Die Organe einer AG: der Aufsichtsrat

2. Juni 2015 5 Minuten zu lesen
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Eine Aktiengesellschaft hat drei Organe: den Vorstand, die Hauptversammlung und den Aufsichtsrat. Jedes Organ hat dabei seine spezifische Funktion. Dieser Beitrag informiert über die Grundlagen des Aufsichtsrats, wie z.B. dessen Aufgaben, Zusammensetzung und Haftung.

Die Organe einer Aktiengesellschaft (AG) bestehen neben dem Aufsichtsrat aus:

 

AG-Aufsichtsrat: Zusammensetzung

Die Mitgliederzahl des Aufsichtsrats einer AG muss laut Aktiengesetz mindestens drei betragen. Es können auch mehr als drei Aufsichtsratsmitglieder bestellt werden, ihre Anzahl muss aber durch drei teilbar sein. Das Gesetz legt zudem eine Höchstzahl an Aufsichtsräten fest, die nicht überschritten werden darf. Die maximale Anzahl der Mitglieder des Aufsichtsrats einer AG richtet sich nach dem Grundkapital des Unternehmens. So beträgt sie bei einem Volumen von unter 1,5 Millionen Euro neun Personen und geht bis hin zu 21 bei einem Grundkapital von über zehn Millionen Euro.Jede Änderung in der Zusammensetzung eines Aufsichtsrats einer AG muss zur Eintragung ins Handelsregister angemeldet werden. Eine Gesamtliste aller im Aufsichtsrat vertretenen Mitglieder ist jedem Änderungsantrag beizufügen.

 

AG-Aufsichtsrat: Bestellung

Der erste Aufsichtsrat einer AG wird von den Gründern bestellt. Bei den folgenden Wahlen ist die Hauptversammlung, also die Gesamtheit der Aktionäre bzw. den Eigentümern der Aktien, für dessen Bestellung zuständig. Eine Ausnahme dieser Regel bildet die Bestellung der Vertreter der Arbeitnehmerschaft im Aufsichtsrat: Sie werden entsprechend der im Mitbestimmungsgesetz festgelegten Vorschriften gewählt. Jedoch gelten für den Aufsichtsrat von AGs, die weniger als 500 Angestellte haben, abgewandelte Regeln. Bei der sogenannten Kleinen AG muss kein Vertreter der Arbeitnehmer in den Aufsichtsrat entsandt werden.Jeder Aufsichtsrat einer AG wählt eines seiner Mitglieder zum Vorsitzenden und zudem einen Stellvertreter.

 

AG-Aufsichtsrat: Amtszeit

Die Höchstdauer, die ein Aufsichtsrat im Amt bleiben darf, beträgt fünf Jahre. Der erste, von den Gründern bestellte, Aufsichtsrat einer AG ist bis zur Entlastung auf der Hauptversammlung im Amt.

 

AG-Aufsichtsrat: Abberufung

Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit, dass ein Mitglied des Aufsichtsrats von seinem Amt abberufen wird. Hierfür ist der Beschluss der Hauptversammlung notwendig, der mit einer ¾-Mehrheit verabschiedet werden muss. Zusätzliche Voraussetzung ist die Beurkundung durch einen Notar. Bei einer Kleinen AG ist diese notarielle Beurkundung nicht notwendig.Ein Mitglied des Aufsichtsrats kann sein Amt auch von sich aus niederlegen. Ein wichtiger Grund ist dabei nicht notwendig.Jede Veränderung im Aufsichtsrat muss bekanntgegeben werden, das heißt, es muss in den Geschäftsblättern, die in der Satzung vorgegeben sind, veröffentlicht werden. Zudem muss die Bekanntmachung der Veränderung im Handelsregister erfolgen.

 

AG-Aufsichtsrat: Aufgaben

DieHauptaufgabe des Aufsichtsrats einer AG ist die Kontrolle des Vorstandes. Die Art der Geschäftsführung steht dabei im Mittelpunkt. Diese muss ordnungsgemäß und entsprechend der geltenden Gesetze vonstattengehen. Zudem überwacht der Aufsichtsrat, ob die Entscheidungen des Vorstandes zweckmäßig sind und unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit getroffen werden.Dem Aufsichtsrat einer AG stehen für seine Aufgaben drei Mittel zur Verfügung: Er hat das Recht, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen und die Mitglieder des Vorstandes können von ihm bestellt und abberufen werden. Außerdem kann er sämtliche Bücher und Schriften eines Unternehmens einsehen und prüfen.

 

AG-Aufsichtsrat: Haftung

Auch ein Aufsichtsrat haftet für seine Handlungen. So ist er – wie der Vorstand einer AG – dazu verpflichtet, seine Aufgaben „sorgfältig und ordentlich“ zu erfüllen. Das bedeutet, er muss seiner Überwachungsfunktion nachkommen und alle Informationen zusammentragen, die er braucht, um eine Kontrolle zu gewährleisten. Macht er das nicht, kann er unter bestimmten Umständen haftbar gemacht werden. Gegenüber dem Vorstand gilt das Vertrauensprinzip: Der Aufsichtsrat einer AG kann grundsätzlich davon ausgehen, dass ihn der Vorstand wahrheitsgemäß über alle Belange der Geschäftstätigkeit unterrichtet.

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