Geschäft für Augenoptik gründen – So machen Sie sich im Optikgewerbe selbständig

aktualisiert am 7. August 2020 12 Minuten zu lesen
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Sie möchten ein Optikgeschäft eröffnen, wissen aber nicht, was es zu beachten gilt? firma.de informiert über Rechtsformen, Kosten, Franchise-Möglichkeiten, Anforderungen und rechtliche Bedingungen.

 

Geschäft als Augenoptiker eröffnen: Rechtliches und Anforderungen

Infografik Optiker Selbständigkeit

Wenn Sie einen Augenoptikerbetrieb eröffnen möchten, sollten Sie beachten, dass eine Meisterpflicht besteht, denn um sich im Bereich der Optik selbständig zu machen, benötigen Sie eine abgeschlossene Meisterprüfung. Um sich für diese zu qualifizieren, ist eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Augenoptiker erforderlich oder aber ein erfolgreich abgeschlossenes Studium der Optometrie. Außerdem ist “selbständiger Augenoptiker” ein zulassungspflichtiger Beruf, das heißt, zusätzlich zum Meistertitel (als Augenoptikermeister) ist auch die Eintragung in die Handwerksrolle Pflicht. Die Handwerksrolle ist das Verzeichnis, in dem die Inhaber von zulassungspflichtigen Handwerksbetrieben einzutragen sind.

Gründung eines Augenoptiker-Betriebs als Franchise

Um Franchise-Nehmer zu werden, müssen Sie im Vorhinein ggf. Schulungen des Franchise-Gebers besuchen, mit einem Businessplan aufwarten sowie einen geeigneten Standort finden. Außerdem gilt es, die Gründung per Franchising zu finanzieren: Franchisegebühr, Gründungskosten, Investitionen sowie laufende Kosten für die ersten Monate sollten Sie als Grundkapitalbedarf sehen. Erst wenn diese Punkte geklärt sind, kommt es zur Unterzeichnung des Franchising-Vertrags. Ihr Franchisegeber klärt Sie in der Regel auch über Ihre Rechtsformmöglichkeiten auf.

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Andreas Munck

Seit über 7 Jahren berate ich Existenzgründer auf dem Weg zum eigenen Unternehmen. Gerne rufe ich Sie an und helfe bei allen Fragen rund um Ihre Gründung in einem persönlichen Gespräch.

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Geschäft für Augenoptik eröffnen als UG, GmbH, GbR oder Einzelunternehmen: Rechtsform wählen

Die gängigste Form für die Gründung eines Augenoptikers ist ein stehendes Gewerbe im Einzelhandel, jedoch ist auch der Weg über ein Franchise nicht unüblich. Mit „stehendem Gewerbe“ wird eine gewerbliche Tätigkeit bezeichnet, die dauerhaft an einem festen Standort ausgeführt wird. Als Franchise-Nehmer eröffnen Sie auf Grundlage eines bestehenden Mutterkonzerns Ihre eigene Filiale, wobei Sie während und vor allem nach der Gründung vom Franchise-Geber unterstützt werden. Hierbei profitieren Sie von dem Wissen eines bereits etablierten Konzerns und genießen noch viele weitere Vorteile, z. B. wird es für Sie leichter sein, Fremdkapital zu akquirieren, da Sie mit einem bereits geprüften Konzept gründen. Als Gewerbetreibender im Einzelhandel stehen Ihnen alle Kapital- und Personengesellschaften zur Auswahl und Sie können frei entscheiden, welche Unternehmensform am besten zu Ihnen passt.

Auf unserem Blog finden Sie viele Artikel, die Ihnen helfen können, die richtige Rechtsform zu finden:

Grundsätzlich stehen Ihnen natürlich weitere Rechtsformen zur Verfügung.

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Wo Sie Ihr Augenoptiker-Geschäft anmelden müssen

Handelsregistereintragung Ihres Geschäfts für Augenoptik

Das Handelsregister dokumentiert als öffentliches Verzeichnis Einträge über die angemeldeten Kaufleute im Bereich eines zuständigen Registergerichts. Die Unternehmensformen GmbH und UG erfordern eine Eintragung im Handelsregister.

Geschäft für Augenoptik als Gewerbe anmelden

Unabhängig von der von Ihnen gewählten Rechtsform müssen Sie sich bei dem für Ihren Firmensitz zuständigen Gewerbeamt anmelden. Wenn Sie Ihr Geschäft für Augenoptik als Einzelunternehmen eröffnen, genügt eine einfache Gewerbeanmeldung.

Nach der Anmeldung beim Gewerbeamt meldet sich das Finanzamt automatisch bei Ihnen zur steuerlichen Erfassung. Sobald Ihre Unterlagen vom Finanzamt gesichtet und geprüft wurden, erhalten Sie Ihre Steuernummer und dürfen Rechnungen ausstellen.

Gewerbeanmeldung Berlin (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Hamburg (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung München (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Köln (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Frankfurt (Formular zum Download)

Ihren Augenoptikerbetrieb bei der Handwerkskammer anmelden

Handwerkskammer wird ebenfalls vom Gewerbeamt informiert. Bei der Anmeldung eines Gewerbes ist die Mitgliedschaft in der für Sie zuständigen HWK Pflicht.

