Tipps für Online-Jungunternehmer: So wird der Online-Shop richtig gut

aktualisiert am 3. September 2018 14 Minuten zu lesen
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Die Domain ist reserviert, der Businessplan steht. Doch was bei vielen neuen Online-Shops jetzt noch fehlt, ist etwas, um sich richtig von der Masse abzuheben.

Den eigenen Online-Shop zu gründen –Wunsch vieler und gleichzeitig auch ein äußerst erfolgsversprechendes Konzept: Die Zahlen lügen nicht, Onlinehandel verbuchte bis heute alljährlich neue Erfolge. Die Menschen kaufen immer mehr im Internet. Doch das bedeutet auch, dass immer mehr Shops mit dem gleichen Sortiment entstehen – wer sich hier behaupten will, muss sich etwas einfallen lassen, dass seinen Shop auffälliger, prägnanter, einfach besser macht, als die Konkurrenz. Und dafür gibt es einige extrem wirksame Tipps, auf die der nachfolgende Artikel genauer eingeht.

 

Check 1: Die passende Shop-Software

Sucht man bei Google nach „Shop-Software“, gibt allein die deutsche Variante gleich 42 Millionen Ergebnisse aus. Zugegeben, ganz so viele Softwares gibt es nicht, aber schon eine ganze Menge. Doch hier ist der Vergleich immens wichtig, denn mit der richtigen Shop-Software steht und fällt praktische alles von der Bedienungsfreundlichkeit über Größe und Anzahl möglicher Produktfotos bis hin zur Kundenbindung. Das bedeutet: Neu-Shopbetreiber müssen sich zunächst einmal klar werden, was sie wollen. Grundlegende Fähigkeiten, die heute praktisch jedes E-Commerce-System mitbringt, sind:

  • Datenbank (Mit den allgemeinen Produktinformationen sowie Seiten für jedes Produkt)
  • Administrator-Kontrolle (Zum Einbauen neuer Inhalte und Produkte)
  • Bildsystem (Für die optische Präsentation eines Produkts)
  • Empfehlungsdienste (Vorschläge für den Kunden basierend auf seinem Nutzungsverhalten)
  • Bezahlmodule (Die verschiedenen Payment-Optionen)
  • Webtracking (Analyse des Kundenverhaltens)

Doch daneben sind die Tools, die die unterschiedlichen Softwares mit sich bringen, so vielfältig, wie die Programme selbst: Wo ein Tool vielleicht nur rudimentär kleine Fotos integrieren kann, lassen sich mit dem anderen 3D-Aufnahmen der Ware realisieren, Videos integrieren usw. Kommt noch hinzu, dass es nicht nur kostenpflichtige, sondern auch kostenlose Open-Source E-Commerce-Tools gibt, müssen Shopbetreiber genau wissen, was sie möchten und vor allem vergleichen.

Eine gute Shop-Software sieht im Idealfall nicht nur auf dem PC gut aus, sondern exisitert auch in angepassten Varianten für mobiles Internet.

 

Check 2: Bezahloptionen: Mehr ist mehr

Vor zehn Jahren kannte ein typischer Webshop zwei Bezahloptionen: Vorkasse und Nachnahme. Ersteres war (und ist) für den Shopbetreiber von Vorteil, da er die Ware erst losschicken muss, wenn das Geld auf dem Firmenkonto eingegangen ist. Aber die Vorkasse ist deshalb auch langsam und zudem müssen Kunden, die kein Onlinebanking betreiben, sich erst zu ihrer Bankfiliale begeben – dennoch war Vorkasse noch 2013 das drittbeliebteste Zahlungsmittel im E-Commerce. Die Nachahme ist dagegen für den Händler risikoreicher, da er sein Geld erst nach Auslieferung erhält – und gleichsam ist es auch für den Kunden unkomfortabler: Er muss zuhause sein, wenn die Ware geliefert wird und zudem auch genug Bargeld haben. Kommt noch hinzu, dass Nachnahme eine Extra-Gebühr kostet, ist es kein Wunder, dass sie unbeliebt bei Kunden und Verkäufern ist.

