Boutique eröffnen: So eröffnen Sie Ihr eigenes Bekleidungsgeschäft

aktualisiert am 6. August 2020 17 Minuten zu lesen
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Sie möchten eine Boutique eröffnen? Neben Durchhaltevermögen im harten und wettbewerbsreichen Einzelhandelsgeschäft gilt es, noch andere Anforderungen zu erfüllen. Neben Voraussetzungen wie Mindestkapital und Gewerbeanmeldung gibt es noch andere Aspekte, die zu beachten sind. firma.de informiert Sie über Marketing, Standortwahl und klärt über die Kosten einer Existenzgründung im textilen Einzelhandel auf.

Zunächst sollten Sie sich über die Begrifflichkeit einer Boutique im Klaren sein: Eine Boutique bietet weitaus weniger Waren an als ein durchschnittliches Bekleidungsgeschäft oder gar ein Kaufhaus. Hier müssen Sie vor allem eine Spezialisierung finden sowie die einzelnen Artikel aufeinander abstimmen.

 

Was gehört in den Businessplan für meine Boutique?

Für die Gründung einer eigenen Boutique ist ein gut ausgearbeiteter Businessplan Pflicht. Die wichtigsten Punkte, die dieser beinhalten sollte, sind:

  • Marktbetrachtung: Wie sieht der Wettbewerb aus, was macht die Konkurrenz?
  • Zielgruppe: Welche Kunden möchte ich ansprechen?
  • Zusatzangebote: Will ich zusätzlich zur Kleidung noch Accessoires anbieten?
  • Standort: Wie sieht meine Standortanalyse aus?
  • Marketing: Welche Werbemittel will ich einsetzen, was habe ich für ein Budget?

 

Die SWOT Analyse: Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken bestimmen

Im Einzelhandel oft genutzt wird die SWOT-Analyse. Mit dieser Methode bietet sich für Ihre Boutique Eröffnung die Möglichkeit, im Vorfeld Gefahren und Risiken sowie Stärken und Schwächen Ihrer Unternehmung zu erkennen. SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities and Threats, ist also quasi ein Rundumschlag für die Planung Ihrer Boutique. Eine SWOT-Analyse für Ihre eigene Boutique könnte so aussehen:

  • Was sind Ihre Stärken? Qualitative Textilien, hochwertige Drucke, eine gut gestaltete Website
  • Was sind Ihre Schwächen? Sie führen nur bestimmte Größen, führen nur eine kleine Range an Produkten
  • Chancen: Produkt-Sortiment vergrößern, online Produkte verkaufen
  • Gefahren: hoher Wettbewerb, der -markt ist gesättigt, Sie können nicht mit dem Massenmarkt mithalten
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Andreas Munck

Seit über 7 Jahren berate ich Existenzgründer auf dem Weg zum eigenen Unternehmen. Gerne rufe ich Sie an und helfe bei allen Fragen rund um Ihre Gründung in einem persönlichen Gespräch.

  • Startup Experte
  • 7 Jahre Erfahrung

 

Rechtsform  für Boutique-Gründung wählen

Um sich den Traum von der eigenenModegeschäft erfüllen zu können, müssen Sie entscheiden, welche Rechtsform sich für Ihr Unternehmen eignet. Im Einzelhandel sind fast alle Rechtsformen möglich und auch üblich. Beachten Sie bei der Wahl , dass sich die einzelnen Rechtsformen auch steuerlich unterscheiden.

Hier finden Sie das Einmaleins der beliebtesten Rechtsformen für Gründer im Einzelhandel:

Natürlich können Sie weitere Rechtsform für die Firmengründung wählen.

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Eröffnen eines Modeladens via Franchise

Ihnen steht neben der Neugründung auch die Möglichkeit offen, sich im Zuge eines Franchise mit einem bereits bestehenden Geschäftsmodell selbständig zu machen, um Ihre Boutique zu eröffnen. Hier zahlen Sie eine Anmeldegebühr für Lizenzen, Geschmacksmuster, etc. und eröffnen mit Unterstützung des Franchise-Gebers eine neue Filiale einer Kette. Beim Franchising müssen Sie nach der Kapitalbeschaffung einen Franchise-Vertrag unterschreiben. Alles Weitere ist von Ihrer gewählten Rechtsform abhängig.

