Geschäftskonto online eröffnen: Vergleich

aktualisiert am 9. August 2021 10 Minuten zu lesen
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Wer selbständig tätig ist, braucht früher oder später ein Geschäftskonto, um die kaufmännischen Aufgaben zu überwachen und zu steuern. Besonders beliebt sind dabei Digitalbanken und Fintechs, die ganz ohne Filialen und Papierkram auskommen. firma.de zeigt Gründer*innen, welche Banken es aktuell gibt und welche Online-Geschäftskonten sie bieten.

 

 

Quick Check: Ist eine reine Digitalbank die richtige Lösung für mich?

Wenn Sie 3 oder sogar alle dieser Fragen mit „Ja” beantwortet haben, dann sind Sie vermutlich bei einer Digitalbank gut aufgehoben.

  • Nutze ich hauptsächlich Smartphone und Computer für geschäftliche Aufgaben?
  • Möchte ich viele Aufgaben der Geschäftsführung digitalisieren?
  • Möchte ich zusätzliche Dienste von Drittanbietern (z. B. Buchhaltung, Steuerberatung) mit dem Konto verknüpfen?
  • Kann ich auf eine persönliche Vor-Ort-Beratung verzichten?

Falls Sie doch zu einer Filial- oder Direktbank tendieren, finden Sie hier weitere Infos.

 

Unsere Empfehlung für Ihr Online-Geschäftskonto

 

firma.de Siegel Partner L

Finom Logo

 

Logo Penta

 

 

Geschäftskonto online eröffnen: Digitalbanken A-Z

Alle folgenden Daten wurden im Mai 2021 recherchiert und sind ohne Gewähr. Bitte lesen Sie immer die aktuellen Konditionen des jeweiligen Anbieters.

bunq

Produktname Easy Money
Für alle Selbständigen geeignet n/a
Anzahl der möglichen Nutzer 1, gemeinsame Nutzung gegen Aufpreis möglich
Finanzierung möglich
Trustpilot Score 2,5 von 5 ⭐
Kosten pro Monat 9,99 Euro

 

 

Fidor

Produktname Smart
Für alle Selbständigen geeignet
Anzahl der möglichen Nutzer 1
Finanzierung möglich
Trustpilot Score 1,8 von 5 ⭐
Kosten pro Monat 5 Euro, 12 Euro/Jahr für Kartennutzung

 

 

FINOM

Produktname Solo
Für alle Selbständigen geeignet ✔️
Anzahl der möglichen Nutzer 1
Finanzierung möglich
Trustpilot Score 4,7 von 5 ⭐
Kosten pro Monat 0 Euro

 

 

FYRST

Produktname BASE
Für alle Selbständigen geeignet ✔️
Anzahl der möglichen Nutzer 1
Finanzierung möglich ✔️
Trustpilot Score 3,8 von 5 ⭐
Kosten pro Monat 0 Euro für Freiberufler*innen/ Gewerbetreibende

6 Euro für Gesellschaften

 

 

Holvi

Produktname Lite
Für alle Selbständigen geeignet ✔️
Anzahl der möglichen Nutzer 2
Finanzierung möglich
Trustpilot Score  4,5 von 5 ⭐
Kosten pro Monat 6 Euro

 

 

Kontist

Produktname free
Für alle Selbständigen geeignet
Anzahl der möglichen Nutzer 1
Finanzierung möglich
Trustpilot Score 4,4 von 5 ⭐
Kosten pro Monat 0 Euro, 29 Euro/Jahr für Debitkarte

 

 

N26

Produktname Business Standard
Für alle Selbständigen geeignet
Anzahl der möglichen Nutzer 1
Finanzierung möglich
Trustpilot Score 4,0 von 5 ⭐
Kosten pro Monat 0 Euro

 

 

PayCenter

Produktname Firmenkonto/Gewerbekonto
Für alle Selbständigen geeignet ✔️
Anzahl der möglichen Nutzer 1
Finanzierung möglich
Trustpilot Score n/a
Kosten pro Monat 11 Euro, Einrichtung ca. 66 Euro

 

 

PENTA

Produktname Starter
Für alle Selbständigen geeignet ✔️
Anzahl der möglichen Nutzer 2
Finanzierung möglich ✔️
Trustpilot Score 4,4 von 5 ⭐
Kosten pro Monat 1 Monat gratis, dann 9 Euro

 

Qonto

Produktname Solo
Für alle Selbständigen geeignet ✔️
Anzahl der möglichen Nutzer 1
Finanzierung möglich
Trustpilot Score 4,7 von 5 ⭐
Kosten pro Monat  Euro

 

 

revolut

Produktname FREE
Für alle Selbständigen geeignet ✔️
Anzahl der möglichen Nutzer 2, für Freiberufler FREE nur 1
Finanzierung möglich ❌ (in Planung)
Trustpilot Score 4,3 von 5 ⭐
Kosten pro Monat 0 Euro, 49 £ (ca. 50-60 Euro) pro Jahr für Kartennutzung

 

 

Welche Anforderungen habe ich an ein Online-Geschäftskonto?

In Deutschland gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter, die unterschiedliche Banking-Lösungen bereitstellen. Damit Sie richtig entscheiden, sollten Sie zunächst Ihre Anforderungen an ein Geschäftskonto definieren. Das hält die Suche kurz und effektiv.

