Gewinnausschüttung und Besteuerung einer GmbH

1. März 2016 21 Minuten zu lesen
Teilen

Jede GmbH muss ihre Gewinne und Gewerbeerträge versteuern. Erfahren Sie, wie Sie die Steuerlast aus Gewinnausschüttungen kalkulieren und verdeckte Gewinnauschüttungen vermeiden können. firma.de gibt Ihnen einen ausführlichen Überblick aller weiteren Steuerarten, die bei der Gesellschaft mit beschränkter Haftung anfallen.

 

Gewinnermittlung bei der GmbH

Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft mit beschränkter Haftung. Sie ist außerdem eine juristische Person des Privatrechts. Die meisten Gründer entscheiden sich für diese Rechtsform, damit sie als Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen haften müssen. Die GmbH unterliegt als juristische Person unter anderem der Körperschaft- und Gewerbesteuer. Dieser Umstand ist besonders relevant für die korrekte Gewinnermittlung.

Jahresabschluss ohne Kopfzerbrechen: Nutzen Sie ein Jahresabschluss-Paket von firma.de! Damit reduzieren Sie Ihre Verwaltungskosten, profitieren von starkem Datenschutz und erhalten Freiraum für das Kerngeschäft. Jetzt Jahresabschluss zum Fixpreis buchen!

Die Gewinne einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung werden in der Bilanz ermittelt. Gewinne werden oft auch als Einkommen einer Gesellschaft bezeichnet. Bei der GmbH unterliegen sie der Körperschaftsteuer (§ 7 KstG). Für eine korrekte Versteuerung muss das zu versteuernde Einkommen ermittelt werden. Als Basis dafür dient die Handelsbilanz, denn aus ihr werden die Gewinne mithilfe der Gewinn- und Verlustrechnung berechnet. Grundsätzlich müssen diese Gewinne der GmbH versteuert werden.

Körperschaftsteuer aus Gewinn- und Verlustrechnung

Um den zu versteuernden Gewinn zu mindern, darf die GmbH Verluste aus den Vorjahren bis zu einer bestimmten Summe nachtragen. Wenn also im Vorjahr ein Verlust entstanden ist und im aktuellen Jahr ein Gewinn, ist dieser Verlust somit steuermindernd verrechenbar. In die Kalkulation werden auch Gewinne und Verluste mit einbezogen, die noch nicht ein- oder ausgegangen sind, wie zum Beispiel offene Rechnungen. Risiken wie noch nicht ausgezahlte Überstunden oder Urlaubsansprüche werden in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) berücksichtigt. Lagerbestände haben dagegen keine Auswirkung auf den Gewinn oder Verlust, solange keine Warenminderung im Lager entsteht oder sich der Wert des Lagers durch einen neuen Einkaufspreis ändert. Der so kalkulierte Gewinn wird mit dem Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent versteuert.

Gewinnermittlung publizieren

Jede GmbH muss einen Jahresabschluss erstellen (lassen), der in Abhängigkeit von der Größe der GmbH drei bis sechs Monate nach Abschluss des Geschäftsjahres fertiggestellt und an den Bundesanzeiger zur Veröffentlichung weitergeleitet werden muss. Darin enthalten sind neben Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung auch Anlagenspiegel und Lagebericht der GmbH. Als Teil der Publikationspflicht muss der Jahresabschluss einer GmbH im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Die hinterlegten Daten sind für jeden (gegen eine kleine Gebühr) im Unternehmensregister abrufbar und liefern potentiellen Kunden, Geschäftspartnern, Banken und Gläubigern einen Überblick zur aktuellen Situation der GmbH: Alle Vermögensgegenstände und Finanzierungsmittel der Gesellschaft sind somit transparent für die Öffentlichkeit.

 

Gewinnverwendung der GmbH

Steht die Höhe der Gewinne fest, entscheiden die Gesellschafter gemeinsam, wie sie verwendet werden. Üblicherweise wird mit dem Gewinnverwendungsbeschluss festgelegt, welche Strategie verfolgt wird. Folgende Möglichkeiten stehen der Gesellschafterversammlung zur Auswahl:

  • Offene Gewinnausschüttung
  • Gewinnvortrag für das nächste Geschäftsjahr
  • Einstellung als Gewinnrücklage

 

Je nachdem für welche Möglichkeiten sich die GmbH-Besitzer entscheiden, entfallen unterschiedliche Steuerarten auf die Gewinne.

