MIO DIO Glas entwickelt selbsttragende Isolierglaslösungen, die Aluminiumrahmen aus Gebäudefassaden überflüssig machen sollen.
Moderne Glasarchitektur ist stark auf Aluminiumrahmen angewiesen – trotz energieintensiver Herstellung, möglicher Wärmebrücken und ihres Beitrags zum CO₂-Fußabdruck eines Gebäudes. MIO DIO Glas entwickelt selbsttragende Isolierglaseinheiten, um den Bedarf an Aluminium zu reduzieren, die thermische Effizienz zu verbessern und Architektinnen und Architekten mehr Gestaltungsfreiheit zu ermöglichen.
Wir haben mit Gründer Dmytro Sandler gesprochen, der 19 Jahre Führungserfahrung in der Baubranche mitbringt. Im Interview erzählt er, wie er Konstruktionsglas neu denkt, die anspruchsvollen Zertifizierungsverfahren in Europa meistert und warum Gründerinnen und Gründer in Deutschland nicht zögern sollten, Unterstützung zu suchen.

Dmytro, was macht dein Unternehmen aus?
MIO DIO Glas entwickelt innovative Lösungen für Isolierglas, die Aluminiumrahmen in Gebäudefassaden überflüssig machen sollen. Indem wir die thermische Effizienz maximieren und den Materialeinsatz reduzieren, wollen wir die CO₂-Emissionen deutlich senken und gleichzeitig eine nachhaltigere Architektur ermöglichen.
Was ist eure Mission und welches Problem wollt ihr lösen?
Moderne Gebäudefassaden sind stark von Aluminiumrahmensystemen abhängig. Die Herstellung von Aluminium ist energieintensiv, während herkömmliche Rahmen Wärmebrücken verursachen und den gesamten CO₂-Fußabdruck eines Gebäudes erhöhen können.
Unsere Mission bei MIO DIO Glas ist es, Aluminiumrahmen aus Gebäudefassaden zu eliminieren. Wir wollen Isolierglaseinheiten zu selbsttragenden Bauelementen machen und dadurch CO₂-Emissionen reduzieren, die thermische Effizienz verbessern und Architektinnen und Architekten mehr Gestaltungsfreiheit ermöglichen.

Wer steckt hinter MIO DIO Glas?
Ich habe MIO DIO Glas gegründet, nachdem ich 19 Jahre lang in leitenden Positionen in der Baubranche tätig war. Mein beruflicher Hintergrund liegt in der Wirtschaftswissenschaft, und im Laufe meiner Karriere habe ich intensiv mit großen Materialbudgets, der Integration von Auftragnehmern und architektonischen Lösungen gearbeitet.
Durch diese Erfahrung habe ich die konstruktiven und ökologischen Grenzen traditioneller Fassadensysteme aus erster Hand kennengelernt. Ich habe MIO DIO Glas in Stuttgart gegründet, weil ich die Rolle von Konstruktionsglas für die Zukunft nachhaltiger Architektur neu denken wollte.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen für dein Unternehmen?
Unser Hauptaugenmerk liegt derzeit darauf, die anspruchsvollen Prüf- und Zertifizierungsverfahren zu meistern, die notwendig sind, um neue Materiallösungen im europäischen Bausektor einzuführen.
Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Finanzierung unserer Forschungs- und Entwicklungsphase zu sichern und strategische Partnerschaften mit Industrieunternehmen aufzubauen. Diese Partnerschaften werden besonders wichtig sein, wenn wir unsere Technologie auf die zukünftige Skalierung vorbereiten.
Was war die größte Herausforderung auf deiner Startup-Reise? Gab es einen Moment, in dem du dich besonders gefordert gefühlt hast, und wie hast du ihn gemeistert?
Die größte Herausforderung bestand darin, aus einer ersten Idee eine solide Grundlage für ein groß angelegtes Forschungs- und Entwicklungsprojekt zu schaffen – und das in einer Branche, die traditionell sehr konservativ ist.
Insbesondere mussten wir unser Konzept mit hochkarätigen Partnern validieren, bevor wir eine größere Finanzierung sichern konnten. Dafür haben wir einen klaren strategischen Fahrplan entwickelt. Wir haben einen Antrag auf eine umfangreiche Innovationsförderung eingereicht, erfolgreich mit führenden deutschen Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer über die Umsetzung unserer geplanten Forschungs- und Entwicklungspakete nach Bewilligung der Förderung verhandelt und Gespräche mit Anlagen- und Materialherstellern aufgenommen.
Unser Ziel ist es, unsere Technologie von Anfang an mit Blick auf einen globalen Markteintritt zu entwickeln – und Deutschland als Vorreiter dieser architektonischen Innovation zu positionieren.

Welchen Rat würdest du anderen Gründerinnen und Gründern geben?
Hab niemals Angst davor, zu handeln. Deutschland bietet ein außergewöhnlich unterstützendes Umfeld für Innovationen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Institutionen, Fachleute und Partner im Startup-Ökosystem wirklich bereit sind, Gründerinnen und Gründer dabei zu unterstützen, ihre Ziele zu erreichen.
Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, wie offen und kooperativ die Menschen hier sein können. Diese Unterstützung war entscheidend dafür, unser Projekt zum Leben zu erwecken. Mein Rat ist deshalb einfach: Sei proaktiv, geh auf andere zu und zögere nicht, um Hilfe zu bitten.
Wie hat firma.de dich auf deinem Weg als Unternehmer unterstützt?
firma.de hat uns dabei geholfen, unser Unternehmen in Deutschland in Rekordzeit zu gründen. Diese Geschwindigkeit war entscheidend, weil wir eine knappe Frist für einen wichtigen Förderantrag einhalten mussten.
Ohne den schnellen und reibungslosen Gründungsprozess mit firma.de hätten wir den Antrag nicht rechtzeitig einreichen können. Die Unterstützung hat uns genau im richtigen Moment wertvolle Zeit gespart und es uns ermöglicht, mit MIO DIO Glas einen entscheidenden Schritt voranzukommen.