GmbH gründen: Infos zu Rechtsform, Haftung, Startkapital, Anmeldung & Muster-Vertrag

28. April 2017 27 Minuten zu lesen
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In diesem Text erfahren Sie alles, was Sie über die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) wissen sollten. Sie lernen die Vor- und Nachteile der GmbH kennen und erhalten wertvolle Tipps zum Ablauf der GmbH-Gründung. Sie wissen anschließend in Grundzügen über die Rechtslage Bescheid, die Haftung, die Anmeldung, das Stammkapital, die Handelsregistereintragung und Notar-Kosten, die Geschäftsführerbestellung sowie die steuerliche Behandlung der GmbH.

 

Ihr firma.de-Ratgeber: Alle Fragen rund um die GmbH-Gründung

  • Was ist eine GmbH?
  • Wer kann eine GmbH gründen?
  • Warum sollten Unternehmer eine GmbH gründen?
  • Was brauche ich für die GmbH-Gründung?
  • Wo muss ich meine GmbH-Gründung anmelden?
  • Wie lange dauert es, eine GmbH zu gründen?
  • Was kostet mich eine GmbH-Gründung?
  • Wie hoch ist die Haftung einer GmbH?
  • Welche steuerlichen Vorteile bietet eine GmbH?

 

Grundlegende Infos zur GmbH-Gründung

  1. Die GmbH ist eine Rechtsform für Unternehmen. Sie gehört zu der Gruppe der Kapitalgesellschaften.
  2. Zu den alternative Rechtsformen bei den Kapitalgesellschaften zählt beispielsweise die Sonderform der GmbH „Unternehmergesellschaft“, kurz UG (haftungsbeschränkt). Auch die Aktiengesellschaft (AG) und weitere Mischformen wie die GmbH & Co. KG gehören zu den Kapitalgesellschaften.
  3. Die Ein-Personen-GmbH ist möglich: Für die Gründung einer GmbH reicht ein Gesellschafter als Gründer.
  4. Eine GmbH gründen sollten Unternehmer, die ihre Haftungsrisiken beschränken möchten.
  5. Sie brauchen eine GmbH-Satzung. Das ist der Gesellschaftsvertrag.
  6. Sie müssen eine Gesellschafterliste erstellen mit Namen, Geburtsdatum, Geburtstort und privater Meldeadresse aller Gesellschafter und deren Geschäftsanteile anführen.
  7. Gesellschaftervertrag und Gesellschafterliste müssen von allen Gesellschaftern unterzeichnet werden. Beide Dokumente müssen Sie notariell beurkunden lassen.
  8. Für die GmbH-Gründung brauchen Sie neben einem erfolgsversprechenden Geschäftsmodell ein Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro, das die Gesellschafter entsprechend ihrer Geschäftsanteile auf das Firmenkonto einzahlen müssen.
  9. Zum Zeitpunkt der Gründung müssen Sie nachweisen, dass Sie mindestens 50 Prozent, also 12.500 Euro, auf dem Firmenkonto deponiert haben.
  10. Die Kosten für die GmbH-Gründung und die obligatorische Eintragung ins Handelsregister sind abhängig von der Anzahl der Gesellschafter. Kalkulieren Sie für die Notarkosten ca. 750 € ein.
  11. Die Gründung mit einem Profi an Ihrer Seite dauert zwischen drei und sechs Wochen.
  12. Die GmbH haftet lediglich bis zur Höhe ihres Stammkapitals.
  13. Der wichtigste Vorteil der GmbH: Die Gesellschafter haften anders als bei einer Personengesellschaft (GbR) nicht mit ihrem Privatvermögen – auch nicht bei einer Insolvenz der GmbH.
  14. Auch bei der GmbH müssen die Gewinne und Erträge versteuert werden. Bei einer GmbH werden auf die Gewinne jedoch lediglich die Körperschafts- und Gewerbesteuer sowie ein Solidaritätszuschlag erhoben.
  15. Eine GmbH ist umsatzsteuerpflichtig und vorsteuerabzugsberechtigt.
  16. Eine GmbH muss eine Buchhaltung nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung digital (GoBD) führen und als Jahresabschluss eine Bilanz erstellen.
  17. Bei Gewinnentnahme der Gesellschafter gilt die Quellen- beziehungsweise Abgeltungssteuer. Sie wird mit der Einkommensteuer verrechnet.
  18. Bei Immobilienbesitz der GmbH kommen noch die Grundsteuer und die Grunderwerbssteuer hinzu.

