Als Fotograf selbständig machen: Tipps für Ihren Erfolg

Talent, Kreativität und Unternehmergeist sind Grundvoraussetzungen, um sich als Fotograf selbständig zu machen. Welche Entscheidungen und Stationen Ihrer Gründungsphase noch wichtig sind, lesen Sie hier im firma.de-Ratgeber für selbständige Fotografen.

 

Selbständig machen als freiberuflicher Fotograf: Entdecken Sie hier unser ultimatives Starthilfe-Paket für Freiberufler – für nur 25 Euro!

Zum Freiberufler-Paket

Inhaltsverzeichnis

Für viele Freizeit- und Hobbyfotografen ist die Fotografie mit einem gewissen romantischen Ideal verbunden. Eine Selbständigkeit in diesem Bereich steht häufig für flexible Arbeitszeiten, kreative Freiräume und ein hohes Maß an Unabhängigkeit.

Dabei wird jedoch oft übersehen, dass sich die Fotobranche im Wandel befindet und die wirtschaftlichen Spielräume vielfach begrenzt sind. Seit dem Wegfall des Meisterzwangs sind die Markteintrittsbarrieren deutlich gesunken. Gleichzeitig ist professionelles Equipment heute leichter verfügbar und günstiger als noch vor einigen Jahren. Das erhöht den Wettbewerbsdruck und wirkt sich auf Preise und Margen aus.

Smarte Starthilfe für Freiberufler

Entdecken Sie unser ultimatives Paket: Checkliste, praktische Vorlagen, Wissen & Tipps auf über 50 Seiten – für nur 25 Euro!

Alltagsmedium Foto – Chancen und Risiken

Fotografie ist heute allgegenwärtig und prägt nahezu alle visuellen Medien. Für den Markt ist das grundsätzlich positiv: Die Nachfrage nach Stockfotos und professioneller Werbefotografie für Web-Content wächst stetig.

Gleichzeitig bringt diese Entwicklung jedoch auch Herausforderungen mit sich. Fotobearbeitungs-Apps und Social-Media-Plattformen wie Instagram vermitteln vielen Hobbyfotografen den Eindruck, professionelle Fotografie sei leicht zugänglich. In der Folge drängen immer mehr Freizeit- und semiprofessionelle Fotografen auf den Markt. Professionalität und Originalität verlieren dadurch teilweise an Sichtbarkeit und Wert.

Dennoch gibt es positive Signale für Berufsfotografen: Laut der Studie „Professionelle Fotografie – Die Umfrageauswertung 2016“ von berufsfotografen.com bewerten 54 % der befragten Fotografen ihre Auftragslage als gut oder sehr gut. 70 % sehen die Zukunft ihres Berufs positiv, und acht von zehn Befragten sind der Meinung, dass man vom Einkommen als Fotograf gut leben kann. Die vollständige Studie steht bei berufsfotografen.com als PDF zur Verfügung.

Realismus statt Romantik: Selbständig ohne falsche Erwartungen

Wer sich als Fotograf selbständig machen möchte, sollte realistisch und gut vorbereitet an das Vorhaben herangehen. Viele Gründungen scheitern, weil zwei zentrale Grundlagen unterschätzt werden: eine sorgfältige Planung und realistische Erwartungen an Berufsalltag und Einkommen.

Die Ausgangslage ist geprägt von einem wachsenden Markt, aber auch von starkem Wettbewerb durch professionelle und semiprofessionelle Anbieter. Um langfristig erfolgreich zu sein, ist es entscheidend, den Markt nüchtern zu analysieren, die eigenen Stärken klar zu definieren und sich gezielt zu positionieren.

 

Qualifikation und Ausbildung im Bereich Fotografie

Die Berufsbezeichnung Fotograf ist heute nicht mehr geschützt. Entsprechend niedrig sind die Einstiegshürden. Ein anhaltender Trend in der Branche ist daher, dass sich immer mehr Hobbyfotografen nebenberuflich selbständig machen. In der bereits erwähnten Umfrage gab etwa ein Drittel der befragten Berufsfotografen an, Autodidakten oder Quereinsteiger zu sein.

Für eine dauerhafte und hauptberufliche Selbständigkeit ist ein Einstieg ohne einschlägige Erfahrung jedoch mit Risiken verbunden. Gleichzeitig führen unterschiedliche Wege zum Ziel. Fachliches Wissen kann über eine handwerkliche Ausbildung, eine Fotoschule, ein relevantes Studium oder über zertifizierte Weiterbildungen erworben werden. Solche Qualifikationen stärken nicht nur das eigene Können, sondern auch die Außenwirkung gegenüber Kunden.

