Club eröffnen: So gründen Sie erfolgreich eine eigene Disco

aktualisiert am 6. August 2020 14 Minuten zu lesen
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Mit der richtigen Planung kann ein eigener Nachtclub zu einer ertragreichen Einnahmequelle werden. Dazu brauchen Sie vor allem ein gutes Konzept, das die Klientel in Ihrer Region anspricht und natürlich Räumlichkeiten in guter Lage. Eine eigene Disco aufmachen: Was zunächst einfach klingt, erfordert doch einiges an Know-how. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen über Genehmigungen, Rechtsformen, Businesspläne und gesetzliche Regelungen, über die Sie Bescheid wissen sollten.

 

Know-how: Sie brauchen ein Gefühl für Ihre Gäste

Die gute Nachricht: Sie brauchen keine spezielle Ausbildung nachzuweisen, um einen Club eröffnen zu können. Dennoch sind Vorkenntnisse in der Gastronomie sehr von Vorteil. Welche Speisen und Getränke liegen gerade im Trend? Was erwarten meine Gäste? Über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten wie beispielsweise den Besuch einer Barschule informiert Sie die für Sie zuständige IHK.

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Andreas Munck

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Club eröffnen: Voraussetzungen, Genehmigungen und Gesetze

Wenn Sie einen Club eröffnen wollen, kann es vor allem in den Abendstunden laut werden. Daher darf ein Nachtclub nicht überall eröffnet werden. Im Bebauungsplan muss ein sogenanntes Mischgebiet ausgewiesen sein, in dem eine Vergnügungsstätte zulässig ist. Die zuständige Aufsichtsbehörde prüft dann vorab eine mögliche Lärmbelästigung der Anwohner. In der Regel müssen Sie außerdem ein amtliches Führungszeugnis vorlegen, um nachzuweisen, dass Sie verantwortungsbewusst mit dem Thema Alkoholausschank umgehen können. Des Weiteren ist es wichtig, ob Sie eine Diskothek eröffnen oder eine „Lounge-Bar ohne Tanzbetrieb“ gründen wollen. Außerdem brauchen Sie eine Schanklizenz für den Ausschank alkoholischer Getränke. Dementsprechend bekommen Sie Ihre Konzession. Für die Musik, die Sie in Ihrem Club entweder über eine Anlage oder von einem DJ spielen lassen, fallen Gebühren an. Setzen Sie sich für die Anmeldung und die konkrete Abrechnung mit der GEMA in Verbindung.

 

Welche Unternehmensform ist die richtige für einen Club?

Noch bevor Sie einen Club eröffnen, müssen Sie sich für eine Unternehmensform entscheiden. Diese Entscheidung ist enorm wichtig für den Erfolg Ihres Unternehmens. Sie haben beispielsweise die Möglichkeit, einen Club als Einzelunternehmen, als Unternehmergesellschaft (UG), als GmbH oder als Kommanditgesellschaft (KG) zu gründen. Eine Diskothek können Sie übrigens auch als Verein oder als GbR eröffnen.

Mehr zu den möglichen Rechtsformen:

Grundsätzlich stehen Ihnen natürlich weitere Rechtsformen zur Verfügung.

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Wo muss ich meinen neu eröffneten Club anmelden?

Handelsregistereintrag als Club

Die Unternehmensformen GmbH und UG erfordern eine Eintragung im Handelsregister. Das Handelsregister dokumentiert als öffentliches Verzeichnis Einträge über die angemeldeten Kaufleute im Bereich eines zuständigen Registergerichts.

Eigenen Club eröffnen und als Gewerbe anmelden

Eine eigene Disco aufzumachen bedeutet auch, ein Gewerbe anzumelden. Die Gewerbeanmeldung erfolgt unabhängig von der gewählten Unternehmensform. Sollten Sie Ihren Club als Einzelunternehmen eröffnen, genügt eine einfache Anmeldung. Nach der gewerblichen Anmeldung setzt sich das Finanzamt mit Ihnen für die steuerliche Erfassung in Verbindung. Nach der Prüfung Ihrer Unterlagen erhalten Sie eine Steuernummer und dürfen Rechnungen schreiben.

