Was ist eine Aktiengesellschaft (AG)? – Definition, Organe und Gründung

8. Oktober 2015 7 Minuten zu lesen
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Die Aktiengesellschaft ist eine interessante, aber komplizierte Rechtsform. In diesem Artikel werden die grundlegenden Aspekte dieser Gesellschaftsform erklärt: Von der Definition über die Gründung und die Organe bis hin zur Handelsregistereintragung und dem Börsengang erfahren Sie auf firma.de die Grundlagen der AG – inklusive der Antwort auf die Frage „Was ist eine Aktiengesellschaft?“

Die Rechtsform AG: Definition

Was ist eine AG und wie genau definiert sie sich? Eine AG als Rechtsform ist genau wie eine GmbH eine Kapitalgesellschaft. Als Kapitalgesellschaft ist sie eine juristische Person und hat somit Rechte, aber auch Pflichten, die unabhängig von den Eigentümern bestehen. Die Anteile der Gesellschaft – die Aktien – werden von Gesellschaftern bzw. Aktionären gehalten. Somit sind diese die (Mit-)Eigentümer des Unternehmens. Die Mitbestimmungsrechte der Aktionäre richten sich nach der Höhe des von ihnen gehaltenen Anteils am Grundkapital.

 

Die Gründung einer AG

Der Prozess einer AG-Gründung ist strengen Regularien unterworfen, die im Aktiengesetz (AktG) festgeschrieben sind.

Der Ablauf der AG-Gründung im Einzelnen:

• Die Satzung wird erstellt und notariell beurkundet

• Übernahme der Aktien durch die Gründer

• Bestellung des Aufsichtsrats und des Vorstands sowie des Abschlussprüfers

• Erstellung des Gründungsberichts und anschließende Gründungsprüfung

• Hinterlegung der Einlagen (Bareinzahlung oder Übertrag der Sacheinlagen)

• Anmeldung zur Eintragung ins Handelsregister

Sobald die Eintragung der Gesellschaft ins Handelsregister erfolgt ist, besteht das Unternehmen offiziell als Aktiengesellschaft.

 

Grundkapital

Das Grundkapital einer AG muss mindestens 50.000 Euro betragen. Basierend auf diesem Betrag werden die ersten Aktien ausgegeben. Dabei kann es sich entweder um Nennbetrags- oder um Stückaktien handeln. Nennbetragsaktien lauten auf einen gewissen Wert, wobei der Mindestbetrag einen Euro betragen muss und nur ganze Beträge zulässig sind. Stückaktien lauten nicht auf einen bestimmten Betrag, sondern repräsentieren einen festgelegten Teil des Grundkapitals. Wenn 100 Aktien ausgegeben wurden, entspricht eine Aktie einem Prozent des Unternehmenswerts. Ob diese Aktien tatsächlich als Urkunden aus Papier ausgegeben werden oder ob keine Einzelverbriefung erfolgt, ist in der AG-Satzung festgelegt.

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Organe einer Aktiengesellschaft

Eine AG hat drei Organe: die Hauptversammlung, den Aufsichtsrat und den Vorstand.

Die Hauptversammlung

Die Hauptversammlung, in der die Aktionäre vertreten sind und ihre Rechte ausüben, wird regelmäßig einmal im Jahr einberufen – zudem können außerordentliche Hauptversammlungen stattfinden, wenn es für das Wohl der Gesellschaft notwendig ist. Die Entscheidungen, die in der Hauptversammlung getroffen werden, haben in der Regel nichts mit dem operativen Tagesgeschäft des Unternehmens zu tun, sondern mehr mit organisatorischen Fragen, wie z. B. der Berufung der Aufsichtsräte oder Kapitalherabsetzungen und -erhöhungen sowie der Verwendung des Gewinns. Jedoch kann der Vorstand die Aktionäre bitten, über eine operative Fragestellung zu entscheiden, um sich selbst abzusichern.

Der Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat ist das Kontrollorgan der Aktiengesellschaft. Neben Bestellung und Abberufung des Vorstands bestimmt er auch den Abschlussprüfer. Dieser prüft den Jahresabschluss und legt ihn dem Aufsichtsrat vor. Zudem haben die Mitglieder des Aufsichtsrats jederzeit Zugang zu den Büchern der Gesellschaft, um ihre Überwachungsfunktion wahrnehmen zu können.

Der Vorstand

Der Vorstand leitet das operative Geschäft der Aktiengesellschaft. Er ist dabei selbständig und unabhängig von Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Der Vorstand vertritt die Gesellschaft nach außen, wobei die Vertretungsbefugnis zwar unbeschränkt, grundsätzlich aber nur als Gesamtvertretungsbefugnis wirksam ist. Einzelne Mitglieder können die Gesellschaft nur wirksam vertreten, wenn in der Satzung eine Einzelvertretungsbefugnis ausgewiesen ist.

Quellen: Deutsche Bundesbank; Deutsche Börse; Statistisches Bundesamt, Stand: September 2012

Rechnungslegung und Offenlegungspflichten

Für Aktiengesellschaften gelten klare Regelungen, was die Zusammensetzung des Jahresabschlusses und deren Veröffentlichung anbelangt. Zum Jahresabschluss einer Aktiengesellschaft gehören Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang (§§ 242, 264 HGB), nicht aber der Lagebericht. Eine AG hat die Pflicht, den Jahresabschluss zu veröffentlichen, dessen Umfang jeweils von der Unternehmensgröße abhängt.

Publizitätspflicht/Offenlegungspflichten der AG

 

Handelsregister

Bestimmte Vorgänge und Veränderungen in einer Aktiengesellschaft müssen zur Eintragung ins Handelsregister angemeldet werden. Hierunter fallen z. B. die Gründung der Aktiengesellschaft, der erste Vorstand und der erste Aufsichtsrat, personelle Änderungen in den Gremien und die jeweiligen Jahresabschlüsse des Unternehmens.

 

Übertragung von Aktien und der Börsengang

Wenn Aktien von einem Inhaber auf den anderen übertragen werden, ist grundsätzlich keine besondere Form einzuhalten. Jedoch muss sich an der Art der Anteile orientiert werden, da beispielsweise eine nicht-verbriefte Aktie durch Abtretung übertragen werden kann. Bei einer „vinkulierten“ Namensaktie muss hingegen die Hauptversammlung der AG zustimmen. Um die Aktien an einer der internationalen Börsen zu handeln, muss die Aktiengesellschaft zunächst den Prozess des Börsengangs durchlaufen. Dazu ist die Erfüllung bestimmter rechtlicher Voraussetzungen nötig, die im Börsengesetz und in der Börsenzulassungsverordnung festgeschrieben sind. Durch eine Notierung an der Börse entstehen zusätzliche Veröffentlichungspflichten. Mehr Infos: Die börsennotierte AG

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