Tipps aus Magdeburg: Wie kommt man an Geld für die Gründung eines Unternehmens?

aktualisiert am 1. August 2018 3 Minuten zu lesen
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Diese Frage stellen sich fast alle Gründer. Am leichtesten sind sicher die eigenen Ressourcen nutzbar. Zusätzliche Vorteile können dabei auch durch steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten entstehen. Hierzu bieten sich auf der Grundlage eines Schreibens des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 20. November 2013 neue Anregungen.

Investitionsabzugsbetrag – Finanzierungsquelle mit Steuervorteil

Mit der Unternehmenssteuerreform 2008 erhielten kleine und mittlere Betriebe die Möglichkeit, einen Investitionsabzugsbetrag gemäß Paragraph 7g Einkommensteuergesetz zu bilden.

Aufgrund neuer Urteile und gesetzlicher Änderungen wurde im BMF das bisherige Schreiben vom 08.05.2009 zur Klärung von Zweifelsfragen überarbeitet und durch das neue Schreiben vom 20.11.2013 ersetzt.

Für die Anschaffung oder Herstellung neuer oder gebrauchter abnutzbarer beweglicher Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens können weiterhin bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, maximal bis zu 200.000 Euro, außerbilanziell den steuerlichen Gewinn mindern.

Software zählt zu den immateriellen Wirtschaftsgütern, sodass dafür ein Investitionsabzugsbetrag nicht genutzt werden kann. Lediglich sogenannte Trivialsoftware wird zu den abnutzbaren beweglichen und selbstständig nutzbaren Wirtschaftsgütern (Rz. 3) gezählt .

Welchen Vorteil können Existenzgründer, die über entsprechendes Eigenkapital verfügen und vielleicht durch eine Einmalzahlung wie eine Abfindung steuerlich besonders stark belastet sind, mit dem Investitionsabzugsbetrag nutzen?

Existenzgründer können mit der Bildung eines Investitionsabzugsbetrages im Jahr der Abfindungszahlung ihr zu versteuerndes Einkommen senken. Damit lassen sich bis zu rund 85.000 Euro Steuern sparen und somit Rücklagen für die geplanten Investitionen bilden.

Investitionsabzugsbetrag vor der Gründung

Gerade auch zur Gründungsphase gibt es im BMF-Schreiben neue Richtlinien.

Wird ein Investitionsabzugsbetrag vor Abschluss der Gründung gebildet, so sind dafür einige besondere Anforderungen einzuhalten:

  • Anhand geeigneter Unterlagen wie beispielsweise Kostenvoranschlägen, Informationsmaterial, konkreten Verhandlungen oder verbindlichen Bestellungen ist die Investitionsabsicht darzulegen.
  • Auch bereits selbst und endgültig vorgenommene Aufwendungen des Gründers für die Betriebseröffnung gelten als Beleg für die Investitionsabsicht.
  • Ebenso bilden sinnvolle, zeitlich zusammenhängende Schritte zur Betriebseröffnung gewichtige Indizien für die Investitionsabsicht.

Allein das Einholen unverbindlicher Angebote und Kostenvoranschläge oder die Teilnahme an Informationsveranstaltungen reichen nicht als Nachweis der Investitionsabsicht.

Der Bildung des Investitionsabzugsbetrages muss innerhalb von drei Wirtschaftsjahren die Investition folgen. Für Gründer gelten jedoch das Jahr der Bildung des Investitionsabzugsbetrages, gegebenenfalls darauf folgende Jahre sowie das Jahr, in dem die Betriebseröffnung abgeschlossen wird, jeweils als ein Wirtschaftsjahr (Rz. 30).

Um die Bildung des Investitionsabzugsbetrages letztendlich anzuerkennen, soll von der Finanzverwaltung auch geprüft werden, ob die Gründer ihre Investitionsabsicht im Kalenderjahr nach der Inanspruchnahme weiter konkretisieren.

Alle Kriterien sind detailliert im neuen BMF-Schreiben, Rz. 27 bis 31 aufgeführt, das auf den Internetseiten des BMF zum Download zur Verfügung steht.

Autor: Dr. Thomas Schulze

 

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