Wer ohne formale Ausbildung startet, sollte dies durch belastbare Referenzen, ein überzeugendes Portfolio und nachweisbare Praxiserfahrung ausgleichen. Für die fachliche Weiterentwicklung sind Fachzeitschriften und begleitende Literatur zu Technik, Design und Branchentrends unverzichtbar.

Persönliche Eigenschaften

Neben fotografischem Talent und einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik sind weitere Fähigkeiten entscheidend. Eine hohe technische Affinität ist ebenso wichtig wie der sichere Umgang mit Kameraausrüstung, Lichttechnik und Software. Auch die professionelle Nachbearbeitung setzt fundierte Kenntnisse gängiger Bildbearbeitungs- und Designprogramme voraus.

Darüber hinaus spielen soziale Kompetenzen eine zentrale Rolle. Kundenkontakte, Briefings und Honorarverhandlungen erfordern klare Kommunikation. Wer Kundenwünsche versteht und eigene Ideen verständlich vermittelt, schafft die Grundlage für erfolgreiche Projekte und langfristige Zusammenarbeit.

Da sich Technik, Stilrichtungen und Marktanforderungen stetig verändern, sind Lernbereitschaft und Weiterbildungswille unerlässlich. Kontinuierliche Spezialisierung und fachliche Weiterentwicklung erhöhen die Chancen auf lukrative und wiederkehrende Aufträge.

Unternehmerisches Know-how für Fotografen

Wie jede Existenzgründung erfordert auch die Selbständigkeit als Fotograf grundlegende betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Dazu zählen insbesondere Steuerfragen, Buchhaltung, Marketing und Vertrieb. Ein Selbststudium oder der Besuch von Gründerseminaren, etwa bei Industrie- und Handelskammern oder privaten Anbietern, ist daher empfehlenswert.

Gleichzeitig ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen. Bei komplexen Fragestellungen kann es sinnvoll sein, Steuerberater oder Gründungsberater hinzuzuziehen, um Fehler und unnötige Risiken zu vermeiden.

Fachwissen zu Fotorechten und Urheberrecht

Ein solides Verständnis von Urheberrecht und Medienrecht ist für Fotografen unverzichtbar. Nur wer seine Rechte kennt, kann sich wirksam vor der unbefugten Nutzung eigener Werke schützen. Werden Nutzungsrechte eingeräumt, sollten Umfang und Zweck vertraglich klar geregelt sein.

Da Bilder im Internet häufig ohne Erlaubnis verwendet werden, kann eine regelmäßige Recherche über Reverse-Image-Suchen helfen, Rechtsverstöße frühzeitig zu erkennen. Dokumentierte Urheberrechtsverletzungen sollten konsequent verfolgt werden, gegebenenfalls mit anwaltlicher Unterstützung. Zusätzlich kann eine Markenanmeldung sinnvoll sein, um Namen oder Logo vor Nachahmung zu schützen.

 

Nische: Welche Art Fotograf wollen Sie sein?

Fotograf ist nicht gleich Fotograf. Der Beruf des selbständigen Fotografen umfasst zahlreiche Tätigkeitsfelder und Spezialisierungen. Je früher feststeht, welche Bereiche abgedeckt werden sollen, desto einfacher lassen sich alle weiteren unternehmerischen Entscheidungen treffen.

Positionierung als erster Schritt

Wer sich als Fotograf selbständig machen möchte, sollte zunächst die Positionierung des eigenen Unternehmens festlegen. In welchen und wie vielen Bereichen eine Spezialisierung sinnvoll ist, hängt vor allem von den eigenen Fähigkeiten, Interessen und bisherigen Erfahrungen ab. Grundsätzlich gilt: Ein klar fokussiertes Angebot wirkt professioneller als ein breit gefächertes und erleichtert die Abgrenzung vom Wettbewerb.

