Modelabel gründen: Mit Stil in die Selbständigkeit

aktualisiert am 6. August 2020 16 Minuten zu lesen
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Sie möchten Ihr eigenes Modelabel gründen? firma.de informiert Sie zu Rechtsform, Kosten, Anforderungen, Marketing und anderen Voraussetzungen, die zu erfüllen sind, damit Sie Ihr Modelabel erfolgreich gründen können.

 

Bevor Sie sich überlegen, ins Modebusiness einzusteigen und ein eigenes Modelabel zu gründen, sollten Sie sich im Klaren darüber sein, dass der Glitzer und Glamour der großen Designer, den man in Zeitschriften und online sieht, zunächst ausbleiben wird, denn aller Anfang ist schwer. Davon abgesehen sollten Sie bedenken, dass Sie weniger Zeit für das Designen selbst haben werden, da man als Selbständiger auch sehr viel mit Unternehmensführung zu tun hat: angefangen beim Produktionsmanagement über die Logistik bis hin zu Öffentlichkeitsarbeit. Wenn Ihnen das bewusst ist und Sie trotzdem mit einem eigenen Modelabel loslegen möchten, finden Sie hier die weiteren Schritte.

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Andreas Munck

Seit über 7 Jahren berate ich Existenzgründer auf dem Weg zum eigenen Unternehmen. Gerne rufe ich Sie an und helfe bei allen Fragen rund um Ihre Gründung in einem persönlichen Gespräch.

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Know-how: Was muss ich mitbringen?

Wenn Sie Ihre eigene Marke gründen wollen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie Sie zur Selbständigkeit kommen. Ob Sie nun die als ideal angesehene Ausbildung durch ein Studium des Modedesigns oder des Modehandels absolviert haben oder aber eine andere Ausbildung bei beispielsweise einem anderen Label absolviert haben, spielt im Endeffekt keine Rolle, denn auch ohne diese Ausbildungen können Sie Ihr eigenes Modelabel gründen. Trotz Leidenschaft, Vertrauen in Ihre Fähigkeiten und jede Menge Selbstbewusstsein sollten Sie aber auch Gründer-Seminare besuchen. Falls Sie aus einer Lehre heraus starten möchten, sind besonders folgende Berufe gut geeignet, um später ein eigenes Modelabel zu gründen:

  • (Änderungs-)Schneider
  • Modezeichner, -näher oder -schneider
  • Modist
  • Produktionsmechaniker Textil
  • Textillaborant
  • Bekleidungstechniker
  • Produktprüfer Textil

 

Modelabel gründen als UG, GmbH, GbR oder Einzelunternehmen?

Wenn Sie eine eigene Marke für Kleidung gründen wollen, müssen Sie sich vorher entscheiden, welche Rechtsform für Sie geeignet ist. Dazu müssen Sie sich über Kapital, Haftung und weitere Anforderungen der einzelnen Rechtsformen informieren. Beachten Sie bei der Wahl außerdem, dass sich die einzelnen Rechtsformen auch steuerlich unterscheiden.

Mehr erfahren zu den möglichen Rechtsformen:

Grundsätzlich stehen Ihnen natürlich weitere Rechtsformen zur Verfügung.

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Sie wissen noch nicht, mit welcher Rechtsform Sie Ihr Modelabel gründen möchten? Jetzt Gründerberatung Plus vereinbaren!

Ihre eigene Bekleidungsfirma: Anmeldung des Gewerbes

Handelsregistereintragung für die Textilbranche

Das Handelsregister dokumentiert als öffentliches Verzeichnis Einträge über die angemeldeten Kaufleute im Bereich eines zuständigen Registergerichts. Die Unternehmensformen GmbH und UG erfordern eine Eintragung im Handelsregister. Die Eintragung ins Handelsregister kann auch freiwillig erfolgen; Sie gewinnen dadurch den Vorteil, dass Sie freie Wahl bei Ihrer Unternehmensbezeichnung haben.

Modelabel gründen: Gewerbe anmelden

Unabhängig von der von Ihnen gewählten Rechtsform müssen Sie sich bei dem für Ihren Firmensitz zuständigen Gewerbeamt anmelden. Wenn Sie Ihr Modelabel als Einzelunternehmen eröffnen, genügt eine Gewerbeanmeldung. Nach der Anmeldung beim Gewerbeamt meldet sich das Finanzamt automatisch bei Ihnen zur steuerlichen Erfassung. Sobald Ihre Unterlagen vom Finanzamt gesichtet und geprüft wurden, erhalten Sie Ihre Steuernummer und dürfen Rechnungen ausstellen.

Gewerbeanmeldung Berlin (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Hamburg (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung München (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Köln (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Frankfurt (Formular zum Download)

Eigene Marke gründen: Handwerkskammer

Die Handwerkskammer wird wie das Finanzamt vom Gewerbeamt über Ihre Gründung informiert. Der Kontakt wird von Seiten der HWK aufgenommen. Bei der Anmeldung eines Gewerbes ist die Mitgliedschaft in der für Sie zuständigen HWK Pflicht. Lassen Sie sich beraten beim Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH).

