Das Geschäftskonto für GmbH und UG (haftungsbeschränkt)

11. Februar 2015 6 Minuten zu lesen
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Wer eine Kapitalgesellschaft gründet, ist dazu verpflichtet, ein Geschäftskonto zu eröffnen. firma.de erklärt Ihnen, worauf es bei der Kontoeröffnung für die GmbH und die UG (haftungsbeschränkt) ankommt.

 

Geschäftskonto für eine Kapitalgesellschaft eröffnen

Auf dem Weg zur eigenen Firma gehört die Eröffnung eines Geschäftskontos für die meisten Unternehmer mit zu den ersten und wichtigsten Schritten. Für Kapitalgesellschaften, zu denen auch die GmbH und die UG (haftungsbeschränkt) gehören, ist ein Bankkonto, das ausschließlich für geschäftliche Zwecke genutzt wird, Pflicht, um private und geschäftliche Finanzen klar voneinander zu trennen. Dies verlangt das Trennungsprinzip der Besteuerung, wonach die Gewinne der Gesellschaft und die Einkünfte ihrer Besitzer strikt getrennt werden müssen. Mit einem gesonderten Firmenkonto behalten Sie zudem den Überblick über alle Transaktionen und Buchungen, die im Unternehmen vorgenommen werden. Gegebenenfalls bietet es sich auch an, mehrere Konten zu haben wie beispielsweise ein Konto für die Umsätze, eines für die Fixkosten und ein Sparkonto für eventuelle Liquiditätsüberschüsse.

Geschäftskonto für die GmbH: Einzahlung des Stammkapitals

Die Höhe des Stammkapitals hängt von der Rechtsform und den Vereinbarungen im Gesellschaftsvertrag ab. Alle Gesellschafter müssen die von Ihnen festgelegte Stammeinlage in bar auf das Geschäftskonto einzahlen. Bei der GmbH muss ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro auf das Geschäftskonto eingezahlt werden. Zum Zeitpunkt der Gründung reicht es jedoch aus, wenn die Hälfte des erforderlichen Stammkapitals, also 12.500 Euro, auf das Konto eingezahlt wird. Sobald die erforderliche Summe auf das Geschäftskonto eingezahlt wurde, kann die GmbH ins Handelsregister eingetragen werden. Solange jedoch nicht das vollständige Stammkapital auf dem Firmenkonto ist, haften die Gesellschafter persönlich mit ihrem Privatvermögen für den noch ausstehenden Differenzbetrag.

Das Stammkapital kann als Bareinzahlung, Sacheinlage oder auch als eine Kombination aus beiden Varianten eingebracht werden.

Geschäftskonto für die UG: Das müssen Sie wissen

Auch bei einer UG-Gründung kann das Unternehmen erst dann ins Handelsregister eingetragen werden, wenn das erforderliche Stammkapital auf das Geschäftskonto eingezahlt wurde. Anders als bei der GmbH ist bei der UG jedoch ein Stammkapital von einem Euro bereits ausreichend. In der Regel zahlen die Gesellschafter der UG aber ein Stammkapital zwischen 500 und 1.000 Euro auf das Geschäftskonto ein. Sacheinlagen können bei der UG nicht als Stammeinlage eingebracht werden. Wie hoch die jeweiligen Stammeinlagen der Gesellschafter sind wird im Musterprotokoll beziehungsweise dem Gesellschaftsvertrag festgehalten.

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Der beste Zeitpunkt für die Eröffnung des Geschäftskontos

Für die Eröffnung des Geschäftskontos sollten Sie schon vor Ihrem Notartermin einen Termin zur Kontoeröffnung bei Ihrer Bank ausmachen, um lange Wartezeiten zwischen Notartermin und Kontoeröffnung zu vermeiden. Nachdem Ihre Gründungsunterlagen vom Notar beurkundet wurden, können Sie mit diesen das Geschäftskonto bei Ihrer Bank eröffnen. Zu Ihrem Banktermin müssen Sie folgende Unterlagen mitbringen:

  • Der notariell beglaubigte Gesellschaftsvertrag
  • Ihren gültigen Personalausweis oder Reisepass

Bei der Geschäftskontoeröffnung müssen alle Geschäftsführer anwesend sein. Einige Banken verlangen zusätzlich, dass auch die Gesellschafter dabei sind. Klären Sie im Vorfeld mit Ihrer Bank, wer bei der Kontoeröffnung anwesend sein muss.

 

Verwaltung und Verfügung über das Geschäftskontos

In der Regel hat der Geschäftsführer die alleinige Verfügungsgewalt über das Firmenkonto. Es ist aber sinnvoll, einer anderen Person (z. B. einem Gesellschafter) eine Vollmacht auszustellen, damit diese im Notfall Zugriff auf das Konto hat. Wer über das Geschäftskonto verfügen darf, muss im Gesellschaftsvertrag des Unternehmens geregelt sein. Zusätzlich sollte in der Satzung die Art und der Umfang der Vollmacht festgehalten werden sowie der Zeitpunkt oder die Ereignisse, zu dem sie in Kraft tritt und erlischt, um die Verfügungsgewalt des Bevollmächtigten klar zu definieren.

 

Eintragung ins Handelsregister nur mit Einzahlungsbeleg möglich

Nachdem Sie das erforderliche Stammkapital auf das Geschäftskonto eingezahlt haben, erhalten Sie einen Einzahlungsbeleg von der Bank. Diesen Beleg benötigt der Notar, um die Anmeldung des Unternehmens zum Handelsregister beantragen zu können. Daher ist es empfehlenswert, den Beleg unverzüglich nach Ihrem Termin bei der Bank an Ihr Notariat zu übermitteln, um die Phase bis zur Eintragung ins Handelsregister möglichst kurz zu halten.

Warum ist ein schneller Ablauf so wichtig? Die Haftungsbeschränkung einer Kapitalgesellschaft greift erst, nachdem das Unternehmen im Handelsregister aufgenommen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt haften alle Gesellschafter persönlich und unbeschränkt mit dem privaten Vermögen für die Gesellschaft in Gründung.

 

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