Nun kennen Sie die knappen Fakten rund um die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Nachfolgend werden alle Aspekte rund um die GmbH-Gründung skizziert.

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Ablauf der GmbH Gründung: GmbH-Satzung & Kosten

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist neben der AG eine der gängigen Rechtsformen, wenn Sie eine Kapitalgesellschaft gründen möchten. An Kapitalgesellschaften stellt der Gesetzgeber hohe formale Anforderungen; er hat neben dem Aktiengesetz ein GmbH-Gesetz (GmbHG) verabschiedet. In diesem Gesetz sind alle Anforderungen an die GmbH sowie ihre Pflichten geregelt: Vom Gründungsverfahren über Veröffentlichungspflichten bis zur Auflösung und Bußgeldvorschriften regelt das GmbHG alle Sachverhalte, die typischerweise in einer GmbH vorkommen. Als künftiger Gesellschafter einer GmbH sollten Sie einen Blick in das Gesetz werfen. Dadurch versetzen Sie sich in die Lage, mit Banken, Behörden und Ihrem Notar auf Augenhöhe zu sprechen.

Das GmbHG ist in sechs Abschnitte eingeteilt:

  1. §§ 1-12: Einrichtung der Gesellschaft
  2. §§ 13-34: Rechtsverhältnisse der Gesellschaft und der Gesellschafter
  3. §§ 35-52: Vertretung und Geschäftsführung
  4. §§ 53-59: Abänderungen des Gesellschaftsvertrags
  5. §§ 60-77: Auflösung und Nichtigkeit der Gesellschaft
  6. §§ 78-88: Ordnungs-, Straf- und Bußgeldvorschriften

 

Musterprotokoll versus Gesellschaftsvertrag für die GmbH-Gründung

Für die Gründung Ihrer GmbH sollten Sie sich den ersten Abschnitt genauer anschauen. § 2 Abs. 1 GmbHG schreibt die notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrags vor. Im Absatz 1a definiert der Gesetzgeber ein vereinfachtes Verfahren, wenn maximal drei Gesellschafter gemeinsam gründen und das sogenannte „Musterprotokoll“ verwenden. Dieses Musterprotokoll für die GmbH-Gründung ist eine Anlage des GmbHG. In Verbindung mit dem vereinfachten Verfahren beschleunigt dies zwar die Gründungsphase. Zudem ist es günstiger. Es schränkt Sie aber an entscheidenden Punkten in der Gestaltung ein. Denn Sie dürfen das Musterprotokoll bei der GmbH-Gründung nur an wenigen Stellen durch individuelle Angaben ergänzen, nicht aber abändern. Diese Ergänzungen sind:

  1. Name der GmbH
  2. Sitz der GmbH
  3. Gegenstand des Unternehmens
  4. Namen und Adressen der GmbH-Gesellschafter
  5. Höhe des Stammkapitals und Höhe der Stammeinlagen der Gesellschafter
  6. Bestellung eines GmbH-Geschäftsführers

Diese minimalen Regelungen sind in einigen Fällen ausreichend, um eine GmbH zu gründen, beispielsweise für Einzelunternehmer, die eine Ein-Personen-GmbH führen möchten. Bei mehreren Gesellschaftern ist es aber problematisch. Denn einige entscheidende Regelungen werden im Musterprotokoll nicht getroffen. Vor allem im Konfliktfall zwischen Gesellschaftern kann dies zu massiven Problemen führen.