Berufsgenossenschaft bei einer Modelabel-Gründung

Berufsgenossenschaften sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Unternehmen und deren Beschäftigte. Für Unternehmen im Textil-Bereich ist die Bundesgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) zuständig. Bitte melden Sie sich selbständig bei der Berufsgenossenschaft an. Selbst Kleinunternehmer ohne Personal sind Sie verpflichtet, sich bei Ihrer relevanten BG anzumelden.

Bundesverbände in der Textil-Branche

Freiwillige Mitgliedschaft in einem relevanten Bundesverband ist zu empfehlen. Verbände übernehmen die Interessenvertretung der Mitglieder und der Branche gegenüber Öffentlichkeit, Politik usw. Für Ihre Modelabel-Neugründung sind u.a. folgende Verbände zuständig: Modeverband Deutschland e. V., BTE Handelsverband Textil und der VDMB (Verein deutscher Mode- und Textil-Designer e. V.).

 

Was gehört in den Businessplan für mein Modelabel?

Für die Gründung einer Bekleidungsfirma ist ein gut ausgearbeiteter Businessplan dann gefordert, wenn es um die Finanzierung Ihres Projekts “Selbständigkeit” geht. Die wichtigsten Punkte in einem Businessplan sind:

  • Marktbetrachtung: Wie sieht der Wettbewerb aus?
  • Zielgruppe: Welche Kunden möchte ich ansprechen?
  • Wettbewerb: Was macht die Konkurrenz (besser)?
  • Marketing: Welche Werbemittel will ich einsetzen?

 

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Sie sollten sich einen genauen Überblick über die anfallenden Kosten verschaffen:

  • Kapitalbedarf für die Anlaufphase (z.B. für Umbaumaßnahmen, gezielte Werbung) und zur Sicherung Ihres Lebensunterhalts
  • Evtl. Beratungs- und Bürokratiekosten in der Gründungsphase
  • Kapital für Wareneinkauf und -beschaffung, Logistik und Lagerung
  • Steuern und diverse Versicherungen
  • Finanzielle Reserven für unvorhergesehene Ereignisse

 

Eigenes Modelabel gründen: Kreditmöglichkeiten

Falls Sie nicht über genügend Eigenkapital verfügen, um Ihr eigenes Modelabel zu gründen, sollten Sie sich über Finanzierungsmöglichkeiten informieren. Über den Gründerkredit hinaus ist es mittlerweile auch möglich, sich und sein Unternehmen über Online-Investitions-Portale wie Kickstarter oder GoFundMe finanzieren zu lassen. Dort setzen Sie den Betrag fest, den Sie benötigen, und viele Einzelpersonen haben die Möglichkeit, in Ihr bestenfalls vielversprechend aussehendes Modelabel zu investieren. Oft sind die Betragshöhen variabel. Allerdings sollte man seinen Geldgebern auch etwas im Gegenzug anbieten, beispielsweise ein Kleidungsstück oder ein kleineres Accessoire, was Ihre Dankbarkeit für die Hilfe der anderen bezeugt.

 

Das Herzstück Ihres Labels: Die Produkte

Bevor es an das Entwerfen und Herstellen Ihrer eigenen Kleidungsstücke geht, sollten Sie sich über Ihre Zielgruppe und die Nische, die Sie besetzen möchten, klar werden. Der Mode-Markt ist hart umkämpft und so ist es umso wichtiger, mit einer tollen Idee oder einem sehr guten Alleinstellungsmerkmal aufwarten zu können. Wenn Sie nicht nur einfache Motive, die Sie auf T-Shirts oder andere Textilien drucken lassen, entwickeln möchten, gilt es, den Wettbewerb und die aktuellen Trends im Auge zu behalten. Die Trends sind weniger wichtig, wenn Sie sich für einen gewissen Stil interessieren oder aber bestimmte Produkte auf eine spezielle Art produzieren wollen, beispielsweise wenn Sie Mode aus den 80er Jahren neu interpretieren oder aber Basic-Artikel in einer gewissen Qualität, z. B. aus Bio-Baumwolle herstellen möchten. Aktuell gibt es allerdings sehr viele Labels, die sich auf umweltfreundliche Materialien und Herstellung konzentrieren, da ist es hier vielleicht besser, sich zusätzlich dazu noch ein heraus stechendes Merkmal zuzulegen

Generell ist es von äußerster Wichtigkeit, dass Sie vor der Produktion Ihre eigene Markenidentität finden. Ohne diese gehen die Kleidungsstücke Ihres Modelabels schnell unter. Jeder Modedesigner sollte sich gut überlegen, wofür seine Kleidung und seine Brand bekannt sein sollen. Möglicherweise verwenden Sie ja ein Detail, das an jedem Ihrer Kleidungsstücke zu finden ist? Die Marke Lacoste beispielsweise hat auf ihren Produkten einen kleinen, aufgestickten Alligator angebracht. Nike wird durch seinen “Swoosh” überall erkannt. Finden Sie das Erkennungsmerkmal, das zu Ihnen und Ihrem Modelabel passt. Möglicherweise besticken Sie Ihre Textilien an einer speziellen Stelle mit Ihrem Logo? Oder zeichnen sich Ihre Produkte durch eine bestimmte Farbpalette aus?

