem Regierungsentwurf zur Einkommensteuer und dem Kabinettsentwurf der Rechengrößen und sagt das dazu. Er rechnet in deinem Browser; firma.de speichert deine Angaben nicht.
Allgemeine Steuerinformation, keine Steuerberatung und keine Rechtsberatung. Der Rechner schätzt Steuern und Sozialversicherung von Gehalt und Ausschüttung nach dem Stand vom 3. November 2026; festgesetzt werden sie vom Finanzamt, der Gemeinde und den Krankenkassen. Ob du sozialversicherungspflichtig bist, entscheidet im Einzelfall die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund, ob dein Gehalt dem Fremdvergleich standhält, das Finanzamt. Tantieme, Pensionszusage, Dienstwagen und andere Sachbezüge, Umlagen U1 und U2, die Berufsgenossenschaft und die monatliche Lohnsteuer rechnet er nicht.
Gesetzestexte
Du gründest eine GmbH oder UG?
Wir zeigen dir in einem kurzen Gespräch, wie die Gründung mit firma.de abläuft und wie Lohnabrechnung, Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen danach weiterlaufen.
Häufige Fragen zum Geschäftsführergehalt
Gehalt oder Ausschüttung: Was bleibt mir als Gesellschafter-Geschäftsführer?
Das hängt vom Gewinn, deinem Steuersatz und deiner Krankenversicherung ab. Ein Beispiel für 2026: Du hältst 100 %, die GmbH hat 150.000 € Gewinn vor deinem Gehalt, 400 % Hebesatz, du bist ledig und privat versichert mit 600 € im Monat. Ohne Gehalt bleiben dir nach allen Steuern ca. 85.375 €, mit 60.000 € Gehalt ca. 88.811 €. Rechnerisch bliebe am meisten bei ca. 148.500 € Gehalt, ca. 92.040 €. Das Finanzamt erkennt aber nur ein angemessenes Gehalt an, und fast den ganzen Gewinn als Gehalt zu nehmen, ist ein typischer Fall der verdeckten Gewinnausschüttung: Den Teil, den ein fremder Geschäftsführer nicht bekäme, behandelt es wie eine Ausschüttung. Wie die Kurve für deine Zahlen verläuft, zeigt der Vergleich im Rechner.
Bin ich als Gesellschafter-Geschäftsführer sozialversicherungspflichtig?
Das hängt an deinem Anteil und an der Satzung. Mit mindestens 50 % der Anteile kannst du jeden Beschluss verhindern; nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts bist du dann in der Regel selbständig und nicht sozialversicherungspflichtig (§ 7 Abs. 1 SGB IV). Unter 50 % bist du in der Regel abhängig beschäftigt, es sei denn, der Gesellschaftsvertrag gibt dir eine umfassende Sperrminorität, mit der du jede dir nicht genehme Weisung verhindern kannst (BSG 14.03.2018, B 12 KR 13/17 R). Die Sperrminorität muss alle Beschlüsse erfassen, nicht nur einzelne Gegenstände (BSG 01.02.2022, B 12 KR 37/19 R). Ein Vetorecht im Anstellungsvertrag oder eine Stimmbindung außerhalb der Satzung reicht nicht (BSG 11.11.2015, B 12 KR 13/14 R). Verbindlich entscheidet die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund: Meldet die GmbH dich als geschäftsführenden Gesellschafter an, beantragt die Krankenkasse die Statusfeststellung von sich aus (§ 7a Abs. 1 S. 2 SGB IV).
Wie viel Gehalt darf ich mir als Geschäftsführer meiner GmbH zahlen?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Das Finanzamt fragt, was die GmbH einem fremden Geschäftsführer für dieselbe Arbeit zahlen würde (Fremdvergleich), und schaut auf alle Bestandteile zusammen: Festgehalt, Tantieme, Pensionszusage, Dienstwagen. Es zählt eine Bandbreite; als verdeckte Gewinnausschüttung gilt nur, was über ihrem oberen Rand liegt (BFH 04.06.2003, I R 24/02). Als Faustregel der Finanzverwaltung soll der GmbH nach deinem Gehalt mindestens so viel Gewinn vor Steuern bleiben, wie du bekommst. Die Karlsruher Tabelle der OFD Karlsruhe von 2009 nennt für eine Dienstleistungs-GmbH mit bis zu 2,5 Mio. € Umsatz und 20 Mitarbeitern 140.000–180.000 € Gesamtbezüge, gerundet; sie ist nur eine grobe interne Orientierung, keine Grenze. Bist du beherrschender Gesellschafter, in der Regel mit mehr als 50 %, muss das Gehalt außerdem im Voraus klar vereinbart sein, am besten schriftlich, und so gezahlt werden. Der Rechner zeigt dazu Hinweise, kein Urteil.
Wie hoch ist der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung beim Geschäftsführergehalt 2026?
Nur wenn du sozialversicherungspflichtig bist, also in der Regel mit weniger als 50 % und ohne Sperrminorität. Bei 60.000 € Gehalt 2026 trägt die GmbH dann 5.580,00 € Rentenversicherung, 780,00 € Arbeitslosenversicherung, 5.250,00 € Kranken- und 1.080,00 € Pflegeversicherung und 90,00 € Insolvenzgeldumlage, zusammen 12.780,00 €; das Gehalt kostet sie 72.780,00 €. Von deinem Gehalt gehen 13.050,00 € ab, ohne Kinder gerechnet. Die Beiträge zählen bis zur Beitragsbemessungsgrenze, 101.400 € in der Renten- und 69.750 € in der Krankenversicherung. Über 77.400 € Gehalt bist du in der Kranken- und Pflegeversicherung versicherungsfrei; dann zahlt die GmbH einen steuerfreien Zuschuss von höchstens 508,59 € für die Kranken- und 104,63 € für die Pflegeversicherung im Monat.