Überlassen Sie den Jahresabschluss uns und starten Sie sorgenfrei ins neue Geschäftsjahr durch!
Jetzt Jahresabschluss zum Fixpreis buchen!

GmbH und Gewinnausschüttung

Wenn die Gesellschafter eine Gewinnausschüttung beschließen, werden die Gewinne (nach Steuerabzug) an die Gesellschafter verteilt. Im Normalfall werden die Gewinne proportional zum Verhältnis der Gesellschaftsanteile ausgeschüttet. Schreibt die Satzung eine abweichende Ausschüttungsverteilung vor, muss dieser Vorgabe gefolgt werden.

Kapitalertragsteuer der GmbH

Das Versteuern der GmbH-Gewinne ist Teil der Einkommensteuer, die aber in verschiedene Steuerarten aufgespalten wird. Neben der Lohnsteuer und der Körperschaftsteuer fällt auch die Kapitalertragsteuer an. Hier gilt es, den Überblick zu behalten: Die Körperschaftsteuer betrifft nur die Gewinne (bzw. das Einkommen) der GmbH — unabhängig davon, wie sie verwendet werden. Im Gegensatz dazu entfällt Kapitalertragsteuer nur auf die Ausschüttungen der Gewinne. Sie ist deshalb als Besteuerung der Dividende einer GmbH zu verstehen. Manchmal wird die Kapitalertragsteuer auch Abgeltungsteuer genannt.

Ziel der Kapitalertragsteuer ist es, die Einkünfte aus Kapitalvermögen zu versteuern und damit Steuerhinterziehung zu erschweren, wenn Gelder aus dem Betriebsvermögen an die Gesellschafter fließen. Alle Vorgaben dazu ergeben sich aus §§ 44ff Einkommensteuergesetz.

Der Kapitalertragsteuersatz beträgt 25 Prozent. Weiterhin wird der Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent) und Kirchensteuer (acht oder neun Prozent) aufgeschlagen. Insgesamt ergeben sich so unterschiedliche Gesamtsteuersätze:

  • 26,375 % (zzgl. Solidaritätszuschlag, ohne Kirchensteuer)
  • 27,8186 % (zzgl. Solidaritätszuschlag und 8 % Kirchensteuer)
  • 27,9951 % (zzgl. Solidaritätszuschlag und 9 % Kirchensteuer)

Gewinnausschüttungen an Gesellschafter sind der Normalfall und müssen immer versteuert werden. In einigen Sonderfällen ist jedoch eine Freistellung von der Kapitalertragsteuer möglich. Ein möglicher Sonderfall ist die Arbeitnehmerbeteiligung an den Gewinnen: Arbeitnehmer können von einem Sparerpauschbetrag von bis zu 801 Euro bzw. 1.602 Euro bei Verheirateten profitieren, der unversteuert bleibt. Um den Freibetrag nutzen zu können, muss ein Freistellungsauftrag von der Gesellschaft ausgestellt werden.

Seit 2009 wertet das Finanzamt Gewinnausschüttungen als Einkünfte aus Kapitalvermögen. Anders als zuvor können die GmbH-Gesellschafter keine Werbungskosten oder Schuldzinsen von der Gewinnausschüttung abziehen.

Alternative zur Abgeltungssteuer: Teileinkünfteverfahren

Eine zusätzliche Variante, Gewinneausschüttungen zu versteuern, ist das Teileinkünfteverfahren gemäß §32 EStG. Voraussetzung für die Anwendung ist eine minimale Beteiligung von 25 Prozent an der GmbH.

Ist einer der Gesellschafter auch als gleichzeitig Geschäftsführer der GmbH, reicht eine Beteiligung von einem Prozent als Voraussetzung aus. Wichtig: Das Verfahren muss beim zuständigen Finanzamt beantragt werden.

