Shareholder: Die Aktionäre einer AG

aktualisiert am 20. November 2020 9 Minuten zu lesen
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Das Grundkapital der Aktiengesellschaft basiert auf Aktien, welche von Shareholdern erworben werden können. Lesen Sie hier, was genau ein Shareholder ist, welche Arten von Aktionären es gibt und welche Rechte und Pflichten der Erwerb von Aktien mit sich bringt.

 

Der Shareholder: Definition

Shareholder ist die englische Bezeichnung für einen Aktionär oder Anteilseigner. Sie sind Inhaber von Grundkapitalanteilen an einer Aktiengesellschaft (AG) oder einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Anders als beispielsweise bei der GmbH muss das Grundkapital der AG mindestens 50.000 Euro betragen. Dieses Stammkapital wird in Aktien zerlegt, welches von Shareholdern erworben werden kann. Die Anzahl der Aktien und die jeweiligen Nennbeträge werden zunächst bei der Gründung der AG festgelegt. Später können im Zuge einer Kapitalerhöhung weitere Aktien durch das Unternehmen herausgegeben werden. Um die Mitgliedschaft zu beenden, muss der Aktionär alle Anteile verkaufen, die er oder sie am Unternehmen hält.

Mit dem Besitz von Unternehmensanteilen gehen Aktionäre Verpflichtungen gegenüber dem entsprechenden Unternehmen ein. Den Aktionären werden darüber hinaus einige Rechte zugesprochen wie beispielsweise das Mitgliedschaftsrecht. Dieses besagt, dass Anteilseigner an der Hauptversammlung des Unternehmens teilnehmen dürfen. Sie erhalten zudem Stimmrecht und Auskunftsrecht in bestimmten Anliegen, die das Unternehmen betreffen.

Verschiedene Arten von Shareholdern

Wie viel Einfluss ein Aktionär auf ein Unternehmen hat, hängt von der Art der Aktien und von der Anzahl der Anteile ab, die er hält. Je größer das Aktienpaket ist, desto mehr Einfluss kann ein Anteilseigner auf das Unternehmen ausüben. Unabhängig davon zählen alle Shareholder zu den internen Stakeholdern eines Unternehmens. Das bedeutet, dass sie ein besonderes Interesse an einer positiven Entwicklung und gewinnbringenden Ergebnissen der Aktiengesellschaft haben.

Der Hauptaktionär

Als Hauptaktionär wird ein Shareholder bezeichnet, der von allen Aktionären die meisten Anteile an einem Unternehmen hält. Wenn der Hauptaktionär mindestens 50 Prozent der Stammaktien des Unternehmens besitzt, wird er auch als Mehrheitsaktionär bezeichnet.

Der Großaktionär

Großaktionäre werden Shareholder genannt, die verhältnismäßig viele Anteile an einem Unternehmen besitzen und somit auch einen großen Einfluss haben.

Der Kleinaktionär

Im Gegensatz zum Großaktionär hält er nur wenige Anteile an einem Unternehmen. Daher hat er auch nur einen relativ geringen Einfluss auf die Aktiengesellschaft. Um diesem Nachteil gegenüber Großaktionären entgegenzuwirken, schließen sich Kleinaktionäre häufig zu einer Aktionärsvereinigung zusammen, um ihre Interessen im Unternehmen besser durchsetzen zu können.

Der Belegschaftsaktionär

Belegschaftsaktionäre sind Arbeitnehmer, die Aktien von dem Unternehmen besitzen, bei dem sie angestellt sind.

Der Ankeraktionär

Als Ankeraktionäre werden diejenigen Anteilseigner bezeichnet, die als besonders verlässlich und engagiert gelten. In der Regel halten sie ihre Aktien über einen längeren Zeitraum.

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Die Aktionäre einer AG: Ihre Rechte und Pflichten

Wer Anteile an einem Unternehmen erwirbt, dem werden zugleich auch mehrere Rechte und Pflichten zugesprochen. In einigen Fällen erhalten Aktionären Sonderrechte oder gehen zusätzliche Verpflichtungen ein, die durch das jeweilige Unternehmen definiert werden.

Rechte eines Shareholders

Ein Aktionär hat Anspruch auf eine Dividende. Das bedeutet, dass der Anteilseigner regelmäßig an der Gewinnausschüttung des Unternehmens beteiligt wird. In Deutschland ist die jährliche Dividendenausschüttung weit verbreitet. Es gibt jedoch auch Unternehmen, die monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich eine Dividende an ihre Aktionäre ausschütten. Kommt es zur Liquidation des Unternehmens, haben Aktionäre ebenfalls Anspruch auf einen Anteil am Liquidationserlös.

