Konditorei eröffnen: So machen Sie sich mit Torten und Kuchen selbständig

aktualisiert am 16. Oktober 2019 13 Minuten zu lesen
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Sie möchten eine Konditorei eröffnen? firma.de informiert Sie über Themen wie Rechtsformwahl, Gewerbeversicherung und -anmeldung und Businessplan bis hin zu Geschäftsideen und die Frage nach der Meisterpflicht.

orientierung buttonSie lieben Gebäck, Torten und Kuchen sowie deren Herstellung? Sie haben idealerweise einen Meistertitel und betriebswitschaftliche Kenntnisse und möchten Ihr Hobby zum Handwerk machen? Dann ist die Eröffnung einer Konditorei womöglich Ihr Weg in die Selbständigkeit. Meist ist eine Konditorei mit einer Bäckerei verknüpft: Konditoren sind häufig in Bäckereien angestellt, um das Sortiment von Brot und Brötchen zu erweitern. Eine unabhängige Konditorei sieht man heutzutage nicht mehr ganz so oft. Dieser ungesättigte Markt könnte Ihre Chance sein.

 

Konditorei eröffnen: Voraussetzungen

Wenn Sie Ihre eigene Konditorei eröffnen möchten, gibt es einiges zu beachten: Bei dem Beruf des Konditors handelt es sich um ein zulassungspflichtiges Gewerbe. Idealerweise verfügen Sie über einen Konditormeister. Jedoch haben Sie auch die Möglichkeit, sich nur mit Ihrer Bäcker-/Konditorausbildung und dem damit verbundenen Gesundheitszeugnis als Konditor selbständig zu machen, wenn Sie einen der folgenden Punkte erfüllen:

  • Einen Konditormeister einstellen
  • Eine Ausübungsberechtigung beantragen

Nur der Besitz eines Gesundheitszeugnisses ist für Sie als Gründer Pflicht. Falls Sie über keine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse verfügen, wird dringend empfohlen, Gründer-Seminare zu besuchen, die Sie optimal auf die Selbständigkeit und die damit verbundene Bürokratiearbeit vorbereiten. Zusammengefasst:

  • Im Idealfall haben Sie die Meisterprüfung erfolgreich absolviert
  • Sie bringen ein Gesundheitszeugnis mit
  • Vorteilhaft ist auch betriebswirtschaftliches Wissen

Sofern Sie keine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse mitbringen, wird der Besuch von Gründer-Seminaren dringend empfohlen. Hier bereitet man Sie auf die anstehende Selbständigkeit, die Bürokratiearbeit sowie auf den Arbeitsalltag als Chef vor.

Konditorei eröffnen ohne Meister?

Sie haben die Möglichkeit, ohne Meistertitel eine Konditorei zu eröffnen, indem Sie einen Konditormeister einstellen. Alternativ gibt es auch noch die Option, ohne eigenen Meisterbrief und ohne angestellten Meister eine Konditorei zu eröffnen, dies ist jedoch der Ausnahmefall. Sie haben die Möglichkeit, sich für eine Ausübungsberechtigung sowie eine Ausnahmeberechtigung zu qualifizieren. Da nicht jeder Antrag zwingend bewilligt wird, ist die Einstellung eines Meisters bei fehlendem eigenen Meistertitel ausdrücklich empfohlen.

 

Konditorei eröffnen als GmbH, UG, GbR oder Einzelunternehmen: Rechtsform wählen

Wer sich selbständig machen und ein Unternehmen gründen will, muss sich zunächst für eine passende Rechtsform entscheiden. Diese Rechtsformen unterscheiden sich in Haftung, Stammkapital und auch steuerlich. Für eine Konditorei wird meistens eine UG, GmbH, GbR oder ein Einzelunternehmen gewählt. Sie sollten eine Rechtsform wählen, die zu Ihrer Gründungssituation passt.

Mehr Informationen zu den einzelnen Rechtsform:

Grundsätzlich stehen Ihnen natürlich weitere Rechtsformen zur Verfügung.

