Was ist eine gGmbH?

14. April 2015 5 Minuten zu lesen
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Die gGmbH boomt. Mittlerweile sind fast ein Drittel der 2,6 Millionen Beschäftigten im gemeinnützigen Sektor bei einer gGmbH beschäftigt . Doch was bedeutet eigentlich gemeinnützige GmbH (gGmbH)? Wofür steht das Kürzel? Was sind die Unterschiede zwischen einer gGmbH und einem gemeinnützigen Verein? Und warum ist die gGmbH gerade so gefragt? Erfahren Sie alles über die gGmbH in unserem Fachartikel.

Unternehmer sein, Steuern sparen und der Gesellschaft etwas zurückgeben – All das vereint die gemeinnützige GmbH (gGmbH) in einer Rechtsform. Doch welche Bedeutung verbirgt sich genau hinter der Rechtsform gGmbH?

 

gGmbH: Definition und Bedeutung

Wer im Wörterbuch nach der Definition gGmbH sucht, der wird schnell fündig: Eine „gGmbH“ ist eine „gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung“. Sie ist „gemeinnützig“, weil sie einen gemeinwohlorientierten Zweck verfolgt. „GmbH“ ist die Abkürzung für „Gesellschaft mit beschränkterer Haftung“. Das bedeutet, dass die Rechtsform gGmbH an das GmbH-Gesetz gebunden ist. Krankenhäuser, Kindergärten oder Museen beispielsweise werden immer häufiger als gGmbH geführt.

Sie verfolgen einen gemeinnützigen Zweck, aber kommen bei der Gründung mit weniger Stammkapital aus? Dann gründen Sie eine gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt). Bei ihr reicht theoretisch ein Euro Stammkapital. Wie das geht erfahren Sie in unserem Übersichtsartikel zur gUG-Gründung.

Die gGmbH ist die gemeinnützige Variante der GmbH. Was eine GmbH genau ist, erfahren Sie ebenfalls in unserem Ratgeber.

 

Ziele der gGmbH

Das Ziel der Rechtsform gGmbH ist es, die Vorteile der Gemeinnützigkeit mit denen einer GmbH zu vereinen. Die zunehmenden wirtschaftlichen Anforderungen an gemeinnützige Vereine haben die Attraktivität und die Bedeutung der gGmbH für Pflege-, Kultur- und Bildungseinrichtungen erhöht. Beispielsweise kann die langfristige Planung und Umsetzung durch den Einsatz eines professionellen hauptamtlichen Geschäftsführers bei einer gGmbH erleichtert werden. Dennoch profitieren gemeinnützige Organisationen wie bisher von Steuererleichterungen.

 

gGmbH gründen:

Die wichtigste Grundvoraussetzung und der wesentliche Unterschied zwischen den Rechtsformen GmbH und gGmbH liegt in der Gemeinnützigkeit. Eine gGmbH muss einen gemeinnützigen Zweck verfolgen. Dieser wird in der Satzung verankert. Diese Satzung muss vom zuständigen Finanzamt als gemeinnützig anerkannt werden. Weitere Informationen zur Satzung einer gGmbH finden Sie in unserem Fachartikel.

 

Wann ist meine gGmbH gemeinnützig?

  • Eine gGmbH ist dann gemeinnützig, wenn sie einen gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zweck verfolgt. Eine Übersicht über diese Zwecke finden Sie in der Abgabenordnung unter § 52 AO und § 53 AO. Ausführliche Informationen zur Gemeinnützigkeit finden Sie in unserem Fachartikel.
    Der Unternehmensgegenstand muss unmittelbar zur Erfüllung dieses gemeinnützigen Zwecks dienen.
  • Der Zweck einer gGmbH muss selbstlos, unmittelbar und ausschließlich sein.
    Gewinne dürfen nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet werden, sondern müssen unmittelbar dem Geschäftszweck zugeführt werde. Außerdem müssen alle Gehälter in Relation zur erbrachten Leistung stehen. Welche Rechte und Pflichten die gGmbH-Gesellschafter haben, finden Sie in unserem Fachartikel.
  • In der Satzung muss ein Begünstigter festgelegt werden. Sollte die gGmbH aufgelöst oder ihre Gemeinnützigkeit aberkannt werden, fällt das Vermögen der Gesellschaft an diesen Begünstigten . Das Stammkapital allerdings wird an den Gesellschafter ausgezahlt. Der „Begünstigte“ muss ebenfalls als „Gemeinnützig“ anerkannt sein. . Begünstigte können der Rechtsform gGmbH angehören, aber auch beispielsweise Stiftungen, gemeinnützige Vereine oder gemeinnützige UGs sein.

 

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Quelle: Deutscher Spendenrat

Voraussetzungen zur Gründung einer gGmbH

  • Die Rechtsform gGmbH schreibt vor, dass ein gemeinnütziger Zweck in der Satzung verankert sein muss.
  • Die Gesellschaft muss unmittelbar das Ziel verfolgen, diesen gemeinnützigen Zweck zu erfüllen.
  • Ein gemeinnütziger Begünstigter muss in der Satzung verankert sein.
  • Die Stammeinlage muss eingezahlt werden. Worauf Sie beim einzahlen des gGmbH-Stammkapitals achten müssen, erklären wir Ihnen in unserem Fachartikel.

Wie Sie eine gGmbH gründen, erfahren Sie in unserem Ratgeberartikel.

Weiterführende Links:

Was sind die Unterschiede zwischen einer gGmbH, einer Stiftung und einem gemeinnützigen Verein? Einen Vergleich der drei Rechtsformen finden Sie auf unserer Infoseite.

Was unterscheidet die GmbH von der UG (haftungsbeschränkt)? Erfahren Sie alles über die Unterschiede.

 

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