Im Teileinkünfteverfahren wird die Gewinnausschüttung nicht mit der Kapitalertragsteuer belastet, sondern mit dem persönlichen Einkommensteuersatz des Empfängers. Das Finanzamt besteuert nur 60 Prozent, der restliche Anteil ist steuerbefreit. Im Teileinkünfteverfahren könnten Werbekosten berücksichtigt werden. Daraus ergeben sich oft weitere Einsparungen.

Eine weitere Methode, um Steuern einzusparen, ist die so genannte “Günstigerprüfung”, bei der der persönliche Einkommenssteuersatz der Gesellschafter oder Gesellschafterin mit der Abgeltungssteuer verglichen wird. Das Finanzamt prüft in Ihrem Auftrag, welche Besteuerung für Sie lohnender ist.

Beispielrechnung: Besteuerung der Gewinnausschüttung

In diesem Beispiel erhalten zwei Gesellschafter einer GmbH eine Gewinnausschüttung von jeweils 50.000 Euro. Gesellschafterin A ist unverheiratet und kann den Sparerpauschbetrag für sich nutzen. Sie versteuert den Gewinn mit der Kapitalertragssteuer. Gesellschafter B nutzt das Teileinkünfteverfahren. Sein privater Einkommensteuersatz liegt bei 40 Prozent. Er plant außerdem, 3.000 Euro Zinsen als Werbungskosten abzusetzen.

 

Gesellschafterin A Gesellschafter B
Kapitalertragsteuer Teileinkünfteverfahren
Ausschüttung 50.000 € 50.000 €
zu versteuernder Anteil 50.000 € 30.000 €
Sparerpauschbetrag – 801 €
Werbungskosten 3.000 €
davon absetzbar – 1.800 €
zu versteuernder Betrag 49.199 € 38.200 €
Steuersatz 26,375 %
(Kapitalertragsteuersatz zzgl. Solidaritätszuschlag)
40 %
Steuerlast 19.679,6 € 15.280 €

Die Steuerersparnis verändert sich proportional zur Höhe der Gewinnausschüttung. Welche Methode grundsätzlich bei Ihrer GmbH mehr Steuervorteile bietet, muss also von Fall von Fall bewertet werden. Ein Steuerberater kann Ihnen bei einer Einschätzung weiterhelfen. Bitte beachten Sie, dass Sie nicht von Jahr zu Jahr zwischen beiden Methoden wechseln können. Beantragen Sie das Teileinkünfteverfahren, wird es so lange angewandt, bis Sie Ihren Antrag widerrufen.

Sonderfall: GmbH-Geschäftsführer

Sind Geschäftsführer einer GmbH sogenannte Fremdgeschäftsführer (= d.h. sie sind kein  erhalten für ihre Tätigkeit ein Gehalt. Sie sind daher nicht selbständig, sondern angestellt tätig. Wie bei jedem anderen Mitarbeiter erfolgt die Versteuerung und Verrechnung des Gehalts über die Einkommensteuererklärung. Deshalb mindert das Geschäftsführergehalt die Gewinne der GmbH als einer von vielen Posten der GuV. Ungleich komplexer werden Steuerfragen, wenn der Geschäftsführer gleichzeitig Anteilseigner der Gesellschaft ist. In diesem Fall ist eine einwandfreie Buchführung und eine umfassende Steuerberaterung sehr zu empfehlen.

Einschränkungen durch GmbH-Satzung

Eine häufige Fehlerquelle bei der Ermittlung der Steuerlast einer GmbH entsteht, wenn zusätzliche Regelungen in der Satzung vernachlässigt werden. Oftmals werden im Gesellschaftsvertrag einer GmbH Beschränkungen in der Gewinnausschüttung festgehalten, die die Vorgaben des GmbH-Gesetzes ersetzen. Bei besonders komplexen Vereinbarungen lohnt es sich, einen Steuerberater aufzusuchen.

 

Rücklagenbildung

Anstatt den Gewinn auszuschütten, haben die Gesellschafter auch die Möglichkeit, mit dem Gewinn Rücklagen zu bilden. Für die Kreditaufnahme wirken sich Gewinnrücklagen positiv aus, wenn es zur Bewertung der Finanzlage kommt. Gesellschafter sollten jedoch beachten, dass sich eine Gewinnrücklage auflösen lässt, um etwaige Verluste in folgenden Geschäftsjahren auszugleichen. Für diesen Zweck werden Gewinnvorträge gebildet.

