Brauerei gründen – So eröffnen Sie Ihre eigene Brauerei

12. Mai 2017 22 Minuten zu lesen
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Deutschland ist das Land des Bieres. Viele sind der Meinung, dass das Brauereihandwerk auch heute noch eine Kunstform ist. Auch Sie wollen sich als Braumeister oder Hobbybrauer selbständig machen und Ihre eigene Brauerei gründen? Hier finden Sie die wichtigsten Tipps zu Rechtsform, Genehmigungen, Voraussetzungen, Kosten und Gewerbeanmeldung.

 

Wie können Sie Ihre eigene Brauerei gründen?

Um sich den Traum von der eigenen Brauerei erfüllen zu können, müssen Sie zunächst entscheiden, welche Rechtsform sich für Ihr Unternehmen eignet. Gängige Rechtsformen für Existenzgründungen in der Brauereibranche sind UG (haftungsbeschränkt), GmbH oder eine GmbH & Co. KG. Beachten Sie bei der Wahl außerdem, dass sich die einzelnen Rechtsformen auch steuerlich unterscheiden.

Hier ein kurzer Überblick der Rechtsformen, die sich für Ihre Brauereigründung eignen:

Brauerei eröffnen als UG (haftungsbeschränkt)

Die UG (haftungsbeschränkt) oder Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist eine Sonderform der GmbH. Sie eignet sich besonders für Gründer und Gründerinnen eines Brauerei-Betriebs, die mit wenig Startkapital ein Unternehmen mit beschränkter Haftung gründen möchten.

Vorteile: Eine UG erfordert lediglich ein Stammkapital von mindestens 1 Euro, die Gründungskosten sind insgesamt niedriger als bei der GmbH.

Haftung: Eine UG ist haftungsbeschränkt. Das bedeutet, dass Gesellschafter im Regelfall ausschließlich mit dem Gesellschaftsvermögen und nicht mit dem Privatvermögen haften.

 

Brauerei gründen als GmbH

Die Gesellschafter einer GmbH oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung benötigen ein Stammkapital von insgesamt 25.000 Euro.

Vorteile: Die GmbH ist eine sehr beliebte und hoch angesehene Unternehmensform, in Deutschland und auch im Ausland.

Haftung: Die Gesellschafter übernehmen grundsätzlich keine persönliche Haftung, sondern haften mit dem Gesellschaftsvermögen.

 

Brauerei gründen als GmbH & Co. KG

Zur Gründung einer GmbH & Co. KG oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft sind mindestens ein persönlich haftender Gesellschafter und ein Teilhaber notwendig. Zunächst gründet der oder die Gesellschafter eine GmbH. Ist diese schließlich im Handelsregister eingetragen, kann die GmbH & Co. KG gegründet werden. Das Mindestkapital, das in eine GmbH & Co. KG eingebracht werden muss, beläuft sich auf 25.000 Euro. Es können auch Sachwerte mit eingebracht werden.

Vorteile: Ein Vorteil der GmbH & Co. KG ist der Umstand, dass die GmbH die Rolle des Komplementärs in der Kommanditgesellschaft übernimmt. Die GmbH haftet mit dem vollen Gesellschaftsvermögen, jedoch nicht mit dem Privatvermögen der Gesellschafter – anders als bei der gewöhnlichen KG mit natürlichen Personen als Gesellschafter. Haftungsrisiken für die an der Gesellschaft beteiligten Personen können somit stark eingeschränkt werden.

 

Grundsätzlich stehen Ihnen natürlich weitere Rechtsformen zur Verfügung.

Sie wissen noch nicht, mit welcher Rechtsform Sie gründen möchten? Vereinbaren Sie jetzt ein kostenloses Orientierungsgespräch mit unseren Experten und lassen Sie sich zu Ihren Möglichkeiten beraten.

Wo müssen Sie Ihre Brauerei als Gewerbe anmelden?

Während und nach dem Gründungsprozess müssen Sie Ihren Brauereibetrieb bei mehreren Behörden und Institutionen anmelden.

Gewerbe anmelden

Unabhängig von der von Ihnen gewählten Rechtsform, müssen Sie sich bei dem für Ihren Firmensitz zuständigen Gewerbeamt anmelden. Nach der Anmeldung beim Gewerbeamt meldet sich das Finanzamt automatisch bei Ihnen zur steuerlichen Erfassung. Sobald Ihre Unterlagen vom Finanzamt gesichtet und geprüft wurden, erhalten Sie Ihre Steuernummer und dürfen Rechnungen ausstellen.

