Darmgesundheit ist für viele Menschen wichtig, doch im Alltag fällt eine ballaststoffreiche Ernährung oft schwer. Genau hier setzt Patricia Christl mit Gut Foods an. Die Ernährungsberaterin entwickelt Lebensmittel mit hochwertigen Zutaten, wertvollen Ballaststoffen und vollem Geschmack. In unserer Interview-Reihe FounderFace erzählt sie von ihrer persönlichen Gründungsgeschichte, den Herausforderungen eines Food-Startups und warum Durchhaltevermögen für Gründer:innen entscheidend ist.
Was machst Du genau, Patricia?

Wir machen Darmgesundheit so einfach, dass sie im Alltag funktioniert. Deshalb entwickeln wir Lebensmittel, die Menschen ohnehin gerne essen – nur besser: mit hochwertigen Zutaten, wertvollen Ballaststoffen und kompromisslosem Geschmack.
Was ist Deine Mission und welches Problem möchtest Du lösen?
Unsere Mission ist es, Darmgesundheit so einfach zu machen, dass sie im Alltag funktioniert. Wir sind überzeugt, dass gesunde Ernährung nicht kompliziert sein muss und Genuss kein Widerspruch zu einer bewussten Ernährung ist.
Das Problem ist, dass die meisten Menschen deutlich zu wenig Ballaststoffe zu sich nehmen. Gleichzeitig fehlt im Supermarkt eine neue Generation von Alltagslebensmitteln, die Genuss und einen ernährungsphysiologischen Mehrwert selbstverständlich miteinander verbindet. Genau diese Lücke möchten wir schließen – mit Produkten, die gesunde Entscheidungen einfacher machen, anstatt Verzicht zu verlangen.

Wer steckt hinter Gut Foods?
Hinter Gut Foods stehe ich, Patricia Christl. Ich bin Ernährungsberaterin (des. B.Sc.) und habe das Unternehmen gemeinsam mit meinem Mann Marc gegründet. Unsere Muttergesellschaft entstand in der Schweiz. Mit der Gut Foods Lab UG bringen wir unsere gemeinsame Vision nun auch nach Deutschland und in die EU.
Die Idee für Gut Foods begann mit meiner eigenen Geschichte. Ich litt selbst unter einer Histaminintoleranz und weiteren Unverträglichkeiten. Dadurch beschäftigte ich mich intensiv mit Ernährung, Darmgesundheit und den Zutaten alltäglicher Lebensmittel. Immer wieder stellte ich mir die Frage, warum so viele Produkte unnötige Zusatzstoffe enthalten und Ballaststoffe oft kaum eine Rolle spielen – obwohl sie für unsere Darmgesundheit so wichtig sind.
Als Marc später schwer erkrankte, bekamen diese Fragen für uns beide noch einmal eine ganz neue Bedeutung. Uns wurde klar, dass wir nicht nur über bessere Ernährung sprechen wollten – wir wollten selbst Lebensmittel entwickeln, die Menschen den Alltag erleichtern und einen echten Mehrwert bieten. So entstand Gut Foods.
Etwa ein Jahr nach der Gründung verstarb Marc im Alter von nur 36 Jahren an den Folgen seiner Erkrankung. Heute führe ich Gut Foods allein weiter. Für mich ist das Unternehmen deshalb weit mehr als ein Food-Startup. Es ist die Fortführung einer Vision, die wir gemeinsam begonnen haben – und der Wunsch, mit unseren Produkten einen Beitrag dazu zu leisten, dass gesunde Entscheidungen im Alltag einfacher werden.