Regelungen zu folgenden Punkten stehen nicht im Musterprotokoll:

  1. Einberufung, Fristen, Protokolle und Beschlussfähigkeit der Gesellschafterversammlung
  2. Stellvertretung für den oder die GmbH-Geschäftsführer
  3. Ausscheiden oder Tod eines Gesellschafters der GmbH und an wen seine Anteile vererbt oder verkauft werden dürfen
  4. Vorgaben zur Erstellung und zum Inhalt des Jahresabschlusses für eine GmbH
  5. Vereinbarungen zur Gewinnentnahme und -ausschüttung an die GmbH-Gesellschafter

Gleichwohl gelten auch ohne Regelungen in einer individuellen GmbH-Satzung die Vorgaben des GmbHG, beispielsweise für das Ausscheiden eines Gesellschafters. Diese gesetzlichen Anforderungen sind aber nicht unbedingt auch im Interesse der verbleibenden Gesellschafter. Bei zwei oder mehreren Gesellschaftern sollten Sie daher einen individuellen GmbH-Gesellschaftsvertrag aufsetzen. Besser ist es, wenn Sie einen erfahrenen Anwalt mit der Ausarbeitung beauftragen. Denn die Fehlerpotenziale bei einer selber erstellten GmbH-Satzung sind enorm.

 

Ablauf der GmbH-Gründung mit Musterprotokoll

Wenn Sie als Einzelgesellschafter gründen oder Sie sich mit Ihren ein bis maximal zwei Gesellschaftern einig sind, dass Sie mit einem Musterprotokoll gründen wollen, kann Ihre GmbH-Gründung per Musterprotokoll in knapp drei Wochen erfolgen.

  1. Laden Sie sich das Musterprotokoll herunter, füllen Sie es aus.
  2. Vereinbaren Sie einen Termin bei einem Notar.
  3. Alle Gesellschafter müssen nun mindestens 50 Prozent ihres Anteils am Stammkapital auf das Firmenkonto einzahlen.
  4. Der Notar beurkundet das Musterprotokoll mit Gesellschafterliste. Außerdem ist ihm ein Bankauszug als Nachweis des eingezahlten Stammkapitals vorzulegen.
  5. Nach dem Termin sendet der Notar die Gründungsurkunde der GmbH i.Gr. an das Handelsregister. Zuständig für die Eintragung ist das für Ihren Betriebssitz zuständige Amtsgericht.
  6. Sie können sofort mit Ihrem Geschäftsbetrieb starten, wenn die Gesellschafter bereits einen Gewerbeschein haben. Bei freien Berufen ist ein Gewerbeschein nicht erforderlich.
  7. Sie müssen bei allen Geschäftsunterlagen Ihren Firmennamen mit Appendix „in Gründung (i.Gr.)“ führen.
  8. Nach erfolgreicher Eintragung ins Handelsregister erhalten Sie eine Mitteilung darüber vom Amtsgericht.
  9. Danach folgen weitere Schreiben. Das Finanzamt meldet sich bei Ihnen mit einem Fragebogen, den Sie sorgfältig ausfüllen müssen.
  10. Parallel wird auch das Gewerbeamt bei Ihnen vorstellig und erwartet den Bescheid der Eintragung der GmbH ins Handelsregister sowie einen Gewerbeschein von allen Gesellschaftern.
  11. Auch die örtliche Industrie- und Handelskammer (IHK) oder bei Handwerkern die Handwerkskammer kommen auf Sie zu, da eine Mitgliedschaft in einer Kammer für Ihre GmbH verpflichtend sein kann.

Wenn der Geschäftsgegenstand Ihrer GmbH nicht-gewerblich ist, entfällt die Meldung beim Gewerbeamt. Auch die Zwangsmitgliedschaft bei einer Kammer erübrigt sich. Eine nicht-gewerbliche Tätigkeit ist beispielsweise die gemeinschaftliche Ausübung eines freien Berufes aus dem Bereich der sogenannten Katalogberufe. Darunter fallen Ärzte, Architekten, Ingenieure, Rechtsanwälte, Steuerberater, Künstler wie Musiker, Journalisten und Grafiker sowie eine weitere Reihe von Dienstleistungsberufen. Die Abgrenzung zwischen einem Gewerbebetrieb und einem freien Beruf kann im Einzelfall schwierig sein. Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie bei der zuständigen IHK nach.

