Was Lohnhersteller für Firmen leisten

aktualisiert am 8. November 2019 8 Minuten zu lesen

Lohnhersteller sind Fertigungsbetriebe, welche die Produktion mit Expertise und professioneller Geräteausstattung übernehmen können. Gerade kleinere oder mittelgroße Firmen profitieren von dem Outsourcing des Herstellungsprozesses und auch von der Auslagerung anderer Aufgaben.

 

Vorteile bei der industriellen Fertigung

Lohnherstellung ist in vielen Bereichen der industriellen Fertigung vertreten. Auf diese Weise lassen sich günstig extern Produkte herstellen. Diese Möglichkeit der Herstellung – ob komplett oder nur teilweise – kann eine deutliche finanzielle und auch personelle Erleichterung für ein Unternehmen darstellen. Vor allem in der Lebensmittel-, der Kosmetik- und der Pharma-Industrie hat sich das Engagieren von Lohnherstellern bereits bewährt – und das seit Jahren. Gerade in den Aufgabengebieten Co-Packing, maschinelle Verpackung und Fertigung können einige Unternehmen, wie das Beispiel zeigt, punkten.

Das Anwendungsspektrum ist sehr breit:

  • Zur Markteinführung neuer Produkte
  • Bei Produktion spezieller Sondergrößen
  • Für besondere Verpackungsarten
  • Zur Produktveredelung
  • Für spezielle Konfektionierungen

 

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Startup-Unternehmen, das im Bereich Lebensmittel angesiedelt ist, entdeckt einen gesundheitsförderlichen Nährstoffkomplex, welcher nach Einnahme nur über eine gezielte, kontrollierte Freisetzung im Körper seine volle Wirkung entfaltet. Nun benötigt das Startup erstmalig eine spezielle Umhüllung für seinen Nährstoffkomplex, welche den o.g. Ansprüchen genügt. Die technischen Gerätschaften im Startup sind für diesen Zweck nicht ausgelegt; die Anschaffung würde Unsummen verschlingen. Bei einem solchen Problem können sich Unternehmen an spezialisierte Lohnhersteller wenden: Mit einem besonderen Verfahren, das sich „Coating“ nennt, beschichtet oder umhüllt der Lohnhersteller Partikel, Pulver oder Granulate. Diese Hülle kann ganz individuell auf die erforderliche Inhaltsstofffreisetzung zugeschnitten werden. Auf diesem Wege holt das Startup-Unternehmen das Maximum aus seinem neuen Produkt heraus – und kann sich dabei auf die Expertise des Lohnherstellers verlassen. Das spart Zeit, Geld und Nerven.

 

Outsourcing immer wichtiger

Eine wachsende Anzahl an Top-Entscheidern deutscher Unternehmen schätzen das Thema Outsourcing als hoch ein. Deutsche Firmen sind mit der kompletten oder teilweisen Arbeitsauslagerung international wettbewerbsfähiger geworden. Das Unternehmen kann sich durch die Kosten- und Zeitersparnis komplett auf sein Kerngeschäft konzentrieren und daraus auch eine höhere Qualität der Produkte erreichen. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass sich ein Outsourcing-Vorhaben ab einer Kostensenkung von 20 Prozent lohnt.

 

Auslagerung in vielen Bereichen

Nicht nur im Bereich Produktion und Verpackung wird Outsourcing immer beliebter. Es gibt auch viele andere Aufgaben, die sich auslagern lassen, von es nicht unbedingt erwartet wird, beispielsweise im Bereich IT. Mehr als ein Drittel der deutschen Unternehmen haben Teile ihrer IT an externe Anbieter ausgelagert. Die Dienstleister kümmern sich unter anderem um Programmierung, Datenbankpflege und auch Webdesign.

Den größten Teil nehmen sogenannte Basisaufgaben ein, die ausgelagert werden. Dazu gehören beispielsweise Grafiker, die sich um das Logodesign kümmern oder auch das Marketing. Sehr beliebt ist auch das Outsourcing von Lohnabrechnungen. Neben den übrigen Aufgaben, die an Externe abgegeben werden, liegt der Bereich Produktion im Mittelfeld.