Der eigene Modeladen: Checkliste für Anmeldungen

Handelsregistereintragung für Ihre eigene Boutique

Das Handelsregister dokumentiert als öffentliches Verzeichniseinträge über die angemeldeten Kaufleute im Bereich eines zuständigen Registergerichts. Die Unternehmensformen GmbH und UG erfordern eine Eintragung im Handelsregister. Als Einzelunternehmer ist nur dann eine Eintragung erforderlich, wenn Sie eingetragener Kaufmann (e.K.) sind.

Boutique eröffnen: Gewerbe anmelden

Unabhängig von der von Ihnen gewählten Rechtsform müssen Sie sich bei dem für Ihren Firmensitz zuständigen Gewerbeamt anmelden.

Nach der Anmeldung beim Gewerbeamt meldet sich das Finanzamt automatisch bei Ihnen zur steuerlichen Erfassung. Sobald Ihre Unterlagen vom Finanzamt gesichtet und geprüft wurden, erhalten Sie Ihre Steuernummer und dürfen Rechnungen ausstellen.

Gewerbeanmeldung Berlin (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Hamburg (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung München (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Köln (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Frankfurt (Formular zum Download)

Modeladen eröffnen: Industrie- und Handelskammer

Die Industrie- und Handelskammer Einzelhandel wird wie das Finanzamt vom Gewerbeamt über Ihre Gründung informiert. Der Kontakt wird von Seiten der IHK aufgenommen. Bei der Anmeldung eines Gewerbes ist die Mitgliedschaft in der für Sie zuständigen IHK Pflicht. Welche IHK für Sie zuständig ist, erfahren Sie online beim IHK-Finder.

Berufsgenossenschaft beim Textilhandel

Berufsgenossenschaften sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Unternehmen und deren Beschäftigte. Bitte melden Sie sich selbständig bei der Berufsgenossenschaft an. Selbst Kleinunternehmer ohne Personal sind Sie verpflichtet, sich bei Ihrer relevanten BG anzumelden. Für den Einzelhandel ist die BGHW (Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik) zuständig.

Textilhandel: Bundesverbände

Freiwillige Mitgliedschaft in einem relevanten Bundesverband ist zu empfehlen. Verbände übernehmen die Interessenvertretung der Mitglieder und der Branche gegenüber Öffentlichkeit, Politik usw. Für den Einzelhandel im Bereich Textil ist unter anderem der BTE Handelsverband Textil oder der Gesamtverband Textil + Mode zuständig.

 

Welche Kosten kommen bei einer Boutiqueeröffnung auf mich zu?

Neben den Kosten, die anfallen, um Ihre Boutique zu eröffnen, sowie Produktbeschaffung müssen Sie noch mit vielen weiteren Ausgaben rechnen, die auf Sie zukommen:

  • Kapitalbedarf für die Anlaufphase (z.B. für Umbaumaßnahmen, gezielte Werbung) und zur Sicherung Ihres Lebensunterhalts
  • Evtl. Beratungs- und Bürokratiekosten in der Gründungsphase
  • Kapital für Wareneinkauf und -beschaffung, Gutachten und Zertifikate
  • Laufende Betriebskosten wie Ladenmiete, Lagerkosten, Strom- und Heizkosten, EDV
  • Steuern und diverse Versicherungen
  • Finanzielle Reserven für unvorhergesehene Ereignisse

Falls Sie nicht über genügend Eigenkapital verfügen, können Sie einen Kredit in Betracht ziehen, um Ihre Boutique zu eröffnen. Die Agentur für Arbeit bietet zum Beispiel den Gründungszuschuss an, mit dem es Menschen aus der Arbeitslosigkeit heraus gelingen soll, selbständig zu werden.

