Vinea Ventures hat sich zum Ziel gesetzt, das industrielle Rückgrat Deutschlands zu erhalten. Tausende hochspezialisierte mittelständische Produktionsunternehmen stehen vor einer ungelösten Nachfolge – und mit ihnen drohen wertvolles Ingenieurwissen und jahrzehntelang aufgebaute Fertigungskompetenzen verloren zu gehen. Vinea Ventures übernimmt diese Unternehmen, modernisiert sie mithilfe von KI und vernetzt sie über eine gemeinsame operative Plattform.
Wir haben mit Gründer Prashant Soni gesprochen. Er verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in den Bereichen Fertigung, Supply Chain und Enterprise-Technologie in Deutschland, Spanien und Indien. Im Interview erklärt er, wie sich industrielle Exzellenz bewahren lässt, warum KI eine Schlüsselrolle für die Zukunft des Mittelstands spielt und weshalb Gründer ihrer langfristigen Vision treu bleiben sollten.

Prashant, was macht euer Unternehmen?
Vinea Ventures übernimmt deutsche Hersteller von Präzisionsbauteilen, die vor einer ungeklärten Unternehmensnachfolge stehen. Wir modernisieren ihre Prozesse mit unserem KI-gestützten Betriebssystem und vernetzen sie zu einer Plattform für On-Demand-Präzisionsfertigung. So bewahren wir industrielle Schlüsselkompetenzen, die Deutschland sonst zu verlieren droht – und machen sie fit für die Zukunft.
Was ist eure Mission und welches Problem möchtet ihr lösen?
Die deutsche Präzisionsfertigung ist stark fragmentiert und verschwindet nach und nach, weil viele Unternehmer ohne Nachfolge in den Ruhestand gehen. Tausende hochspezialisierte Zulieferer drohen dauerhaft verloren zu gehen. Unsere Mission ist es, dieses Know-how zu bewahren, bevor es verschwindet, und daraus eine KI-native Plattform für Präzisionsfertigung aufzubauen. Wir sind überzeugt, dass Europas industrielle Zukunft davon abhängt, diese Ingenieurskompetenz zu erhalten und sie gleichzeitig effizienter, besser vernetzt und wettbewerbsfähiger zu machen.

Wer steckt hinter Vinea Ventures?
Angefangen hat alles mit einer einzelnen Übernahme. Wir haben einen spezialisierten Fertigungsbetrieb in München übernommen und innerhalb von weniger als einem Jahr von der drohenden Insolvenz zurück in die Profitabilität geführt. Dabei wurde uns klar, dass dahinter ein viel größeres Problem steckt.
Deutschland ist voller außergewöhnlicher Unternehmen mit einzigartigen Produkten, namhaften Kunden und jahrzehntelang aufgebautem Fertigungs-Know-how. Trotzdem verlieren viele von ihnen an Substanz – nicht wegen mangelnder Nachfrage, sondern weil es keine Nachfolgelösung gibt.
Während größere Unternehmen häufig auf etablierte Nachfolgemodelle zurückgreifen können, bleiben kleinere und mittelständische Hersteller oft außen vor. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach hochpräzisen Bauteilen für Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Energie, autonome Systeme oder Photonik rasant.
Genau deshalb haben wir Vinea Ventures gegründet: um diese Unternehmen zu erhalten und daraus die Plattform für Präzisionsbauteile der Zukunft zu entwickeln. Unser Ziel ist es, deutsche Fertigungskompetenz zu sichern und gleichzeitig Europas industrielle Widerstandsfähigkeit zu stärken. Unser Gründerteam verbindet langjährige Erfahrung im Aufbau autonomer Plattformen für Supply-Chain-Unternehmen mit praktischer Expertise in der Präzisionsfertigung.

Was sind derzeit die größten Herausforderungen für euer Unternehmen?
Aktuell stehen zwei Themen im Mittelpunkt. Zum einen bauen wir eine starke Pipeline an mittelständischen Unternehmen auf, die unsere Plattform mit zusätzlichem Entwicklungs-, Engineering- und Fertigungs-Know-how bereichern. Zum anderen schaffen wir Finanzierungsstrukturen, die die Interessen von Unternehmern, Betreibern und Investoren in Einklang bringen. So profitieren alle Beteiligten von langfristiger Wertschöpfung statt kurzfristiger Gewinne.
Was war bisher die größte Herausforderung auf eurem Gründungsweg?
Ursprünglich wollten wir Nachfolge deutlich breiter denken und als umfassenden Service anbieten. Die schwierigste Entscheidung war, unseren Fokus konsequent auf die Präzisionsfertigung zu legen. Dafür brauchte es Mut – denn wir mussten bewusst auf Wachstum in der Breite verzichten.
Das bedeutete auch, auf Kapital zu verzichten, das zwar leichter verfügbar gewesen wäre, aber nicht zu unserer langfristigen Vision passte. Stattdessen haben wir uns für Investoren entschieden, die diesen Weg mitgehen. Rückblickend war das eine der wichtigsten Entscheidungen für alles, was wir seitdem aufgebaut haben.

Welchen Rat würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern geben?
Vertraut auf eure Überzeugung und baut euer Unternehmen konsequent nach dieser Vision auf. Lasst euch nicht von kurzfristigen Markttrends ablenken. Sie zeigen oft nur, was sich heute leicht verkaufen lässt – nicht unbedingt, was langfristig den größten Wert schafft.
Wie hat firma.de euch auf eurem Weg unterstützt?
Wir bauen eine Holdingstruktur mit mehreren Gesellschaften auf – ein Thema, mit dem wir als Gründer zunächst wenig Berührung hatten. firma.de hat uns dabei geholfen, die Gründung und die laufenden Compliance-Anforderungen deutlich unkomplizierter zu bewältigen. In Deutschland, wo Bürokratie schnell Monate kosten kann, war das ein echter Vorteil. So konnten wir uns auf den Aufbau unseres Unternehmens konzentrieren, statt Zeit mit administrativen Prozessen zu verlieren.
Vielen Dank an Prashant Soni von Vinea Ventures für das Interview.
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