Das Stammkapital der gGmbH: Wie viel muss ich mitbringen?

29. April 2015 5 Minuten zu lesen
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Bei der Gründung einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH) ist einer der wichtigsten Schritte die Einzahlung des Stammkapitals. Von der Höhe des Stammkapitals ist abhängig, in welchem Umfang die Gesellschafter zur Haftung herangezogen werden können. Doch wie hoch muss es mindestens sein? Wie unterscheiden sich Geld- und Sacheinlagen und was sind Nebenleistungsverpflichtungen? In unserem Ratgeberartikel finden Sie die Antworten.

 

Die Haftungsbeschränkung der gGmbH durch das Stammkapital

Die Haftung der Gesellschafter ist auf das Stammkapital begrenzt. Bei mehreren Gesellschaftern liegt die Haftung jeweils auf dem übernommenen Anteil am Stammkapital. Daher wird es in der Fachsprache auch als Haftungskapital bezeichnet. Das eingebrachte Stammkapital und die Splittung der Anteile der gGmbH muss in vollen Euro-Beträgen in der gGmbH-Satzung angegeben werden.

 

Stammkapitalerhöhung im laufenden Geschäftsbetrieb

Das Stammkapital einer gGmbH kann auch noch während des laufenden Geschäftsbetriebs erhöht werden. Um eine Stammkapitalerhöhung durchzuführen, bedarf es unter anderem eines Gesellschafterbeschlusses und eines Eintrags ins Handelsregister durch den Notar.

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Woraus setzt sich das Stammkapital einer gGmbH zusammen?

Das Stammkapital Ihrer gGmbH setzt sich zusammen aus allen Geschäftsanteilen, die die Gesellschafter beisteuern bzw. übernommen haben. Früher wurden Häufig werden die Geschäftsanteile auch als Stammeinlagen bezeichnet. Die Geschäftsanteile können entweder als Bareinlage, Sacheinlage oder als Mischform eingebracht werden. Die Haftung beläuft sich immer auf mindestens 25.000 Euro.

Bareinlage

Bei der Gründung muss mindestens die Hälfte des zu leistenden Stammkapitals bar eingezahlt werden.

Sacheinlage

Sacheinlagen sind Wertgegenstände, Rechte oder Forderungen, die komplett eingelegt werden müssen. Besonders gut dazu eignen sich Immobilien oder Autos. Aber Vorsicht: Im Fall der Auflösung der gGmbH verlieren Sie Ihre Einlage. Die Bewertung der Sacheinlagen findet durch die Gesellschafter statt. Sie muss allerdings möglichst realistisch sein, denn eine falsche Bewertung kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Eine Sacheinlage muss vollständig geleistet werden.

Bei einer Sachgründung muss ein Sachgründungsbericht erstellt werden. In ihm werden die bewerteten Sacheilagen aufgelistet. Eine zu hohe Bewertung kann rechtliche Konsequenzen für die Gesellschafter nach sich ziehen. Daher empfehlen wir, die Sachgründung von einem Steuerberater prüfen zu lassen.

Mischform

Das Stammkapital kann auch gemischt als Bar- und Sacheinlage geleistet werden. Da häufig das Stammkapital in Anteilen einbezahlt wird, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Ein Anteil muss mindestens zu 25 % in bar geleistet werden. Außerdem muss zur Gründung die Hälfte des von allen zusammen geleisteten Stammkapitals in bar eingezahlt worden sein.

Einlagen Rechenbeispiel

Stammkapital: 25.000 Euro;
Gesellschafter A: 5000 Euro in bar; keine Sacheinlage
Gesellschafter B: 2500 Euro in bar; als Sacheinlage ein Auto 7500 Euro
Gesellschafter C: 2500 Euro in bar; eine Sacheinlage im Wert von 2500 Euro
Gesellschafter D: 1250 Euro in bar; eine Sacheinlage im Wert von 1250 Euro
Gesellschafter E: 1250 Euro in bar: eine Sacheinlage im Wert vom 1250 Euro

Addiert man die Beträge, dann umfassen die Bareinlagen einen Gesamtbetrag von 12.500 Euro. Das entspricht 50 % des Stammkapitals. Darüber hinaus zahlen alle Gesellschafter mindestens 25 % ihres Anteils in bar ein.

 

gGmbH-Stammkapital: Geschäftsanteile

Wird eine gGmbH mit mehreren Gesellschaftern gegründet, muss jeder über mindestens einen Anteil verfügen. In der Satzung sind die Anzahl der Gesellschafter, deren Anteile und die Nennbeträgeanzugeben. Es ist möglich, dass ein Gesellschafter mehrere Anteile am gGmbH-Stammkapital hält.

 

gGmbH-Stammkapital: Sonderregelungen

Auch Sonderregelungen können in die Satzung der gGmbH aufgenommen werden. Darin wird z.B. geregelt, was mit den Geschäftsanteilen im Fall des Ausscheidens eines Gesellschafters aus der Gesellschaft passiert. Beispielsweise kann im Todesfall geregelt werden, ob bzw. welche Erben die Anteile übernehmen. Häufig wird auch festgelegt, wann und unter welchen Umständen Anteile verkauft werden dürfen.

Daher ist es ratsam, die gGmbH-Satzung von einem Experten aufsetzen zu lassen. Durch eine sauber aufgesetzte Satzung können Sie viele Eventualitäten bereits im Vorfeld regeln. So schaffen sie in Ausnahmefällen Rechtssicherheit.

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