Geschäftsführer der UG (haftungsbeschränkt): Voraussetzungen und Pflichten

4. August 2016 6 Minuten zu lesen
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Welche Voraussetzungen muss ein UG-Geschäftsführer mitbringen? Und welche Pflichten bringt eine solche Position mit sich? Die Antworten auf diese Fragen erfahren Sie hier.

 

Wie wird man Geschäftsführer einer UG?

Geschäftsführender Gesellschafter vs. Fremdgeschäftsführer

Eine UG (haftungsbeschränkt) hat immer auch einen Geschäftsführer. Dies kann entweder ein Gesellschafter sein, der gleichzeitig als Geschäftsführer eingesetzt wird (der sogenannte „geschäftsführende Gesellschafter“) oder ein Geschäftsführer in Anstellung (der so genannte Fremdgeschäftsführer). Die Pflichten unterscheiden sich nicht von denen eines GmbH-Geschäftsführers. Wichtig ist jedoch, dass die Begriffe Gesellschafter und Geschäftsführer nicht verwechselt werden. Der Unterschied zwischen Gesellschafter und Geschäftsführer ist vor allem, dass der Gesellschafter Teile des Stammkapitals oder das gesamte Stammkapital für das Unternehmen bereitstellt und den Geschäftsführer einberuft.

Wer kann Geschäftsführer einer UG (haftungsbeschränkt) werden?

Der UG-Geschäftsführer muss volljährig und voll geschäftsfähig sein. Dabei ist es unerheblich, ob er deutscher Staatsbürger ist oder nicht oder ob er im Ausland wohnt. Ein Geschäftsführer muss darüber hinaus auch nicht unbedingt seinen Wohnsitz im europäischen Ausland haben, sondern kann in der Regel von überall auf der Welt seine Geschäfte leiten. Im Einzelfall empfiehlt es sich, dies im Vorfeld genau abzuklären.

Wer einmal Teil eines Insolvenzverfahrens war und deshalb verurteilt wurde, darf vorläufig nicht als Geschäftsführer benannt werden. Hier gelten besondere Vorschriften: Er darf in den letzten fünf Jahren nicht wegen einer Straftat des Katalogs § 6 Abs. 2 des GmbH-Gesetzes rechtskräftig verurteilt worden sein. Zu diesen zählen beispielsweise Insolvenzstraftaten oder eine Insolvenzverschleppung. Darüber hinaus darf der geplante Geschäftsführer keinem Berufsverbot unterliegen, das sich mit dem Unternehmensgegenstandes der GmbH deckt.

Da hier die rechtlichen Rahmenbedingungen äußerst kompliziert und vom Einzelfall abhängig sind, sollten Sie sich in diesem Fall mit einem Rechtsanwalt in Verbindung setzen oder sich von ausgewiesenen Fachleuten beraten lassen. Kompetente Rechtsanwälte in Ihrer Stadt, finden Sie in unserer Rechtsanwaltsdatenbank.

Wie wird der Geschäftsführer einer UG (haftungsbeschränkt) bestellt?

Die Gesellschafterversammlung bestellt den Geschäftsführer. Sobald der Geschäftsführer für die UG feststeht, muss dieser durch einen Notar beim Handelsregister angemeldet werden. Sollte er sein Amt niederlegen, muss dies VORHER dem Handelsregister gemeldet werden.

Die Rechte und Pflichten des Geschäftsführers einer UG sind im Geschäftsführervertrag geregelt. Er wird zwischen Geschäftsführer und den Gesellschaftern geschlossen und enthält in der Regel Punkte wie Vergütung, Kündigungsfristen und Wettbewerbsverbot. Auch wenn einer der Geschäftsführer der UG noch eine Nebenerwerbstätigkeit ausübt, können im Geschäftsführervertrag entsprechende Vereinbarungen und Regelungen zu den Rechten und Pflichten des entsprechenden Geschäftsführers getroffen werden.

 

Welche Pflichten hat der UG-Geschäftsführer?

Der Geschäftsführer einer Unternehmergesellschaft führt die Geschäfte des Unternehmens und ist dabei den Gesellschaftern gegenüber weisungsgebunden. Dem Unternehmen gegenüber ist er zur Treue verpflichtet.

Eine weitere Pflicht des Geschäftsführers ist die Einberufung der Gesellschafterversammlung. Im Gesetz ist geregelt, zu welchen Gründen die Versammlung einberufen werden muss. Ein paar Beispiele sind hier:

  • Drohende Insolvenz (nur noch die Hälfte des Stammkapitals ist vorhanden)
  • Satzungsänderung (Hier erfahren Sie alles über die UG-Satzung)
  • Risikoreiche Geschäfte
  • Jahresabschluss

In den Gesellschafterversammlungen kommt es dann zu den sogenannten Gesellschafterbeschlüssen. Über die Versammlung muss ein Protokoll angefertigt werden.

Außerdem muss der Geschäftsführer den Gesellschaftern jederzeit Auskunft über das Unternehmen erteilen.

Die Haftung des Geschäftsführers

Der Geschäftsführer einer UG ist verpflichtet, alle Vorgaben der Gesellschafter umzusetzen. Kommt er seinen Pflichten nicht nach und schadet somit dem Wohl des Unternehmens, kann der Geschäftsführer einer UG haftbar gemacht werden. Bei mehreren Geschäftsführern ist jeder Einzelne verpflichtet, die Aufgaben des anderen zu überwachen und zu prüfen. Denn auch bei Fehlern von anderen Geschäftsführern des Unternehmens haften alle grundsätzlich gesamtschuldnerisch.

Der Geschäftsführer kann im Gegensatz zu Gesellschaftern unter Umständen auch mit seinem Privatvermögen zur Haftung gezogen werden. Dabei unterscheidet man zwischen der Haftung gegenüber der Gesellschaft und der Haftung gegenüber Dritten.

Die Haftung gegenüber Dritten besteht unter anderem in der:

  • Haftung bei Buchhaltung (z.B. Nicht-Einreichung des Jahresabschlusses)
  • Haftung bei Steuern
  • Haftung bei Insolvenz
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