Variable Kosten: Definition, Beispiele und Berechnung

aktualisiert am 23. Januar 2019 6 Minuten zu lesen
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Der Begriff der variablen Kosten kommt aus der Betriebswirtschaftslehre und beschreibt einen Teil der Produktionskosten. Variable Kosten sind veränderlich und immer abhängig von zusätzlichen Faktoren in der Kostenrechnung. Meistens sind die Beschäftigungsmenge und die Produktionsmenge eines Betriebs die Faktoren, die Einfluss auf die Höhe der variablen Kosten haben.

 

Was sind variable Kosten?

Variable Kosten werden auch Einzelkosten genannt, denn sie werden unmittelbar durch die Erbringung einer Leistung oder die Herstellung eines Produktes verursacht. Am einfachsten lässt sich der Begriff an einem alltäglichen Beispiel erklären. Angenommen Sie besitzen eine Saft- und Salatbar und verkaufen saisonale Gerichte, dann verändern sich die Einkaufspreise der Tomaten, Paprika und anderer frischer Zutaten – abhängig von der Jahreszeit, globalen klimatischen Bedingungen und der Nachfrage. Diese Kosten sind variabel, weil sie von mehreren Faktoren abhängig sind und sich in regelmäßigen Abständen verändern.

Beispiele für variable Kosten

Ganz typische Beispiele für variable Kosten sind die folgenden:

  • Fremdleistungen
    • Freelancer
    • Reparaturkosten
  • Fertigungs- oder Leistungslöhne
    • Abschlussprämien
    • Provisionen
    • Akkordlöhne in der Produktion
  • Rohstoffe
  • Logistikkosten
    • Transport
    • Lieferkette

 

Fixe und variable Kosten

Abgegrenzt werden variable Kosten immer zu den Fixkosten. Auch hier hilft das Beispiel Salatbar. Im Gegensatz zu den Kosten für Zutaten sind die Kosten für Stromverbrauch, Ladenmiete und Verwaltung bei gleicher Menge an verkauften Salaten konstant. All diese Kosten werden Fixkosten genannt. Die Summe aus allen variablen und fixen Kosten ergibt die Gesamtkosten. Wenn Sie also wissen möchten, wie viel ein verkaufter Salat kostet, müssen Sie die Gesamtkosten durch die Verkaufsmenge teilen. So erhalten Sie die Stückkosten für einen Salat. In den Stückkosten sind wiederum die variablen und Fixkosten pro Stück enthalten.

Variable Kosten + Fixkosten = Gesamtkosten
Gesamtkosten / Ausbringungsmenge = Stückkosten

 

Von welchen Faktoren sind variable Kosten abhängig?

Im Normalfall betrachtet die Betriebswirtschaft Veränderungen der Kosten, wenn sich gleichzeitig andere Messgrößen verändern. Typische Variablen bei der Betrachtung sind:

  • Beschäftigungsgrad
  • Produktionsmenge

Je mehr produziert wird und je größer die Anzahl der Mitarbeiter ist, desto größer oder kleiner werden die variablen Kosten.

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Welche Arten von variablen Kosten gibt es?

Nicht alle Kosten verhalten sich proportional zu den oben genannten Betrachtungsgrößen. Deshalb können die gesamten veränderlichen Kosten nochmals in verschiedene Typen unterteilt werden:

  • Linear oder proportional
    • Die Höhe der variablen Kosten steigt in gleichem Maße wie die Produktionsmenge.
    • Beispiel: Kosten für Frischwaren, Verpackungen, Besteck und Servietten für die verkauften Waren.
  • Regressiv oder antiproportional
    • Je höher die Produktionsmenge, desto niedriger sind die variablen Kosten. Umgekehrt gilt auch je niedriger, desto höher.
    • Beispiel: Betriebskosten für die Warenkühlung.
  • Progressiv oder überproportional
    • Die variablen Kosten steigen und fallen schneller als die Produktionsmenge.
    • Beispiel: Betriebskosten des Profi-Entsafters pro verkauftem Saft bedingt durch Verschleiß
  • Degressiv oder unterproportional:
    • Die variablen Kosten steigen und fallen langsamer als die Produktionsmenge.
    • Beispiel: Einkaufspreise für Frischwaren durch Mengenrabatte bei Lieferanten und Großhändlern

 

Variable Kosten berechnen

Mit einer einfachen Formel können Sie die variablen Kosten pro verkaufter Ware berechnen.

variable Kosten gesamt K : Produktionsmenge x = variable Stückkosten k

K/x = k

Dieser vereinfachte Zusammenhang unterstellt einen proportionalen Zusammenhang zwischen variablen Kosten. Die Kostenverläufe der Kostenfunktion verändern sich deutlich, wenn es sich um degressive oder regressive Kosten handelt.

 

Variable Kosten: Rechenbeispiel

Die variablen Kosten für eine Salatbar schlüsseln sich vereinfacht so auf:

  • Frischwaren: 2.455 Euro
  • Verpackung und Zubehör: 800 Euro
  • Gehälter: 5.200 Euro

Sie haben insgesamt 2.500 Salate verkauft.

2.455 €
+    800 €
+ 5.200 €
____________
8.455 € : 2.500 = 3,38 €

Der Anteil der variablen Kosten an jedem verkauften Salat belaufen sich also auf 3,38 Euro.

 

Welche Relevanz haben variable Kosten?

Aus der betriebswirtschaftlichen Perspektive sind variable Kosten eine besonders wichtige Kennzahl, denn sie wirken sich direkt auf den Deckungsbeitrag der verkauften Produkte aus. Dieser Wert zeigt an, wie rentabel Produkte sind. Wie die Deckungsbeitragsrechnung funktioniert, können Sie hier nachlesen.

Für das interne Rechnungswesen und das Controlling eines jeden Unternehmens ist die Ermittlung der variablen Stückkosten enorm wichtig, denn nur so können Preise und Gewinnspannen kalkuliert werden.

Rechnungswesen: Weitere Basics

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