 

Verdeckte Gewinnausschüttungen bei der GmbH

Grundsätzlich dürfen Gewinne nicht verdeckt ausgeschüttet werden. Aber was genau bedeutet das? Als verdeckt ist die Ausschüttung von Gewinnen immer dann, wenn Zuwendungen von der Körperschaft an die Gesellschafter oder den Geschäftsführer fließen ohne sachgerecht versteuert zu werden.

Eine verdeckte Gewinnausschüttung geschieht ohne offiziellen Gesellschafterbeschluss. Das Gegenstück dazu ist die offene Gewinnausschüttung, die während der Gesellschafterversammlung durch einen Gewinnverwendungsbeschluss festgelegt wird.

In den meisten Fällen erfolgt eine verdeckte Ausschüttung wissentlich oder unwissentlich durch eine Auszahlung an die Gesellschafter. Zusätzlich kompliziert wird es, wenn der Geschäftsführer auch gleichzeitig Gesellschafter der GmbH ist. Durch die Doppelfunktion ist die Trennbarkeit von Einkommen und Gewinnbeteiligung entscheidend für die Bewertung von Kapitalverschiebungen zwischen Gesellschaft und Besitzer.

Beispiele für verdeckte Gewinnausschüttungen

  • Unangemessen hohes Gehalt* des Geschäftsführers
  • Zinslose Darlehen der GmbH an einen GmbH-Anteilseigner
  • Übermäßige Gehaltserhöhungen* des Geschäftsführers
  • Private Nutzung von Firmenfahrzeugen
  • Finanzierung von Privatfeiern aus Unternehmensvermögen

 

*Grundsätzlich gilt, dass Angemessenheit und Branchenüblichkeit bestimmter Zahlungen, Erhöhungen und Vergütungen immer einem Fremdvergleich standhalten müssen. Das Finanzamt prüft also im Zweifelsfall, ob andere Unternehmen im gleichen Wirtschaftssektor vergleichbare Vermögensverlagerungen von der Gesellschaft an die Eigentümer und/oder die Geschäftsführung aufweisen.

 

Ziel des Vergleiches ist es, die Bemessungsgrundlage der Körperschaftsteuer nicht zu verzerren. Der zu versteuernde Gesellschaftsgewinn darf deshalb nicht durch verdeckte Ausschüttungen gemindert werden. Die Grundlagen der Regelungen sind in § 8 des Körperschaftsteuergesetzes dargelegt.

Konsequenzen von verdeckten Gewinnausschüttungen

Stellt das Finanzamt eine oder mehrere verdeckte Gewinnausschüttungen fest, kann es zu Problemen kommen. Liegt ein Verdacht vor, hakt die verantwortliche Finanzbehörde nach: Der Betriebsprüfer kündigt sich an.

Oftmals bleiben viele Ausschüttungen unentdeckt, bis die Betriebsprüfung durchgeführt wird. In diesem Fall muss die GmbH die verdeckte Gewinnausschüttung im Nachhinein versteuern. Lesen Sie mehr zu den Feinheiten der verdeckten Gewinnermittlung im Fokus-Artikel zum Gesellschafter-Geschäftsführer auf firma.de.

Steuervorteile von Fall zu Fall

In einigen Fällen kann es steuerlich günstiger sein, wenn der Geschäftsführer ein höheres Gehalt bezieht. Das höhere Gehalt wirkt sich allerdings gewinnmindernd auf die GmbH aus. Das Geschäftsführer-Gehalt bleibt zwar nicht unversteuert, da die Einkünfte des Geschäftsführers der Einkommensteuer unterliegen, die GmbH spart jedoch durch den verminderten Gewinn bei der Gewerbesteuer. Insgesamt kann so eine Steuerersparnis erzielt werden. Berücksichtigen Sie bei dieser Entscheidung unbedingt, dass die Angemessenheit des Geschäftsführergehaltes bewertet wird und sie einem Fremdvergleich standhalten muss. Ansonsten kommt es zu einer nachträglichen Versteuerung.