Der Vorteil der Kreditkarte ist nicht nur ihre Internationalität, sondern vor allem auch die praktisch nicht vorhandenen Risiken für den Verkäufer in Verbindung mit sofortiger Zahlungsabwicklung und somit Lieferung.Allerdings müssen diese beiden Optionen für jeden Onlineshop vorhanden sein. Und zudem kann jedem Betreiber nur ans Herz gelegt werden, weitere Möglichkeiten anzubieten. Denn: Mehr Optionen sind für den Kunden oft genug auch kaufentscheidend. Einige haben vielleicht schlechte Erfahrungen mit der Vorkasse gehabt. Ein Shop, der nur diese anbietet, verliert dann diese potenziellen Kunden auf Nimmerwiedersehen. Was Shopbetreiber sonst noch anbieten sollten:

  • Elektronische Zahlungsarten: E-Payment-Systeme wie PayPal haben sich binnen kürzester Zeit etabliert und sind extrem beliebt, weil der Händler sofort sein Geld bekommt und der Kunde schnell seine Ware – allerdings entstehen für die Shops dabei auch nicht unerhebliche Gebühren von Seite der Zahlungsunternehmen (Bei PayPal bspw. 35 Cent plus eine Gebühr zwischen 1,5 und 1,9 % der Bestellsumme).
  • Kreditkarte: Auch wenn für Händler ebenfalls Buchungsgebühren anfallen: Ohne Kreditkarten-Zahlungsoption sollte kein Onlineshop aufgebaut werden. Auch, weil hier ebenfalls eine hohe beidseitige Sicherheit besteht und es zudem keine Risiken mit ungedeckten Konten gibt wie beim:
  • Lastschriftverfahren: Der Kunde gibt dem Shop eine Einzugsermächtigung über den Kaufbetrag – und die Ware kann losgeschickt werden. Jedoch kann das bei ungedeckten Konten für viele Probleme auf Händlerseite sorgen. Eine Option wäre es, diese Zahlungsart nur für registrierte Kunden anzubieten, die bereits mehrfach beim Shop eingekauft haben.
  • Rechnung: Auch diese Variante hat ein hohes Risiko für den Verkäufer, denn die Ware wird teilweise erst Wochen nach deren Erhalt bezahlt. Dennoch ist diese Variante auf Kundenseite sehr beliebt, denn sie erlaubt finanzielle Flexibilität und auch Sicherheit. Auch diese Option sollte nur für Mehrfachkunden angeboten werden.
  • Finanzierung: Sie ist ein zweischneidiges Schwert, weil immer das Risiko eines Zahlungsausfalls besteht. Allerdings sollten Shops mit teuren Waren trotzdem über eine Implementierung nachdenken, denn die Option kann Kaufentscheide nachhaltig beeinflussen.
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Check 3: Mehr Infos, bitte!

Wer würde schon die sprichwörtliche Katze im Sack kaufen? Niemand. Von daher ist es von kaum zu unterschätzender Wichtigkeit, jedes einzelne Produkt dem Kunden so umfangreich zu präsentieren, wie es nur menschenmöglich ist.

  • Produktfotos sollten zahlreich und sehr hochauflösend sein, auch wenn dazu ein Fotograf engagiert werden muss. Fotos von den Herstellern sind zwar meist groß und zudem kostenlos, haben aber kein Alleinstellungsmerkmal für den Shop und sollten daher nur in Ausnahmefällen verwendet werden.
  • Produktinformationen müssen ebenfalls vom Betreiber selbst geschrieben werden – auch wenn das Zeit kostet. Doch wie bei den Herstellerfotos wäre es katastrophal, wenn ein preisvergleichender Kunde, der von Shop zu Shop klickt, auf jedem den gleichen Produkttext findet – nämlich den, den der Hersteller verfasst hat. Wichtig sind auch umfassende technische Angaben wie Abmessungen, Gewicht und auch der Lieferumfang.

Was viele dabei vergessen: Wenn ein Produkt nicht so aussieht wie beschrieben oder nicht-zugehöriges Zubehör zeigt, dann muss dies klar für den Kunden ersichtlich sein – wie bereits Richter urteilten. Natürlich sollten Shopbetreiber allein schon aus Gründen der Kundenzufriedenheit nur hochwertige und genaue Fotos ihrer Waren zeigen – dennoch: Zu einem guten Shop gehört auch der Haftungsausschluss wegen falscher Abbildungen und Beschreibungen. Diese Worte sollten in den Nutzungsbedingungen Platz finden.