Gewerbeanmeldung Berlin (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Hamburg (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung München (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Köln (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Frankfurt (Formular zum Download)

Industrie- und Handelskammer für das Gaststättengewerbe

Die Industrie- und Handelskammer wird wie das Finanzamt vom Gewerbeamt über Ihre Gründung informiert. Der Kontakt wird von Seiten der IHK aufgenommen. Bei der Anmeldung eines Gewerbes ist die Mitgliedschaft in der für Sie zuständigen IHK Pflicht. Sie müssen auch die Teilnahme an einer Gaststättenunterrichtung der IHK über die notwendigen lebensmittelrechtlichen Kenntnisse nachweisen.

Berufsgenossenschaft bei Clubs und Diskotheken

Berufsgenossenschaften sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Unternehmen und deren Beschäftigte. Wenn Sie eine Disco eröffnen, dann ist die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN) als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Sie zuständig. Bitte melden Sie sich selbständig bei dieser Berufsgenossenschaft an. Selbst Kleinunternehmer ohne Personal sind verpflichtet, sich anzumelden.

Berufsverbände für Club und Diskothek

Wenn Sie einen eigenen Club eröffnen wollen, ist die Mitgliedschaft im BDT (Bundesverband deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe e.V.) für Sie empfehlenswert. Dieser Verein veranstaltet regelmäßig Mitgliederversammlungen, informiert Sie über die neusten Gesetzesänderungen und vertritt Ihre Interessen.

 

Erstellen Sie einen tragfähigen Businessplan

Erfolgreich wird Ihre Disco nur dann, wenn Sie sich vorher konkrete Gedanken über ein Konzept gemacht haben. Ein tragfähiger Businessplan ist vor allem dann wichtig, wenn Sie einen Club eröffnen und dafür öffentliches Geld beantragen wollen. Die wichtigsten Punkte in einem Businessplan sind:

  • Marktbetrachtung: Wer sind meine Haupt-Wettbewerber?
  • Zielgruppe: Welches Klientel möchte ich ansprechen?
  • Leistungsangebot: Welche Leistungen erwartet meine Zielgruppe und welchen Preis kann ich dafür nehmen? Wenn Sie einen Club für Studenten eröffnen, werden exklusive Speisen zu hohen Preisen keine Abnehmer finden. Die Preise und Leistungen müssen zur Zielgruppe passen.
  • Zusatzangebote: Wollen Sie beispielsweise auch Speisen oder Kaffee anbieten?
  • Standort: Wie sieht meine Standortanalyse aus? Ist der Club gut erreichbar und kommt man nachts von dort auch wieder weg?
  • Marketing: Welche Werbemittel wollen Sie einsetzen?

Sie sollten vorab unbedingt die Stärken und Schwächen Ihrer Unternehmung kennen. Stellen Sie sich beispielsweise folgende Fragen, bevor Sie den Club eröffnen:

  • Warum sollten die Gäste zukünftig zu Ihnen kommen und nicht zur Konkurrenz?
  • Was ist Ihr USP?
  • Welchen Anreiz bieten Sie (beispielsweise Live-Musik, besondere Getränke)?

 

Club eröffnen mit dem richtigen Finanzplan

Stellen Sie sich einen konkreten Finanzplan zusammen, um zu wissen, wieviel Geld Sie konkret benötigen, um den Club eröffnen zu können. Bedenken Sie dabei unter anderem folgende Kostenpunkte:

  • Kapitalbedarf für die Anlaufphase (z. B. Geld für Umbaumaßnahmen, gezielte Werbung) und zur Sicherung Ihres Lebensunterhalts
  • Evtl. Beratungs- und Bürokratiekosten in der Gründungsphase
  • Kapital für Wareneinkauf und -beschaffung, Gutachten und Zertifikate
  • Laufende Betriebskosten wie Ladenmiete, Lagerkosten, Strom- und Heizkosten, EDV
  • Steuern und diverse Versicherungen
  • Finanzielle Reserven für unvorhergesehene Ereignisse

 

Die Getränkekarte: Das Herzstück Ihres Nachtclubs

Die Haupteinnahme in einem Club ist in der Regel der Ausschank der Getränke. Umso wichtiger ist es für Sie, sich über die Getränkekarte Gedanken zu machen. Möchten Sie eher Cocktails anbieten, Mischgetränke oder hochwertige Weine? Sie müssen Ihre Zielgruppe kennen, um zu wissen, welche Getränke den größten Absatz finden. Bauen Sie gute Beziehungen zu örtlichen Lieferanten auf.