Typische Tätigkeitsbereiche für Fotografen

Zu den gängigen Tätigkeitsfeldern selbständiger Fotografen zählen unter anderem:

  • Corporate-Fotografie
  • Werbefotografie (z. B. Immobilien, Food, Industrie, Mode)
  • Hochzeitsfotografie
  • Eventfotografie
  • Studiofotografie (Porträt, Familie, Baby, Bewerbung, Akt)
  • Architekturfotografie
  • Journalismus und Presse
  • Stockfotografie
  • Kunst- und Filmprojekte

 

Abgrenzung zum Fotodesign

Vom klassischen Fotografen abzugrenzen ist das Tätigkeitsfeld des Fotodesigners. Fotodesigner übernehmen vor allem die konzeptionelle Vor- und Nachbereitung von Shootings nach den Vorgaben des Auftraggebers. Dazu zählen unter anderem die Planung von Hintergründen, Requisiten, Perspektiven, Motiven und Licht sowie die umfangreiche Bildnachbearbeitung.

In der Praxis gibt es viele Überschneidungen mit der Arbeit selbständiger Fotografen. Fotodesign ist jedoch ein eigenständiger, staatlich geprüfter Ausbildungsberuf.

Weitere Einnahmemöglichkeiten

Neben der klassischen Auftragsfotografie können zusätzliche Tätigkeiten eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Dazu zählen beispielsweise Seminare, Workshops oder Tutorials für Hobbyfotografen. Wer gerne Wissen vermittelt, kann Fotocoaching als ergänzenden oder nebenberuflichen Einkommenszweig aufbauen.

Auswirkungen der Positionierung

Die gewählte Positionierung beeinflusst nicht nur das Geschäftsmodell, sondern auch die steuerliche Einordnung durch das Finanzamt. Je nach Tätigkeit erfolgt eine Einstufung als Freiberufler oder Gewerbetreibender. Auch die Nutzung eines Künstlernamens kann Teil der Positionierung sein und sollte rechtlich geprüft werden.

 

Businessplan: Kosten und Honorar realistisch berechnen

Ist ein Businessplan überhaupt notwendig, wenn man sich als freiberuflicher Fotograf selbständig macht? Ja. Wer eine realistische und übersichtliche Einschätzung aller Ausgaben erhalten möchte, kommt an einer sorgfältigen Planung nicht vorbei. Nur auf dieser Basis lassen sich tragfähige Preise und Honorare kalkulieren.

Betriebliche Kosten berücksichtigen

Arbeiten Fotografen auf Honorarbasis, müssen alle laufenden Kosten in die Preiskalkulation einfließen. Dazu zählen insbesondere:

  • Ausrüstungskosten (Kameras, Objektive, Lichttechnik, Zubehör)
  • Bürokosten (Miete oder Pacht, Nebenkosten)
  • Materialkosten (Büromaterial, Ersatzteile)
  • Kommunikation (Telefon, Internet, Versand, Porto)
  • Softwarekosten (Bildbearbeitung, Lizenzen, Website)
  • Anfahrtskosten (Bahn, Mietwagen, Kraftstoff)
  • Werbekosten (Online-Marketing, Visitenkarten, Flyer)
  • Betriebliche Versicherungen (z. B. Berufshaftpflicht, Ausrüstungsversicherung)
  • Tilgung von Krediten
  • Kosten der Unternehmensführung (Steuerberater, Buchhaltung)
  • Rücklagenbildung

 

Private Lebenshaltungskosten einplanen

Neben den betrieblichen Ausgaben müssen auch die privaten Lebenshaltungskosten gedeckt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Wohnkosten und Nebenkosten
  • Lebenshaltungskosten (Essen, Kleidung)
  • Freizeit und private Ausgaben
  • Private Versicherungen und Altersvorsorge
  • Sonstige regelmäßige Ausgaben (z. B. Medikamente)

 

Honorar realistisch kalkulieren

Viele Einsteiger kalkulieren ihre Leistungen zu niedrig und verkaufen sich damit unter Wert. Wer hauptberuflich von der Fotografie leben möchte, muss so rechnen, dass der eigene Lebensunterhalt gesichert ist und von Beginn an Rücklagen gebildet werden können.

Auch Krankheitstage, Urlaub, Feiertage und Wochenenden sollten bei der Kalkulation berücksichtigt werden. Verdienstausfälle durch unvorhergesehene Ereignisse können jederzeit auftreten.

Auf Basis aller Kosten und des erwarteten Steuersatzes lassen sich anschließend Monatseinkommen und Stundensatz berechnen. Online-Honorarrechner können dabei eine erste Orientierung bieten. In der Praxis ist es zudem üblich, Honorare je nach Auftraggeber oder Projektumfang über individuelle Tages- oder Pauschalsätze anzupassen.

Smarte Starthilfe für Freiberufler

Entdecken Sie unser ultimatives Paket: Checkliste, praktische Vorlagen, Wissen & Tipps auf über 50 Seiten – für nur 25 Euro!