 

Gewerbesteuer bei der GmbH

Jede gewerbliche GmbH muss Gewerbesteuer abführen. Kraft Rechtsform ist jede GmbH gewerbesteuerpflichtig. Wichtig: Die Nutzung von Gewerbesteuerfreibeträgen oder Anrechnungen auf die Einkommensteuerschuld der Gesellschafter sind nicht möglich. Eine Ausnahme bei der Gewerbesteuerpflicht bildet jedoch die vermögensverwaltende GmbH.

Kalkulation der Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer entfällt immer auf den Gewerbeertrag, der sich vom Gewinn ableitet. So ergibt sich die Gewerbesteuerzahllast aus den Gewinnen der GmbH:

 

Berechnung der Gewerbesteuer
Gewinn aus dem Gewerbebetrieb (aus GuV)
+ Hinzurechnungen
– Kürzungen
Σ Gewerbeertrag vor Verlustabzug
– Gewerbeverlust aus Vorjahren
Σ Gewerbeertrag (abzurunden) x Steuermesszahl 3,5%
Σ Steuermessbetrag x Hebesatz Ihrer Gemeinde
Σ Gewerbesteuerlast
– Gewerbesteuervorauszahlungen
Σ Gewerbesteuerschuld

Das ermittelte Ergebnis des Gewerbeertrags wird auf volle hundert Euro abgerundet und dann mit der Steuermesszahl von 3,5 Prozent multipliziert. Im Anschluss wird ein weiterer Multiplikator angewendet — der sogenannte Hebesatz. Demnach ist der genaue Gewerbesteuersatz für Ihre GmbH immer abhängig vom Geschäftssitz, denn jede Gemeinde legt einen individuellen Hebesatz fest. Bundesweit sind die Hebesätze sehr unterschiedlich gewichtet. Hamburg besitzt den höchsten durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatz mit 470 Prozent, den niedrigsten hat Bayern mit 33,4 Prozent (Stand 2018). Falls Ihre Gemeinde keinen Hebesatz festgelegt hat, so beträgt er seit 2004 mindestens 200 Prozent. Laut Statista steigen Steuereinnahmen aus der Gewerbesteuer kontinuierlich seit 2009 an. 2016 erreichten die Brutto-Gewerbesteuereinnahmen erstmalig 50 Milliarden Euro.

Gewerbesteuer bei mehreren Betriebsstätten

Wenn eine GmbH mehr als eine Betriebsstätte in unterschiedlichen Gemeinden besitzt, wird die Gewerbesteuerlast zerlegt. Die anteilige Steuerschuld wird mit dem jeweiligen Hebesatz gewichtet und an die jeweiligen Gemeinden abgeführt.

 

Lohnsteuer bei der GmbH

Lohnsteuer entfällt auf Angestelltengehälter einer GmbH inklusive Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent und Kirchensteuer (falls eine Kirchenzugehörigkeit besteht). Die Lohnsteuer wird von der Arbeitsvergütung abgezogen und an das Finanzamt abgeführt. Dazu muss eine Voranmeldung zu festen Fristen stattfinden. Wie der Voranmeldungszeitraum definiert ist, hängt von der Höhe der Steuerschuld des Vorjahres ab:

  • > 3.000 Euro: Monatliche Anmeldung
  • 800 Euro – 3000 Euro: Vierteljährliche Anmeldung
  • < 800 Euro: Jährliche Anmeldung

 

Lohnsteuer-Voranmeldug bei Existenzgründungen

Wenn die GmbH gerade erst gegründet wurde und Basisdaten aus Vorjahren nicht existieren, kann für das erste Geschäftsjahr eine Schätzung vorgenommen werden: Der Jahresbetrag wird aus dem ersten vollen Monat auf das ganze Jahr hochgerechnet. Daraus ergibt sich der gültige Voranmeldungszeitraum für die Lohnsteuer der GmbH. Für Mini-Jobber gelten gesonderte Regeln zur Pauschalierung. Die zuständige Behörde für die Lohnsteueranmeldung der geringfügig Beschäftigten ist die Minijob-Zentrale der Knappschaft-Bahn-See.

