Die Haftung des UG-Geschäftsführers

6. Januar 2015 5 Minuten zu lesen
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Anders als bei anderen Rechtsformen haften die Geschäftsführer oder Gesellschafter einer UG oder GmbH grundsätzlich nicht mit ihrem Privatvermögen, sondern nur mit dem Geschäftsvermögen. Dabei gibt es Unterschiede zwischen dem Geschäftsführer und dem Gesellschafter.

Der Geschäftsführer vertritt das Unternehmen nicht nur nach innen sondern auch nach außen. Gesellschafter vertreten die UG (haftungsbeschränkt) nur dann nach außen, wenn sie auch gleichzeitig als Geschäftsführer benannt sind. Bei einer UG mit einem Gesellschafter ist der Gesellschafter auch Geschäftsführer, sofern kein externer Geschäftsführer angestellt ist. Doch wie sieht es mit der Haftung aus?

Persönliche Haftung des UG-Geschäftsführers

Der Geschäftsführer muss die Vorgaben der Gesellschafter zum Wohl des Unternehmens ausführen. Er untersteht gegenüber seinem Unternehmen einer Treuepflicht. Eine seiner Hauptaufgaben ist es, Schaden von der UG (haftungsbeschränkt) abzuwenden. Sollte er entgegen seiner Pflicht handeln, ist er unter Umständen der UG (haftungsbeschränkt) gegenüber zu Schadensersatz verpflichtet und haftet in einem solchen Fall mit seinem Privatvermögen. Nicht haftend gemacht werden kann er grundsätzlich dann, wenn er nach Anweisung der Gesellschafterversammlung gehandelt hat. Er ist dazu verpflichtet, jedem UG-Gesellschafter jederzeit Auskunft über das Unternehmen zu geben. Der UG-Geschäftsführer haftet unter Umständen persönlich, wenn er:

• den Verlust des Stammkapitals der UG nicht meldet
• Verträge vor der Eintragung ins Handelsregister abschließt
• während der Gründung falsche Angaben macht
• den Buchführungspflichten nicht nachkommt
• Arbeitnehmeranteile nicht rechtmäßig abführt

Folgende Pflichtverletzungen können strafrechtliche Folgen für den UG-Geschäftsführer haben und ihn privat haftbar machen:
• Missachtung der Informationspflicht an die Gesellschafter, wenn die Hälfte des Stammkapitals verbraucht ist
• Falschangaben zum Zweck der Eintragung der Gesellschaft
• Falschangaben zum Zweck der Eintragung einer Erhöhung des Startkapitals
• Unwahre Darstellung des Vermögens der Gesellschaft
• Zuführung der zu zahlenden Einlagen auf ein persönliches Konto anstatt auf das UG-Geschäftskonto
• Nichtzahlung der Sozialversicherungsbeiträge der Mitarbeiter
• Verletzung von Pflichten im Insolvenzfall oder das Verschweigen einer drohenden Insolvenz vor den Gesellschaftern
• Betrug und Untreue

Wird ein Geschäftsführer bei Verletzung seiner Pflichten zu einer mindestens einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, darf er einige Jahre nicht mehr als Geschäftsführer einer UG (haftungsbeschränkt) tätig sein.

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Haftung des UG-Geschäftsführers gegenüber Dritten

Auch gegenüber Dritten kann ein Geschäftsführer mit seinem Privatvermögen zur Haftung gezogen werden, wenn er:

• seine Tätigkeiten als Geschäftsführer verschweigt
• Bestimmungen im Handelsregister nicht einhält
• eine Insolvenz gegenüber Geschäftspartnern verschweigt
• im Schriftverkehr den Rechtsformzusatz „GmbH“ übernimmt

Darüber hinaus ist bezüglich der Haftung grundsätzlich unerheblich, ob der Geschäftsführer schon im Handelsregister eingetragen ist oder seinen Vertrag unterschrieben hat. Sobald das Amt des Geschäftsführers von ihm angenommen wird, kann er grundsätzlich haftbar gemacht werden. Eine Haftung ist unter Umständen auch dann noch möglich, wenn ein Geschäftsführer im Unternehmen gar nicht mehr angestellt ist.

firma.de-Tipp: Die Haftung des Geschäftsführers ist ein sehr umfangreiches Thema und hier wurden längst nicht alle Punkte aufgeführt. Haben Sie Fragen zur Haftung als Geschäftsführer in einem bestimmten Fall, helfen Ihnen unsere firma.de-Experten gerne weiter. Rufen Sie noch heute an.

Erfahren Sie mehr über die Rechtsform, auf der die UG (haftungsbeschränkt) beruht – die GmbH: Was ist eine GmbH?

 

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