Handelsregistereintragung

Das Handelsregister dokumentiert als öffentliches Verzeichnis Einträge über die angemeldeten Kaufleute im Bereich eines zuständigen Registergerichts. Die Unternehmensformen GmbH und UG (haftungsbeschränkt) erfordern eine Eintragung im Handelsregister. Gleiches gilt für die Gründung der GmbH als Teil der GmbH & Co. KG sowie die GmbH & Co. KG selbst.

Handwerkskammer

Die Handwerkskammer wird wie auch das Finanzamt vom Gewerbeamt über Ihre Firmengründung informiert. Je nach Ihren genauen Tätigkeitsbereichen ist gegebenenfalls die Industrie- und Handelskammer für Sie zuständig. Bei der Anmeldung eines Gewerbes ist die Mitgliedschaft in der für Sie zuständigen HWK oder IHK Pflicht.

Berufsgenossenschaft

Berufsgenossenschaften sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Unternehmen und deren Beschäftigte. Bitte melden Sie sich selbständig bei der Berufsgenossenschaft an. Selbst Kleinunternehmer ohne Personal sind verpflichtet, sich bei Ihrer relevanten BG anzumelden. Als Bierbrauer können Sie sich zum Beispiel bei der Brauerei- und Mälzerei-Berufsgenossenschaft anmelden. Wenn Ihnen unklar sein sollte, bei welcher der zahlreichen BGs Sie sich anmelden müssen, hilft Ihnen die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) unter der Telefonnummer 0800 60 50 40 4 weiter.

Zollamt

Melden Sie Ihre Brauerei beim zuständigen Zollamt an, bevor Sie mit dem ersten Brauvorgang beginnen. Der Ausschank und der Vertrieb von Bier muss mit der erwarteten jährlichen Braumenge angemeldet werden. Die anfallende Biersteuer muss entrichtet werden.

Bundesverbände

Als Existenzgründer ist eine freiwillige Mitgliedschaft in einem relevanten Verband zu empfehlen. Verbände und Vereine übernehmen die Interessenvertretung der Mitglieder und der Branche gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik. Neben zahlreichen regionalen Verbänden, gibt es unter anderem den Deutschen Brauer-Bund (DBB), den Verband Privater Brauereien oder den Verbund Die Freien Brauer.

 

Welche Genehmigungen brauchen Sie, wenn Sie eine selbständige Brauerei eröffnen möchten?

Als angehender Brauereibesitzer ist die Umsetzung Ihrer Firmengründung an einige bürokratische Genehmigungen und Zulassungen geknüpft.

Konzession für Ihre Brauerei beantragen

Als Gastronom und Bierbrauer benötigen Sie eine Konzession, ausgestellt vom zuständigen Gewerbeamt. Wie viel diese kostet, ist abhängig von mehreren Faktoren. So sind zum Beispiel konkurrierende Brauereien im Zuständigkeitsbereich der Behörde, die Pacht Ihres Geschäftssitzes und letztendlich das Wohlwollen Ihrer Gemeinde oder Stadt entscheidende Kriterien für eine Konzession. Ein mangelndes Interesse an der Niederlassung eines (weiteren) Brauereibetriebes kann den Preis einer Konzession durchaus in die Höhe treiben.

Zusätzliche Nachweise für eine Schanklizenz

Üblicherweise brauchen Sie für eine Gaststättenkonzession folgende Unterlagen:

  • Pachtvertrag über die Räumlichkeiten Ihrer Gastwirtschaft
  • eine Unbedenklichkeitsbescheinigung (Finanzamt)
  • eine Auskunft aus dem Gewerbezentralregister (Gewerbeamt)
  • ein Gesundheitszeugnis (Ordnungsamt)
  • ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis (Kommunalverwaltung/ Bürgeramt)
  • Nachweis über die Unterrichtung lebensmittelrechtlicher Kenntnisse nach § 4 (1) Nr. 4 GastG (IHK)

Abhängig vom Bundesland, in dem Sie Ihre kleine Brauerei gründen wollen, gibt es spezielle Regelungen für Brauereibetriebe zusätzlich zu den Vorgaben des Gaststättengesetzes, wie zum Beispiel eine staatlich anerkannte Weiterbildung.

Gutes Bier braucht Weile. Planen Sie am besten auch für die Behördengänge reichlich Zeit ein.

 

Welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen, um eine Brauerei eröffnen zu dürfen?