 

Zwischenfazit: Wer sollte mit Musterprotokoll eine GmbH gründen?

Bei einer GmbH-Gründung mit Musterprotokoll sparen Sie Zeit, Kosten und Nerven. Einzelunternehmer, die sich zudem selber als GmbH-Geschäftsführer einsetzen, können diesen Weg gehen. Auch langjährige Geschäftspartner, die zuvor unter der Rechtsform Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammengearbeitet haben, können mit Musterprotokoll ihre GmbH gründen. Bei zwei bis maximal drei Gründern ohne vorherige Zusammenarbeit sollten Sie sich eine individuelle GmbH-Satzung beziehungsweise einen Gesellschaftsvertrag geben.

Diesen Gesellschaftsvertrag sollten Sie von einem Anwalt ausarbeiten lassen. Dadurch entstehen Ihnen natürlich weitere Kosten.

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Der individuelle GmbH-Gesellschaftsvertrag: Das Grundgesetz Ihres Unternehmens

Der Vorteil eines individuellen Gesellschaftsvertrags ist, dass Sie darin wesentlich mehr Detailaspekte regeln können, als es das GmbHG vorsieht. Sie sind bei der Gestaltung der GmbH-Satzung aber an das Gesetz gebunden. Sie müssen bestimmte Form- und Inhaltsvorgaben erfüllen, damit Ihre GmbH überhaupt eintragungsfähig ist für das Handelsregister. Gleichzeitig dürfen Sie in Ihrem Gesellschaftsvertrag die Bestimmungen und formalen Anforderungen des GmbHG nicht ausschließen oder unterschreiten.

 

Zusammenarbeit der GmbH-Gesellschafter gestalten

Anders als bei einer GmbH-Gründung mit Musterprotokoll können Sie die künftige Zusammenarbeit mit Ihren Mitgesellschaftern recht weitreichend ausgestalten. Vor allem für spätere Konflikte und Meinungsverschiedenheiten lohnt es sich, Regelungen zu treffen, wie dann zu verfahren ist. Generell gilt immer das GmbHG, wenn Sie einen Sachverhalt nicht in der GmbH-Satzung regeln. Wenn Ihnen aber die gesetzlichen Regelungen nicht weit genug gehen, sollten Sie eine rechtskonforme Formulierung in Ihrem GmbH-Gesellschaftsvertrag suchen. Das kann beispielsweise für die „Spielregeln“ der Gesellschafterversammlung der Fall sein. Deshalb steht in §3 GmbHG folgender Satz, über den Sie ausführlich mit Ihren Gesellschaftern beraten sollten:

„Soll das Unternehmen auf eine gewisse Zeit beschränkt sein oder sollen den Gesellschaftern außer der Leistung von Kapitaleinlagen noch andere Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft auferlegt werden, so bedürfen auch diese Bestimmungen der Aufnahme in den Gesellschaftsvertrag.“

Solche Verpflichtungen der GmbH-Gesellschafter können sehr weitreichend sein. In §45 GmbHG über den „Aufgabenbereich der Gesellschafter“ stehen nur die Basisaufgaben. Danach folgen die formalen Bestimmungen, die nicht für jedes Unternehmen ausreichende Verfahrensregeln definieren.

 

Checkliste GmbH-Satzung

Die Checkliste kann Ihnen einen Eindruck vermitteln, welche Aspekte Sie in Ihrem Gesellschaftsvertrag regeln können. Sie ist nicht abschließend und ersetzt auch nicht die anwaltliche Beratung.

