Unternehmensfinanzierung – die Mischung macht‘s

aktualisiert am 14. Februar 2019 6 Minuten zu lesen
Teilen

Finanzierungsmodelle kombinieren – ein Fachbeitrag von firma.de-Berater Thomas Häntsch

 

Was ist die richtige Finanzierung für dein Unternehmen?
Bisher war vor allem der Gang zur (Haus)Bank oftmals der klassische Weg der Finanzierung eines Vorhabens. Doch die Zeiten, die Ideen, die Ansprüche sowie Voraussetzungen ändern sich.
So gibt es eine Vielzahl an Geschäftsideen und Projekten oder Erweiterungsfinanzierungen, welche;

  • nicht unbedingt in das bisher vorhandene typische Raster einer Bank und dem Vorstellungsvermögen eines Bankers fallen und
  • sind die Banken durch „Basel III“ mittlerweile anderen Anforderungen ausgesetzt, agieren verhaltener und achten stärker auf die Bonität des Unternehmers.
    In Kombination kann es hier für Unternehmer schwierig sein, die benötigte Finanzierung in vollem Umfang zu erhalten. Es lohnt daher, sich einmal am Markt umzuschauen und sich mit alternativen Finanzierungsmöglichkeiten zu befassen.
    Diese Alternativen können sowohl einen ersetzenden wie auch ergänzenden Charakter zur herkömmlichen Bankenfinanzierung haben.


Welche Alternativen gibt es?

Viele der Angebote sind nicht neu, finden aber in diesen Zeiten eine wesentlich höhere Beachtung und Aufmerksamkeit. Andere Angebote wiederum sind erst in den letzten Jahren erwachsen und werden sich in den Folgejahren noch weiter etablieren.
So findest du Kapital, Beratung und Netzwerke unter anderem hier: (Reihenfolge ohne Wertung, Aufzählung nicht abschließend)

  1. dein Lieferant – in dem er dir ein Zahlungsziel einräumt, auch Lieferanten- oder Warenkredit genannt
  2. Factoring – deine Rechnungen werden von einem darauf spezialisierten Unternehmen übernommen und du erhältst in der Regel einen großen Teil deiner Forderung sofort, den Rest, wenn dein Kunden an das Factoring-Unternehmen gezahlt hat
  3. Leasing – um Maschinen oder Fahrzeuge beispielsweise anzumieten und nach dem Ende des Leasingvertrages zu entscheiden, ob du diese Güter in dein Eigentum übernehmen und weiternutzen oder etwas neues leasen möchtest
  4. die Business Angel – sind Unternehmer und Privatpersonen, welche neben Kapital auch ihr Know-How und ihre Netzwerke bereitstellen
  5. Crowdinvesting / Crowdfunding – eine (in Deutschland) neuere Form der Kapitalbeschaffung über diverse Plattformen. Dabei können die verschiedensten Projekte vorgestellt und sowohl Unterstützer im kleinen Rahmen ebenso wie Investoren im größeren Rahmen geworben werden
  6. Venture Capital (Wagnis- oder auch Risikokapital) – gerade bei innovativen Projekten, welche sehr viel Kapital für Forschung und Entwicklung benötigen, können mit einem Wagniskapitalgeber die richtigen Partner gefunden werden
  7. Stille Beteiligungen – an einem Handelsunternehmen können sich stille Gesellschafter mit einer Einlage am Unternehmen beteiligen und treten nicht nach außen auf, haben keine Stimmrechte. Wenn dies nicht der Fall ist, spricht man auch von einer Atypisch stillen Beteiligung.

Diesen Unterschied und weitere Details zu den oben genannten Finanzierungsinstrumenten, ebenso weitere Möglichkeiten der Finanzierung über z.B. Schuldscheindarlehen, Genussscheine, Gesellschafteranteile oder Aktien, und viele weitere mehr erklären dir gerne die Experten von firma.de aus der Beraterdatenbank.

Worin liegt der Unterschied zur „Ich gehe mal zur Bank“?
Im Grunde ist die Herangehensweise überall ähnlich. Du benötigst einen aussagekräftigen Businessplan und entsprechendes Material drum herum. Das können bestehende Bilanzen oder BWAs ebenso wie Produktmuster, Markenanmeldungen, Patentrechte, etc. sein, welche darlegen was bisher geschah resp. künftig geschehen soll. Alle deine Ideen einmal strukturiert zu Papier gebracht, ist die Basis für jedes Gespräch mit möglichen Investoren. Dafür kannst du im Übrigen auch die Vorlage des Business Model Canvas benutzen und deine Gedanken klar strukturieren.
Der Unterschied liegt im konkreten darin, dass sich je nach Modell, die Investoren selbst einbringen werden. Neben ihrem Geld vor allem durch ihre Netzwerke, durch Weiterempfehlungen, etc., mit Hinblick darauf, das Unternehmen und dessen Dienstleistung und Produkte erfolgreich zu sehen, vor allem, wenn es sich dabei um aktive Beteiligungsformen handelt. Eine bessere Marketing- und Vertriebsunterstützung kannst du dir nicht wünschen.

Empfehlung
Nimm dir die Zeit und schaue dir die zahlreichen Optionen sorgfältig an. Lasse dich unabhängig beraten. Das Beste daran ist, das du dich – je nach Programm oder Finanzierungsoption – mit den verschiedensten Fragen und Inhalten auseinander setzen musst. Gerade private Geldgeber und Investoren hinterfragen ganz anders, haben ganz andere Interessen. Diese bringen dich oftmals noch viel tiefer in dein Geschäft und dazu, dich mit zahlreichen Punkten intensiver auseinanderzusetzen, umso noch mehr aus deinem Unternehmen oder Vorhaben zu machen.
Am Ende kann es eine Mischung aus Eigenkapital, der klassischen Bankenfinanzierung und Beteiligungen sowie der Nutzung von Factoring, Leasing & Co sein. Hier macht es die Mischung in Verbindung mit deiner mittel- bis langfristigen Finanzplanung sowie deiner strategischen Unternehmensausrichtung.

Autor: Thomas Häntsch

Jetzt weiterstöbern im Ratgeber!