Generell gelten die Tätigkeiten Brauer/in und Mälzer/in als zulassungsfreie Handwerke oder handwerksähnliche Gewerbe nach der Handwerksordnung. Es ist kein Braumeistertitel nötig, um gewerblich Bier brauen zu dürfen. Sie können also eine Brauerei eröffnen, ohne Braumeister zu sein oder zu beschäftigen.

Auch wenn es von Seiten der Handwerkskammer keine Voraussetzungen gibt, die Ihnen den Weg zur eigenen Brauerei versperren, ist eine amtliche Zulassung nicht selbstverständlich. Wollen Sie Ihr Bier gewerblich brauen und verkaufen, benötigen Sie eine Konzession. Für diese müssen Sie in der Regel fachliches Wissen nachweisen. Wie dieser Nachweis konkret aussehen muss, kann sich je nach Stadt oder Gemeinde unterscheiden.

 

Welche speziellen Vorgaben müssen Sie als Bierbrauer beachten?

Die Bezeichnung “Bier” ist geschützt. Neben den Bestimmungen aus dem Lebensmittelrecht, an die sich jeder Gastronom halten muss, gibt es für Bierbrauereien besondere gesetzliche Regelungen.

Was ist eigentlich Bier? Die Bierverordnung liefert Antworten

In der Bierverordnung (BierV) ist vorgegeben, welche Getränke als Bier bezeichnet werden dürfen. Abhängig vom Gehalt der Stammwürze, unterscheidet der Gesetzgeber zwischen den Bezeichnungen Schankbier, Starkbier und Bockbier.

Falls Sie sich dazu entscheiden, untergäriges Bier zu brauen, gibt es besonders strikte Vorschriften zu beachten.

Reinheitsgebote und Grauzonen beim Bierbrauen

Historische Reinheitsgebote existieren in Teilen Deutschlands bereits seit 1516. Die heutigen Vorgaben, die die Inhaltsstoffe für deutsche Biere bestimmen, sind in § 9 (1) des Vorläufigen Biergesetzes (VorlBierG) zu finden. Nach wie vor gilt, dass zur Herstellung von untergärigem Bier nur Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser verwendet werden darf. Im weiteren Gesetzestext werden allerdings Freiräume für Sonderregelungen geschaffen. In seiner ursprünglichen Form existiert das Reinheitsgebot also nicht mehr.

Besteuerung von Brauerzeugnissen

Hobbybrauer können bis zu 200 Liter pro Kalenderjahr steuerfrei als sogenannte Hausbrauer herstellen. Wer sein eigenes Bräu gewerblich verkaufen will, muss sich allerdings an die Besteuerung nach dem Biersteuergesetz (BierStG) halten.

Hygienevorschriften der Lebensmittelindustrie

Der Aufbau und der Herstellungsprozess Ihrer Brauanlage muss eine hygienisch einwandfreie Produktion garantieren. Die Erlaubnis zum Herstellen von Lebensmitteln unterliegt den Hygienevorgaben des Gesundheitsamtes. Rechnen Sie daher mit regelmäßigen Kontrollen der zuständigen Behörde.

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Kosten: Brauerei gründen mit finanziellem Weitblick

Jede Existenzgründung sollte auf einem detaillierten Businessplan basieren. Immerhin ist eine gründliche finanzielle Planung die Säule, auf der Ihr erfolgreicher Start in die Selbständigkeit steht. Lassen Sie sich also Zeit, alle relevanten Kostenpunkte vor und während der Gründung in Ihren Businessplan aufzunehmen. Aufgrund dieser Berechnung können Sie in einem weiteren Schritt die Kostenprognose für Ihr erstes Geschäftsjahr beginnen.

Folgende Liste können Sie hierbei als Leitfaden nutzen:

  • Kosten für die Gründung, Genehmigungen und Lizenzen
  • Anschaffungskosten der Brauanlage: Sudpfannen, Fermentationsbehälter, Fässer
  • eventuelle Umbaukosten Ihrer Räumlichkeiten
  • Materialkosten: Zutaten, Flaschen, Etiketten, Deckel
  • eventuelle Ausstattungskosten für das Interieur Ihres Gastraums, Küche, Toiletten
  • Werbekosten
  • laufende Betriebskosten: Pacht, Personal, Steuern, diverse Versicherungen

Aus den Kosten, die Sie decken müssen, ergeben sich auch Ihre Preise. Kalkulieren Sie, wie viel Bier Sie produzieren und absetzen können, sobald Ihre Gasthausbrauerei den Betrieb aufnimmt.