Muss ich auf Gewinnausschüttungen Krankenversicherung zahlen?
Ja, wenn du freiwillig gesetzlich versichert bist: Dann zählt die Ausschüttung zu den beitragspflichtigen Einnahmen (§ 240 SGB V), bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 69.750 € im Jahr, in der Krankenversicherung zum ermäßigten Satz ohne Krankengeld. Mit 100 %, 40.000 € Gehalt und ca. 42.105 € Ausschüttung kostet die Ausschüttung 2026 ca. 6.277 € Kranken- und Pflegeversicherung, ohne Krankengeld gerechnet; zusammen mit dem Gehalt ist die Grenze erreicht. Privat Versicherte und wer über die Anstellung pflichtversichert ist, zahlen auf die Ausschüttung keine Beiträge.
Zahlt die GmbH einen Zuschuss zur Krankenversicherung, und ist er steuerfrei?
Als sozialversicherungspflichtiger Geschäftsführer mit mehr als 77.400 € Gehalt bekommst du von der GmbH einen Zuschuss (§ 257 SGB V, § 61 SGB XI): die Hälfte des Beitrags, 2026 höchstens 508,59 € für die Kranken- und 104,63 € für die Pflegeversicherung im Monat. Dieser Zuschuss ist steuerfrei (§ 3 Nr. 62 EStG). Bist du als Gesellschafter mit mindestens 50 % in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig, hast du keinen gesetzlichen Anspruch. Die GmbH kann dir einen Zuschuss trotzdem zahlen, wenn ihr ihn vorher im Anstellungsvertrag vereinbart; er ist dann steuerpflichtiger Arbeitslohn, und bist du freiwillig gesetzlich versichert, zahlst du auch auf ihn Beiträge. Ohne Vereinbarung kann das Finanzamt ihn als verdeckte Gewinnausschüttung werten.
Was kostet eine verdeckte Gewinnausschüttung beim Geschäftsführergehalt?
Den Teil des Gehalts, den das Finanzamt als verdeckte Gewinnausschüttung wertet, rechnet es dem Gewinn der GmbH wieder hinzu (§ 8 Abs. 3 KStG). Darauf zahlt die GmbH Körperschaftsteuer, Soli und Gewerbesteuer nach, bei 400 % Hebesatz 29,825 %: bei 10.000 € sind das 2.982,50 €, dazu Zinsen. Bei dir wird aus dem Arbeitslohn eine Ausschüttung; dein Steuerbescheid wird geändert. Das Teileinkünfteverfahren gilt dafür nur, wenn du es spätestens mit deiner Steuererklärung beantragt hast (BFH 28.07.2015, VIII R 50/14); viele Gesellschafter-Geschäftsführer stellen den Antrag deshalb vorsorglich.
Muss ich mir in der Gründungsphase ein Gehalt zahlen?
Nein. Die GmbH darf dir auch kein Gehalt zahlen; dann bekommst du den Gewinn nur über die Ausschüttung. Im Beispiel mit 150.000 € Gewinn bleiben dir so ca. 85.375 € statt ca. 88.811 € mit 60.000 € Gehalt, weil die GmbH ohne Gehalt den ganzen Gewinn versteuert. Mit der Abgeltungsteuer statt des Teileinkünfteverfahrens wären es nur ca. 70.563 €: Dein Grundfreibetrag und der Abzug deiner Krankenversicherung blieben dann ungenutzt. Bei einer UG senkt das Gehalt auch die Rücklage: Mit 60.000 € Gewinn und 30.000 € Gehalt stellt sie ca. 5.263 € zurück, ohne Gehalt ca. 10.526 €. Als beherrschender Gesellschafter erhöhst du ein Gehalt später nur für die Zukunft, nie rückwirkend.
Teileinkünfteverfahren oder Abgeltungsteuer: Was kostet als Gesellschafter-Geschäftsführer weniger?
Als Geschäftsführer kannst du das Teileinkünfteverfahren ab 1 % Beteiligung beantragen: 60 % der Ausschüttung zählen dann mit deinem persönlichen Steuersatz, zusammen mit deinem Gehalt. Die Abgeltungsteuer kostet 25 % plus Soli, gleich wie hoch dein Gehalt ist. Je höher das Gehalt, desto höher dein Steuersatz: Im Beispiel mit 150.000 € Gewinn kostet das Teileinkünfteverfahren bis etwa 63.600 € Gehalt weniger, darüber die Abgeltungsteuer. Bei 60.000 € Gehalt zahlst du mit Teileinkünften ca. 27.147 € Steuern im Jahr, mit Abgeltungsteuer ca. 27.485 €. Der Antrag muss spätestens mit der Steuererklärung kommen und gilt fünf Jahre (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG).
Was passiert mit meinen Angaben?
Der Rechner rechnet in deinem Browser, firma.de speichert deine Angaben nicht. In der Adresszeile stehen keine Beträge. Teilst du eine Berechnung, stehen die Angaben im Link hinter dem #; diesen Teil schickt der Browser nie an einen Server. Beschreibst du deine GmbH und dein Gehalt in einem Satz, gehen der Satz und deine Angaben im Rechner über das Vercel AI Gateway an ein KI-Modell. Es füllt nur die Felder aus; gerechnet wird danach nach festen Regeln, und firma.de speichert den Satz nicht. Schreib trotzdem keine Namen oder Firmennamen in den Satz.