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Konditorei als Franchise eröffnen

Mit einer Konditorei haben Sie die Möglichkeit, mit einem bewährten und erprobten Konzept durchzustarten. Als Franchise-Nehmer eröffnen Sie auf der Geschäftsgrundlage eines Mutterkonzerns Ihre eigene Filiale, wobei Sie während und vor allem nach der Gründung vom Franchise-Geber unterstützt werden. Hier müssen Sie allerdings beachten, dass Sie Strukturen, Produkte und Vorgaben direkt vom Franchise-Geber übernehmen und einhalten müssen.

 

Konditorei eröffnen: Wie und wo anmelden?

Handelsregistereintrag für Ihre Konditorei

Das Handelsregister dokumentiert Einträge über die angemeldeten Kaufleute als ein öffentliches Verzeichnis. Für die Rechtsformen GmbH sowie UG müssen Sie sich ins Handelsregister eintragen lassen.

Ihre Konditorei als Gewerbe anmelden

Egal, für welche Rechtsform Sie sich schlussendlich entscheiden, die Gewerbeanmeldung ist Pflicht. Sofern Sie Ihr Unternehmen als Einzelunternehmer starten, reicht die Gewerbeanmeldung völlig aus; eine Handelsregistereintragung müssen Sie nicht mehr vornehmen.

Gewerbeanmeldung Berlin (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Hamburg (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung München (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Köln (Formular zum Download)

Gewerbeanmeldung Frankfurt (Formular zum Download)

Eintragung in die Handwerksrolle

Alle Betreiber eines zulassungspflichtigen Handwerks werden in die Handwerksrolle eingetragen. Diese Eintragung ist Pflicht; Sie sollten diese vornehmen, sobald Sie Ihr Gewerbe angemeldet haben.

Handwerkskammer bei Konditoreien

Sobald Sie Ihr Gewerbe angemeldet haben, wird die zuständige Handwerkskammer, genauso wie das Finanzamt, von Ihrer Gründung in Kenntnis gesetzt. Die HWK nimmt nun mit Ihnen Kontakt auf. Die Mitgliedschaft bei der für Sie zuständigen HWK ist Pflicht.

Konditoren-Handwerk: Berufsgenossenschaften

Berufsgenossenschaften sind Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Unternehmen sowie deren Beschäftigte. Für den Betrieb einer Konditorei zuständig ist die Berufsgenossenschaft Nahrung und Gaststätten (BGN).

Berufsverbände für Konditoren

Die freiwillige Mitgliedschaft in einem für Ihre Branche und Ihren Beruf passenden Berufsverband bzw. einer Innung ist zu empfehlen, da diese die Interessen von Mitgliedern sowie der gesamten Branche vertreten. Für den Konditor gibt es folgende Berufsverbände oder Innungen: der Deutsche Konditorenbund (Bundesinnungsverband) und den Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V.

 

Konditorei eröffnen: Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Bevor Sie Ausgaben tätigen, sollten Sie einen umfassenden und konkreten Finanzplan ausgearbeitet haben. Dieser sollte nicht nur die Gründungs-, sondern auch beispielsweise Instandhaltungskosten beinhalten. Folgende Kostenpunkte sollten Sie auf jeden Fall in Ihrem Finanzplan erfassen:

  • Kapitalbedarf für die Gründungs- und Anlaufphase (Beratungs- sowie Bürokratiekosten, Umbau, Marketing, etc.)
  • Kapital für Wareneinkauf, Einrichtung und Produktionsgeräte
  • Laufende Betriebskosten: Ladenmiete, Strom- und Heizkosten
  • Versicherungen und Steuern (z. B. Gewerbeversicherung)

 

Wie finde ich den perfekten Standort für meine Konditorei?

Ein zentraler Aspekt Ihrer Gründung ist der Standort. Wenn der Standort Ihrer Konditorei nicht passt, verpassen Sie einen Großteil des Geschäfts, vor allem aber Ihre vermutlich größte Einnahmequelle: die Laufkundschaft. Damit dies alles im Rahmen des Möglichen liegt, müssen Sie mit einer Standortanalyse den für Sie perfekten Standort finden. Es gilt, den Markt und den Wettbewerb umfassend zu kennen, damit Sie einen Standort finden, der für Ihre Zielgruppe hervorragend erreichbar ist und Ihr volles Potenzial ausschöpfen können.

