Was ist eine IBAN? Infos zu Aufbau, Prüfziffer und mehr

aktualisiert am 12. Juni 2020 7 Minuten zu lesen
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Überweisungen und Lastschriften im Rahmen des SEPA-Verfahrens werden über die sogenannte IBAN abgewickelt. Hier erfahren Sie, was genau eine IBAN ist, wie sie sich zusammensetzt und wie Sie verwendet werden kann.

 

Was genau ist eine IBAN?

IBAN ist eine Abkürzung und steht für International Bank Account Number. Dabei handelt sich um eine standardisierte internationale Nummer. Sie wurde von der Society of Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) eingeführt.

Diese internationale Bankkontonummer wird in Deutschland, Europa und anderen Teilen der Welt für Überweisungen und Lastschriften verwendet. Jedes Konto, etwa ein Girokonto oder Geschäftskonto, hat eine individuelle IBAN. Deutsche IBANs bestehen aus 22 Zeichen, in anderen Ländern kann sie kürzer oder länger sein.

 

Wo finde ich meine IBAN-Nummer?

  • Rückseite der Bankkarte (Kredit- oder Debitkarte)
  • Kontauszug
  • Online-Banking

 

Für welche Überweisungen benötige ich eine IBAN?

Für Überweisungen und Lastschriften innerhalb Deutschlands sowie in sogenannte SEPA-Staaten ist eine IBAN des Zielkontos ausreichend. Zu den SEPA-Staaten gehören alle Länder innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) plus einige andere Länder wie beispielsweise Monaco und die Schweiz)

Bei Zahlungen in die meisten Staaten, die nicht zu den SEPA-Staaten zählen, ist zusätzlich zur IBAN ein BIC/SWIFT-Code anzugeben. BIC steht für „Business Identifier Code“ und ist die internationale Bankleitzahl, welche die ausländische Bank im weltweiten SWIFT-Netzwerk eindeutig identifiziert.

Mehr Infos zu SWIFT-Code/BIC erfahren Sie hier.

 

IBAN-Aufbau: Wie ist die IBAN-Nummer zusammengesetzt?

Wo befindet sich die Bankleitzahl in der IBAN? Und wo verbirgt sich das Länderkennzeichen? Die IBAN enthält eine Vielzahl an Zeichen, die in Deutschland auf 22 Stellen verteilt sind.

Aufbau der IBAN bei einer deutschen Bank Beispiel
Länderkennzeichen (2-stellig) DE
Nummerische Prüfzahl (2-stellig) 57
Bankleitzahl (8-stellig) 68051004
Kontonummer (10-stellig)* (000) 762 5391
IBAN DE57  6804  1004  0007  6253  91

*bei Kontonummern mit weniger als 10 Stellen werden die fehlenden Stellen links mit Nullen ergänzt

Was ist die Prüfzahl oder Prüfziffer bei der IBAN?

Die zweistellige Prüfzahl wird elektronisch aufgrund eines bestimmten Schlüssels aus den übrigen Zeichen berechnet. Sie soll Fehlüberweisungen verhindern, falls es zu einem Tippfehler oder Zahlendreher bei den restlichen Stellen kommt. Schleicht sich ein Fehler an einer Stelle der IBAN ein, wird dies aufgrund der Prüfzahl erkannt und der Vorgang wird blockiert. Sie erhalten dann eine entsprechende Information von der Bank und Ihr Geld geht nicht verloren. Das alte System aus separater Kontonummer und Bankleitzahl war anfälliger für Fehlüberweisungen, da eine solche rechnerische Kontrolle noch nicht stattfand.

 

Liste der SEPA-Staaten

Innerhalb der SEPA-Staaten ist bereits eine IBAN zur Identifizierung des Zielkontos ausreichend. SEPA steht für Single Euro Payments Area und den europäischen Zahlungsraum. Mit der SEPA-Überweisung und der SEPA-Lastschrift können Wirtschaftsakteure Transaktionen durchführen, die alle den gleichen Bedingungen unterliegen. Zu den SEPA-Ländern gehören die EU-Mitgliedsstaaten, die drei EWR-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen sowie einige weitere Ausnahmen.

Gebiet ISO-Ländercode ISO-Währungscode IBAN-Länge
Belgien BE EUR 16
Bulgarien BG BGN 22
Dänemark DK DKK 18
Deutschland DE EUR 22
Estland EE EUR 20
Finnland FI EUR 18
Frankreich FR EUR 27
Griechenland GR EUR 27
Großbritannien GB GBP 22
Irland IE EUR 22
Island IS ISK 26
Italien IT EUR 27
Kroatien HR HRK 21
Lettland LV EUR 21
Liechtenstein LI CHF 21
Litauen LT EUR 20
Luxemburg LU EUR 20
Malta MT EUR 31
Monaco MC EUR 27
Niederlande NL EUR 18
Norwegen NO NOK 15
Österreich AT EUR 20
Polen PL PLN 28
Portugal PT EUR 25
Rumänien RO RON 24
San Marino SM EUR 27
Schweden SE SEK 24
Schweiz CH CHF 21
Slowakei SK EUR 24
Slowenien SI EUR 19
Spanien ES EUR 24
Tschechische Republik CZ CZK 24
Ungarn HU HUF 28
Zypern CY EUR 28

(Quelle: bankenverband.de / Stand: 12. Juni 2020)

 

Empfohlene IBAN-Schreibweisen

Unternehmen oder Selbständige geben Ihre IBAN auch auf Geschäftspapieren und Rechnungen an. Um sicherzustellen, dass die Nummer auch von Maschinen fehlerfrei eingelesen werden kann, empfiehlt sich hier eine durchgehende Schreibweise ohne Gruppierung oder Unterbrechung.

Für Menschen ist diese Schreibweise jedoch nicht sonderlich lesefreundlich und erhöht das Risiko, Fehler zu machen. Empfohlen wird daher, die Nummer in Viererblöcke aufzuteilen und die letzten beiden Zahlen als Zweierblock zu notieren.

Maschinenfreundliche Schreibweise: DE09123451234512345123
Menschenfreundliche Schreibweise: DE09 1234 5123 4512 3451 23

Wichtig: Beim Kopieren (zum Beispiel fürs Online-Banking) ist die Schreibweise in Viererblöcken oder generell mit Leerstellen übrigens unproblematisch, da Leerstellen in der Datenverarbeitung automatisch ignoriert werden und die Nummern korrekt erkannt und eingelesen werden.

 

Seit wann wird die IBAN verwendet?

In Deutschland wurde die IBAN 2016 als Standard-Konto-ID eingeführt. Seit 2008 wurde sie bereits als Alternative für Inlandsüberweisungen genutzt, wobei Kontonummer und Bankleitzahl weiterhin zulässig waren. Die IBAN löste dann die Kombination aus Kontonummer und Bankleitzahl im Rahmen von SEPA komplett ab. Seitdem muss die internationale Bankkontonummer bei Überweisungen oder Lastschriften zwingend angegeben werden.

 

Gilt die IBAN weltweit?

Die IBAN wurde zwar auch im außereuropäischen Ausland eingeführt, in vielen Ländern wird sie jedoch noch nicht verwendet. Länder wie beispielsweise China oder die USA nutzen keine IBAN, sondern haben eigene Systeme zur Geldüberweisung.

 

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