 

Vor- und Nachteile

Zeit und Geld zu sparen mag zunächst verlockend für Unternehmen klingen. Dennoch ist auch in diesem Bereich Vorsicht geboten. Hierbei gilt: Geld ist nicht alles.

 Die Vorteile:

  • Mehr Geld: Ein Unternehmen spart hier auf vielen Ebenen. Gibt er wichtige Aufgaben an Externe, die darauf spezialisiert sind, kommt er meist billiger an die Waren und schneller zum gewünschten Ergebnis. Außerdem bedeuten externe Kräfte Einsparungen bei den Ausgaben für den Bereich Sozialversicherung.
  • Mehr Qualität: Werden Aufträge an Außenstehende gegeben, die mehr Expertise in diesem Bereich haben, geht damit i.d.R. eine Steigerung der Qualität einher.
  • Mehr Zeit: Interne Mitarbeiter müssen sich nicht in neue Materie einarbeiten. Beim Outsourcing kann der Dienstleister oder Produzent von außerhalb bereits direkt Ergebnisse liefern.
  • Mehr Effizienz: Unternehmen, die ihre Sekundärbereiche auslagern, können sich mehr auf ihr eigentliches Geschäft konzentrieren. Nicht nur die Effektivität kann so gesteigert werden, sondern auch die Produktivität.
  • Mehr Flexibilität: Kommt plötzlich ein großer Auftrag, der zeitig bearbeitet werden muss, kann so viel schneller gehandelt werden.
  • Weniger Risiken: Zum Beispiel müssen Krankheitsausfälle in den ausgelagerten Bereichen nicht vom Unternehmen, sondern vom externen Dienstleister kompensiert werden.
  • Mehr Wachstum: Werden alle Faktoren berücksichtigt, kann sich das Unternehmen schneller entwickeln.

 

Die Nachteile:

  • Mehr Kommunikationsbedarf: Eine erfolgreiche Zusammenarbeit lebt von guter Kommunikation. Das kann nur gewährleistet werden, wenn alle Wünsche und Besonderheiten des Unternehmens mit dem Externen bis ins Detail besprochen wurden. So eine Absprache frisst viel Zeit und ist niemals komplett zu Ende, da hier eine stetige Kommunikation unerlässlich ist.
  • Weniger Kontrolle: Ein Unternehmen ist zwar selbst Auftraggeber, doch leider wird nicht jeder einzelne Produktionsschritt überwacht.
  • Mehr Abhängigkeit: Es ist problematisch, wenn Kooperationsverträge über mehrere Jahre abgeschlossen werden und deshalb nicht kurzfristig gekündigt werden kann, falls Probleme auftreten.
  • Mehr Konkurrenzdenken: Werden vereinzelt Positionen outgesourced kann das auch schädlich für das Betriebsklima sein. Möglicherweise denken die Angestellten dann, dass ihre Position die nächste sein wird.
  • Weniger Geheimhaltung: Öffnet sich ein Betrieb einem Außenstehenden, kann das bedeuten, dass dieser möglicherweise ungewollt einige Interna mitbekommt. Hier sollte eventuell mit Geheimhaltungsvereinbarungen reguliert werden.

Falls sich Ihr Unternehmen nun dafür entscheidet, einzelne Arbeitsabläufe oder -bereiche an einen externen Dienstleister oder auch Lohnhersteller abzugeben, sollten Sie nun bestens informiert sein. Es ist eine gute Möglichkeit ihre Betriebsabläufe effizienter zu gestalten, die Qualität Ihrer Produkte zu steigern und vor allem auch bares Geld zu sparen. Außerdem sollten Sie bedenken, dass Kommunikation mit dem externen Dienstleister extrem wichtig ist. Arbeiten Sie Verträge und Aufträge sorgfältig aus und definieren Sie die Aufgaben und Bereiche klar.

 

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