Finanzierung für Gründer in der Fotografiebranche

Bereits die Anschaffung der notwendigen Foto- und Studioausrüstung kann für angehende Berufsfotografen eine erhebliche finanzielle Herausforderung darstellen. Reicht das eigene Kapital nicht aus, stehen Gründern jedoch verschiedene Finanzierungsoptionen zur Verfügung.

Neben klassischen Krediten bei der Hausbank oder privaten Kreditinstituten sollten auch öffentliche Förderangebote geprüft werden. Dazu zählen unter anderem:

  • Förderkredite über Bürgschaftsbanken, die Gründer ohne ausreichende Sicherheiten unterstützen
  • Gründungszuschüsse der Bundesagentur für Arbeit, etwa bei einer Gründung aus der Arbeitslosigkeit
  • Kredite der KfW, die Existenzgründern branchenunabhängig zur Verfügung stehen

Welche Finanzierungsform geeignet ist, hängt von der persönlichen Ausgangslage, dem Kapitalbedarf und dem geplanten Geschäftsmodell ab. Eine frühzeitige Beratung kann helfen, passende Fördermittel zu identifizieren und sinnvoll zu kombinieren.

Tipp: Die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie bietet eine gute Übersicht aller Förderprogramme und Finanzhilfen auf Länder-, Bundes- und EU-Ebene.

 

Fotograf: Gewerbliche Tätigkeit oder Freiberufler?

Die Fotografie gehört zu den Branchen, in denen die Grenzen zwischen freiberuflicher (Katalogberufe und katalogähnliche Berufe) und gewerblicher Tätigkeit oft fließend sind. Entscheidend für die steuerliche Einordnung ist, wie die eigene Tätigkeit beschrieben und ausgeübt wird. Das Finanzamt prüft dabei, ob der Schwerpunkt der Arbeit überwiegend künstlerisch-kreativ oder gewerblich geprägt ist.

Maßgeblich ist nicht die Berufsbezeichnung, sondern die konkrete Ausgestaltung der Tätigkeit. Dabei wird insbesondere beurteilt, ob eine eigenständige künstlerische Leistung vorliegt oder ob handwerkliche bzw. dienstleistende Aspekte überwiegen.

Vorteile einer freiberuflichen Tätigkeit als Fotograf

Wird die Tätigkeit als freiberuflich anerkannt, ergeben sich gegenüber einer gewerblichen Tätigkeit mehrere Vorteile:

  • Keine Gewerbesteuer
  • Keine Pflicht zur Mitgliedschaft in der Handwerkskammer (HWK)
  • Vereinfachte Gewinnermittlung durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)
  • Keine Pflicht zur Erstellung handelsrechtlicher Bilanzen
  • Keine Gewerbeanmeldung erforderlich

Zur Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit reicht ein formloser Antrag auf steuerliche Erfassung beim zuständigen Finanzamt. Dieses prüft anschließend, ob die Tätigkeit als künstlerisch einzustufen ist. Ist die Abgrenzung nicht eindeutig, kann ein Gutachten eingeholt werden. Maßstab ist dabei die sogenannte „künstlerische Höhe“ der Arbeit.

Wird die Tätigkeit als freischaffend anerkannt, ist eine dauerhafte freiberufliche Ausübung möglich.

Mischformen: Freiberufliche und gewerbliche Tätigkeiten kombinieren

Für viele Fotografen kommt eine trennbare Mischform infrage. Dabei werden unterschiedliche Tätigkeiten steuerlich getrennt behandelt, sofern sie klar voneinander abgrenzbar sind.

Künstlerische Leistungen bleiben in diesem Fall von der Gewerbesteuer befreit, während eindeutig gewerbliche Leistungen zusätzlich besteuert werden. Voraussetzung ist eine saubere buchhalterische Trennung der jeweiligen Einnahmen.

Beispielsweise gilt Hochzeits- oder Portraitfotografie häufig als gewerbliche Tätigkeit, insbesondere wenn die Fotos gedruckt und verkauft werden. Pressefotografen hingegen werden in der Regel als freiberuflich tätige Künstler anerkannt.

Untrennbare Mischformen

Problematisch wird es, wenn Tätigkeiten als untrennbar gemischt gelten, etwa weil sie dem Kunden als einheitliche Gesamtleistung in Rechnung gestellt werden. In diesem Fall stuft das Finanzamt die gesamte Tätigkeit als gewerblich ein. Die Folge ist, dass Gewerbesteuer auf den Gesamtertrag anfällt.