Folgende Gegenstände gehören unabdingbar in jedes Bekleidungsgeschäft:

  • Lampen mit gutem Licht, besonders in den Umkleiden
  • Regale oder ein Steck-System für den individuellen Regalaufbau
  • Kassentresen, PC mit Kassensoftware
  • ausreichend Umkleidekabinen
  • große Spiegel
  • Kleiderständer (besser ist es, auch noch einige in der Reserve zu haben)
  • Schaufensterpuppen

Haben Sie Ihre Boutique schon richtig versichert?

 

Welche Produkte biete ich in meiner eigenen Boutique an?

Dieser Punkt ist womöglich neben dem Standort der wichtigste, um Ihre Boutique zu eröffnen. Die Produkte, die Sie zum Verkauf anbieten, machen schließlich Ihren Laden aus. Ob Sie nun exklusive Designermoden verkaufen möchten oder einen Laden für Kindermode eröffnen: Sie sollten Ihre Zielgruppe genau erfasst und – falls Sie sich spezialisieren möchten – im Idealfall bereits eine Nische gefunden haben. Überlegen Sie sich, welche Kunden Sie ansprechen möchten, für welche Kleidung Sie die Leidenschaft und Begeisterung aufbringen können, um sie zu verkaufen. So können Sie beispielsweise Kleidung lokaler Designer in Kommission nehmen, um so neue Modelabels zu unterstützen. Oder Sie nutzen Ihre Boutique, um nicht nur ausgewählte Kleidungsstücke anzubieten, sondern auch, um gebrauchte Kleidung an- und weiterzuverkaufen. So können Sie das Konzept “Boutique” mit einem Second-Hand-Shop vereinen. Auf jeden Fall sollten Sie eine Corporate Identity finden, die Sie konsequent durchsetzen, bei den Kleidungsstücken (gleicher Stil, gleiches Material, Farbkonzept, etc.) und auch bei der Gestaltung Ihres Geschäfts.

Falls Sie sich aber für ein Franchise entschieden haben oder sich aber darauf spezialisieren möchten, Bekleidung für den Massenmarkt anzubieten, sieht die Sache etwas anders aus: während Sie beim Franchising feste Vorgaben der angebotenen Produkte bekommen, sollten Sie bei einem größer geplantem Bekleidungsgeschäft immer im Kopf haben, dass Ihre Ware die Massen ansprechen soll. Keine zu ausgefallenen Designs, möglicherweise schlicht gehalten, massentaugliche Schnitte und Designs sollten den Grundstock Ihres Klamottenladens ausmachen. Des Weiteren sollten Sie auch Ihr Angebot an Größen an den Massenmarkt anpassen: Welche Größen sind am meisten gefragt? Ebenso sollten Sie Ihre Produktions- und sonstigen Kosten gering halten, damit Ihre Preise von der Masse angenommen werden.

 

Wie finde ich den perfekten Standort?

Im Einzelhandel ist der richtige Standort das A und O, denn ohne Laufkundschaft und die Möglichkeit, dass man Ihr Bekleidungsgeschäft auch ohne Suchen findet, ist der durchschlagende Erfolg eher schwierig zu erreichen. Deshalb sollten Sie mit Hilfe einer umfassenden Standortanalyse den Wettbewerb und den Bedarf für neue Produkte in der Textilbranche ermitteln, bevor Sie Ihre Boutique eröffnen. Außerdem lässt sich so auch direkt herausfinden, ob die Kaufkraft der möglichen Kunden zielführend für Sie ist.

 

Personal: Benötige ich für meine Boutique Mitarbeiter?

Da Sie in Ihrem Modegeschäft, wie klein es auch sein mag, nicht permanent Kunden bedienen sowie das Geschäft führen können, ist es zu empfehlen, wenigstens eine kleine Anzahl an Verkaufskräften anzustellen. Diese können Ihnen bei Verkauf und Beratung helfen. Geeignet sind hierfür beispielsweise Einzelhandelskaufleute, die mit ihrer Ausbildung die Qualifikation mitbringen, Ihr Geschäft zu unterstützen.

