Erfolgsfaktor Komplettlösung: Der One-Stop-Shop

aktualisiert am 24. Januar 2018 7 Minuten zu lesen
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One-Stop-Shopping ist ein anhaltender Trend. Die Gestaltung einer Komplettlösung für den Kunden ist dabei die große Herausforderung für Gründer. Wer sich mit einem One-Stop-Shop selbständig machen will, muss andere Kompetenzen besitzen als ein Spezialist: firma.de erklärt, welche Erwartungen Kunden haben und wie Sie Ihren One-Stop-Shop geschickt vermarkten.

Was muss eine Komplettlösung bieten?

Wie der Name schon beschreibt, sollte Ihr One-Stop-Shop alle Produkte und Dienstleistungen anbieten, die Kunden benötigen. Abhängig von der Branche, in der Sie sich selbständig machen wollen, kann die Produktpalette für eine Komplettlösung sehr unterschiedlich aussehen. In den meisten Fällen geht es darum, dem Kunden Recherchen, Gestaltung oder bürokratische Abläufe abzunehmen.

Der erste One-Stop-Shop, den jeder kennenlernt, ist der Supermarkt oder Baumarkt. Im Idealfall bedient er alle Bedürfnisse der Kunden, sodass es keinen Grund gibt, einen weiteren Einzelhändler aufzusuchen. Doch auch in anderen Branchen haben sich Komplettlöser etabliert.

Einige Beispiele für One-Stop-Shops:

  • Bank: Viele Banken bieten Komplettlösungen für Unternehmen an, die Existenzgründung, Finanzierung, Investment und Versicherung mit einschließen.
  • Bürokratie: Europäische Behörden sind dabei, bürokratische Alltagsaufgaben mit einer Komplettlösung als Verwaltungslösung aus einer Hand zu konzipieren und als e-Government Produkt umzusetzen.
  • Webdesign: Viele Unternehmen in der IT-Branche bieten Beratung, Konzeption, Programmierung, Implementierung und Schulungen für Mitarbeiter.
  • Logistik: Supply Chain Management ist ein boomender Markt, der unsere gloabalisierte Welt erst in der heutigen Form möglich macht. Die Komplettlösung für Lieferketten ist nicht nur sinnvoll, sondern auch ressourcensparend.

 

Problemlöser werden

Das Konzept eines One-Stop-Shops geht nur auf, wenn die Bedürfnisse Ihrer Kunden theoretisch in mehreren Stationen gelöst werden könnten. Ihr Unternehmen tritt als nützliches Bindeglied dieser Stationen auf und spart Kunden damit Nerven, Geld und Zeit. Vielleicht bereitet auch der Übergang zwischen verschiedenen Stationen Probleme: Übersetzen Sie diese Probleme in Dienstleistungen, die Sie anbieten können. Ein denkbares Konzept wäre das Design einer Maschine, über die Herstellung bis hin zur Installation beim Kunden. Komplettlösungen sind besonders erfolgreich im Bereich Konzeption und Technik wie zum Beispiel beim Anbieter SCHMIDT Zerspanungstechnik.

Kundenbedürfnisse (er)kennen

Ein Fragenkatalog ist ein guter Start für die Konzeption Ihres One-Stop-Shops. Die Probleme Ihrer potentiellen Kunden, sind genau die, die von Ihrem Unternehmen gelöst werden müssen. Erstellen Sie also einen Katalog an Bedürfnissen, die Ihre Produktkette abdecken muss. Dieser Mehrwert muss schon auf den ersten Blick für interessierte Besucher erkennbar sein.

Recherchieren Sie außerdem, welche Probleme Kunden bei konkurrierenden Unternehmen bemängeln. Dazu sind Google-Bewertungen oder andere Unternehmens-Ratings für Ihre Branche ein nützlicher Startpunkt.

