Gewinnausschüttung und Besteuerung einer GmbH

1. März 2016 8 Minuten zu lesen
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Die GmbH ist ertragssteuerpflichtig. Als juristische Person muss sie eine Körperschaftssteuererklärung abgeben und die Gewinne darüber hinaus versteuern. Die Berechnung erfolgt wie bei der Einkommenssteuer. Gewinne lassen sich als Gewinnausschüttung entnehmen. Ein steuerlicher Vorteil ergibt sich dadurch aber nicht immer.

Die GmbH ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die zu den Kapitalgesellschaften zählt und sich den juristischen Personen des Privatrechts zuordnen lässt. Die meisten Gründer entscheiden sich für diese Rechtsform, damit sie als Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen haften müssen. Die GmbH unterliegt als juristische Person der Körperschafts- und Gewerbesteuer, was bei der Gewinnermittlung eine wichtige Rolle spielt.

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Die Gewinnermittlung

Die Gewinne lassen sich in einer Bilanz ermitteln

Nach § 7 des Körperschaftsteuergesetzes ist das zu versteuernde Einkommen der GmbH der Körperschaftssteuer zu unterwerfen. Das Einkommen lässt sich anhand der Einkunftsarten berechnen. Als Basis dient die Handelsbilanz, deren Bestandteil auch die Gewinn- und Verlustrechnung ist. Sie ermittelt den Gewinn, den die GmbH versteuern muss. Um den Gewinn zu mindern, darf sie Verluste aus den Vorjahren bis zu einer bestimmten Summe nachtragen. Wenn im Vorjahr ein Verlust entstanden ist und im darauffolgenden Jahr ein Gewinn, ist dieser Verlust somit steuermindernd verrechenbar. In die Kalkulation werden auch Gewinne und Verluste mit einbezogen, die noch nicht ein- oder ausgegangen sind, wie zum Beispiel offene Rechnungen. Lagerbestände haben keine Auswirkung auf den Gewinn oder Verlust, solange keine Warenminderung im Lager entsteht oder sich der Wert des Lagers durch einen neuen Einkaufspreis ändert. Risiken hingegen wie noch nicht ausgezahlte Überstunden oder Urlaubsansprüche kommen in die Gewinn- und Verlustrechnung mit hinein. Der Gewinn, der am Ende herauskommt, wird mit einem Steuersatz von 15 Prozent versteuert.

Eine GmbH muss einen Jahresabschluss erstellen, der in Abhängigkeit von der Größe der GmbH 3 bis 6 Monate nach Jahresende fertig sein muss. Darin enthalten sind neben der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz ein Anlagenspiegel und ein Lagebericht. Der Jahresabschluss einer GmbH wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Er liefert Kunden, Banken und Gläubigern einen Überblick über aktuelle Vermögensgegenstände und Finanzierungsmittel der GmbH.

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Gewinnausschüttung

Die Geschäftsführer der GmbH erhalten für ihre Tätigkeit ein Gehalt. Sie sind daher nicht selbständig, sondern angestellt tätig. Die Versteuerung und Verrechnung des Gehalts erfolgt über die Einkommensteuererklärung. Das Gehalt mindert somit als Kostenposition die Gewinne der GmbH.

Die erwirtschaften Gewinne lassen sich zwischen den Gesellschaftern aufteilen. Die Höhe der zu entrichteten Auszahlung hängt von den Anteilen, die der jeweilige Gesellschafter innehat, ab. Bei einer Gewinnausschüttung unterliegen die Beträge der Abgeltungssteuer. Das bedeutet, dass die Geschäftsführer auf die Ausschüttung eine Einkommensteuer von 25 Prozent zahlen müssen. Das Finanzamt behandelt die Gewinnausschüttung seit 2009 als Einkünfte aus Kapitalvermögen. Die Gesellschafter können von der Gewinnausschüttung keine Werbungskosten oder Schuldzinsen abziehen. Allerdings haben sie die Möglichkeit, ein Teileinkünfteverfahren durchzuführen, wenn sie mit mindestens 25 Prozent an der GmbH beteiligt sind. Ist einer der Gesellschafter auch als Geschäftsführer tätig, reicht eine Beteiligung von einem Prozent.

Vorsicht – Durch den Gesellschaftsvertrag können sich Beschränkungen in der Gewinnausschüttung ergeben. Aufgrund der Komplexität ist es ratsam, hier einen Steuerberater hinzu zu ziehen. Anstatt den Gewinn auszuschütten, haben die Gesellschafter auch die Möglichkeit, mit dem Gewinn eine Rücklage zu bilden. Diese Rücklage wirkt sich positiv bei einer Kreditaufnahme aus. Wichtig ist zu wissen, dass sich eine Gewinnrücklage in späteren Jahren bei Verlusten nicht ohne weiteres ausschütten lässt. Die Gewinnausschüttung darf nicht verdeckt erfolgen.

 

Verdeckte Gewinnausschüttungen

Eine verdeckte Gewinnausschüttung geschieht ohne offiziellen Gesellschafterbeschluss. Die Ausschüttung erfolgt wissentlich oder unwissentlich über eine Auszahlung an die Gesellschafter. Das kann zum Beispiel ein unangemessen hohes Gehalt des Geschäftsführers oder das Auszahlen eines zinslosen Darlehens an einen Gesellschafter sein.

Stellt das Finanzamt eine verdeckte Gewinnausschüttung fest, dann kann es zu Problemen kommen. Denn gesetzlich darf die verdeckte Gewinnausschüttung den Gewinn einer GmbH nicht mindern. Viele dieser Ausschüttungen bleiben beim Finanzamt unentdeckt, bis diese eine Betriebsprüfung durchführen. Dann muss die GmbH die verdeckte Gewinnausschüttung im Nachhinein versteuern.

INFO: In einigen Fällen kann es steuerlich günstiger sein, wenn der Geschäftsführer ein höheres Gehalt bezieht. Das wirkt sich gewinnmindernd aus. Das Geschäftsführer-Gehalt bleibt zwar nicht unversteuert, da die Einkünfte des Geschäftsführers der Einkommensbesteuerung unterliegen, die GmbH spart jedoch durch den geringeren Gewinn bei der Gewerbesteuer und kommt insgesamt steuerlich günstiger weg.

Durchschnittlicher Jahresverdienst (in 1.000 Euro) von Geschäftsführern nach Unternehmensumsatz (in Mio. Euro) im Jahr 2009:

 

 

Gewerbesteuer

Neben der Körperschaftssteuer muss eine GmbH auch Gewerbesteuer abführen. Die Gewerbesteuer entfällt auf den Gewerbeertrag, der sich vom Gewinn ableitet und sich aus bestimmten Hinzurechnungen und Kürzungen ergibt. Das ermittelte Ergebnis wird auf volle hundert Euro abgerundet. Auf der Grundlage dieses Ergebnisses lässt sich die Gewerbesteuer mit einem festgesetzten Prozentsatz errechnen. Dieser fällt von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich aus. Gewerbesteuer lässt sich einsparen, wenn der Geschäftsführer mehr Gehalt bekommt. Auf den Gewinn einer GmbH entfallen somit die Körperschaftsteuer, die Gewerbesteuer und der Solidaritätszuschlag.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Gründung einer GmbH.

 

 

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