In einigen Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass die Aktionäre jedoch aufgrund der Gesetzeslage, bestimmter Regelungen in der Satzung oder durch Beschluss der Hauptversammlung von der Gewinnausschüttung ausgeschlossen werden können. Das ist beispielsweise der Fall, wenn das Unternehmen dazu verpflichtet ist, Rücklagen zu bilden.

Ein Shareholder darf an Abstimmungen in der Hauptversammlung teilnehmen und Auskünfte über bestimmte Sachlagen anfordern, die das Unternehmen betreffen. Darüber hinaus hat er das Recht, bestimmte Beschlüsse der Hauptversammlung anzufechten, wenn dies dem Schutz seiner eigenen Interessen dient. Ein Aktionär hat jedoch keinen direkten Einfluss auf die Organe einer AG.

Pflichten eines Shareholders

Wer Anteile an einem Unternehmen erwirbt, geht damit auch einige Verpflichtungen ein. Der Aktionär ist zum Beispiel zu Zahlungen gegenüber der Gesellschaft verpflichtet. Diese Zahlungen umfassen den Nennwert der Aktien, die er erworben hat. Da der Aktionär als Gesellschafter der Kapitalgesellschaftsform AG fungiert, haftet er auch für Verbindlichkeiten des Unternehmens, jedoch in Höhe seiner eingebrachten Investition.

 

Shareholder Value: Unternehmenspolitik im Sinne der Aktionäre

Als Shareholder Value (dt.: Aktionärswert) wird der Wert eines Unternehmens bezeichnet und der damit verbundene Kurswert der jeweiligen Aktien.

In diesem Zusammenhang ist häufig auch die Rede von dem sogenannten Shareholder Value-Prinzip. Hierbei handelt es sich um eine Unternehmensstrategie, die darauf ausgerichtet ist, die Wünsche und Vorstellungen ihrer Aktionäre zu verfolgen. Dieses Vorgehen ist besonders in großen Unternehmen gängig. Ziel ist es vor allem, den Wert der Aktien zu steigern und so auch den Umsatz und den Gewinn des Unternehmens zu erhöhen.

Im Gegensatz dazu steht der Stakeholder-Ansatz. Hierbei verfolgt eine Firma eine Unternehmenspolitik, in welcher die Interessen aller am Unternehmen beteiligten Personen berücksichtigt werden sollen, nicht nur die der Aktionäre. Oft kommt es auch vor, dass nicht ausschließlich einer der beiden Ansätze von einer Firma verfolgt wird, sondern beide Strategien zum Einsatz kommen.

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Shareholders Equity: Das Reinvermögen der AG

Shareholders Equity bezeichnet das Reinvermögen eines Unternehmens, also das Vermögen, das sich nach Abzug aller Verbindlichkeiten im Unternehmen befindet. Das Reinvermögen (auch Eigenkapital genannt) kann sowohl positiv als auch negativ ausfallen und gibt Auskunft darüber, wie gut es einem Unternehmen in Bezug auf seine Finanzen geht.

Für den Shareholder ist eine Investition in Form von Aktienpaketen immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Denn wenn das Unternehmen finanzielle Einbußen zu verzeichnen hat, sinkt folglich auch der Wert der von ihm gekauften Aktien. Im Falle einer Insolvenz der Aktiengesellschaft werden Shareholder als letztes berücksichtigt, was in der Regel bedeutet, dass sie nichts bekommen. Im Umkehrschluss heißt das natürlich auch, dass ein Shareholder davon profitiert, wenn es dem entsprechenden Unternehmen finanziell gut geht.

 

Was bedeutet Shareholder Activism?

Shareholder Activism ist die Bezeichnung für einen aktiv am Unternehmen beteiligten Investor. Es kann beispielsweise vorkommen, dass Shareholder nicht damit einverstanden sind, wie das Management das entsprechende Unternehmen führt oder wenn sie der Meinung sind, dass das Management nicht im Sinne der Shareholder agiert. Aktive Investoren verfolgen das Ziel, den Wert ihrer Beteiligung zu steigern, beispielsweise durch Aktienrückkäufe, höhere Dividenden, eine Strategieveränderung oder gegebenenfalls auch durch einen Wechsel in der Geschäftsleitung oder im Verwaltungsrat.

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