Marketing that matters – Das war der MMK 2018

4. Dezember 2018 7 Minuten zu lesen
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“Marketing that matters” – das Thema des diesjährigen Marketing Management Kongresses 2018. Ein wichtiges Thema für firma.de und natürlich auch für unsere Gründer. Wir waren vor Ort beim Quadriga MMK und haben für Daheimgebliebene einen kurzen Nachbericht mit den spannendsten Learnings verfasst. Welche Bedeutung die Generation Z für Unternehmen hat und wie junge Gründer sowie kleine Unternehmen kostengünstiges, relevantes und effizientes Marketing betreiben können, könnt ihr hier nachlesen.

 

Die Bedeutung von Marketing im digitalen Zeitalter

MMK 2018: Treppe mit Werbung

“Marketing führt zu einem messbaren Unternehmenserfolg und ist die Investition wert.” – Die Richtigkeit dieser Aussage lässt sich besonders seit der Ausführung digitalen Marketings einfacher überprüfen. Durch SEO und Online-Marketing-Analysen wird der Return on Investment bei Marketingaktivitäten direkt sichtbar. “Marketing Content” ist zum geflügelten Wort geworden – und es wird einiges an Content erstellt. Bereits 2016 gaben 83 Prozent der befragten Unternehmen in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) an, Content Marketing bereits einzusetzen (Quelle: Statista). In den letzten Jahren wurde immer klarer, dass der bestehende Content wirtschaftlich effizient wiederverwertbar ist und dass im Content Marketing vermehrt nach dieser Fähigkeit in Bewerbern gesucht wird (Beispiel: AJ&Smart). Im besten Fall geschieht diese Wiederverwertung dann im passenden Kanal, um genau zum Interesse der jeweiligen Kunden oder Konsumenten zu passen.

 

Content Marketing Organisation

Ab einer Marketing-Teamgröße von etwa sieben Personen gibt es Herausforderungen, den erstellten Content über verschiedene Teams, z. B. PR, Online, Social Media, zu organisieren und wiederzuverwerten. Das kann dazu führen, dass unbewusst über Kollegen hinweg ein Thema doppelt bearbeitet wird. Content Marketing kann um ein vielfaches effizienter sein, wenn die richtigen Management Tools verwendet werden. Dafür spricht sich Mirko Lange aus, Gründer und Geschäftsführer der Scompler GmbH. Er empfiehlt, mit einer zentralen Datenbank zu arbeiten, die dem gesamten Marketing-Team zugänglich gemacht wird. Hier können dann Ergebnisse aus Social Hearing für alle zugänglich gemacht werden. Social Listening bedeutet, zu untersuchen, ob der Markt das Thema relevant und nützlich findet und ob die Konsumenten empfänglich für das Marketing sind. Weiter können hier Themen und Content erstellt, in Beziehung gesetzt, gerankt, gescored und die Personalplanung danach ausgerichtet werden. “Eins ist klar”, sagt Mirko Lange – “Mit Excel geht das nicht.”

Weitere tolle Content Management Tool Empfehlungen

Mirko Lange empfiehlt neben seinem eigenen Tool Scompler auch weitere nützliche Tools, die Unternehmen ab einem entsprechend großen Marketing-Team nutzen sollten, um ihre Prozesse zu optimieren und effizienter zur arbeiten.

Social Media Tools:

  • Hootsuite
  • Falcon.io
  • Facelift
  • Sprout Social

Marketing Automation Tools:

  • Hubspot
  • Marketo
  • Act-on
  • Active-campaign

SEO Tools: 

  • Contentbird
  • Searchmetrics Content Experience
  • Pagerangers

Für kleinere Unternehmen und Start-ups:

  • Dirico
  • Contenttools (Content + Blogging)
  • Mynewsdesk
  • DivvyHQ

 

Instagram University

Edyta Kotowicz arbeitet für Instagram im Creative Hub an neuen Formaten für Facebook und Instagram. Auf dem MMK hat sie gezeigt, wie die Marketing Kampagnen großer Marken mit Instagram erstellt wurden. Mit der daraufhin hochmotivierten “Klasse” hat sie einige tolle Tricks für die richtige Nutzung mit den beiden Social Media Kanälen geteilt. Besonders junge Gründer oder Start-ups sollten unbedingt Gebrauch von Instagrams Funktionen machen, da dies laut Edyta das zur Zeit günstigste Marketing sei, das Unternehmen für sich nutzen können – die Nutzung von Instagram für Unternehmen und Brands ist bisher noch kostenlos.