  • Wann und wie muss die Gesellschafterversammlung der GmbH einberufen werden.
    • §49 GmbHG besagt lediglich, dass der Geschäftsführer die Gesellschafterversammlung einberuft, wenn dies im Interesse der GmbH erforderlich scheint.
    • §51 GmbHG besagt, dass die Gesellschafter schriftlich und mit eingeschriebenem Brief einladen und den Zweck der Versammlung, also die Tagesordnung, bekannt geben müssen.
    • Nur in einem Fall muss die Gesellschafterversammlung einberufen werden: wenn nämlich die Hälfte des Stammkapitals der GmbH verloren ist.
    • §48 regelt lediglich, dass Beschlüsse der Gesellschafter auf Versammlungen oder bei Zustimmung aller auch in Textform gefasst werden dürfen.
  • In welcher Weise dürfen oder müssen die Gesellschafter Entscheidungen für Rechtsgeschäfte der GmbH treffen?
    • Mit einfacher Mehrheit, wie dies §47 GmbHG vorschreibt, oder nur einstimmig?
    • Müssen alle GmbH-Gesellschafter anwesend sein, um überhaupt beschlussfähig zu sein?
    • Können Gesellschafter ihre Stimmanteile per Vollmacht übertragen?
  • Heikel sind immer auch die Nachschusspflichten, um eine Insolvenz zu vermeiden oder eine Liquiditätslücke zu schließen. §27 GmbHG sieht unbeschränkte Nachschusspflichten vor, die gemäß §28 GmbHG jedoch im Gesellschaftsvertrag beschränkt werden können.
  • Ebenso notwendig: Wie erfolgen die Gewinnverwendung und die -entnahme?
  • Wie ist die Vertretung der GmbH durch Gesellschafter im Außenverhältnis zu regeln?
  • Wie darf eine Satzungsänderung erfolgen? In der Regel nur einstimmig. Aber
    • §53 GmbH schreibt Einstimmigkeit der Altgesellschafter nur bei der Aufnahme eines neuen Gesellschafters vor.
    • Eine Satzungsänderung wie beispielsweise eine Kapitalerhöhung kann bereits mit einer drei Viertel-Mehrheit erfolgen.
    • Bei anderen Beschlüssen gilt immer die einfache Mehrheit, es sei denn, Sie haben im Gesellschaftsvertrag eine andere Stimmmehrheit vereinbart.

Sie sehen an dieser Liste, dass Sie bereits bei der Gründung einer GmbH sehr weit vorausdenken sollten, um mit Ihren Mitgesellschaftern für eine erfolgreiche Geschäftsführung der GmbH zu sorgen.

 

Warum Sie einen Notar brauchen

Die Notarpflicht für die Gründung und die Geschäftstätigkeit einer GmbH ergibt sich neben §2 auch aus §53 GmbHG. Hier schreibt der Gesetzgeber vor, dass eine Satzungsänderung immer durch eine notarielle Beurkundung erfolgen muss. Der Notar prüft auch die rechtlichen Anforderungen an die Eignung der GmbH-Geschäftsführer nach §6 GmbHG. Er belehrt sie über die Auskunftspflicht der Geschäftsführung gegenüber den Gerichten. Die Kenntnisnahme dieser Auskunftspflichtbelehrung muss nach §8 schriftlich erklärt werden; sie kann aber auch bei der Gründung der GmbH notariell beurkundet werden.

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Warum Sie Ihre GmbH ins Handelsregister eintragen müssen

Das Handelsregister ist eine öffentlich einsehbare Liste, in die alle Kaufleute eingetragen sind. Die rechtlichen Grundlagen stehen in den §§ 8-12 des Handelsgesetzbuches (HGB) und in der Handelsregisterverordnung sowie in §7 GmbHG. Das Handelsregister ist unterteilt in die Abteilung A für Einzelunternehmer (eingetragene Kaufleute), Personengesellschaften (beispielsweise oHG) und rechtsfähige wirtschaftliche Vereine und Abteilung B für Kapitalgesellschaften. Die Registrierung muss elektronisch und in beglaubigter Form, also von einem Notar beurkundet, beantragt werden. Unterbleibt eine rechtlich vorgeschriebene Eintragung, droht ein fünfstelliges Zwangsgeld. Sinn des Handelsregistereintrages ist, dass Ihre künftigen Kunden, Lieferanten und sonstige Interessengruppen sich über einen Einblick in Ihre Akte einen Eindruck über Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse machen können.

