Zusammenfassung
Das gesetzliche Mindeststammkapital einer UG beträgt zwar nur 1 Euro, aber in der Praxis ist dieser Betrag nicht so gut wie nie ausreichend. Aus unserer Beratungspraxis empfehlen wir häufig ein Stammkapital zwischen 500 und 2.500 Euro – abhängig vom Geschäftsmodell und den geplanten Ausgaben der ersten Monate.
Inhaltsverzeichnis
- Empfohlene Höhe
- Gesetzliches Minimum
- Entscheidungsfragen
- UG-Stammkapital berechnen
- Praxisbeispiele
- Typische Fehler
- Fazit
Wie hoch soll das UG-Stammkapital sein?
Für die meisten Gründungsvorhaben empfehlen unsere Gründungsberater:innen ein Stammkapital zwischen 500 und 2.500 Euro. Zwar erlaubt das Gesetz bereits eine UG-Gründung mit nur 1 Euro Stammkapital pro Gesellschafter:in, aber in der Praxis reicht dieser Betrag selten aus. Wie viel Kapital sinnvoll ist, hängt vor allem von eurem Geschäftsmodell und den geplanten Ausgaben in den ersten Monaten ab.
Orientierungswerte für die Praxis
Gesetzliches Minimum für das UG-Stammkapital
Nach § 5a GmbHG kann eine Unternehmergesellschaft bereits mit 1 Euro Stammkapital pro Gesellschafter gegründet werden.
Rechtlich ist das zulässig. Für die meisten Unternehmen ist dieser Betrag jedoch nicht ausreichend, da bereits in den ersten Wochen verschiedene Ausgaben anfallen können. Auch die Gründungskosten werden – müssen aber nicht – im Regelfall von der neuen Gesellschaft getragen und später abgesetzt.
Viele Gründer:innen orientieren sich deshalb nicht am gesetzlichen Minimum, sondern wählen ein Stammkapital, das genügend finanziellen Spielraum für die Startphase bietet.

Samar Fathulla | Gründerberater
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Wie kann ich mein Stammkapital planen?
Bevor ihr das Stammkapital festlegt, beantwortet folgende Fragen:
- Fallen in den ersten Monaten Miete oder Personalkosten an?
- Müsst ihr Waren einkaufen oder Maschinen anschaffen?
- Müsst ihr Software, Lizenzen oder Versicherungen bezahlen?
- Werdet ihr schon bald Beratung brauchen, z. B. zu Steuer, Markt, Marketing, Recht, Unternehmensentwicklung, IT und Datenschutz?
- Wie lange dauert es voraussichtlich bis zu den ersten Einnahmen?
- Deckt der geplante Betrag alle erwarteten Fixkosten, bis eure Einnahmen diese Kosten decken?
- Habt ihr einen Puffer für ungeplante Ausgaben eingeplant?
Wenn ihr Fragen 1–4 mit Ja beantwortet habt, ist das ein starker Indikator dafür, dass ihr das Stammkapital auf diese Investitionen zuschneiden solltet.
Das passende Stammkapital berechnen
Eine einfache Faustregel lautet:
Stammkapital = Gründungskosten + geplante Ausgaben + Liquiditätspuffer
Checkliste: Geplante Ausgaben
- Notar- und Registerkosten, weitere Anmeldungen
- Geschäftskonto
- Software und Lizenzen
- IHK-Beitrag
- Domain, Website und Marketing
- Versicherungen
- Büromaterial oder Ausstattung
- Liquidität für die ersten Monate
- Erste Steuerberatung
- Erste Löhne und Gehälter
- Miete oder Pacht
Natürlich treffen nicht alle Punkte auf eure UG zu. Je realistischer ihr die ersten Ausgaben kalkuliert, desto entspannter verläuft der Start. Ein ausreichend bemessenes Stammkapital kann verhindern, dass Gesellschafter bereits kurz nach der Gründung erneut Geld in die UG einzahlen müssen.
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Praxisbeispiele: Wie viel Stammkapital passt zum Geschäftsmodell?
IT-Freelancer
- Homeoffice vorhanden
- eigener Laptop vorhanden
- geringe laufende Kosten
Empfehlung: 500 bis 1.000 Euro
Beratungsunternehmen oder Agentur
- Website
- Software-Abonnements
- Versicherungen
- Marketingbudget
Empfehlung: 1.000 bis 2.500 Euro
Online-Shop
- Warenbestand
- Verpackungsmaterial
- Versandkosten
- Marketing
Empfehlung: deutlich höher kalkulieren und individuell planen
Typische Fehler bei der Wahl des Stammkapitals
Viele Schwierigkeiten lassen sich bereits vor der Gründung vermeiden. Zu den häufigsten Fehlern gehören:
- ausschließlich das gesetzliche Minimum von 1 Euro einzuplanen
- die Ausgaben der ersten Monate zu unterschätzen
- Versicherungen aussparen
- notwendige Kosten für erste Kundengewinnung vergessen: Software, Website, Marketing
- keinen finanziellen Puffer einzuplanen
Eine realistische Finanzplanung schafft von Beginn an mehr Sicherheit und reduziert das Risiko späterer Nachschüsse. Alle weiteren Schritte bei der UG-Gründung könnt ihr hier nachlesen.
Fazit
Die richtige Höhe des Stammkapitals lässt sich nicht pauschal festlegen – sie richtet sich nach eurem Geschäftsmodell und den geplanten Ausgaben. Wer den Kapitalbedarf vor der Gründung realistisch kalkuliert, schafft bessere Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start. Aus unserer Erfahrung zahlt sich eine großzügigere Planung fast immer aus: Sie gibt eurer UG finanziellen Spielraum und reduziert den Bedarf späterer Nachschüsse.