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Know-how: Was muss ich mitbringen für meinen eigenen Klamottenladen?

Sie müssen im Grunde keine extensiven Vorkenntnisse mitbringen und können auch als Quereinsteiger mit Ihrer eigenen Boutique starten. Sie benötigen keine fachliche Ausbildung o.Ä. Es ist aber durchaus zu empfehlen, bei keiner vorhandenen unternehmerischen Vorbildung Gründer-Seminare zu besuchen und auch bereits im Einzelhandel gearbeitet zu haben. Eine Ausbildung für den Einzelhandel benötigen Sie nicht. Des Weiteren sollten Sie selbstverständlich ein Gespür für Mode und Trends und eine Leidenschaft für die Branche mitbringen. Durchhaltevermögen werden Sie auch benötigen, gerade in der Anfangsphase, wenn Sie sich erst einmal einen festen Kundenstamm aufbauen müssen. Über den Erfolg einer Boutique kann man erst ab dem dritten Jahr urteilen.

 

Kunden: Zielgruppe und Erreichbarkeit

Haben Sie bereits Ihre Zielgruppe definiert?, sollten Sie dies schnellstens nachholen. Denn mit der Definition Ihrer Zielgruppe bestimmen Sie auch Ihre angebotenen Produkte und können so auch besser einschätzen, welcher Standort geeignet ist, da dieser von Ihrer Zielgruppe gut erreicht werden muss. Beispielsweise finden Sie in Fußgängerzonen meistens mehrere zueinander passende Geschäfte beieinander, da sich dort die Zielgruppen ballen. Aber eine zwischen mehreren “jungen” Modeketten verlorene Boutique für die ältere Generation ist möglicherweise nicht die beste Idee.

 

Marketing: Wie werbe ich richtig für meine Boutique?

Um Ihre Boutique ideal zu bewerben, sollten Sie auf jeden Fall Social Media mit in Ihre Marketing-Strategie einbeziehen. Mit einer guten Kampagne können Sie am Tag der Eröffnung schon Erfolge verbuchen. Außerdem sollte Ihre Boutique über eine gut designte, optisch ansprechende Webseite verfügen. Abseits vom Online-Marketing stehen Ihnen je nach Budget auch viele andere Möglichkeiten offen: so können Sie beispielsweise Flyer produzieren, deren Vorlage Kunden einen Rabatt ab einem bestimmten Einkaufswert gewährt. Eine gute Idee ist es, die Mitarbeiter mit bedruckten Shirts auszustatten, damit Ihr Logo beim Einkauf gleich mehrmals in das Blickfeld der Kunden fällt. Einkaufstüten mit Ihrem Logo, die Ihre Kunden zum Transportieren der Ware erhalten oder bedruckte Stoffbeutel, die Sie zusätzlich zum Verkauf anbieten, sind vielleicht auch eine gute Idee. Möglich ist es auch, ab einem bestimmten Warenwert oder für Stammkunden Sticker mit Ihrem Logo zu verteilen.

 

Gehen Sie einen Schritt weiter: Das eigene Modelabel gründen

Liegen die ersten Jahre der Geschäftsführung bereits hinter Ihnen? Begeistern Sie sich für das Nähen von Kleidung und möchten generell lieber Ihre eigens produzierten Kleidungsstücke verkaufen? Dann könnte es für Sie womöglich interessant sein, das eigene Modelabel zu Ihrer Boutique zu gründen. Hier finden Sie alle Schritte, die Sie dafür benötigen, und einige wertvolle Tipps.

Gründer-Check für den Einzelhandel

Die wichtigsten Fragen, die sich Existenzgründer stellen sollten, Hinweise zu Qualifikation, den rechtlichen Rahmenbedingungen des Einzelhandels und Zukunftsaussichten der Branche finden Sie im Ratgeber Geschäft eröffnen.

 

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