Unterschiede zwischen einer GmbH und einer UG (haftungsbeschränkt) – Licht im Rechtsformendickicht

6. Januar 2015 4 Minuten zu lesen
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Deutschland, Land der Bürokratie, Paragraphen und unzähligen Rechtsformen. Es ist manchmal gar nicht so leicht herauszufinden, welche Rechtsform die Richtige für einen Gründer ist.

 

Viele Faktoren müssen bei der Firmengründung beachtet werden, wie zum Beispiel die Wahl der passenden Rechtsform. Auch das vorhandene Kapital des Gründers spielt hierbei eine große Rolle. Für Unternehmer, die nur wenig Kapital zur Verfügung haben, bietet sich beispielsweise die Gründung einer UG (haftungsbescrhänkt) an, eine Sonderform der GmbH. Bei der UG ist ein Stammkapital von nur 1 Euro ausreichend. Daher wird sie auch häufig als Mini-GmbH, kleine GmbH oder 1-Euro-GmbH bezeichnet. In diesem Beitrag erfahren Sie, was der Unterschied der GmbH und der „kleinen Schwester“ der GmbH, der UG ist.

 

UG oder GmbH?

Der Unterschied zwischen der GmbH und der UG ist anfangs nicht ganz klar auszumachen, ist doch die UG auch eine Form der GmbH und wird im Volksmund auch gerne „Mini-GmbH“ genannt. Dennoch gibt es einige Punkte, in denen sich beide Rechtsformen unterscheiden.

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UG vs. GmbH

Als erster Unterschied ist das Mindeststammkapital zu nennen. Während man bei einer GmbH ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro braucht, reicht bei einer UG-Gründung bereits ein einziger Euro als Stammkapital aus. Die UG ist also besonders gut für Gründer ohne viel Startkapital geeignet, die trotzdem von der Haftungsbeschränkung profitieren möchten. Bei einer UG (haftungsbeschränkt) sind, ganz im Gegensatz zur GmbH, allerdings keine Sachgründungen möglich, es darf also kein Stammkapital aus materiellem Wert bestehen. Dem Gründer der UG (haftungsbeschränkt) steht es allerdings frei, sein Unternehmen im Falle einer Kapitalerhöhung auf 25.000 Euro zu einer GmbH umzuwandeln. Diese Umwandlung ist allerdings nicht rechtlich vorgeschrieben.

Ein weiterer Unterschied zwischen der UG und der GmbH sind die Gründungskosten, die bei einer UG (haftungsbeschränkt)-Gründung deutlich niedriger ausfallen können als die Kosten bei der Gründung einer „normalen“ GmbH. Die Kosten der GmbH Gründung (inkl. Notargebühr, Handelsregistergebühr, Gewerbeanmeldung, Beratung) belaufen sich meist auf zwischen 500 bis 1.000 Euro. Die UG-Gründungskosten liegen in der Regel bei 240 bis 300 Euro, also deutlich darunter. Das liegt vor allem daran, dass man bei einer UG mit einem Gesellschafter meist ein Musterprotokoll anstelle einer individuellen Satzung zur Gründung nutzen kann. Entscheidet man sich für eine UG-Gründung ohne Musterprotokoll, betragen die Kosten genauso viel wie bei einer GmbH-Gründung.

Auch was den Gewinn betrifft, gibt es einen Unterschied zwischen der GmbH und der UG (haftungsbeschränkt). So ist die UG verpflichtet, ein Viertel Ihres jährlichen Gewinns als Rücklage einzubehalten. Dies ist so lange vorgeschrieben, bis sie das Startkapital einer GmbH erlangt hat. Dieser Vorgang wird als „Rücklagenbildung“ bezeichnet und diese ist bei der UG Pflicht. Danach kann die UG in eine GmbH umgewandelt werden.

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