 

Expertenwissen bieten

Sie kennen das Produkt am besten, denn Sie begleiten es von A bis Z. Vielleicht gestalten und installieren Sie es sogar. Das bedeutet, Ihr Know-how ist für den Kunden maßgeblich. Zeigen Sie Ihr einzigartiges Expertenwissen und vermitteln Sie geschickt, dass Ihr Spezialwissen unersetzbar macht. Referenzen, Erfolgsprojekte und Kunden-Testimonials sind zur Unterstützung enorm wichtig.

 

Effizienz maximieren

Der Lebenszyklus der Komplettlösung muss deutlich und transparent sein. Wieso sollten Kunden Ihren Service buchen, wenn drei Anbieter drei verschiedene Produkte zu einem insgesamt günstigeren Preis anbieten? Die Antwort ist einfach: Sie haben alle notwendigen Prozesse so optimiert, dass die Abläufe schnell, einheitlich und mit nötigen Kontrollen abgewickelt werden. Dokumentation und Datenverarbeitung sind ebenfalls darauf ausgelegt, den Kunden bestmöglich zu begleiten und zu entlasten.

 

Kommunikation optimieren

Die meisten Verzögerungen oder Fehler, die während eines mehrstufigen Prozesses entstehen, kommen zustande, weil es an klarer Kommunikation zwischen den verschiedenen Prozesseinheiten mangelt. Stellen Sie sich eine Kette aus Holzperlen vor. Jede Perle stellt eine Dienstleistung oder Prozessstation dar. Die Kette, die alle Komponenten miteinander verbindet, ist gleichzusetzen mit Ihrer betriebsinternen Kommunikation. Genau wie in diesem Gedankenspiel hält die Kommunikation alles zusammen und schafft die nötige Ordnung.

Persönlicher Ansprechpartner für alle Belange

Zu einer gelungenen Kommunikation entlang der Prozesskette gehört es, eine – und nur eine – persönliche Kontaktperson für einen Kunden einzurichten. Sie oder er muss für jedes Problem, jede Frage und jede Absprache erreichbar sein. Als Koordinator ist die Kontaktperson die Schnittstelle für alle weiteren Kommunikationsabläufe für den individuellen Kundenauftrag.

 

Marketing für One-Stop-Shops

Social Media, Kundenpflege und Marketing sind ein wesentlicher Teil jeder Unternehmensstrategie. Der Nutzen Ihres One-Stop-Shops ist offensichtlich? Das muss nicht so sein. Je spezieller Ihr Angebot, desto offensichtlicher ist es, dass ein vergleichbarer Experte nicht einfach zu finden ist. Dementsprechend klein ist vermutlich auch der Kreis potentieller Kunden. Bieten Sie allerdings ein Produkt an, dass für einen großen Pool an Kunden interessant ist, dann sollte Ihre Komplettlösung nach außen mehr zu bieten haben als die bloße Zeitersparnis und den “alles aus einer Hand”-Faktor. Die Vorteile Ihrer Komplettlösung müssen noch detaillierter herausgestellt werden.

Ein paar Denkansätze für Ihre Werbebemühungen – auch für Unternehmen im Mittelstand:

  • Sie lösen Probleme: Sie verkaufen keine Dienstleistungen oder Produkte, sondern bieten Lösungen.
  • Sie verkaufen Individualität: Einzigartige, maßgeschneiderte Produkte, die sonst niemand bietet.
  • Sie beschäftigen Experten: Jeder Bereich wird von Profis betreut, die sich austauschen und so das bestmögliche Ergebnis kreieren.
  • Sie bieten grenzüberschreitende Innovationen: Ihre Technologie wird konsequent verbessert und wird für alle Unternehmensbereiche umgesetzt.
  • Sie besitzen marktführendes Know-how: Das Wissen, das ihr Unternehmen vereint, schafft neue Synergien und damit schnellstmögliche Prozesse.

Mit einem One-Stop-Shop erwarten Sie viele Chancen, ein einzigartiger Anbieter in einem Nischenmarkt zu werden. Wenn Sie die richtige Strategie entwickeln und diese konsequent kommunizieren, steht einer erfolgreichen Existenzgründung nichts im Wege.

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