Unser Tipp

Gewichten Sie die folgenden Kriterien mit einem einfachen Punktesystem:
0 = nicht entscheidend, 1 = weniger wichtig , 2 = wichtig , 3 = sehr wichtig. Ergänzen Sie weitere Kriterien, wenn nötig.

  • Anzahl der Karten und Nutzer
  • Höhe der Kontoführungsgebühren
  • Zusätzliche Gebühren für beleglose und beleghafte Buchungen
  • Zusätzliche Gebühren für Auslandsüberweisungen
  • Anzahl der kostenlosen Bareinzahlungen und -auszahlungen
  • Verfügbare Geldautomaten
  • Höhe eines verfügbaren Dispokredits und Konditionen
  • EC-Karte und Kreditkarte inklusive
  • Obergrenze für kostenlose Transaktionen
  • Mobile Banking
  • Finanzierung/Factoring
  • Option eines Datenexport für den Steuerberater
  • Schnittstelle zur Synchronisation mit Buchhaltung (z. B. mit einer Software-Lösung wie lexoffice)
  • Geplante Aufnahme eines Förderkredits (Das kann ein wichtiger Faktor sein, weil die kreditgebende Bank den
  • Kredit im Normalfall nicht auf ein Konto bei einer Fremdbank ausbezahlt)
  • Kostenloser Kontowechsel-Service
  • Integration von Google Pay/Apple Pay

 

Wie entscheide ich mich für das richtige Konto?

Wir bieten nur einen kleinen Überblick. Wer sich wirklich fundiert informieren will, kommt nicht umher, in die detaillierten Produkt- und Leistungstabellen zu schauen. Wie hoch die Kosten für Überweisungen, Transaktionen mit Fremdwährungen oder Bargeldauszahlungen sind, können Gründer*innen oft erst hier erfahren. Spätestens jetzt ist die Liste Ihrer Anforderungen Gold wert, um nicht den Überblick zu verlieren.

Heißt kostenlos wirklich kostenlos?

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie nur ein kleines Gewerbe betreiben, selten Geld abheben und wenige beleghafte und beleglose Buchungen anfallen, sind die wirklich schlanken Angebote attraktiv, da Sie mit wenigen Zusatzkosten pro Einheit rechnen müssen. Bei größeren Transaktionsvolumen und mehreren Nutzern werden diese Anbieter schnell teuer. Wählen Sie dann lieber ein Konto, dass zwar höhere Grundgebühren hat, dafür aber mehr Funktionen und inkludierte Leistungen bietet. Wenn ein schnelles Wachstum wahrscheinlich ist, sollten Sie auch darauf achten, was die Upgrade-Produkte zu bieten haben und ob ein Kontowechselservice verfügbar ist. In vielen Fällen kann es auch sinnvoll sein, mehrere Geschäftskonten zu führen. Ein weiterer Faktor: Falls Sie keine EU-Staatsbürgerschaft besitzen und/oder Wohnsitz im EU-Raum haben, schränkt dies Ihre Auswahl bei der Eröffnung eines Online-Geschäftskontos ein. Hier finden Sie weiter Infos dazu.

Zusätzliche Kosten für das Geschäftskonto bei einer Digitalbank

Auch wenn einige Konten versprechen, völlig kostenfrei zu sein, verstecken sich nicht selten Kosten für tagtägliche Funktionen. Genau hinschauen lohnt sich also. Diese Gebühren können typischerweise anfallen:

  • Kontoführung (fester Grundbetrag pro Monat)
  • Kontoauszüge (meistens monatlich)
  • Beleghafte Buchungen (monatlich, z. B. Auslandsüberweisungen, Bargeldeinzahlungen)
  • Beleglose Buchungen (monatlich, z. B. Daueraufträge, SEPA-Lastschrifteinzüge)
  • Nutzung von Debit- und/oder Kreditkarte(n) (meistens als Festbetrag pro Jahr)
  • Zusätzliche Nutzer oder Karten (gemeinsame Kontoführung, monatlich oder jährlich)
  • Einzahlungen und Auszahlungen (monatlich)
  • Kontokorrentkredit (auch „Dispo” genannt, monatlich)

Rechnen Sie damit, dass ein Geschäftskonto bis zu 100 Euro im Jahr kostet.

 

Wann sollte ich ein Geschäftskonto eröffnen?

Firmenkonten sind für Kapitalgesellschaften und Personenhandelsgesellschaften verpflichtend. Gewerbetreibende Einzelunternehmer, GbR und Freiberufler*innen benötigen per se kein Geschäftskonto. D.h. es gibt keine rechtliche Vorgaben, aber viele Banken verbieten in ihren AGB die geschäftliche Nutzung eines Privatkontos. Achten Sie also auch auf das Kleingedruckte, sonst könnte die Bank im Falle eines Verstoßes das Konto fristlos kündigen.

Für alle Varianten der Selbständigkeit gilt allerdings, dass die privaten und unternehmerischen Transaktionen getrennt werden sollten. Das beugt Diskussionen mit dem Finanzamt vor. Wenn Sie z. B. eine Ausgabe als Betriebskosten absetzen wollen, die Rechnung aber über Ihr Privatkonto beglichen wurde, können schnell Fragen aufkommen. In der Nachweispflicht sind hier ganz klar Sie! Außerdem vermeiden Sie durch eine klare Trennung der Konten, dass Sie der Finanzbehörde Ihre privaten Transaktionen offen legen müssen.

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