Welche Herausforderungen beschäftigen Dein Unternehmen derzeit am meisten?
Die Lebensmittelbranche ist ein anspruchsvolles Umfeld – und genau das macht sie gleichzeitig so spannend. Wer ein neues Produkt entwickelt, muss nicht nur Geschmack, Qualität und Wirtschaftlichkeit vereinen, sondern auch zahlreiche gesetzliche Vorgaben, Deklarationspflichten und lebensmittelrechtliche Anforderungen berücksichtigen.
Eine der größten Herausforderungen ist für uns die Kommunikation. Wir entwickeln Lebensmittel, die einen ernährungsphysiologischen Mehrwert bieten. Gleichzeitig unterliegen gesundheitsbezogene Aussagen in Europa den sogenannten Health-Claims-Verordnungen. Das bedeutet, dass wir viele Eigenschaften unserer Produkte nicht einfach kommunizieren dürfen – selbst wenn sie wissenschaftlich gut nachvollziehbar sind oder auf den enthaltenen Zutaten beruhen.
Deshalb besteht unsere Aufgabe nicht nur darin, gute Lebensmittel zu entwickeln, sondern ihren Mehrwert auch verständlich, transparent und rechtskonform zu vermitteln. Das erfordert Kreativität, Fachwissen und viel Verantwortung.
Trotz dieser Herausforderungen sehen wir darin eine Chance. Wir möchten eine Marke aufbauen, die nicht auf übertriebene Werbeversprechen setzt, sondern auf hochwertige Zutaten, Transparenz und Vertrauen. Unser Ziel ist es, Menschen für ballaststoffreiche Ernährung zu begeistern – nicht durch laute Marketingbotschaften, sondern durch Produkte, die im Alltag überzeugen.
Was war die größte Schwierigkeit während der Gründung?
Die größte Herausforderung begann für mich ehrlich gesagt nicht mit der Gründung selbst, sondern etwa ein Jahr später.
Marc und ich haben uns fachlich perfekt ergänzt. Mein Hintergrund liegt in der Ernährungswissenschaft und der Produktentwicklung. Marc war ausgebildeter Wirtschaftsprüfer, hatte Betriebswirtschaft studiert und brachte umfassendes Wissen in den Bereichen Finanzen, Steuern, IT und Unternehmensführung mit. Jeder von uns hatte seinen eigenen Verantwortungsbereich – und genau das hat uns als Gründerteam stark gemacht.
Als Marc im Alter von nur 36 Jahren an den Folgen seiner Erkrankung verstarb, musste ich das Unternehmen plötzlich allein weiterführen. Neben der persönlichen Situation bedeutete das auch, Verantwortung für Bereiche zu übernehmen, die zuvor vor allem in seinen Händen lagen – von Finanzierung und Steuern über IT bis hin zu strategischen Unternehmensentscheidungen.
Ich musste mich innerhalb kürzester Zeit in Themen einarbeiten, mit denen ich vorher kaum Berührungspunkte hatte. Das war anfangs oft herausfordernd und bedeutete, vieles durch eigenes Lernen, Ausprobieren und auch durch Fehler zu verstehen. Gleichzeitig hat mich genau diese Zeit unternehmerisch enorm wachsen lassen.
Dass ich heute nicht nur unsere Schweizer Muttergesellschaft weiterführe, sondern mit der Gut Foods Lab UG auch den Schritt nach Deutschland und in den EU-Markt gewagt habe, macht mich stolz. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass Unternehmertum nicht bedeutet, alles zu wissen. Es bedeutet, bereit zu sein, Verantwortung zu übernehmen, jeden Tag dazuzulernen und auch dann weiterzumachen, wenn der Weg schwieriger wird als geplant.
Welchen Rat würdest Du anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?
Mein wichtigster Rat lautet: Gib nicht zu früh auf.
Als Gründerin wird man ständig mit Herausforderungen konfrontiert. Manche lassen sich schnell lösen, andere kosten viel Zeit, Energie und manchmal auch Nerven. Ich habe gelernt, dass es fast immer eine Lösung gibt – auch wenn man sie im ersten Moment noch nicht sieht. Oft braucht es einfach Geduld, Kreativität und die Bereitschaft, einen anderen Weg auszuprobieren.
Was ich gerne schon vor der Gründung gewusst hätte? Dass Unternehmertum kein Sprint ist, sondern ein langfristiger Weg. Es wird Phasen geben, in denen alles leicht erscheint, und andere, in denen man sich fragt, ob man weitermachen soll. Genau in diesen Momenten wächst man jedoch am meisten.
Ich glaube, der Schlüssel ist, den Weg selbst lieben zu lernen – nicht nur das Ziel. Denn wenn man nur auf den Erfolg wartet, wird man viele schöne Momente verpassen. Wer Freude daran entwickelt, jeden Tag ein Stück besser zu werden und Herausforderungen als Teil der Reise zu sehen, wird langfristig nicht nur erfolgreicher sein, sondern den Weg dorthin auch wirklich genießen.

Wie hat Dich firma.de bei der Gründung oder im Unternehmensalltag unterstützt?
Da ich aus der Schweiz komme und dort auch lebe, war die Gründung eines Unternehmens in Deutschland für mich zunächst eine große Herausforderung. Das deutsche Gesellschafts-, Steuer- und Verwaltungsrecht war für mich komplettes Neuland. Ohne die Unterstützung von firma.de hätte ich ehrlich gesagt gar nicht gewusst, wo ich anfangen soll.
firma.de hat mich durch den gesamten Gründungsprozess begleitet und mir viele organisatorische und rechtliche Schritte abgenommen. Dadurch konnte ich mich auf das konzentrieren, was ich am besten kann: die Entwicklung unserer Produkte und den Aufbau unseres Unternehmens.
Gerade als Gründerin ist die eigene Zeit eine der wertvollsten Ressourcen. Deshalb war es für mich eine enorme Erleichterung, einen Partner an der Seite zu haben, der den Prozess kennt und strukturiert begleitet. Ich würde mich jederzeit wieder für diesen Weg entscheiden und kann firma.de insbesondere Gründerinnen und Gründern empfehlen, die sich nicht mit allen Formalitäten allein auseinandersetzen möchten.
Vielen Dank an Patricia Christl von der Gut Foods Lab UG (haftungsbeschränkt) für das spannende Interview.