 

Check 4: Sei erreichbar

Selbst die beste Produktbeschreibung mit den ausführlichsten Fotos von allen Seiten ist nicht vor dem DAU gefeit: Dem „dümmsten anzunehmenden User“. Und diese Spezies Käufer hat immer weitere Fragen – um ihn jedoch nicht zu vergraulen, sollte er die Möglichkeit haben, seine Fragen direkt auf der Produktseite zu stellen – und sie auch zeitnah beantwortet zu bekommen. Am besten im Minutentakt. Und zusätzlich bietet es sich auch an, die Fragen und Antworten sichtbar in die Produktseite einzubinden – es gibt sicherlich genügend zukünftige Kunden, denen die gleiche Frage unter den Nägeln brennt. Übrigens: Sollte sich eine bestimmte Fragenkategorie produktübergreifend immer wieder häufen, zieht der Shop nicht besonders viele DAUs an, sondern seine Produktbeschreibungen sind lückenhaft.

Jeder Kunde hat irgendwann Fragen oder Beschwerden. Vor allem bei letzterem ist es wichtig, dass er eine telefonische Anlaufstation hat und nicht nur eine E-Mail-Adresse, die alle Jubeljahre vom Verkäufer entleert wird.

 

Check 5: Schnell gewinnt

Einer der ganz wenigen Punkte, die potenzielle Kunden dazu bringen könnten, nicht in einem Onlineshop, sondern einem Laden vor Ort zu kaufen, ist die zwangsläufige Lieferdauer. Gut, selbst Gigant Amazon schafft es bislang noch nicht, seine Waren binnen weniger Stunden zum Kunden zu bekommen – sein Service Prime Air hängt in luftfahrtrechtlichen Problematiken fest. Für kleinere Shops kann das, clever ausgenutzt, nur ein Vorteil sein: Ein Kunde, dem es egal ist, ob seine Bestellung morgen oder erst am Ende der Woche eintrifft, schaut vor allem auf die Versandkosten, weshalb er hier eine günstige Option haben sollte. Dennoch wird es auch immer Käufer geben, die ihre Ware nicht schnell genug in den Händen halten können. Ein guter Shopbetreiber hat für diese Klientel eine besonders rasante Paketdienst-Lösung in Petto.

 

Check 6: Zeig den Mensch hinter dem Shop

Ein wiederkehrender Kritikpunkt des E-Commerce ist der Eindruck vieler Kunden, der Kaufvorgang sei irgendwie seelenlos, weil von der Beratung bis zum Kaufabschluss keinerlei menschlicher Kontakt stattfindet – selbst der selige Versandhauskatalog konnte hier zumindest noch mit einer telefonischen Bestellannahme punkten. Umso wichtiger, dass jemand, der seinen neuen Shop etablieren will, sich menschlicher als die Konkurrenz zeigt: Das kann durchaus eine kurze Biographie mit Foto sein, vielleicht die Beweggründe, warum der Shop eröffnet wurde. Und wer sich die Mühe macht, ein kleines Blog zu integrieren, kann nicht nur bei den Kunden punkten, sondern – sofern das Blog lebendig ist und immer wieder mit Updates gefüttert wird – auch beim Google Ranking nach oben klettern. Wer die „Extrameile“ gehen will, kann sich aus den Produktneuheiten eines Monats auch immer wieder ein, zwei Stücke herausgreifen und für das Blog (und die Youtube-Seite) des Shops ein kleines Anwendungsvideo drehen.

 

Fazit

Einfach „nur“ seine Waren online zu verkaufen, ist heute absolut kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Egal, ob der eigene Shop sich auf sehr spezielle Nischenprodukte spezialisiert hat, oder im großen Business der „Online-Gemischtwarenläden“ mitmischt: Kein Shopbetreiber sollte sich einfach nur anschauen, wie es die Konkurrenz macht und dann ähnlich vorgehen. Das würde, wenn nicht zum baldigen Scheitern, auf jeden Fall aber zu geschmälerten Gewinnen beitragen. Wer heute im Web Geld verdienen möchte, muss sich auch extra Mühe geben und seinem Shop so viele herausragende Merkmale wie möglich verpassen. Und das geht nur, indem man sich durch Gestaltung, Kundenbetreuung und Informationen aus der Masse abhebt.

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