 

Veröffentlichungspflichten einer GmbH

Diesen Einblick erhalten Ihre Geschäftspartner mit den sogenannten Publizitätspflichten, die jede Kapitalgesellschaft erfüllen muss. Diesen Pflichten kommen Sie ab der Gründung Ihrer GmbH nach, indem sämtliche Gründungsdokumente in Ihrem Handelsregisterauszug veröffentlicht werden. Dazu gehören:

  • die GmbH Satzung, also der GmbH Gesellschaftsvertrag
  • die Gesellschafterliste
  • Wenn vorhanden, eine Liste der Aufsichts- oder Beiratsmitglieder
  • Name und Anschrift des oder der Geschäftsführer*s, sofern Prokura, also vollständige Vollmacht für die Geschäftsführung der GmbH, erteilt wurde.

Änderungen an diesen Dokumenten durch Beschluss der Gesellschafter müssen Sie unverzüglich dem zuständigen Amtsgericht melden, in der Regel spätestens bis zu zwei Wochen nach der vorgenommenen Änderung. Der Meldung müssen Sie das von allen Gesellschaftern unterschriebene Protokoll der Gesellschafterversammlung belegen.

 

Meldungen an den Bundesanzeiger

Weitere Publizitätspflichten ergeben sich aus dem GmbHG. Anders als früher, als unter Kaufleuten nach „Treu und Glauben“ gehandelt wurde, kennt das Handelsrecht dieses Vertrauen nicht mehr uneingeschränkt. Es fordert sowohl die Bekanntgabe sogenannter „negativer Publizität“, vertrauensschützender Tatsachen, als auch einer „positiven Publizität“, den vertrauenszerstörenden Tatsachen. Ist eine GmbH beispielsweise zahlungsunfähig, muss sie dies bekanntmachen mit einem Insolvenzantrag bei dem zuständigen Amtsgericht. Dieser wird sofort im Handelsregister veröffentlicht. Unterbleibt dieser Antrag, droht ein Strafverfahren wegen Insolvenzverschleppung.

Sinn und Zweck dieser Pflichten ist der Vertrauensschutz im Rechtsverkehr derjenigen Personen, die mit einer Kapitalgesellschaft Geschäfte vereinbaren möchten. Wer mit einer GmbH Geschäfte anbahnt, soll auf die Eintragungen im Handelsregister sowie im Bundesanzeiger vertrauen dürfen. Denn auch hier müssen Kapitalgesellschaften regelmäßig unter anderem folgende Informationen veröffentlichen (Stand 01.01.2016):

  • den Jahresabschluss bzw. die Bilanz
  • die Gewinn- und Verlustrechnung
  • den Lagebericht (nur große und mittelgroße Unternehmen), wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt wurde:
    • Die Bilanzhöhe übertsteigt 6 Millionen Euro.
    • Der Umsatz übersteigt 12 Millionen Euro.
    • Der Betrieb beschäftigt im Jahresdurchschnitt mehr als 250 Mitarbeiter.

 

Was kostet die GmbH-Gründung?

Die Kosten der GmbH-Gründung richten sich nach den Gebührenordnungen der Steuerberater, Rechtsanwälte und Notare, der Amtsgerichte sowie der Gewerbeämter. Die Gebühren der Anwälte, Notare und Steuerberater richten sich nach dem Gegenstandswert des Verfahrens. Die Gründung der GmbH mit einem Musterprotokoll ist die kostengünstigste Variante. Hier liegt der Gegenstandswert bei 30.000 Euro. Daraus berechnen sich die Notarkosten. Bei einem Gesellschafter sind das 125 Euro. Bei zwei oder mehr verdoppelt sich der Betrag auf 250 Euro. Für die Geschäftsführerbestellung, die Beurkundung der Gesellschafterliste sowie die Handelsregistereintragung der GmbH kommen weitere Gebühren sowie Portokostenpauschalen hinzu. Pauschal kostet die GmbH-Gründung mit einem Gesellschafter und Mustervertrag rund 400 Euro, wenn der Notar nur beurkundet und nichts prüft. Teurer wird es, wenn der Notar alle Unterlagen, insbesondere den individuellen Gesellschaftsvertrag, auch noch prüft und Sie ausführlich berät. Hierbei können schnell vierstellige Beträge erreicht werden.