Berufsgenossenschaft

Berufsgenossenschaften sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Unternehmen und deren Beschäftigte. Bitte melden Sie sich selbständig bei der Berufsgenossenschaft an. Selbst Kleinunternehmer ohne Personal sind Sie verpflichtet, sich bei Ihrer relevanten BG anzumelden. Wenn Ihnen unklar sein sollte, bei welcher der zahlreichen BGs Sie sich anmelden müssen, hilft Ihnen die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) unter der Telefonnummer 0800 60 50 40 4 weiter. Eine übersichtliche Liste der Zuständigkeiten der Berufsgenossenschaften finden Sie hier.

Bundesverbände

Freiwillige Mitgliedschaft in einem relevanten Bundesverband ist zu empfehlen. Verbände übernehmen die Interessenvertretung der Mitglieder und der Branche gegenüber Öffentlichkeit, Politik, usw. Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen vertritt die Interessen der Optikerbetriebe deutschlandweit und veröffentlicht Arbeitsrichtlinien für das gesamte Berufsfeld. Die Mitgliedschaft ist freiwillig.

 

Geschäft für Augenoptik eröffnen: Welche Kosten kommen auf mich zu?

Je nachdem, für welches Gründungsmodell Sie sich entscheiden, fallen natürlich unterschiedliche Kosten an. Abhängig von der Rechtsform müssen Sie auch ein gewisses Kapital mitbringen, und auch als Franchise-Nehmer fallen Gebühren an: Sie zahlen zunächst eine sogenannte Eintrittsgebühr an den Franchise-Geber. Mit dieser wird die Nutzung der Produkte und Marken sowie der Geschmacksmuster an Sie übertragen und Sie bekommen die Berechtigung, diese in Ihrer Filiale zu verwenden. Dazu ist auch eine Investition an das Unternehmen fällig, die sich je nach Größe des Konzerns unterscheidet. Eingerechnet werden auch Einrichtungsgegenstände, Warengrundstock und Equipment.

Stellen Sie sich einen konkreten Finanzplan zusammen, bevor Sie Ausgaben tätigen. Bedenken Sie dabei unter anderem folgende Kostenpunkte.

  • Kapitalbedarf für die Anlaufphase (z. B. für Umbaumaßnahmen, gezielte Werbung) und zur Sicherung Ihres Lebensunterhalts
  • Evtl. Beratungs- und Bürokratiekosten in der Gründungsphase
  • Kapital für Wareneinkauf und -beschaffung, Gutachten und Zertifikate
  • Laufende Betriebskosten wie Ladenmiete, Lagerkosten, Strom- und Heizkosten, EDV
  • Steuern und Versicherungen
  • Finanzielle Reserven für unvorhergesehene Ereignisse
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Welche Produkte biete ich als Augenoptiker an?

Beim Franchising sind die Grenzen hier klar abgesteckt; jede Filiale hat dieselben Vorgaben, die eingehalten werden müssen. Als unabhängiger gewerbetreibender Einzelhändler haben Sie allerdings mehr Möglichkeiten, sich zu spezialisieren, beispielsweise auf Sportbrillen oder Kontaktlinsen. So können Sie Ihr Sortiment vergrößern oder sich auf eine Nische spezialisieren. Wichtig ist es, den Markt zu kennen und auch die Umgebung: Bietet in unmittelbarer Nähe zu Ihrem Standort beispielsweise schon jemand Kontaktlinsen an, sollten Sie entweder einen anderen Produktzweig besetzen oder sich über die Konditionen des Mitbewerbers informieren, um diese zu übertreffen.

 

Wie finde ich den besten Standort für mein Unternehmen?

Sehr ausschlaggebend für den Erfolg Ihres Geschäfts für Augenoptik ist der Standort. Dieser entscheidet häufig über Ihren Erfolg. Deshalb ist es von äußerster Wichtigkeit, dass Sie eine Standortanalyse durchführen, um so den perfekten Ort für Ihren Augenoptikbetrieb zu finden. So können Sie schon vorher die Wettbewerbslage herausfinden und Fehler vermeiden. Bei der Wahl des Standorts sollte auch berücksichtigt werden, inwiefern eine potentielle Lokalität für Ihre Zielgruppe erreichbar ist. Je nachdem, wen Sie mit Ihrem Augenoptikbetrieb ansprechen möchten, sollten Sie analysieren, wie die Infrastruktur in der näheren Umgebung aussieht.

 

Augenoptik-Geschäft: Welches Personal?

Möglich ist die Einstellung von Fachverkäufern für Augenoptik oder aber auch Studenten der Optometrie, die bereits über Fachkenntnisse im Bereich der Optik verfügen und Ihre Kunden beraten können.

 

Geschäft für Augenoptik: Marketing, Zielgruppen und Werbung

Als Augenoptiker sollten Sie beachten, dass Deutschland eine alternde Gesellschaft vorherrscht und somit mehr und mehr Menschen Ihre Leistungen beanspruchen. Jedoch sind Brillen seit geraumer Zeit nicht nur nützlich, sondern haben sich inzwischen auch als Modeaccessoire etabliert. Viele Brillenträger kaufen oftmals nicht nur eines, sondern gleich mehrere Modelle. Hierauf kann Ihr Marketing aufbauen. Indem Sie mehrere Zielgruppen ansprechen, erweitern Sie Ihren Kundenkreis und können so bessere Erfolge erzielen.

Als Franchise-Nehmer haben Sie zudem die Möglichkeit, sich aus dem Marketing-Pool des Franchise-Gebers zu bedienen; Sie profitieren von der Werbung dessen und müssen kein eigenes Geld in Werbung oder Marketing stecken (außer standortspezifische Werbung, die auf Ihre Filiale hinweist).

 

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