 

Umsatzsteuer der GmbH

Warenlieferungen und Dienstleistungen, sowie Ein- und Ausfuhren dieser aus der GmbH für nicht-unternehmensbezogene Zwecke sind allesamt umsatzsteuerpflichtig. Der übliche Steuersatz beträgt 19 Prozent. Der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent betrifft:

  • Druckerzeugnisse wie Bücher und Broschüren
  • Kunstgegenstände
  • Lebensmittel (außer Getränke)
  • landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Erzeugnisse

Die Umsatzsteuer wird auf den Netto-Rechnungsbetrag berechnet. Das Finanzamt verrechnet ausstehende Umsatzsteuerbeträge (gegenüber anderen Unternehmen) mit der Umsatzsteuerschuld Ihrer GmbH. Man nennt diese Verrechnung auch Vorsteuer-Abzug. Wenn Ihr Unternehmen Voraussetzungen für die Vorsteuerzahlungen erfüllt, kann mit dieser Methode die jährliche Gesamtumsatzsteuerschuld verringert werden.

Ähnlich wie bei der Lohnsteuer ist die Anmeldung und Zahlung der Umsatzsteuerbeträge abhängig von der Höhe der Steuerschuld des Vorjahres:

  • Vorsteuer-Überschuss oder Steuerschuld > 6.136 Euro: monatliche Anmeldung
  • Steuerschuld < 6.136 Euro, aber > 512 Euro: vierteljährliche Anmeldung
  • Steuerschuld < 512 Euro: jährliche Anmeldung

Eventuell greift die Kleinunternehmerregelung, wenn die umsatzsteuerpflichtigen Umsätze unter 17.500 Euro bleiben. In diesem Fall können die Umsätze der GmbH von der Umsatzsteuer befreit werden.

Umsatzsteuer-Voranmeldung bei Existenzgründungen

Bei einer neugegründeten GmbH muss die Umsatzsteuer-Voranmeldung monatlich vorgenommen werden. Ausstehende Zahlungen müssen ebenfalls monatlich beglichen werden. Diese Regelung gilt für die ersten beiden Kalenderjahre ab der GmbH-Gründung. Ihr Steuerberater des Vertrauens sollte Sie zum Thema informieren.

 

Grundsteuer und Grunderwerbssteuer der GmbH

Grundsteuer entfällt auf Grundvermögen im Besitz Ihrer GmbH. Dazu zählen unbebaute, aber auch bebaute Grundstücke. Die Gesellschaft muss die Steuerschuld an die Gemeinde leisten, in der sich die Grundstücke befinden. Die Basis für die Berechnung ist immer der Grundstückseinheitswert gewichtet mit der Steuermesszahl (abhängig von der Grundstückart) und dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde. In der Bundesrepublik variieren die Hebesätze sehr stark. Um so genannte Grundsteuer-Oasen zu vermeiden wurde der Mindesthebesatz von 200 Prozent deutschlandweit festgelegt. Dabei wird zwischen Betrieben der Land-und Forstwirtschaft und beinah allen anderen Grundstücksarten unterschieden.

Die Grunderwerbsteuer fällt nur einmalig beim Kauf eines Grundstückes an. Wenn Ihre GmbH ein Stück Land oder eine Immobilie erwirbt, wir der Kaufpreis mit dem Grunderwerbsteuersatz multipliziert. Dieser variiert je nach Bundesland zwischen 6,5 Prozent und 3,5 Prozent.

 

 

Die auf unserer Seite veröffentlichten Informationen werden allesamt von Experten mit größter Sorgfalt verfasst und überprüft. Dennoch können wir nicht für die Richtigkeit garantieren, da Gesetze und Regelungen einem stetigen Wandel unterworfen sind. Ziehen Sie deshalb bei einem konkreten Fall immer einen Fachexperten hinzu – wir stellen gerne den Kontakt her.

firma.de übernimmt keinerlei Haftung für durch Fehler in den Texten entstandene Schäden.

Jetzt weiterstöbern im Ratgeber!