Eine Übersicht der Rechtsformen für Freiberufler finden Sie hier.

Entdecken Sie jetzt unsere Gründungspakete für Ihre Selbständigkeit als Fotograf:

 

Rein gewerbliche Tätigkeit als Fotograf

Fotografen, die reine Auftragsarbeiten übernehmen, Bilder und verwandte Produkte verkaufen, und hauptsächlich handwerklich tätig sind, werden in der Regel als Gewerbetreibende eingestuft. In diesem Fall ist der Gang zum Gewerbeamt unvermeidlich. Ob Sie ein Einzelunternehmen, eine GmbH oder eine GbR gründen, richtet sich nach Ihrer Geschäftsidee und Ihrem individuellen Businessplan. Gründerexperten können Sie bei Fragen zu den unterschiedlichen Rechtsformen beraten.

Mehr erfahren zu den möglichen Rechtsformen:

 

Ob Ihr Unternehmen der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer zugeordnet wird, entscheidet das Gewerbeamt. Als Gewerbetreibender sind Sie aber in jedem Fall beitragspflichtig.

Tipp: Vermeiden Sie unbedingt den Anschein einer Scheinselbständigkeit. Erwirtschaften Sie den Großteil Ihrer Einkünfte durch nur einen (gewerblichen) Auftraggeber, kann das Finanzamt die Selbständigkeit anzweifeln und nachträglich ein abhängiges, sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis feststellen.

 

Wichtige Anmeldungen für Fotografen

Berufsgenossenschaft (BG ETEM)

Unabhängig davon, ob Fotografen freiberuflich oder gewerblich tätig sind, ist die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft für Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) verpflichtend. Sie stellt die gesetzliche Unfallversicherung für die Branche dar.

Die Anmeldung muss eigenständig erfolgen. Unter bestimmten Voraussetzungen können sich Freiberufler von der Versicherungspflicht befreien lassen. In diesem Fall entfällt jedoch auch der Versicherungsschutz. Für Details und individuelle Voraussetzungen empfiehlt sich eine direkte Rücksprache mit der BG ETEM.

Künstlersozialkasse (KSK)

Freiberufliche Fotografen sollten sich frühzeitig mit dem Thema soziale Absicherung befassen. Viele selbständige Fotografen unterliegen der Sozialversicherungspflicht über die Künstlersozialkasse.

Die KSK ermöglicht den Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung, wobei ein Teil der Beiträge übernommen wird. Voraussetzung ist, dass die Tätigkeit als künstlerisch oder publizistisch anerkannt wird.

Verbände der Fotografiebranche

In der Fotografiebranche existieren zahlreiche bundesweite Berufs- und Interessenverbände. Dazu zählen unter anderem der Centralverband Deutscher Berufsfotografen, der Deutsche Verband für Fotografie oder der Bundesverband Freie Fotografen und Filmgestalter.

Eine Mitgliedschaft ist freiwillig, kann jedoch viele Vorteile bieten. Dazu gehören fachlicher Austausch, Unterstützung bei rechtlichen Fragen, Hilfe bei der Anerkennung als freier Künstler sowie der Zugang zu branchenspezifischen Informationen und Netzwerken. 

 

Standortwahl für Fotografen: Wo gründen?

Der Standort der Existenzgründung ist auch für Fotografen ein wichtiger Faktor. Welche Region geeignet ist, hängt jedoch stark von der eigenen Geschäftsidee und Ausrichtung ab.

Viele selbständige Fotografen verzichten heute auf ein klassisches Studio. In vielen Fällen ist kein Ladenlokal mit fest installierter Ausrüstung erforderlich. Stattdessen arbeiten Fotografen häufig aus einem gemieteten Büro oder direkt von zu Hause aus und sind überwiegend mobil tätig.

Bei der Standortwahl stellt sich daher vor allem die Frage, ob das Unternehmen in einer auftragsstarken Region gegründet werden soll. In Ballungsräumen ist die Nachfrage nach Fotografiedienstleistungen oft hoch, gleichzeitig ist dort jedoch auch mit einer starken Konkurrenz zu rechnen.

In ländlicheren Regionen ist die Wettbewerbssituation meist entspannter. Dafür fällt die Nachfrage nach fotografischen Leistungen häufig geringer aus. Internationale oder deutschlandweite Aufträge sind eher die Ausnahme und betreffen vor allem Presse- oder Werbefotografie.

