Erfahrene Unternehmer raten zur Holding

7. April 2013 2 Minuten zu lesen
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Manchen gilt sie als Geheimtipp: Erfahrene Unternehmer sind von der Holding regelrecht begeistert.

Bei diesem Organisationsmodell ist den operativ tätigen Gesellschaften (Ltd.,

UG, GmbH, AG) eine Muttergesellschaft vorgeschaltet, die die Anteile der operativen Unternehmen hält. „Sollte man dann einmal Anteile an seinem aktiven Unternehmen verkaufen, fließen die Gewinne praktisch steuerfrei in die Holding und können von dort wieder in neue Geschäftsideen investiert werden. So macht das Unternehmersein richtig Spaß“, erklärt Oliver Flaskämper, Multiunternehmer aus Ostwestfalen-Lippe.

Um diesen Steuervorteil zu sichern, muss die Holdingstruktur jedoch direkt bei der Gründung realisiert sein, andernfalls darf ein Verkauf frühestens sieben Jahre nach Einbringung der Anteile vollzogen werden. Steuerberater Stephan Brockhoff aus dem westfälischen Metelen erklärt dazu: „Hier sind zwar gesetzliche Änderungen geplant: Rückwirkend ab 2012 soll das Steuerprivileg bei Beteiligungen unter 10 Prozent aufgehoben werden. Das aber wirkt sich bei den meisten aktiven Unternehmern überhaupt nicht aus.“ Denn: In der Praxis sind Gründer und Unternehmer zwischen 49 und 100 Prozent an einer oder mehreren der Tochtergesellschaften beteiligt.

Selbst Unternehmen wie Media Markt führen jede Filiale als rechtlich selbständige Einheit unter dem Holdingdach.

Was bekommen Sie, wenn Sie Ihre Firma heute verkaufen?

Angenommen, Sie verkaufen Ihr Unternehmen mit einem Verkaufsgewinn von 300.000 EUR. Diese Steuern zahlen Sie:

  • Einzelfirma: ca. 144.270 EUR
    (einschl. Soli u. Kirchensteuer, keine weiteren Begünstigungen)
  • Gmbh/AG (Teileinkünfteverfahren): ca. 86.562 EUR
    (bei wesentlicher Beteiligung im Privatvermögen, einschl. Soli u. Kirchensteuer)
  • Holding: ca. 4.500 EUR
    (Veräußerungserlös fließt an die Muttergesellschaft)

Vorteil:

Höhe & Zeitpunkt der Entnahme kann der Unternehmer selbst entscheiden, zudem alternativ Investitionen und Beteiligungen an weiteren Unternehmen vornehmen. Bei einer späteren Ausschüttung (Entnahme) von der Muttergesellschaft an den Gesellschafter privat fällt die entsprechende Abgeltungssteuer an. Berechnung durch firma.de-Partner Steuerberater Stephan Brockhoff (Angaben ohne Gewähr).

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