 

Welche Nische ist die richtige für Ihre Brauereigründung?

Deutschlandweit gibt es viele unterschiedliche Biersorten wie Pils, Lager, Weizenbier, Märzen, Helles, Kölsch, Altbier und viele mehr. Ihre Aufgabe ist es nun, Ihre eigene Nische auf einem dichten Markt zu finden. Entscheiden Sie sich frühzeitig, welche Produkte Sie anbieten wollen und welche Ausstattung Sie für den Herstellungsprozess benötigen.

Gutes Bier brauen reicht nicht aus

Um Ihre individuelle Marketingstrategie zu entwickeln, sollten Sie sich sehr genau mit der Marktnische auseinandersetzen, die Sie bedienen wollen.

  • Wie viele Biersorten wollen Sie produzieren?
  • Welche Zielgruppe soll Ihr Bräu kaufen?
  • Wie unterscheidet sich Ihr Bier von anderen, bereits etablierten Marken?
  • Gibt es einen bestimmten Anlass, zu dem man Ihr Bier trinkt? (Grillen, Sportveranstaltung, zum Feierabend)
  • Ist Ihr Bier für jedermann oder soll es bewusst als Kennermarke für Bierliebhaber vermarktet werden?
  • Setzen Sie auf Lokalkolorit oder eine selektive Altersgruppe?

 

Brauen nach alter Tradition oder Trendwelle Craft Beer

Die steigende Anzahl privater Brauereien zeigt: Selbständig Bier brauen liegt im Trend. Branchenkenner beobachten allerdings eine klare Unterteilung in Traditionalisten und Kreativbrauereien. Woran liegt das? Nach EU-Recht dürfen deutsche Brauer künstliche Zusatzstoffe einsetzen in einem gesetzlich abgesteckten Rahmen – trotz des Reinheitsgebots.

Braukunst als Handwerk mit Zukunft

Auch die Platzhirsche der deutschen Bierindustrie haben das Potenzial der Craft-Biere aus Kleinbrauereien und Mikrobrauereien erkannt: Die Bitburger Braugruppe und die Radeberger Gruppe haben Ihr Sortiment jeweils um Craft-Marken erweitert. Sollte das Vorläufige Biergesetz bald der Vergangenheit angehören, eröffnen neue europäischen Vorgaben womöglich viele Möglichkeiten, den Brauprozess experimentell zu verändern. Setzen Sie also auf Craft-Biere wie Leipziger Gose oder Eulchen aus Mainz, sollten Sie sich im Vorfeld gründlich über die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und der Europäischen Union informieren. Planen Sie auch für den Fall, in dem sich die Gesetzeslage zu Ihren Ungunsten verändert.

 

Standort: Wo sollten Sie eine Brauerei eröffnen?

Machen Sie eine gründliche Standortrecherche, um Faktoren wie Wettbewerb, Pachtkosten, Zulieferer und Absatzmarkt zu analysieren. Bevor Sie die Türen Ihrer selbständigen Bierbrauerei öffnen, müssen Sie den Zweck Ihrer Räumlichkeiten genau planen.

Industriebrauerei oder Gasthausbrauererei

Brauereien kann man unterteilen in Industriebrauereien und Gasthausbrauereien. Industriebrauereien stellen Bier her und vertreiben Ihre Produkte. Generell sind sie nicht für Gäste zugänglich. Gasthausbrauereien hingegen sind eine Kombination aus Gaststätte und Braubetrieb. Während der Suche nach einem passenden Geschäftssitz, sollten Sie diese Entscheidungen bereits getroffen haben:

  • Wird die Brauanlage in Ihre Gaststätte integriert und so für Ihre Gäste sichtbar sein?
  • Soll es einen Biergarten geben?
  • Soll die Biererzeugung in einem Nebengebäude stattfinden?
  • Wollen Sie Ihr Unternehmen als reine Industriebrauerei aufziehen und keine Gäste bewirten?

Diese Überlegungen sind essentiell, wenn Sie wirtschaftlich pachten wollen.

Wenn Ihre Brauerei nicht nur zur Herstellung Ihrer Produkte, sondern auch als Gastraum oder sogar als touristische Attraktion dienen soll, benötigen Sie mehr Fläche. Laufkundschaft machen Sie am ehesten auf sich aufmerksam, wenn Sie Ihren Brauereibetrieb stadtnah und gut sichtbar in Straßennähe eröffnen.