In der Praxis arbeiten die meisten Fotografen innerhalb eines regionalen Einzugsgebiets. Üblich ist ein Aktionsradius von etwa 50 bis 150 Kilometern rund um den eigenen Geschäftssitz. 

 

Vertrieb und Organisation: Der Fotografenalltag in der Praxis

Der Berufsalltag selbständiger Fotografen besteht zu einem großen Teil aus Aufgaben, die nicht direkt mit dem Fotografieren zu tun haben. Diese Realität sollte von Beginn an realistisch eingeschätzt werden.

Gerade in der Anlaufphase der Selbständigkeit nimmt die aktive Kundengewinnung sowie die Planung und Umsetzung von Marketing- und Vertriebsmaßnahmen viel Zeit in Anspruch. Dazu kommen organisatorische Tätigkeiten wie Angebots­erstellung, Terminplanung und Büroarbeit.

Eine Umfrage von berufsfotografen.com zeigt, wie sich der Arbeitsaufwand typischerweise verteilt: Im Durchschnitt entfallen etwa zwei Tage pro Monat auf Kundenakquise, Jobvorbereitung sowie Büroarbeit und Bürokratie. Die Nachbereitung abgeschlossener Shootings, etwa Bildauswahl und Bearbeitung, nimmt durchschnittlich vier Tage in Anspruch.

Zusätzlich investieren viele Fotografen jeweils etwa einen Tag pro Monat in Weiterbildung und in freie Projekte. Wird eine Zielgröße von rund zehn Shootingtagen pro Monat angesetzt, ergibt sich insgesamt ein Arbeitsaufwand von etwa 22 Arbeitstagen pro Monat.

Diese Aufteilung dient als Orientierung. Der tatsächliche Zeitaufwand hängt unter anderem von der persönlichen Arbeitsweise, der Auftragslage und dem eigenen Tagessatz ab.

 

Marketing und Kundenakquise für Fotografen

Grundlage aller Marketingaktivitäten sollte eine professionelle, übersichtliche und suchmaschinenoptimierte Website sein. Potenzielle Kunden erhalten hier einen ersten Eindruck davon, was sie buchen. Ein aussagekräftiges Portfolio sollte das eigene Können möglichst vielseitig zeigen. Auch Referenzen oder Kundenlisten können helfen, Professionalität und Erfahrung zu unterstreichen.

Von standardisierten Website-Baukästen ohne individuelle Gestaltung ist eher abzuraten. Die Online-Präsenz sollte den eigenen Stil, Geschmack und die persönliche Ästhetik widerspiegeln. Ein durchgängiges Corporate Design, etwa bei Logo, Visitenkarten und weiteren Printmaterialien, sorgt für einen stimmigen Gesamteindruck.

Je nach Zielgruppe darf die Ansprache unterschiedlich ausfallen. Während im B2B-Bereich oft sachliche Argumente im Vordergrund stehen, kann die Ansprache von Privatkunden emotionaler sein. Schließlich geht es häufig um das Festhalten besonderer Momente oder wichtiger Lebensabschnitte.

Geeignete Marketingkanäle

Ausgehend von der eigenen Website hängt die Wahl der Marketingmaßnahmen stark von der Zielgruppe ab. Es empfiehlt sich, verschiedene Kanäle zu testen und unterschiedliche Ansprachen auszuprobieren. Erfolgreiches Marketing bedeutet nicht, das Rad neu zu erfinden. Beobachtungen der Konkurrenz können wertvolle Hinweise liefern.

In der Praxis ist oft eine Kombination mehrerer Strategien sinnvoll, zum Beispiel:

  • Online-Werbung wie Google Ads oder Social-Media-Anzeigen
  • Aktive Präsenz in sozialen Netzwerken
  • Direkte Kundenansprache per Telefon oder persönlicher Vorstellung
  • Empfehlungsmarketing über zufriedene Kunden

Bei neuen Anfragen sollte stets erfragt werden, über welchen Kanal der Kontakt zustande kam. So lassen sich wirksame Marketingmaßnahmen gezielt ausbauen.

Marketing in der Startphase

Gerade zu Beginn der Selbständigkeit ist der Zeitaufwand für Kundenkontakte und Akquise besonders hoch. Erste Einnahmen lassen sich unter Umständen über Stockfoto-Plattformen wie Adobe Stock oder Shutterstock erzielen. Diese können helfen, eine finanzielle Grundlage zu schaffen, während parallel aktiv neue Kunden gewonnen werden.

Jetzt weiterstöbern im Ratgeber!