Edyta Kotowicz nennt einige wertvolle Tipps für Unternehmen, für die Instagram ein essentieller Marketing-Kanal ist:

  • Die Standard Story-Länge beträgt 15 Sekunden – diese werden jedoch oft übersprungen. Seid kürzer und kreativer – etwa durch die Erstellung und Bearbeitung von Videos mit Facebook Filtern wie Drawing 3D
  • 60 Prozent der Instagram Storys werden mit Ton angeschaut – das gilt es zu nutzen
  • Bei der “Rewind”-Funktion solltet ihr für den besten Effekt mit einem besonderen Geräusch oder einer Bewegung zum Ende des Videos arbeiten, etwa einem Klatschen.
  • Die “Tap Reveal”-Funktion eignet sich für Unternehmen bei mehrteiligen Geschichten oder besonderen Neuigkeiten. So könnt ihr kontrollieren, wie viele Leute alle Storys geschaut haben und bei welchem Video sie ausgestiegen sind
  • “Motion Tracking” oder “Sticker Pinning” ist die Funktion, die für Werbefilm-ähnliche Videos sorgt: Elemente wie Text oder Sticker können an ein Objekt in Bewegung “gepinnt” werden und bewegen sich mit ihm zusammen

 

Generation Z und ihre Bedeutung für Unternehmen

Unternehmen, die jetzt gerade auf den Markt kommen, müssen sich zielgruppengerecht aufstellen. Nach den Millennials stellt nun Generation Z das Gros der Konsumenten (34 Prozent) und Unternehmen und Brands sollten ihr Marketing entsprechend danach ausrichten. Chloe Kombi hat auf dem MMK noch nicht veröffentlichte Forschungsergebnisse aus ihrer Arbeit mit der Generation Z (nach 2000 geboren) geteilt. Diese Generation wird bereits 2019 die Anzahl der Millennials übertroffen haben. Grund genug, Chloe Kombi zuzuhören. Wir teilen ihre besten Tipps für Unternehmen und das Marketing für Generation Z:

  • Erfahrungen werden weit mehr geschätzt als Gegenstände – Unternehmen sollten ihre Angebote deswegen unbedingt erlebbar machen
  • Heutige 18-Jährige sind ihren Eltern sehr nahe, risikoavers, schüchtern und ängstlich. Sie schätzen Unternehmen, die Moralvorstellungen weitergeben und sinnstiftend sind – z. B. NIKE mit “Black Lives Matter”.
  • Ablehnung von Marken wie Nutella wegen des Palmöl-Inhalts oder Toblerone aufgrund der Verbrauchertäuschung (weniger Zacken)
  • Online-Communities ersetzen die Zusammengehörigkeiten im echten Leben – eine Onlinepräsenz ist deswegen notwendig, um als relevant wahrgenommen zu werden
  • Die Generation liebt Video Content, besonders wenn er emotional ist – Musterbeispiel: Buzzfeed und seine personalisierten Quizzes
  • Sie sind sparsam und schätzen Transparenz und preislich nachvollziehbare Angebote – deswegen lieben sie LIDL und verachten Apple

 

MMK: Fazit

Der Marketing Management Kongress war auch dieses Jahr wieder kaum zu übertreffen – die Learnings, die wir mitnehmen konnten, sind kaum zusammenzufassen. Viele spannende Vorträge und Workshops haben diese Konferenz zu einem einzigartigen Event gemacht, das einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Bild: Nike Tewald

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