Was ist eine gGmbH?

14. April 2015 6 Minuten zu lesen
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Die gGmbH boomt. Mittlerweile sind fast ein Drittel der 2,6 Millionen Beschäftigten im gemeinnützigen Sektor bei einer gGmbH beschäftigt . Doch was bedeutet eigentlich gemeinnützige GmbH (gGmbH)? Wofür steht das Kürzel? Was sind die Unterschiede zwischen einer gGmbH und einem gemeinnützigen Verein? Und warum ist die gGmbH gerade so gefragt? Erfahren Sie alles über die gGmbH in unserem Fachartikel.

Unternehmer sein, Steuern sparen und der Gesellschaft etwas zurückgeben – All das vereint die gemeinnützige GmbH (gGmbH) in einer Rechtsform. Doch welche Bedeutung verbirgt sich genau hinter der Rechtsform gGmbH?

 

gGmbH: Definition und Bedeutung

Wer im Wörterbuch nach der Definition gGmbH sucht, der wird schnell fündig: Eine „gGmbH“ ist eine „gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung“. Sie ist „gemeinnützig“, weil sie einen gemeinwohlorientierten Zweck verfolgt. „GmbH“ ist die Abkürzung für „Gesellschaft mit beschränkterer Haftung“. Das bedeutet, dass die Rechtsform gGmbH an das GmbH-Gesetz gebunden ist und demnach gleich aufgebaut ist: Es gibt in der gGmbH ebenfalls Gesellschafter, einen oder mehrere Geschfäftsführer und ggf. auch einen Aufsichtsrat. Krankenhäuser, Kindergärten oder Museen beispielsweise werden immer häufiger als gGmbH geführt.

 

Ziele der gGmbH

Das Ziel der Rechtsform gGmbH ist es, die Vorteile der Gemeinnützigkeit mit denen einer GmbH zu vereinen. Die zunehmenden wirtschaftlichen Anforderungen an gemeinnützige Vereine haben die Attraktivität und die Bedeutung der gGmbH für Pflege-, Kultur- und Bildungseinrichtungen erhöht. Beispielsweise kann die langfristige Planung und Umsetzung durch den Einsatz eines professionellen hauptamtlichen Geschäftsführers bei einer gGmbH erleichtert werden. Dennoch profitieren gemeinnützige Organisationen wie bisher von Steuererleichterungen.

 

gGmbH gründen

Die wichtigste Grundvoraussetzung und der wesentliche Unterschied zwischen den Rechtsformen GmbH und gGmbH liegt in der Gemeinnützigkeit. Eine gGmbH muss einen gemeinnützigen Zweck verfolgen. Dieser wird in der Satzung verankert. Diese Satzung muss vom zuständigen Finanzamt als gemeinnützig anerkannt werden. Detaillierte Informationen zum Gründungsablauf einer gGmbH finden Sie in unserem Artikel „gGmbH-Gründung: Schritt für Schritt zum Social Entrepreneur“.

Sie planen die Gründung einer gemeinnützigen GmbH, sind sich jedoch noch nicht über alle Schritte im Klaren, die eine Gründung mit sich bringt? Gerne helfen wir Ihnen weiter: Vereinbaren Sie hier ein kostenloses Orientierungsgespräch mit unseren Gründungsberatern!

Wann ist meine gGmbH gemeinnützig?

  • Eine gGmbH ist dann gemeinnützig, wenn sie einen gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zweck verfolgt. Eine Übersicht über diese Zwecke finden Sie in der Abgabenordnung unter § 52 AO und § 53 AO.
    Der Unternehmensgegenstand muss unmittelbar zur Erfüllung dieses gemeinnützigen Zwecks dienen.
  • Der Zweck einer gGmbH muss selbstlos, unmittelbar und ausschließlich sein.
    Gewinne dürfen nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet werden, sondern müssen unmittelbar dem Geschäftszweck zugeführt werde. Außerdem müssen alle Gehälter in Relation zur erbrachten Leistung stehen.
  • In der Satzung muss ein Begünstigter festgelegt werden. Sollte die gGmbH aufgelöst oder ihre Gemeinnützigkeit aberkannt werden, fällt das Vermögen der Gesellschaft an diesen Begünstigten . Das Stammkapital allerdings wird an den Gesellschafter ausgezahlt. Der „Begünstigte“ muss ebenfalls als „Gemeinnützig“ anerkannt sein. Begünstigte können der Rechtsform gGmbH angehören, aber auch beispielsweise Stiftungen, gemeinnützige Vereine oder gemeinnützige UGs sein.

 

 

Voraussetzungen zur Gründung einer gGmbH

  • Die Rechtsform gGmbH schreibt vor, dass ein gemeinnütziger Zweck in der Satzung verankert sein muss.
  • Die Gesellschaft muss unmittelbar das Ziel verfolgen, diesen gemeinnützigen Zweck zu erfüllen.
  • Ein gemeinnütziger Begünstigter muss in der Satzung verankert sein.
  • Die Stammeinlage muss eingezahlt werden.

 

Gemeinnützige Alternativen zur gGmbH

Falls Sie das hohe Stammkapital der gGmbH abschreckt, gibt es noch andere gemeinnützige Rechtsformen, mit denen Sie Ihr Vorhaben auch mit weniger Kapital umsetzen können:

  • Mit der gUG ist der Start in die Gemeinnützigkeit bereits ab einem Euro Stammkapital möglich. Die rechtliche Grundlage ist dabei dieselbe wie die der gGmbH, bis auf den Unterschied des geringeren Stammkapitals und der Pflicht zur Rücklagenbildung.
  • Ebenfalls mit geringem Kapitalaufwand kann der gemeinnützige Verein gegründet werden. Hier sind die Gründungskosten geringer als bei Kapitalgesellschaften.
  • Weiterhin möglich sind ist die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung möglich. Diese können Sie mit verschiedenen Rechtsformen gründen.

Was die gGmbH im Detail vom gemeinnützigen Verein und der Stiftung unterscheidet, erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema.

 

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