Des Weiteren sollten Sie bedenken, dass Menschen einen Grund brauchen, um Ihre Mode zu kaufen. Fashion wird nicht nur dazu verwendet, um up-to-date zu sein, sondern auch, um ein Statement zu vermitteln. Bieten Ihre Kleidungsstücke einen Mehrwert? Sind sie trotz menschen- und umweltfreundlicher Herstellung günstig zu erwerben? Gibt es ein Projekt, das Sie durch den Verkauf Ihrer Kleidung unterstützen möchten? Wenn Sie beispielsweise ein umweltbewusstes Modelabel gründen möchten, ist es vielleicht spannend, wenn bei jedem Einkauf ab einem gewissen Warenwert ein Baum gepflanzt wird o. Ä.

Falls Sie doch auf den T-Shirt-Druck setzen wollen, gilt es, gute Motive zu designen, da es mit bedruckten Shirts oft schwierig ist, aus der Masse herauszustechen und den Markt zu beherrschen. Mittels Textildruck sind die gewünschten Motive dann schnell auf die Shirts gebracht.

Haben Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal gefunden, Zielgruppe und Nische ebenso, und die ersten Entwürfe sind fertig, geht es nun an das Designen des Nackenlabels. Dieses ist generell in allen Kleidungsstücken zu finden und zeigt, von welcher Marke das Produkt ist, wo es hergestellt wurde und gibt die Größe an. Dieses Etikett sollte Ihr Logo beinhalten oder eine leicht vereinfachte Form, die aber noch gut zu erkennen und zu identifizieren ist. Diese Nackenlabels sollten Sie in allen von Ihnen hergestellten Kleidungsstücken vernähen. Außerdem sollten Sie auch Etiketten an Ihrer Kleidung anbringen, damit der Kunde noch einmal alle Details im Blick hat, Größe, Material, und auch noch sehr wichtig: der Preis.

Eine weitere Möglichkeit der Produktherstellung bzw. der Präsentation für Designer ist die der Kollektion. Hier stellen Sie mehrere Kleidungsstücke zu einem Thema zusammen, vielleicht nach Saison oder auch nach Thema, z. B. “Party”, und vermarkten diese Produkte auch zusammengestellt.

Finden Sie Ihren eigenen Stil, verarbeiten Sie hochwertige Materialien und legen Sie Wert auf Ihr Alleinstellungsmerkmal.

 

Die eigene Bekleidungsfirma gründen: Brauche ich Personal?

Wenn Sie von zuhause aus arbeiten und die Kleidungsstücke ausschließlich online verkaufen, benötigen Sie am Anfang womöglich noch kein Personal. Wenn die Nachfrage jedoch steigt, kann schnell ein Standortwechsel oder die Einstellung von Mitarbeitern gefragt sein. Schließlich gilt es, die angebotenen Produkte zunächst einmal zu produzieren, diese dann zu verpacken und zu versenden. So können Ihnen Schneider oder Modenäher sehr hilfreich sein, ebenso wie eine mögliche Kooperation mit einem Versand- und Logistikunternehmen.

 

Marketing und Vertrieb: So machen Sie Ihr Label bekannt

Als Einsteiger im Modelabel-Business ist es zunächst empfehlenswert, die eigenen Produkte online zu vertreiben, entweder über einen eigenen Online-Shop, auf eBay (mittels Ihrem eigenen eBay Shop) oder auf Selfmade-Portalen wie etsy, wo Designer Ihre Stücke weltweit anbieten können. Nutzen Sie den Onlinevertrieb, um gerade in der Anfangszeit Kosten zu sparen, und warten Sie mit der Eröffnung einer eigenen Mode-Boutique erst einmal ab, ob Ihr Online-Vertrieb überhaupt Erfolg hat.

Vermarkten können Sie Ihre Produkte auch direkt online: Auf Portalen wie Facebook oder Instagram können Sie Ihre Bekleidung günstig bekannt machen. Je nach Budget können Sie auch sogenannte “Influencer” dafür bezahlen, Ihre Kleidungsstücke zu tragen und Bilder mit diesen zu posten. Dies kann Ihre Bekanntheit schlagartig steigern.

Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Produkte zielgruppenorientiert vermarkten, beispielsweise werden Sie vermutlich weniger Abnehmer für Mode für die ältere Generation online finden als “auf der Straße”. Hier können Sie auch bei einigen Boutiquen nachfragen, ob Sie dort Ihre Kleidung in Kommission geben können. Bei diesem Verkaufsmodell verhandeln Sie mit dem Inhaber über Preis und Provision, erhalten das Geld aber meist erst dann, wenn die Kleidungsstücke tatsächlich verkauft wurden.

 

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