Stellen Sie sich beispielsweise Fragen wie:

  • Wie sieht die Infrastruktur der näheren Umgebung aus?
  • Ist der Markt bereits gesättigt?
  • Wie oft sind Bäckereien oder Konditoreien hier oder in der Nähe bereits verteten?

Dies sind alles Fragen, die Sie in Ihrer Standortanalyse berücksichtigen sollten.

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Eine eigene Konditorei eröffnen: Benötige ich Personal?

Für Ihre Konditorei sollten Sie besser früher als später Personal einstellen, da Sie unmöglich alleine Kunden bedienen, backen und ebenso das Geschäft betreiben können. Bäckereifachangestellte oder natürlich gelernte Konditoren können eine große Hilfe im täglichen Betrieb sein und Ihnen fachmännisch zur Hand gehen.

 

Welche Produkte biete ich in meiner Konditorei an?

Geschäftsideen gibt es viele, doch nur die wenigsten von ihnen sind erfolgreich. Analysieren Sie deshalb Ihre Konkurrenz genau und beobachten Sie die aktuellen Trends, um Ihre Zielgruppe und Nische zu finden. Der Bio-Markt boomt derzeit, vielleicht möchten Sie sich ja mit veganen/laktosefreien/glutenfreien Zutaten einen Namen machen? Weitere Tipps und (Geschäfts)Ideen, die Sie bei Ihrer Neugründung inspirieren können:

  • Sie könnten Torten und Kuchen auf Bestellung anbieten.
  • Sie könnten Workshops zur Torten und Kuchenherstellung geben.
  • Werten Sie Ihr Angebot mit neuen Kreationen auf und machen Sie es mit exotischen Gewürzen und Zutaten kulinarisch zu einem außergewöhnlichen Geschmackserlebnis.
  • Starten Sie z. B. Geburtstags-Aktionen mit Gratis-Muffins, Pralinen o. Ä. für Geburtstagskinder
  • Bieten Sie Cupcakes und Torten mit trendigen Motiven an uvm.

Sobald Sie Ihre Nische gefunden haben, kennen Sie Ihre Zielgruppe. Diese gilt es, immer im Kopf zu behalten, damit Sie Ihr Marketing und mögliche neue Produkte perfekt darauf zuschneiden können.

Sofern Sie über Sitzmöglichkeiten verfügen, könnte sich das “Kaffee und Kuchen”-Verkaufssystem als kleines Café auch für Sie rentieren. Vergessen Sie nicht, eine Speisekarte zu drucken oder Ihre tagesaktuellen Kuchen beispielsweise auf eine Tafel zu schreiben.

 

Richtig werben für Ihre Konditorei

Je nachdem, wie viel Geld Sie für Ihre Werbemaßnahmen ausgeben möchten, stehen Ihnen verschiedenste Möglichkeiten offen, vom günstigen Social-Media Auftritt bis hin zu Gratis-Verkostungen. Ihre Optionen sind vielfältig. Als Konditor sind bildlastige Social Media-Kanäle wie Facebook oder speziell Instagram perfekt dafür geeignet, Fotos Ihrer Kreationen online zu stellen und so viele Menschen neugierig auf Ihren Betrieb zu machen. Aber auch Flyer, die Sie in der näheren Umgebung Ihrer Konditorei verteilen oder Aufkleber an öffentlichen Stellen verfehlen ihre Wirkung nicht. Falls Sie aufs Ganze gehen wollen, stellen Sie sich doch mit einem Tablett kleiner Kuchenstückchen oder Gebäcke vor Ihre Konditorei und verteilen Sie “Geschmacksproben”, die vorüberziehenden Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, Lust auf mehr machen und Ihnen neue Kunden bescheren.

 

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