Kosten und Konzession im Auge behalten

Vergleichen Sie mögliche Standorte immer in Hinblick auf Ihren Businessplan und die erforderliche Konzession. Möglicherweise gibt es schon vorhandene Brauanlagen oder Kleinbrauereien in Ihrer Umgebung, die Sie übernehmen können. Eventuelle Umbaumaßnahmen müssen vom Bauamt abgesegnet werden.

 

Vertriebskanäle: Wie verkaufen Sie Ihr selbstgebrautes Bier?

Bauen Sie sich schon vom ersten Tag an ein Netzwerk auf. Kontakte zu Lieferanten, Kunden, anderen Gründern und möglichen Partnern sind besonders wichtig, um schnell am Markt Fuß zu fassen. Auch an dieser Stelle kann eine Mitgliedschaft in Verbänden und Vereinen nützlich sein. Regionale Gaststätten oder Geschäfte, die touristische Waren anbieten, könnten erste Adressen sein, die Ihre Ware abnehmen. Der direkte Werksverkauf in Ihrer Brauerei sollte nicht Ihr einziger Vertriebskanal bleiben. Konzentrieren Sie Ihre Ausgaben auf die Verkaufskanäle, die Ihre Zielgruppe am häufigsten nutzt.

Nutzen Sie neue Märkte für Bierliebhaber

Mittlerweile gibt es viele Geschäfte und Online-Shops, die sich auf den Verkauf von Craft Getränken oder regionalen Produkten spezialisiert haben. Bierfeste, Bierbörsen, Food Design Messen, Street Food Märkte, Brau-Festivals und Brauwettbewerbe kann man in vielen deutschen Großstädten rund um’s Jahr finden. Nutzen Sie diese Möglichkeiten, Ihre Bekanntheit unter potentiellen Kunden zu erhöhen und weitere Kontakte in der Brauereibranche zu knüpfen. Ihre eigene Internetpräsenz ist ebenfalls ein wichtiger Vertriebskanal. Integrieren Sie einen Shop und verkaufen Sie auch hier Ihre Produkte. Events in Ihrer Brauerei sind ebenfalls wichtig für die Neukundengewinnung. Bieten Sie Neukundenrabatte und Eröffnungspreise an, um möglichst viele Gäste anzulocken.

 

Welches Fachwissen brauche ich, um eine selbständige Brauerei zu gründen?

Fachwissen Brauereiwesen

Bierbrauen ist ein technisch aufwändiger und handwerklich komplexer Prozess. Idealerweise bringen Sie ein vertieftes, handwerkliches Wissen mit. Eine Ausbildung in den Berufen Brauer/in oder Mälzer/in ist als fachlicher Hintergrund zu empfehlen. Danach besteht die Möglichkeit, eine Weiterbildung als Braumeister/in zu absolvieren. Einige Universitäten und Hochschulen bieten zudem die Studiengänge Diplom-Braumeister/in, Diplom-Ingenieur/in für Brauwesen, Bachelor/Master of Science Brauerei- und Getränketechnologie an.

Aber auch ohne Ausbildung, Meistertitel oder Studienabschluss können Sie eine kleine Brauerei gründen. Das nötige Know-how des Brauwesens sammeln Sie am besten als Angestellter in einem Brauereibetrieb oder Brauereigasthaus sowie im Selbststudium mit Hilfe verfügbarer Fachliteratur.

Unternehmerisches Wissen

Wie bei jeder Existenzgründung sind auch bei der Gründung einer Brauerei unternehmerische Fähigkeiten essentiell. Weiterbildungen in den Bereichen Buchhaltung, Marketing und Vertrieb sind daher sehr zu empfehlen.

Als Inhaber einer Brauerei sind Sie gleichzeitig Arbeitgeber. Sie sollten sich also Wissen über Management und Personalführung aneignen, um erfolgreich in die Selbständigkeit starten zu können.

Expertenwissen: Bier als Konsum- und Kulturgut

Viele Branchenexperten sind sich einig: Nur wer Bier liebt, kann auch gutes Bier brauen. Die Braukunst umfasst neben technischen Feinheiten auch detailliertes Kennerwissen der Bierbranche. Wenn sich Ihr Bräu von der Konkurrenz unterscheiden soll, müssen Sie sich bereits gut auskennen. Im Gegensatz zu Großbrauereien tragen Sie die Hauptverantwortung für alle finanziellen und produktionsrelevanten Entscheidungen vom Sud bis zum Verkauf der fertigen Flaschen und Fässer.

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