 

Steuerrecht für die GmbH

Ihre GmbH ist verpflichtet, eine Buchführung einzurichten, die den „Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD)“ entspricht. Die rechtlichen Grundlagen finden Sie im Handelsgesetzbuch (HGB) und der Abgabenordnung (AO). Handelsrechtlich gilt: Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen. Neben der Bilanz müssen Sie eine Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) aufstellen. Sie ist der zweite Bestandteil des Jahresabschlusses, den Sie als GmbH aufstellen müssen. Während die GmbH die Vermögenslage der GmbH abbildet, ermitteln Sie mit der GuV die Ertragslage Ihres Unternehmens im Geschäftsjahr. Und auf dieser Grundlage ermitteln Sie Ihre Steuern, die Sie als GmbH zahlen müssen.

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Eröffnungsbilanz

Damit Sie für Ihre frisch gegründete GmbH Ihre Buchführung nach den GoBD beginnen können, müssen Sie zunächst eine Eröffnungsbilanz erstellen. Wenn Sie kein Kaufmann mit Buchhaltungskenntnissen sind, sollten Sie diese von einem Steuerberater aufstellen lassen. In die Eröffnungsbilanz müssen Sie alle Vermögenswerte einbuchen, die zum Gründungsstichtag in Ihrer GmbH vorhanden sind. Das sind Kapital, Verbindlichkeiten und Forderungen. Das Kapital ist zuallererst das Stammkapital der GmbH in Höhe von 25.000 Euro. Wenn die Gesellschafter noch nicht ihre Anteile komplett eingezahlt haben, hat die GmbH am ersten Tag bereits Forderungen gegenüber ihren Gesellschaftern. Und die Gründungskosten der GmbH können Sie zu maximal 50 Prozent bereits der GmbH in Rechnung stellen, Dann hat die GmbH auch Verbindlichkeiten in Form von Rechnungen für Anwälte und Notare. In der Regel bringen die Gesellschafter auch andere Vermögenswerte ein, die in die Eröffnungsbilanz eingebucht werden müssen. Dazu gehören beispielsweise Grundstücke, Geschäftsfahrzeuge, Patente, Maschinen und Anlagen oder Büroausstattung. Alle diese Werte erfasst die Eröffnungsbilanz. Sie bildet die Grundlage für die weitere Erfolgsmessung wie beispielsweise die Entwicklung des Eigenkapitals.

 

Fazit: Vermeiden Sie teure Rechtsfehler bei der GmbH-Gründung

Sie kennen nun die wesentlichen Rahmenbedingungen, die Sie unbedingt beachten müssen, wenn Sie eine GmbH gründen. Wir empfehlen Ihnen, sich rechtlich beraten zu lassen. Denn Sie gehen mit der GmbH-Gründung zahlreiche Pflichten ein, die Sie bereits bei der Erstellung des GmbH-Gesellschaftsvertrags kennen sollten. Wenn Sie zudem selbst kein gelernter Kaufmann sind, sollten Sie sich auch mit einem Steuerberater in Ihrer Nähe beraten.

 

Die auf unserer Seite veröffentlichten Informationen werden allesamt von Experten mit größter Sorgfalt verfasst und überprüft. Dennoch können wir nicht für die Richtigkeit garantieren, da Gesetze und Regelungen einem stetigen Wandel unterworfen sind. Ziehen Sie deshalb bei einem konkreten Fall immer einen Fachexperten hinzu – wir stellen gerne den Kontakt her.

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