UG oder GmbH anmelden: Wann ist der beste Zeitpunkt?

aktualisiert am 13. August 2018 7 Minuten zu lesen
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Wann ist die beste Zeit zum Gründen? Eigentlich immer. Nur Ende des Jahres sollten sie sich vielleicht noch etwas gedulden.

 

„Unternehmen gründen“ stand auf Ihrer To do-Liste für das laufende Jahr? Wenn Sie Ihr Vorhaben noch nicht abgeschlossen haben, bleibt nicht mehr viel Zeit. Wenn Ihnen die Gründung auf den letzten Drücker zu hektisch wird: keine Sorge. Es spricht einiges dafür, die letzten Schritte aufs nächste Jahr zu schieben, vor allem, wenn Sie die Gründung eines Unternehmens mit beschränkter Haftung anstreben.

 

Bilanzierungsregeln sprechen für Gründung im neuen Jahr

Egal ob Sie eine GmbH oder die Mini-GmbH, die Unternehmergesellschaft (UG) mit reduziertem Stammkapital, gründen wollen – Sie sparen sich einiges an Arbeit, wenn Sie sich bis zum nächsten Jahr gedulden.

Das liegt nicht an gesetzlichen Neuerungen, sondern schlicht an den Bilanzierungsregeln. Um die Eröffnungsbilanz kommen Sie ohnehin nicht herum. Doch wenn Sie Ihr Unternehmen noch im Dezember anmelden, dann müssen Sie auch noch einen Jahresabschluss für das laufende Rumpfgeschäftsjahr erstellen. Sie können jedoch bei der Unternehmensgründung ein abweichendes Geschäftsjahr angeben und so die Erstellung des Jahresabschlusses auf einen späteren Zeitpunkt verlegen.

Die Eröffnungsbilanz gibt den genauen Stand der Vermögensverhältnisse bei der Gründung wieder und ist die Basis Ihrer Buchhaltung. Sie muss erstellt werden, sobald Sie Ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen. Aber wann genau ist das eigentlich?

Bevor Ihr Unternehmen als GmbH oder UG (haftungsbeschränkt) im Handelsregister eingetragen wird, durchläuft es mehrere festgelegte Stadien. Dabei läuft die Gründung der „Ein-Euro-GmbH“ in den gleichen Schritten wie die der „echten“ GmbH, mit einigen Vereinfachungen in den Details.

 

Schritt eins: Die Vorgründungsgesellschaft

Sobald Sie sich entschließen, eine GmbH oder UG zu gründen, entsteht eine Vorgründungsgesellschaft. Dieses Vorhaben muss nicht schriftlich festgelegt sein. Entscheidend ist der Plan, sich eine Satzung zu geben. Die Rechtsform entspricht in der Regel dem Einzelunternehmen, wenn Sie alleine gründen, oder der GbR, bei mehreren Gesellschaftern.

Wichtig: Wenn Sie bereits in diesem Stadium Geschäfte tätigen, dann haften Sie mit Ihrem vollen Vermögen. Ihre Rechte und Verbindlichkeiten aus der Vorgründungsgesellschaft können Sie nicht einfach später auf die GmbH übertragen. Für Verträge aus dieser frühen Phase müssen Sie also auch später persönlich gerade stehen. Überlegen Sie sich also gut, ob Sie Ihre Geschäftstätigkeit bereits so früh aufnehmen wollen und beispielsweise jetzt schon Mietverträge abschließen. Konzentrieren Sie sich lieber darauf, möglichst schnell die Gründung beim Notar in Angriff zu nehmen.

 

Schritt zwei: Die Vor-GmbH

Hierbei wird der Gesellschaftsvertrag beurkundet, in dem die wichtigsten Regelungen Ihres Unternehmens festgelegt sind. Dazu zählen beispielsweise der Firmensitz, das Stammkapital, die Gesellschafter sowie Regelungen zu Versammlungen, zur Gewinnverwendung und zur Auflösung. Wenn nicht mehr als drei Gesellschafter im Boot sind, können Sie eventuell auf eine Gründung mit Musterprotokoll anstelle einer individuellen Satzung zurückgreifen, bei der die Notarkosten geringer sind. Den Gesellschaftsvertrag, auch Satzung genannt, müssen Sie von einem Notar beurkunden lassen. Das ist dann auch der Stichtag, zu dem Sie Ihre Eröffnungsbilanz erstellen müssen.

Mit Ihrer Unterschrift unter der Gründungsurkunde beginnt das nächste Stadium: Die Vor-GmbH. Anders als die Vorgründungsgesellschaft ist die Vor-GmbH rechtlich nicht von der späteren GmbH abgekoppelt, sondern geht später in sie über. Sie können nun also Verbindlichkeiten eingehen. Allerdings sollten Sie nur Geschäfte machen, die für die GmbH-Gründung nötig sind. Dazu gehört auch, das Geschäftskonto zu eröffnen, auf das Sie das Stammkapital einzahlen. Bei der GmbH sind das 25.000 Euro, von denen mindestens die Hälfte als Bareinlagen geleistet werden müssen. Die UG können Sie schon mit einem Euro Stammkapital gründen, wobei das nicht zu empfehlen ist. Jede spätere Erhöhung müssen Sie wieder notariell beurkunden lassen.

Ist das Stammkapital eingezahlt, reicht der Notar die Anmeldung zum Handelsregister ein.

 

Schritt drei: Die GmbH oder UG

Zwischen einer und drei Wochen dauert es, bis Ihre Firma im Handelsregister eingetragen ist. Jetzt sollten Sie ein Gewerbe anmelden und Ihre UG oder GmbH beim Finanzamt registrieren. Mit dem Registereintrag ist Ihre GmbH oder UG-Gründung abgeschlossen und Ihr Unternehmen ist voll rechtsfähig. Was die UG und die GmbH unterscheidet, erläutern wir an anderer Stelle.

 

Geduld zahlt sich aus

Wenn Sie Ihre Gründung noch in diesem Jahr über die Bühne bringen, müssen Sie neben der Eröffnungsbilanz bei der Vor-GmbH auch einen vollständigen Jahresabschluss erstellen, also eine Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung. Steht Ihre GmbH oder UG erst im Folgejahr im Register, können Sie sich diesen Aufwand für das laufende Jahr sparen.

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