 

Club eröffnen: Voraussetzungen für den richtigen Standort

Clubs werden in der Regel immer etwas außerhalb der städtischen Zentren eröffnet, da sie innerhalb von Städten oder in der Nähe von Wohngebäuden aufgrund der Lärmbelästigung keine Konzession bekommen. Dennoch ist die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel wichtig. Da viele Gäste Alkohol konsumieren, dürfen Sie im Anschluss nicht mehr mit dem Auto fahren. Idealerweise sollte es also in der Nähe Ihres Clubs öffentliche Verkehrsmittel geben, die fußläufig erreichbar sind. Einen Club dürfen Sie nur in einem sogenannten „Mischgebiet“ und nicht in einem reinen Industrie- oder Wohngebiet eröffnen. Sie können den Bebauungsplan Ihrer Stadt beispielsweise beim Katasteramt einsehen.

 

Ein nettes Lächeln an der Bar: Ihr Personal bestimmt über den Erfolg

Sie bieten mit Ihrem Club eine Freizeit-Vergnügung an und brauchen für die Bewirtung der Gäste nettes, gut gelauntes Personal. Davon sollte vor allem in den Stoßzeiten ausreichend vorhanden sein, denn niemand wartet gerne lange auf seine Getränke. Die Personalplanung ist in den Anfangszeiten oftmals schwierig. Erfahrungswerte werden Ihnen dabei helfen, Mitarbeiter effizient einzusetzen.

Mit diesem Personal besetzen Sie Ihren Club:

  • Einlass / Türsteher
  • Personal für Garderobe/Jackenabgabe
  • Bar-Personal
  • Service- und Sicherheitskräfte
  • Personal zum Abräumen von Gläsern, Aschenbechern etc.
  • DJ
  • Reinigungskräfte

Viele Club-Betreiber arbeiten gerne mit freien Mitarbeitern zusammen und stellen beispielsweise für den Getränke-Ausschank Studenten ein, um Geld für Versicherungen und Nebenkosten zu sparen.

Sie möchten sich mit einem Club selbständig machen, haben aber keine Lust auf die deutsche Gründungsbürokratie? Dann fordern Sie doch einfach ein unverbindliches Angebot zur Abwicklung Ihrer Gründung an!

Sprechen Sie die richtigen Besucher und Gäste an!

Wenn Sie einen Club eröffnen, bestimmt Ihr Angebot, welches Klientel Sie besucht. Spielen Sie Schlagermusik, dann wird Sie eher eine ältere Gästegruppe besuchen. Auch die Auswahl und die Preise der Getränke sind ausschlaggebend dafür, wer Sie besucht.

Klären Sie für sich folgende Fragen:

  • Welche Altersgruppe spreche ich an?
  • Welches Budget steht meiner Zielgruppe zur Verfügung?
  • Welche Getränke biete ich an?
  • Möchte ich meinen Club musikalisch positionieren (z. B. Mainstream, Rock, Dark Wave, Dance, R’n’B etc.)?
  • Bediene ich mit meinem Club eine Nische?
  • Falls ja: Wie groß ist diese Nische an dieser speziellen Location?
  • Plane ich Themenabende (z.B. 80er Party, Schlager-Party, Grunge-Night, Trip Hop Eve etc.)?
  • Brauche ich Personal, das den Lifestyle meines Clubs repräsentiert?

 

Marketing und Vertrieb für Ihren Nachtclub

Insbesondere im Rahmen der Neugründung sollten Sie mit dem Werbe-Etat nicht sparsam sein. Drucken Sie Flyer, werben Sie im lokalen Radio, lassen Sie City-Cards drucken und wenden Sie sich an die regionale Tageszeitung, damit ein Bericht über Sie geschrieben wird. Auch eine eigene Internetseite und ein Auftritt in den sozialen Netzwerken sollte nicht fehlen, denn viele teilen Events über Facebook und Ihre Abonnenten erfahren News sofort auf Ihrer Pinnwand.

Specials für die Club-Eröffnung

Es ist immer sinnvoll, im Rahmen der Eröffnung mit Angeboten zu werben. Happy Hours oder ein Eröffnungs-Cocktail zum halben Preis stimmen die Gäste positiv und animieren sie dazu, auch ihren Freunden vom neuen Club in der Stadt zu erzählen.

 

Die auf unserer Seite veröffentlichten Informationen werden allesamt von Experten mit größter Sorgfalt verfasst und überprüft. Dennoch können wir nicht für die Richtigkeit garantieren, da Gesetze und Regelungen einem stetigen Wandel unterworfen sind. Ziehen Sie deshalb bei einem konkreten Fall immer einen Fachexperten hinzu – wir stellen gerne den Kontakt her.

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